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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Grundig 5295 Seilantrieb - und anschließende Überholung

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BeitragVerfasst: Do Sep 01, 2016 20:45 
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Hallo zusammen,

vorgestern kam dieser Bolide von Grundig 5295 in meine Werkstatt mit der Bitte, ihn generell durchzusehen. Ja - und die Senderwahl ginge auch nicht mehr zu bewegen. Soweit der Besitzer des schicken Gerätes...

Nach dem Entfernen der Rückwand wurde ich recht schnell des mechanischen Problems fündig. Die Schwungmasse, gleichzeitig Kupplungsscheibe für den Duplexantrieb, hatte sich infolge von Zinkpest zerlegt. Guter Rat schien zunächst teuer, denn eine originale Schwungmasse wird man nicht so schnell beschafft bekommen. Nach einer Alternativlösung sinnierend und in der Kiste mit diversen Mechanikteilen kramend fand ich jedoch sehr schnell eine, wie ich finde, sehr elegante Lösung: Eine altes, defektes VHS-Videokopfrad ohne Köpfe! Das passt nämlich perfekt vom Durchmesser und, ganz besonders wichtig, von der Dicke in der Mitte her! Zum Fixieren des Rades wurde eine Stufenbohrung und ein 3mm Gewinde für eine Klemmschraube gebohrt. Für den richtigen Grip wurden zwei runde Scheiben aus 40er Schleifleinen zurechtgeschnitten und mit Kontaktkleber genau mittig eingeklebt. Eben noch durchlochen - fertig zum Einbau. Der gestaltete sich etwas fummelig, musste ich doch immer gegen die Andruckfedern kämpfen. Aber es fand ein glückliches Ende und nach der Justage funktioniert der Duplexantrieb wieder wie neu!
Jetzt kann ich mich den Kondensatoren zuwenden, von denen reichlich zu wechseln sind. Mindestens ein Koppelkondensator hat schon eine der beiden ELL80 auf einem System erwürgt - Emission hardly possible...^^

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Viele Grüße,
der Herby mit dem Derby

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 Betreff des Beitrags: Re: Grundig 5295 Seilantrieb
BeitragVerfasst: Do Sep 01, 2016 21:40 
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hey Herbert,

sehr kreative Lösung mit dem Videodings :idea: Hast du da auch Bilder?

schöne Grüße
Andi

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 Betreff des Beitrags: Re: Grundig 5295 Seilantrieb
BeitragVerfasst: Do Sep 01, 2016 21:45 
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Hallo Andi,

Danke für das nette Feedback - Bilderchens kommen noch, wenn ich mit dem Gerät soweit "durch" bin...

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 Betreff des Beitrags: Re: Grundig 5295 Seilantrieb
BeitragVerfasst: Fr Sep 02, 2016 19:25 
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Moin,
und wir brauchen Fabrikat und Typ des Videorecorders wegen des Kopfrades. Eine von Panasonic wird wegen des grossen Nabendurchmessers nicht passen ;-) ich tippe ersatzweise auf eine fruehe JVC...

73
Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Grundig 5295 Seilantrieb
BeitragVerfasst: Fr Sep 02, 2016 19:43 
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hf500 hat geschrieben:
Moin,
und wir brauchen Fabrikat und Typ des Videorecorders wegen des Kopfrades. Eine von Panasonic wird wegen des grossen Nabendurchmessers nicht passen ;-) ich tippe ersatzweise auf eine fruehe JVC...

73
Peter


Genau so ist es, Peter. Das Kopfrad stammte aus einer frühen VHS-Maschine wie der VR400 gelabeled von Telefunken.

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 Betreff des Beitrags: Re: Grundig 5295 Seilantrieb
BeitragVerfasst: Fr Sep 02, 2016 23:10 
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Ganz so aussichtslos ist die Suche nach einer original Schwungscheibe übrigens nicht, die gab es nämlich auch aus Gusseisen.

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Grüße
Christoph


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 Betreff des Beitrags: Re: Grundig 5295 Seilantrieb
BeitragVerfasst: Fr Sep 02, 2016 23:22 
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Hi Chris,

danke für die Info. Aus der Not geboren wusste ich mir halt nicht so schnell anders zu helfen, zudem der Besitzer des Gerätes auch keinen "unendlichen Zeitrahmen" für die Rep. angegeben hat (Gerät soll alltagstauglich spielen, die Frau hat gesagt.....)

