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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Nordmende Turandot U14

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 Betreff des Beitrags: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Mo Okt 09, 2017 19:56 
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Hallo zusammen! :hello:

Ich bin Thomas aus Hessen, vor kurzem habe ich mir ein Nordmende Turandot zugelegt, welches optisch gut erhalten ist und nach einer groben Säuberung (innen und außen) überraschend gut funktioniert. Um die Betriebssicherheit des Gerätes zu gewährleisten, möchte ich jedoch mein Möglichstes tun und alte Bauteile wie Kondensatoren und Gleichrichter durch neue ersetzen.

Um Messungen durchführen zu können, wäre es sinnvoll einen Schaltplan für das Gerät zu haben. Allerdings komme ich hier nicht weiter, da ich nur die Bezeichnung U14 innen im Gerät finden kann. Leider habe ich dazu bisher keinen passenden Plan gefunden. Kann mir hier jemand weiterhelfen?

Im Anhang ein paar Bilder, die hoffentlich dabei helfen, das Gerät zu identifizieren:

Vielen Dank im Voraus für eure Tips und Hinweise!

Viele Grüße,
Thomas


Dateianhänge:
20170301_141903.jpg
20170301_141903.jpg [ 100.41 KiB | 563-mal betrachtet ]
20170301_142557.jpg
20170301_142557.jpg [ 74.18 KiB | 563-mal betrachtet ]
20170301_144815.jpg
20170301_144815.jpg [ 43.46 KiB | 563-mal betrachtet ]
20170228_180456.jpg
20170228_180456.jpg [ 55.58 KiB | 563-mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Mo Okt 09, 2017 20:34 
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Hallo Thomas,

das SB für deinen Turandot sollte dieses sein:
https://elektrotanya.com/nordmende_859. ... nload.html

Die möglicherweise bösartigen Kondensatoren befindenden sich auf der
Platinenoberseite - um diese "ferndiagnostisch" zu erkennen, wären ein
paar scharfe Fotos von der Chassisoberseite recht hilfreich.

Auf einem deiner Fotos (Bild 2) meine ich bereits zwei dieser Exemplare zu erkennen,
wegen der ungünstigen Perspektive + Unschärfe jedoch nur eine wage Annahme.
(Vermutlich handelt es sich dabei um C116 und C155).

_________________
...und glüht auch die Anode rot, ist die Röhre noch nicht tot.

Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Mo Okt 09, 2017 21:07 
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Hallo Peter,

vielen Dank für deine Antwort, der Plan ist grossartig! Das hilft mir weiter.

Die Bilder musste ich leider stark komprimieren, um sie hier hochladen zu können, da hat die Auflösung/Schärfe offenbar darunter gelitten.

Ich habe hier ein Online-Album, in welchem auch etwas detailliertere Bilder bzw. Videos enthalten sind:

https://photos.app.goo.gl/1hmErUrAh4ksgkaI3

Sind neben den Papierkondensatoren und dem Gleichrichter noch andere Bauteile sicherheitskritisch bzw. bedürfen einer Überprüfung? Die Funktion des Radios ist ja bis jetzt einwandfrei gegeben.

Für weitere Tipps bin ich sehr dankbar, so ist dies doch meine erste Restauration.

Danke.

Viele Grüße,
Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Mo Okt 09, 2017 21:13 
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Hallo Thomas,
alle die wo ERO draufsteht solltest du tauschen, Auch das "Malzbonbon" an der rechten Seite.

Alfred


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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Mo Okt 09, 2017 22:22 
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Hallo Alfred,

danke, die ERO's sind ja die Papierkondensatoren, die sollen sowieso raus. Den Malzbonbon hatte ich bisher nicht auf dem Schirm, habe ihn zwischenzeitlich aber auch im Beitrag zur Kondensatorkur entdeckt. Der große silberfarbene Becher-Elko sollte vermutlich auch ausgetauscht werden.

Viele Grüße,
Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Di Okt 10, 2017 9:45 
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Hallo Thomas,

falls dir dein Gerät lieb ist und es weiterhin korrekte Töne von sich geben soll, ist es unerlässlich alle auf dem Bild dick beschschrifteten Kondensatoren zu ersetzen. Besonders C143 ! stellt eine akute Bedrohung für die Gesundheit und das Leben der Endröhre (EL84) dar. Er, C143, sieht auch optisch bereits seehr übel aus - wie auch alle restlichen "Eros" welche auf dem Bild gezeigt sind.

Dateianhang:
böse Kondensatoren.jpg
böse Kondensatoren.jpg [ 69.1 KiB | 485-mal betrachtet ]


Ob die kleinen Elkos C133(Ratio-Elko) und C148(Katodenelko) ersetzt werden sollen kannst du selbst entscheiden. Achtung! Der Elko C148 ist in dem vorliegenden Schaltbild vekehrt gepolt eingezeichnet! - Der minus-Pol muss an Masse (GND), wie es auch auf deinem Bild ersichtlich ist.

Der große (Lade-, Sieb-)Elko sieht noch brauchbar aus - falls das Gerät nicht übermässig brummt kann er an seiner Stelle bleiben. Bedenke - Röhrengeräte haben immer einen hörbaren "Restbrumm".

