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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Graetz Canzonetta 513 Anodenspannung Triode EABC80

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BeitragVerfasst: Di Nov 27, 2018 22:13 
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Registriert: Di Nov 27, 2018 20:23
Beiträge: 3
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Hallo,

da dies mein erster Beitrag ist lasst mich kurz erwähnen, dass ich mich hobbymäßig mit Röhrenradios beschäftige weil ich sonst als Elektrotechniker viel zu viel beruflich C programmiere und das hochspannenden (und wohl auch hochohmigen und hochtemperierten) Ausgleich braucht.

Ein Bekannter hat mir ein Graetz Canzonetta 513 geschenkt welches nicht mehr lief. An eine Glühlampe angeschlossen ging wenigstens noch der AM Teil bis der Elko am Netzteil heiß wurde und dann den Elektrolyt abgab. Nach Austausch der Elkos und ERO Papierkondensatoren und einem Teil der Abstimmaßnahmen besonders am FM Demodulator funktioniert zumindest der UKW Empfang wieder, Mittelwelle ist etwas leiser und die Abstimanzeige bewegt sich bei relativ starken MW Stationen kaum. Bisher gab es Kontaktprobleme an der UKW Taste die sich nach mehrmaligem Betätigen jedoch reduziert haben. Hinzu kommt, dass die Anodenspannung an der Triode der EABC80 in etwa 87V beträgt, anstelle der 68V die im Schaltplan angegeben sind. Verschiedene andere Spannungen im System liegen auch teilweise ab, allerdings nicht ganz so stark.

Einen entsprechenden Schaltplan findet ihr z.B. im radiomuseum.org .

Die Arbeitspunkteinstellung an der besagten Triode (Kathode an Masse, Gitter an Mass über 20MOhm) ist mir nicht genau klar. Vom Wikipedia-Artikel https://en.wikipedia.org/wiki/Biasing gesehen kommt da meines Erachtens nur "Grid leak bias" und "Initial velocity bias" in Frage - keine Ahnung was das die deutschen Fachbegriffe dafür sind. Letzteres Verfahren wäre von der Alterung wohl stärker betroffen. Der 20 Megaohm Widerstand liegt mittlerweile auch jenseits der 10% bei 23,6 Megaohm. Die verschiedenen anderen Widerstände zeigen soweit wesentlich geringere Abweichungen.

Wie würdet ihr die Spannung am Gitter in diesem Fall messen, wäre ein Oszilloskop mit 1:100 Tastkopf geeignet? Beziehungsweise wie würdet ihr weiter vorgehen?
Für geeignete Literaturhinweise zum Thema "Radioschaltungen der 50er" wäre ich ebenfalls dankbar.

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

Viele Grüße,

Kilian


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BeitragVerfasst: Di Nov 27, 2018 22:47 
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Beiträge: 3660
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Kenntnisstand: Sehr gute Kenntnisse (Hobby)
Hallo Kilian,

erst einmal HERZLICH WILLKOMMEN hier im DRF.

Erster kleiner Hinweis zu Deinem Problem: der Original-Schaltplan, der mir hier vorliegt, gibt als Meßgerät eines mit 500 Ohm/Volt im 300 Volt-Bereich an, es steht oben links in der Ecke des Plans.

Wenn Du nun mit einem Meßgerät mit quasi unendlichem Innenwiderstand gemessen hast, ergibt sich bei dem sehr geringen Stromfluß an der Stelle schon ein beachtlicher Meßfehler.

Wenn Du also noch einen alten Meßknochen irgendwo liegen hast (Siemens Multizet, H&B Multavi), dann probiere es bitte einmal damit.

Ich gehe davon aus, daß Du da einen Fehler siehst, der nicht wirklich einer ist.

Gruß
Holger

_________________
UKW: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.....


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BeitragVerfasst: Mi Nov 28, 2018 14:47 
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Registriert: Di Mai 12, 2009 17:09
Beiträge: 1089
Hallo,

kt1024 hat geschrieben:
- keine Ahnung was das die deutschen Fachbegriffe dafür sind.

das heißt auf deutsch Gitteranlaufstrom.

kt1024 hat geschrieben:
Letzteres Verfahren wäre von der Alterung wohl stärker betroffen. Der 20 Megaohm Widerstand liegt mittlerweile auch jenseits der 10% bei 23,6 Megaohm. Die verschiedenen anderen Widerstände zeigen soweit wesentlich geringere Abweichungen.

Das ist völlig unkritisch. Diese Art der Gittervorspannungserzeugung funktioniert in weiten Bereichen des Gitterableitwiderstandes.

kt1024 hat geschrieben:
Wie würdet ihr die Spannung am Gitter in diesem Fall messen, wäre ein Oszilloskop mit 1:100 Tastkopf geeignet? Beziehungsweise wie würdet ihr weiter vorgehen?

