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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Überholung eines Philips-Autoradios von 1952/53

Dampfradioforum

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BeitragVerfasst: So Jul 07, 2019 17:01 
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Seit ein paar Tagen habe ich mich mit dem ältesten Autoradio beschäftigt, das ich je in den Fingern hatte:
https://www.radiomuseum.org/r/philips_nx524v.html

Äußerlicher Zustand: es fehlen ein paar Schrauben, ansonsten ist das Gerät für sein Alter von 66 Jahren recht gut erhalten.

Die EL41 hatte Luft gezogen, und die ECH42 einen unterbrochenen Heizfaden. Die übrigen Röhren zeigen gute Werte.

Der Zerhacker arbeitete nicht. Durch eine Überholung und Justage der Kontakte konnte ich ihn zum Leben erwecken. Bemerkenswert ist, dass das eine Zerhackerpatrone mit 5 Kontakten ist: zwei davon dienen der Gleichrichtung der Anodenspannung an der Sekundärseite des Wandlertrafos, dadurch ist keine Gleichrichterröhre notwendig.

Ein halbes Dutzend Papierkondensatoren sind verbaut, die allesamt Leckströme zeigten. An einen davon (C36) war nicht heranzukommen, ohne größere Bereiche des Empfängerteils zu zerlegen. Das habe ich mir erspart, ein zusätzlicher Kondensator in Reihe beseitigte das durch den Leckstrom verursachte Kratzen des Lautstärkereglers. Die vier Elkos, darunter ein bipolarer, waren noch gut, ohne dass eine Formierung nötig gewesen wäre.

Nun war prompt die volle Funktion wieder gegeben. Aber die Ausgangsleistung kam mir etwas schwach vor. Ein Fehler im NF-Teil war nicht zu finden, aber warum nur hat Philips der Endröhre keinen Kathodenelko spendiert? Die Überbrückung des Kathodenwiderstandes mit 50 µF brachte sogleich eine wesentlich höhere Lautstärke, ohne messbare Erhöhung der Stromaufnahme.

Schade, dass der Gebrauchswert durch das Fehlen von Lang- und Mittelwellensendern praktisch Null ist.

Lutz


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BeitragVerfasst: So Jul 07, 2019 20:34 
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Moin,
in der zeitgenoessischen Werbung bei Philips:
"Verbraucht weniger Strom als eine Scheinwerferlampe" (so um 30W).
:-)

Das hatte auch einen ernsten Hintergrund. Die Lichtmaschinen damaliger Autos leisteten selten mehr als 150W, selbst der MB300d (Adenauer-Mercedes) hatte so einen Generator. Grossartig Strom fuer ein Radio stand also nicht zur Verfuegung. Bei (winterlicher) Nachtfahrt mit Licht, Scheibenwischer und Heizgeblaese war der Generator ausgelastet.
Und der Benz hatte auch noch das Becker Nuerburg. So eins habe ich mal ueberholt, es nahm etwa 6 Ampere bei 12V (ich meine, als "Spezialgeraet" fuer diesen Autotyp war es nicht umschalbar). Damit beanspruchte es etwa die halbe Generatorleistung...
Spaeter hatte man Gleichstromgeneratoren mit bis zu 350W, aber erst mit den Drehstromgeneratoren hatte man "wirklich Strom im Auto". Die kleinsten lieferten fast 500W und 2/3 davon schon bei leicht erhoehter Leerlaufdrehzehl. Bei der wurden Gleichstromgeneratoren gerade auf das Netz geschaltet.

Falls Radios mit Zerhackern im Oldtimer betrieben werden sollen:
Man sollte ihnen ein Trennrelais vorschalten, das beim Anlassen das Radio abschaltet. Bei stark eingebrochener Batteriespannung beim Anlassen hat der Zerhacker Unterspannung an der Treibspule und schwingt nicht mehr richtig durch, Treib- und Zerhackerkontakte werden hoch beansprucht, weil sie nicht mehr schnell genug getrennt werden. Um das zu verhindern, wurde damals schon das Trennrelais empfohlen.



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Peter


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BeitragVerfasst: Di Jul 09, 2019 10:07 
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Hallo Lutz,

ohne Katodenelko ergibt sich eine Gegenkopplung, die in diesem Fall offensichtlich gewünscht war. Überbrücken mit einem Elko setzt die GK außer Funktion, was wie immer zu einer Lautstärkeerhöhung führt. Die zu geringe Lautstärke ohne K-Elko wird ihren Grund haben. Wahrscheinlich liegt noch ein Fehler vor. Den findest DU doch garantiert.