Und - Lüsterklemmen, selbst wenn es sich in diesem Falle um eine historische Porzellanausführung handelt, sind in einem fachmännisch behandeltem Radiogerät fehl am Platze. So zumindest meine Meinung. :shock:

_________________
...und glüht auch die Anode rot, ist die Röhre noch nicht tot.

Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Di Okt 10, 2017 13:37 
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Hallo Peter,

danke für deine illustrierte Hilfestellung. Die Papierkondensatoren sind wirklich in schlechtem Zustand und relativ leicht zu erkennen. Ich habe im Schaltplan insgesamt 14 Papierkondensatoren identifiziert, die ich alle komplett ersetzen möchte. Ob dies dann Auswirkungen hat, die einen Abgleich des Gerätes erfordern, sei mal dahin gestellt. Das werde ich dann sehen, wenn der Austausch erfolgt ist und das Gerät betrieben wird.

Ich gebe dir Recht, die Lüsterklemmen sind "kein Zustand", sie sind auch nur vorübergehend angebracht, da ich Lautsprecher nach vorne und Chassis nach hinten ausbauen musste und die Kabel irgendwie getrennt werden mussten. Ich werde Sie später durch komplett neue Kabel ersetzen.

Viele Grüße,
Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Di Okt 10, 2017 18:48 
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Hallo Thomas,

im Normalfall befinden sich die Problemkondensatoren im Niederfrequenzteil des Radios oder sie haben Aufgaben als Abblockkondensatoren zu erfüllen.
Im Hochfrequenzteil sind üblicherweise Keramik- oder Styroflexkondensatoren zu finden.

Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass nach so einer 'Kondensatorkur' das Gerät neu abgeglichen werden muss.

Mir jedenfalls ist das noch nie passiert.


Grüße u. viel Spaß mit Deinem Gerät

Martin


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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Di Okt 10, 2017 20:02 
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Moin,
die Papierkondensatoren haben fuer HF zu grosse Verluste und Toleranzen. Daher werden sie nie in frequenzbestimmenden Kreisen eingesetzt und ein Abgleich bei Ersatz ist nicht notwendig. Die Mende sind ziemlich abgleichstabil, ein Neuabgleich ist selten erforderlich.

C141 durch 0,47µF/630V(400V) ersetzen. Er siebt die Anodenspannung der NF-Stufe (Triode der EABC80) und diese Spannung kann nicht brummfrei genug sein.

73
Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Mi Okt 11, 2017 8:40 
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Hallo Martin und Peter,

danke für die Informationen. Es gibt mir ein gutes Gefühl, dass vermutlich gar kein Abgleich erforderlich sein wird nach der Kondensatorkur. Ich werde dann berichten wenn ich so weit bin. Die Kondensatoren sind bestellt, in ca. 2 Wochen sollte ich damit anfangen können. Die Tage werden ja auch immer kürzer, da finde ich mehr Zeit und freue mich schon drauf. :)

Den Tipp mit der größeren Kapazität für C141 werde ich gerne beherzigen, da vertraue ich auf deine Fachkenntnis. :super:

Viele Grüße,
Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Mi Okt 11, 2017 16:27 
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Moin,
C141 (und seine Verwandten in anderen Geraeten) ist so ziemlich der einzige Kondensator im Geraet, den man "bis zur Verbloedung" vergroessern kann, nur bringt das irgendwann nichts mehr.
Vom Hersteller wurde er so dimensioniert, dass die Spannung fuer die NF-Triode hinreichend brummfarm ist. Weil es Geld kostet, wird da nicht ueberdimensioniert.
Bei Ersatz fallen die zusaetzlichen Kosten nicht weiter auf, dazu sind moderne Kondensatoren mit der fuenffachen Kapazitaet kaum groesser als das Original, so dass man ihn gut unterbringen kann.
Brummspannungsreste, die noch an der NF-Triode auftreten, werden in der Endstufe weiterverstaerkt, daher sollte man sich darum kuemmern.

73
Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Mi Okt 11, 2017 20:52 
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Hi Peter,

klingt gut, so mache ich das. :super:

Danke!

Gruss,
Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Do Okt 12, 2017 22:13 
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Hallo nochmal,

das Gerät hat doch ein gewisses Restbrummen, das mir etwas stärker als üblich erscheint. Ich spiele mit dem Gedanken, den Becherelko (100µF+50µF) durch einen neuen zu ersetzen. Leider ist die Kombination 100+50µF sehr schwierig zu bekommen. Würde auch ein 50+50 oder 100+100 gehen? Wenn ja, welche der beiden würdet ihr bevorzugen?

Danke.

Gruss,
Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Do Okt 12, 2017 22:39 
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Kenntnisstand: Grundkenntnisse (ohmische Gesetz etc.)
Es muss ja kein Becher sein....man kann auch einen 47µ und einen 100µ normalen Elko verwenden. (Spannungsfest,am besten 450V !)
Experimente mit zu kleinen Spannungen, und die fliegen dann schnell mal weg, eigene Erfahrung :mrgreen:
Den alten Becher lässt man drin und klemmt ihn ab. Alternativ kann man den auch leermachen und die 2 Kondensatoren gut isoliert in den Becher setzen.

Wenns unbeding ein Becher sein muss, bei ebay "Radioelko", da findet man 3x 50µ Becher. Da kann man 2 parallel schalten und hat dann 50+100.
Allerdings ist der Preis recht hoch...

_________________
lg Karsten

Erfahrungen sind etwas ganz tolles, leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie gebraucht hätte...


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 Betreff des Beitrags: Re: Nordmende Turandot U14
BeitragVerfasst: Fr Okt 13, 2017 11:04 
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Beiträge: 65
Wohnort: Berlin
Da der Lade-Elko 100 uF hat und der Sieb-Elko 50 uF, ist ein 100uf +100uF richtig. Beim Anschluß bitte darauf achten, daß der "Lade-Elko" der äußere in dem Becher ist - wegen der Wärme-Abfuhr.

MfG DR


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