Ich würde gar nicht am Gitter messen und die Anodenspannung ist auch so in Ordnung (s. den Beitrag von holger66).


MfG
Munzel


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BeitragVerfasst: Mi Nov 28, 2018 20:18 
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Registriert: Di Nov 27, 2018 20:23
Beiträge: 3
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Hallo,

Holger hatte recht, bei 150kOhm Innenwiderstand sehen die Spannungen wesentlich anders aus. An Pin 9 der EABC80 lagen dann 66V, an Pin 7 der EL84 251V, an Pin 7 der EF89 218V, die ECH habe ich vergessen weil ich im falschen Schaltplan gearbeitet habe merke ich gerade (da fehlte die Spannungsangabe). Gemessen habe ich auf Mittelwelle. Die Abweichungen liegen jetzt jedenfalls unter 10%.

Die Spannungen an den Schirmgittern der ZF-Röhren schwankten zwischen 75 und 100V. Ich habe keine Ahnung ob das ein Problem darstellt.

Danke für deinen Kommentar Munzel, praktisches Schaltungsverständnis fehlt mir noch.

Zur Unterhaltung, meine ältesten Messknochen sind das was der lokale Flohmarkt hergab: ein Ц4313 und ein VM4 von Messtechnik Mellenbach. Bei dem russischen ist scheinbar ein 50µA Meter verbaut, bei 300V komme ich da auf 6MOhm, bei dem VM4 ist ein 10MOhm Spannungsteiler mit FET drin also sind die beide schon zu modern - trotz Bakelitgehäuse ;). Als Ersatz habe ich die Spannung über einem 147kOhm Widerstand mit einem Digitalvoltmeter gemessen.

Im Prinzip werde ich die Kiste bald wieder zu machen, soweit scheint alles in Ordnung zu sein.

Vielen Dank,

Kilian


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BeitragVerfasst: Mi Nov 28, 2018 21:28 
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Registriert: Do Jul 08, 2010 21:17
Beiträge: 1055
kt1024 hat geschrieben:
Die Spannungen an den Schirmgittern der ZF-Röhren schwankten zwischen 75 und 100V. Ich habe keine Ahnung ob das ein Problem darstellt.


Moin,
nein, das ist so gewollt, denn du hast da ein Prinzip entdeckt, das der "gleitenden Schirmgitterspannung". Es wurde hierzulande mit den Roehren der "harmonischen Serie" (den Stahlroehren der x11-Serie) eingefuehrt.

Wenn du das bei MW-Empfang gemessen hat, liegt es daran, dass die ZF-Roehren (und die Mischroehre) zum Schwundausgleich geregelt werden. Den Roehren wird aus dem Demodulator (Empfangsgleichrichter) die gleichgerichtete und gesiebte ZF-Spannung als Regelspannung an das Steuergitter zugefuehrt. Im abgeregelten Zustand, also bei starken Sendern und damit sinkendem Anodenstrom sinkt auch der Schirmgitterstrom. Da es aus der Anodenspannung ueber einen Vorwiderstand gespeist wird, steigt dessen Spannung.
Zwei Effekte: Ersparnis von Bauteilen, davor hat man die Schirmgitterspannung mit Spannungsteilern festgehalten. Man brauchte dafuer an jeder Roehre einen Widerstand mehr, ausserdem muss der Strom durch den Spannungsteiler hoeher als der Schirmgitterstrom sein, damit dessen Spannung stabil bleibt. Erzeugt also zusaetzlichen Stromverbrauch.
Und eine Verbesserung der Linearitaet der Roehre, damit Verbesserung des Regelverhaltens.

Die Regelspannung steuert auch das mag. Auge.

Bei FM-ZF-Verstaerkern kann man den Schirmgitterspannungsteiler wiederfinden. Hier wird er dazu verwendet, die Schirmgitterspannung auf einen relativ kleinen Wert zu "klemmen", damit die Stufe als Begrenzer laeuft. Manchmal wird der Spannungsteiler bei kombinierten AM/FM-ZF-Verstaerkern in der letzten Stufe durch Zuschalten eines Widerstandes bei FM-Betrieb in der letzten ZF-Stufe gebildet.

73
Peter


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BeitragVerfasst: Fr Nov 30, 2018 22:32 
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Registriert: Di Nov 27, 2018 20:23
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Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Zitat:
Die Regelspannung steuert auch das mag. Auge.



Dann könnte man wegen unterschiedlicher Verstärkung (Begrenzung oder nicht, Verstärkung im UKW Tuner) für FM und AM unterschiedliches Verhalten des magischen Auges erwarten?

Das Radiomuseum (?) hatte einen Artikel der erwähnte, das der Mittellwellenbereich oft seltener genutzt wurde und damit wegen einem Problem in der ECH geschwächt wurde. Das wäre auch noch eine Erkärung für schwachen Empfang im MW Bereich. Mal sehen was bei Röhrentausch herauskommt.

Vielen Dank,

Kilian


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