VG Stefan


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BeitragVerfasst: Di Jul 09, 2019 18:46 
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Du hast Recht. Mit einem testweise eingespeisten sauberen NF-Signal führt der Elko über dem Kathodenwiderstand zu störenden Verzerrungen. Ich habe ihn deshalb wieder entfernt.

Die Verzerrungen setzen ein, wenn an der Anode der EL41 nahezu Vollaussteuerung herrscht, das ist schon einmal normal. Ich denke, dass die Ausgangsleistung konstruktionsbedingt recht begrenzt ist: Die EL41 bringt laut Datenblatt bei einer Anodenspannung von 250V und einem Anodenstrom von 36 mA 3,9 Watt Ausgangsleistung, abzüglich der Verluste des AÜ. In diesem Radio wird sie mit 180V und 20 mA betrieben, da ist nur mit einer Ausgangsleistung von ungefähr 1,5 W zu rechnen. Das könnte vom Höreindruck etwa hinkommen (ich habe es nicht nachgemessen). Ich denke deshalb, es liegt kein weiterer Fehler vor.

Lutz


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BeitragVerfasst: Mi Jul 10, 2019 11:26 
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Hallo Lutz,
180V und 20 mA? Das ist ja wirklich weniger als bescheiden. Erstaunlich. Und damit musste das arme Ding gegen die lauten Innengeräusche damaliger Autos anbrüllen? Ohje.

VG Stefan


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BeitragVerfasst: Mi Jul 10, 2019 12:06 
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Das waren damals wohl eher Statussymbole als Gebrauchsgegenstände. Allerdings mit einem auf Wirkungsgrad getrimmten Lautsprecher wird es wohl gehen.
Viele Oldtimerfahrer haben so ein Ding nur äußerlich restauriert und moderne Technik zusätzlich versteckt eingebaut und angeschlossen.


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BeitragVerfasst: Mi Jul 10, 2019 19:13 
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Moin,
ach, deshalb frass es "weniger Strom als eine Scheinweferlampe".
;-)

Inklusive der Verluste schlaegt der Anodenstrom der Endroehre ueberdeutlich zu Buche. Daher wohl der Betrieb auf Sparflamme.
Ich habe da einen schwedischen LW/MW Autosuper aus ehemaligen Armeebestaenden (Radio-/Zerhackereinheit und Lautsprecher auf Schnellwechselhaltern, damit das Ganze schnell von einem vorbereiteten Fahrzeug in ein anderes uebernommen werden konnte), Marke "SoundRadio", wer immer das auch hergestellt hat. Ein recht normaler 6-Kreiser mit aperiodischer Vorstufe und Gegentaktendstufe mit 2x EL90. Sowas will schon etwas mehr als 30W sehen, irgendwann muss ich mal nachmessen, mit welchen Daten die Endstufe betrieben wird. Jedenfalls werden schonmal nicht 2x 10W Anodenverlust umgesetzt...

Bild gefunden:

http://www.oldcarradios.balsta.tv/bilde ... t_1960.jpg

In der Zerhackerkiste ist nur die Stromversorgung untergebracht.


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Peter


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BeitragVerfasst: Do Jul 11, 2019 9:28 
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Ich habe mal etwas gestöbert.

Gleiche Ära wie das Philips:

Blaupunkt K 52U: Gegentaktendstufe mit 2 x EL 42 (fast identische specs wie die spätere EL 95): Ia 2 x 8mA bei 225 Volt.

Im Laufe der 50er Jahre wuchs die Leistung:

Blaupunkt Hamburg um 1956: EL 41: 205V 34mA
Blaupunkt Bremen G (Einfachmodell ohne UKW) 1958: 1 x EL 84, 215 Volt, 33 mA
Blaupunkt Frankfurt Serie S um 1960: EL 84, 225mA, 32mA


VG Stefan


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BeitragVerfasst: Do Jul 11, 2019 18:16 
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Von ausländischen Herstellern gab es bis um 1970 etliche Autoradios mit eher mäßiger Ausgangsleistung. Zum Beispiel das Radiola RA230T von 1968:
https://www.doctsf.com/grandlivre/fiche ... 868&ori=ps
Das ist zufällig auch eine Philips-Konstruktion, in Frankreich wurden Philips-Geräte unter der Marke Radiola vermarktet.
Mit der eisenlosen Endstufe (AC187/188) ist bei der Betriebsspannung von 6V an einem 4 Ohm-Lautsprecher nur eine maximale Ausgangsleistung von knapp über 1 W zu erreichen. Angegeben ist eine Ausgangsleistung von 2,3 W, dafür wäre eine Lautsprecherimpedanz von 2 Ohm nötig, also zum Beispiel zwei parallel geschaltete 4-Ohm-Lautsprecher. Bei voller Lautstärke werden die Endstufentransistoren dann bis an ihre Grenze belastet. In einem im Sommer stark aufgeheizten Auto wird es kritisch.