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der Herby mit dem Derby

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 Betreff des Beitrags: Re: Grundig 5295 Seilantrieb
BeitragVerfasst: Mo Sep 05, 2016 0:32 
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Soo - ich versuchs mal so....
Bild

Ein Videokopfrad als Schwungmasse und Kupplungsscheibe .....

(Der links neben der ECH81 sichtbare ERO100 Kondensator wurde im Zuge der Technischen Überholung natürlich gewechselt!)

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der Herby mit dem Derby

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BeitragVerfasst: Mo Sep 05, 2016 21:28 
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Sooo, liebe Leutz...

der Grundig 5295 hat eine umfangreiche "Kur" hinter sich und erfreut den Besitzer seit dem heutigen frühen Abend mit Röhrenradiogenuss (er hat eine Stunde später extra angerufen, um mir das voller Begeisterung zu sagen... :wink: )
Unterm Strich waren es 32 Papierkondensatoren, die zu wechseln waren, sowie ein paar weitere "Kleinteile". Nicht ein Kondensator hatte noch akzeptable Isolationswerte.
Tja, und dann war da noch die Sache mit den beiden ELL80 Endröhrlies. Eine platt, die andere quasi ganz platt (hinter der unteren Verschleißgrenze, Emission nearly impossible^^). Nach Rücksprache wurde das Gerät auf 4x PL95 umgerüstet. Das war die günstigste Alternative, zumal es dem Besitzer absolut unwichtig war, den Original Bestückungszustand zu erhalten. Hier ging es darum, wieder ein alltagstaugliches Gerät zu bekommen mit dem ursprünglichen "Sound". Und das bitte nicht zu horrendem Preis, wenn es bitte geht!

Hier ein Bild nach dem Zusammenbau:
Bild

Detail: Die umgebauten Endstufen:
Bild

Der Lochkreis um die Röhrenfassungsausbrüche passte leider nicht zu den MIN-7 Fassungen, um sie zu vernieten oder zu verschrauben. Daher wurden sie kurzerhand eingelötet.

Detail: Endstufen Chassis Unterseite:
Bild

Den gemeinsamen Kathodenwiderstand habe ich durch zwei getrennte Widerstände ersetzt, da mir die Schaltung dadurch stabiler erscheint. Aber vielleicht kann Johann einmal mit ein paar aufklärenden Worten kommentieren, warum ein gemeinsamer Kathodenwiderstand vorgesehen war.
Der "dicke" 1,5 Ohm Porzellanwiderstand liegt im Heizkreis zu den vier PL95 und sorgt für deren richtige Heizspannung von ca. 4,5 Volt.

Ein Reparateur hat vor grauer Zeit den Selengleichrichter durch einen modernen Siliziumgleichrichter ersetzt. An sich ja nicht verkehrt, aber wie er das gemacht hat, zeige ich hier lieber nicht. Da hätten so Manchem von Euch die Haare zu Berge gestanden. Nicht einmal einen entsprechenden Vorwiderstand hatte man vorgesehen. So standen dann auch statt der gem. Schaltplan angegebenen 273 Volt fast 300 Volt Anodenspannung an. Hier musste also dringenst eine "ordentliche" Lösung her:
Bild

Die beiden in Serie gelegten 15 Ohm/5 Watt links im Bild setzen die 230 Volt Netzspannung auf 220 Volt herab - so fühlt sich auch der Netztrafo wohl und die Heizspannungen passen genau! Außerdem passt die Leistungsaufnahme mit 78 Watt zur Angabe im Schaltplan.