Lutz


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BeitragVerfasst: Do Jul 11, 2019 21:30 
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Moin,
ja, man war nicht ueberall so anspruchsvoll wie hierzulande ;-)

In den 60ern gab es auch einige Volltransistor mit Eintaktendstufe. Z.B. Philips N3X44T "Sport" (LW/MW 6-Kreiser) mit OC26 in der Endstufe, gefunden im GH-Katalog '64/'65.
Weil es ein Autoradio ist, macht der Ruhestrom der Endstufe so viel nicht aus, wenige Jahre zuvor waere man damit sehr zufrieden gewesen. Die Ausgangsleistung ist nicht angegeben, duerfte aber kaum ueber 2W gelegen haben.
Im Gegensatz zum juengeren franzoesischen Modell umschaltbar 6/12V + oder - an Masse.
Ein Nur-6V-Autoradio kommt mir etwas widersinnig vor, aber ok, fuer die Ente, den R4 und einige andere Typen ;-)

Vollroehrengeraete gab es in dem GH-Katalog nicht mehr, nur noch Hybride mit Roehren-HF und transistorisierter NF nebst Transistor-Gleichspannungswandler, der etwa 130V erzeugte.
Und da hielt Becker noch die Fahne oben, dazu noch eine Busanlage von Wandel&Goltermann, Blaupunkt und Philips waren schon volltransistorisiert, womit die Stromnot fuer das Radio erstmal sein Ende fand ;-)
Sehe gerade, Becker hatte doch noch ein Vollroehrengeraet im Programm, den "Le Mans" mit Suchlauf (LW, MW). Entweder 6V/12V umschaltbar mit einer EL84 oder als 12V Geraet mit Gegentaktendstufe (ECC83, 2xEL84). Dazu noch den KW-Mischer "Reims U8" (2x EF98) und der Weltempfaenger im Auto war komplett ;-)

Die Busanlagen (Becker, Blaupunkt, W&G) hatten alle 12-14W NF-Leistung. Fuer die Autoradios gab Blaupunkt bei 12V 7W an. Bei 6V war die Leistung etwas geringer. Die Geraete hatten trafogekoppelte Endstufen, so dass es nur von den Transistoren abhing, was fuer eine Leistung auch bei 6V erreicht werden konnte. Geraete mit 2x AD148 kamen auf 4/6W, mit 2x AD150 auf 5/7W (6V/12V)

Uebrigens, eine Spannungsumschaltung bei Geraeten mit Zerhacker erforderte in der Regel auch den Austausch der Zerhackerpatrone.

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Peter


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BeitragVerfasst: Fr Jul 12, 2019 8:54 
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Hallo Peter,

"Ein Nur-6V-Autoradio kommt mir etwas widersinnig vor, aber ok, fuer die Ente, den R4 und einige andere Typen"

Da täuschst du dich. Die deutschen Massenhersteller VW, Opel, Ford und Auto Union/DKW/Audi stellten erst Mitte der sechziger Jahre auf 12 Volt um. Bis dahin waren Mercedes (seit 1954), BMW (seit Kriegsende, exklusive der "Neuen Klasse", aber witzigerweise inklusive der Isetta) und Porsche (seit 1960) die einzigen 12-Volt-Autos bei uns.

VG Stefan


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BeitragVerfasst: Fr Jul 12, 2019 18:38 
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VW zum Beispiel stellte die meisten Modelle 1967 auf 12V um. Davor gab es einige Jahre lang die 12V-Elektrik nur für bestimmte Kunden (Polizei, Krankenwagen) oder gegen Aufpreis. Nur der "Sparkäfer" musste noch bis in die 70er Jahre mit 6V auskommen.

Lutz


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BeitragVerfasst: Sa Jul 13, 2019 19:36 
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Moin,
ja, aber als Geraetehersteller will man sein Zeug so breit wie moeglich einsetzbar machen, also umschaltbar bauen, damit der Absatz groesser ist. Zumindest, was die Universalempfaenger angeht, die nicht fuer einen bestimmten Autotyp gebaut wurden.

Und ich bezog mich wegen des franzoesischen Radios auf franzoesische Autos, war wohl missverstaendlich. Gross wird der Radioexport von F nach D nicht gewesen sein, wie es mit dem Export von Blaupunkt und Co nach F aussah, weiss ich nicht.