Resumé: Der Grundig brüllt mit den neuen Endröhrlies mächtig los, hat ein kraftvolles Klangbild mit abgrundtiefem Bassfundament und kristallklaren Höhen. Dabei wirkt er ausgewogen und kein bissl aufdringlich - man muss es nur verstehen, das "Wunschklangregister" richtig zu bedienen.
Die Empfangsleistung ist hervorragend, was bei dem technischen Aufwand allein im ZF-Teil mich jedenfalls nicht weiter verwundert. Sehr positiv auch die Tatsache, dass sich das Gerät in all den Jahren nicht verstimmt hat, sich ein Nachgleich damit erübrigte. Ein tolles Radio... - am liebsten hätte ich es behalten, hehe...^^

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BeitragVerfasst: Di Sep 06, 2016 5:53 
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Klasse Herbert, die Idee mit den 4 x PL95 :super:
Wieder eins gerettet :hello:

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Gruß Roland
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BeitragVerfasst: Di Sep 06, 2016 7:08 
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Herbert, Respekt ! Das war ein umfassendes Re-Engineering an diesem aufwendigen Gerät. Die Endstufe mit den 4 PL95 hat was. Kam das auch mit den Heizströmen hin ?

Ich hatte irgendwann mal den Vorgänger hier, die Leistung auf UKW ist wirklich enorm, ein trennschärferes Röhrenradio hatte ich noch nie in Händen.

Wie war es denn mit dem großen Lautsprecher ? War nicht die Schaumstoffdichtung zur Schallwand hin weggebröselt ? Das verdarb mir etwas den Spaß, weil die Bässe schnell zu blubbern anfingen.

H.

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DRM=QRM !


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BeitragVerfasst: Di Sep 06, 2016 8:06 
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[b]Dieses Thema, der unterschiedlichen Anzahl von Katodenwiderstaende, mit und ohne Elko, laesst sich nicht so einfach abwickeln. Im Rmorg. Habe ich mich da sehr engagiert.
3 Links dorthin. [/b]

Es ist ja nicht so, dass es in den Entwicklungslabors unbekannt ist, wie man das machen sollte.
Eine kurze Aufstellung soll zeigen, dass getrennte oder kombinierte Katodenwiderstaende durchaus vorhanden, aber auch verlassen wurden.
GRUNDIG:
5010 2xEL12, 2x Rk
5050 2xEL84, 2x Rk
5050W-3D 2xEL84 2x Rk
5005W 2x EL41, 2x Rk
4010GW 2xUL11, 2xRK

6099 2xEL84m, 1x Rk
6199 4X EL95, 1x Rk
53K4 und 59K4 exEL95, 1xRk


TELFUNKEN
OPUS 55TS 2xEL84, 2xRK

OPUS 7 2xEL84, 1x Rk
OPUS 2430 4xEL95, 2xRk

Soll als Beispiel, ein MONO Radio von PP 2xEL84 auf Nf-Stereo umgebaut werden,
Wird alleine die Endstufe incl. Powerbedarf kalkuliert.
Statt einem AÜ, werden wegen des Wegfalls der Vormagnetisierung der Eintakt A-Stufe,
2 etwas kleinere AÜs gebraucht. Stereoqualität braucht aber streng genommen zwei Gegentakt Endstufen. Dazu noch 4 kleinere Röhren mit Fassung und Verdrahtung.
2 oder 1 Katodenkombination kann da nicht unter den Teppich gekehrt werden.
Die Gruppe Wertanalyse sagt dir schon wo es lang geht!

Waren vorher 2 steile Röhren EL84 S = 11mA/V zu beherrschen, können 4 Typen EL95 mit S= 5mA/V mit nur einem Rk elektrisch beherrscht werden.
Waren es vorher 2xEL84 mit 2xRk so koennen aus Sicht des Entwicklers 4 El94 mit 2x Rk
Fixiert werden. 4mal EL95 und 1mal Rk= mutig. (siehe unten Bild 1
Auch ich musste das z.B. im TV/RADIO 53K4 usw. es so machen. Bei den politischen Parteien nennt man das Fraktionszwang.

Bild 1


[attachment=2]Bild1_Kat.png[/attachment]


zeigt drei Versionen von richtigen, nur möglichen und ungünstigen Katodenwiderständen, mit denen Röhrentoleranzen ausgeglichen werden bzw. sollten. Die obere Reihe zeigt die technisch korrekte Schaltung, jede Röher hat ihren eigenen Ausgleichswiderstand. In der mittleren Reihe, die einzig mögliche Lösung bei Doppelsystemen mit einem gemeinsamen Katodenpin.Die untere Reihe zeigt eine völlig ungeeignete aber trotzdem verwendete Version. Alle Systeme erhielten zwecks Sparsamkeit, nur einen gemeinsamen Widerstand. Der zwar, wie gezeigt, auch 9,43 Volt bereitstellt, aber als Ausgleich versagt!

Die Regel sagt:
"Jeder Röhre ihren eigenen Katodenwiderstand, mit dem die Röhrenstreuung ausgeglichen wird".
Wenn jedoch mit der ELL80 zwei Systeme an einer Katodenkombination liegen müssen, kann man mit 2 ELL80 oder 4x EL95 auch nur eine gemeinsame Kombination vorsehen. In der Fabrikation (und einige Zeit lang) geht das gut. Egal ob zwei EL95 eine ELL80 oder eine ECLL800 nur einen gemeinsamen Katodenwiderstand haben, steigt, wenn ein System den Anodenstrom erhöht, z.B. wegen positivem Gitterstrom (GAS), dadurch die Spannung an den verbundenen Katoden ebenfalls an. Die zweite, dritte und vierte wird dadurch aber im Strom herunter geregelt.
Das geht solange "gut", bis diese eine (überlastete) Röhre ausfällt. Dann folgt ihr die nächste nach. Weil das bei vielen Firmen so gehandhabt wurde, spricht das eigentlich fuer eine Symmetrie von Mehrfachröhren.
Warum aber macht man das unterschiedlich? Auch dazu braucht es viele Argumente, die ich bitte im Rmorg im Detail nachzulesen.
Hier ein Beispiel einer ECLL800 als Beleg dass solche Differenzen von Haus aus nicht hoch sind. Der Freundeskreis um “H. Ölkers Berlin”, hat fuer mich viele Daten von 6 Stck. ausgewaehlten ECLL800 nach verschiedenen Metoden gemessen.
Die Ergebnissse auf FUNKE W19 stehen hier:
Oelkers Werte

Bild 2

[attachment=1]Bild2_W19.png[/attachment]



zeigt die Messungen ausgewählter ECLL800. Man sieht, die Ströme liegen recht eng beieinander. Nr.6 mit ca.20% Differenz.

Mit den allgemein von Röhre zu Röhre und auch innerhalb einer Doppelröhre zu erwartenden Steuwerten wird wie folgt verfahren: Bei normaler Unterhaltungs-Elektronic, gibt es in der Serienfertigung, unter anderem auch Prüfungen wie Ausgangsleistung und Klirrfaktor. Die Untergrenzen sind meist grosszügig ausgelegt. Zum Beispiel ein Braun Stereo-Radio RC9 Die Daten nennen eine max. Ausgangsleistung: von 7 Watt per Kanal. Geht es um Eckdaten, stehen 5 Watt bei einem Klirr von 0,8%. Zwischen den 5 und 7 Watt verstecken sich die Steuungen jeder Art, auch die der ELL80. Nur die 5 Watt sind eingehalten.

Bild 3


[attachment=0]Bild3_Braundatas.png[/attachment]


zeigt die original Daten zur Toleranz der Ausgangsleistung.

Beim Maximalwert von 7Watt gibt keine Definition, dort gehen die Röhrendaten voll ein. Der belegte.Wert mit 0,8% wird bei 5Watt ermittelt. Eine technisch saubere Angabe. Eben Braun!
Normal sind Angaben der Nennleistung bei Eintakt-Schaltungen bei einem Klirr ≤ 10% üblich. Bei Gegentakt ≤ 5% So werden auch Röhrendaten definiert, wenn sonst nichts dabei steht. Braun ist da vorbildlich mit seinen 0.8% Klirr.
Der NF-Prüfplatz im Prüffeld zeigt an, ob die vorgegebene Leistung unterhalb des erlaubten Klirrfaktors erreicht wird. Bei nicht HiFi-Modellen mit 2*EL84 oder 2*EL95, bzw. 1- oder 2-mal ELL80, oder ECLL800 wird der Mindeswert von Pnenn aus der Pilotserie (20 bis 50 Stck.) entnommen. Es streuen ja nicht nur die Röhren, sondern auch Netztrafo, Ausgangstrafo, Gleichrichter, Elkos und Widerstände. Da komnen auch gegenseitige Kompensationen vor. Diese Endröhren werden aus dem Karton bestückt und, wenn es wo fehlt, ist der Techniker im Prüffeld aktiv. Gibt es einen Ausfall, wird die Röhre einer Schiedsstelle im Werk zugeleitet und dort weiterbehandelt. Die Firmen haben Verträge mit AQL Grenzen, in denen die zulässige Ausfallrate in Prozenten definiert ist.
Damit ist die Frage für "Standard-Radios" beantwortet.
Gaenzlich anders sieht das bei HiFi-Modellen nach DIN 45500 aus.
Der Entwickler hat Normen und Ziele die zu 100% erfüllt sein müssen.
Johann