Und was 12V angeht, der "Nachkriegs"-Audi hatte immer schon 12V mit Drehstromgenerator ;-) BMW war da wirklich etwas seltsam, 6 und 12V mit wenig System.
Bei Ford gab es fuer den P5 gegen vergleichsweise lausige 180,-DM Aufpreis eine 12V-Anlage mit Drehstromgenerator ("fuer Taxi" etc...), wurde aber kaum bestellt. Man aergerte sich lieber herum.
In Italien hat man sich kaum/nicht mit 6V abgegeben, selbst der Fiat Topolino hatte eine 12V-Anlage. Und das war das Vehikel "fuers Volk".
In den USA hatten sie sogar Achtzylinder mit 6V.... Mir unverstaendlich, denn 6V-Anlagen sind die Pest, weil kaum leistungsfaehig/unzuverlaessig.
Aus der DDR habe ich mir mal ein Buch mitgebracht "13x Auto". 13 Fachaufsaetze zu diversen Themen der KFZ-Technik. Dort haben sie sehr schoen vorgerechnet, dass selbst eine nagelneue 6V-Bordinstallation nicht so gut ist, wie wie es selbst eine leicht korrodierte 12V Anlage ist. Spannungsverluste zu hoch, da helfen auch groessere Querschnitte wenig. Nur die Gluehlampen sind wegen der kuerzeren und dickeren Faeden robuster.

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Peter


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BeitragVerfasst: So Jul 14, 2019 10:08 
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Nicht nur wegen der kürzeren oder dickeren Fäden.

Bei einer 6V-Elektrik kommen an einer Lampe mitunter nur 4-4,5 V an. Sie arbeitet dann mit 25-30% Unterspannung, was die Lebensdauer einer Glühlampe bekanntlich stark verlängert. Die Lichtstärke nimmt natürlich entsprechend ab.

Würden bei einer 12V-Elektrik nur 8-9 V an einer Lampe ankommen, würde diese auch viel länger halten. Dieser Fall kommt aber selten vor, höchstens dann, wenn Kabel oder Kontakte auf dem Weg dorthin schon fast weggegammelt sind.

Ich habe meinen Oldtimer (VW-Bus von 1966) vor 30 Jahren von 6V auf 12V umgerüstet, einschließlich Drehstromlichtmaschine (diese gab es netterweise bei späteren Käfer-Modellen). Den alten Kabelbaum habe ich belassen. Wegen dessen großer Leiterquerschnitte sind die Spannungsabfälle minimal und die Beleuchtung super. Mit seiner 12V/70Ah-Batterie springt er selbst bei -10°C noch an, wenn er ein ganzs Jahr nicht gelaufen ist. Das schaffen nicht viele Autos.

Bei der Umrüstung stieß ich auf ein unerwartetes Hindernis. Der Anlasser in 12V-Ausführung dreht schneller. Deshalb ist sein Ritzel kleiner, und der Durchmesser der Schwungscheibe des Motors, in die das Ritzel eingreift, größer. Dadurch passte der Motor in 12V-Ausführung nicht an das Getriebe, das Schwungrad klemmte in der Kupplungsglocke, die ich deshalb mit einem Fräser etwas vergößern musste.

Gab es eigentlich Stereo-Autoradios oder solche mit Cassettenspieler für 6V? Ich kenne keine.

Lutz


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BeitragVerfasst: So Jul 14, 2019 12:09 
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röhrenradiofreak hat geschrieben:

Bei der Umrüstung stieß ich auf ein unerwartetes Hindernis. Der Anlasser in 12V-Ausführung dreht schneller. Deshalb ist sein Ritzel kleiner, und der Durchmesser der Schwungscheibe des Motors, in die das Ritzel eingreift, größer. Dadurch passte der Motor in 12V-Ausführung nicht an das Getriebe, das Schwungrad klemmte in der Kupplungsglocke, die ich deshalb mit einem Fräser etwas vergößern musste.


Das ist natürlich der korrekte Weg.
Vielfach wurde auch einfach der 6V Anlasser weiter verwendet und mit 12V beaufschlagt. Unterschiede in der Lebensdauer soll es nicht gegeben haben.
Elektrische Anlasser gibt es sowieso nur, weil dreiste amerikanische Praktiker irgendwann erkannten dass man elektrische Motoren kurzfristig brutal überlasten kann. Schwäbischen Ingenieuren wäre das nicht eingefallen ;-)
Perfektioniert wurde es dann -natürlich- doch bei Bosch.


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