Texte von Knoll 2016 Rmorg.


http://www.radiomuseum.org/forum/tolera ... emen2.html

http://www.radiomuseum.org/forum/gegenk ... setzt.html

http://www.radiomuseum.org/forum/was_sa ... klich.html


Dateianhänge:
Bild3_Braundatas.png
Bild3_Braundatas.png [ 21.62 KiB | 450-mal betrachtet ]
Bild2_W19.png
Bild2_W19.png [ 22.92 KiB | 450-mal betrachtet ]
Bild1_Kat.png
Bild1_Kat.png [ 28.34 KiB | 450-mal betrachtet ]


Zuletzt geändert von Radiowerkstatt am Di Sep 06, 2016 13:06, insgesamt 1-mal geändert.
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BeitragVerfasst: Di Sep 06, 2016 8:09 
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Servus,
Kompliment, das ist ein gut gelungenes Projekt, auch in meinem Eigenbau UKW Radio werkeln ja 2 xPL95 als Endstufe. Auch dort habe ich die Netzanpassung mit Vorwiderständen für die beiden Trafos eingebaut und funktioniert hervorragend.

_________________
Gruss aus Trient,
Volker
http://luxkalif.de.tl/


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BeitragVerfasst: Di Sep 06, 2016 13:10 
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Hallo Herbert.

Die Antwort zur Frage steht jetzt im Post #
Die Bilder wollen nicht dahin wo ich es will.
johann


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BeitragVerfasst: Di Sep 06, 2016 14:50 
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Hallo und erstmal Danke an Herby für diese schöne Präsentation des Grundig 5295! :super:
Auf die Idee mit der der Videokopfscheibe muß man erstmal kommen. Klasse gelöst. (Man sollte aber auch wirklich alles aufheben für den Fall der Fälle).
Die Lösung mit den gelöteten Miniaturfassungen für die PL95s finde ich allerdings nicht so glücklich. Würde wohl auch schwerfallen, das Ganze ohne Rückstände wieder zurückzubauen. Aber die Vorgaben des Eigentümers nach möglichst kostengünstiger Wiederherstellung hast du dann doch ideenreich umgesetzt.

Herzlichen Dank auch an Hans für die umfangreiche Erläuterung zur Wahl der Kathodenwiderstände bei verschiedenen Vorgaben für Gegentaktendstufen. Es lohnt sich also immer wieder einmal im "Radiomuseum" zu schmökern...

Zur PL 95 fällt mir noch eine kleine Story ein:
Meine Großeltern hatten einen Grundig T5000 Tischfernseher von 1964. Das war deren erster Fernseher überhaupt, angeschafft zur Olympiade in Tokyo. Nach reichlich 10 Jahren hatte das Teil ausgedient und ich war happy, das Gerät ausschlachten zu dürfen. Den Schaltplan davon habe ich heute noch (und sicher einige Bauteile in der Bastelkiste). Interessanterweise hatte der Fernseher eine EL95 im der Tonendstufe, die von ihren Heizdaten (6,3V und 0,2A) aber gar nicht in den 0,3A Fernseh-Heizkreis passte. Es geht aber doch: die Grundig-Leute haben einfach einen 75 OhmWiderstand parallel zur Heizung der EL95 gelegt und schon stimmte die Sache.
Ich frage mich heute, warum wurde keine PL95 verwendet von Grundig? Waren noch EL 95 Überbestände da? Oder gab es die PL 95 einfach noch nicht? Wohl eher letzteres. Dafür spricht das Fehlen dieser Röhre im Valvo Taschenbuch 1964. Andererseits sind lt. Radiomuseum.org schon ab 1960 Geräte mit dieser Röhre bestückt worden. Da könnten sich aber Fehler eingeschlichen haben. Wann wurde die PL 95 nun erstmals eingeführt?

_________________
Viele Grüße

Frank


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