[phpBB Debug] PHP Warning: in file /includes/functions.php on line 4559: Invalid argument supplied for foreach()
Dampfradioforum • Thema anzeigen - Radiola RA30a wird stilecht wiederbelebt

Dampfradioforum

Röhrenradioforum: Das Forum für alle Freunde alter Röhrenradios, Kofferradios und Röhrentechnik!
Aktuelle Zeit: Di Jul 23, 2019 22:08

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: So Feb 10, 2019 12:05 
Offline

Registriert: So Aug 20, 2006 23:11
Beiträge: 2524
Wohnort: Zwischen Oldenburg/Bremen
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Moin zusammen :hello:

die letzten Tage habe ich mit einem französischen Radio von 1951 beschäftigt; Ein Radiola RA30a.
Das Gerät kam über Scotty (Marco) zu mir. Er hatte da scheinbar keine Zeit/Lust dazu. Ursprung ist vom Saarfranzosen :mrgreen:

Ich habe es ungetestet gleich zerlegt und mal einen Blick unters Chassis geworfen. Die Siebelko´s sind neu und der Koppelkondensator der EL41 auch. Ansonsten scheint alles original 1951 zu sein. Der Drehko saß etwas lose da sich die 3 Gummis aufgelöst hatten.

Bild Bild Bild

Röhren waren Vollständig und auch unter Vakuum. Ich überlegte wie die Restauration ablaufen sollte und bin beim Wiederbefüllen der Teerkondensatoren angekommen. Eigentlich mache ich das eher bei seltenen Geräten aber irgendwie war mir der Kasten dies Wert.

Kondensatoren wurden also ausgebaut und auf der Ablage des Lötkolben gelegt damit der Teer schmolz. Wenn das ganze heiß genug ist zeiht man am Drahtende und hat hoffentlich den Wickel draußen. Ich musste öfter mit einem Schraubendreher den Wickel rausdrücken da er doch recht fest saß.

Bild Bild Bild Bild

Ich habe vor jeden Schritt ein Foto gemacht um später wieder ziemlich exakt den Einbauort bestimmen zu können.
Bei den Elkos wurden die Anschlüsse einseitig abgekniffen und ein Elko parallel zu der Verdrahtung geschaltet. Im Schaltplan sind Werte von 47µF und 22µF eingezeichnet und auch auf den Gehäusen der alten Elkos aufgedruckt. Verbaut wurden aber je nur 22µF.

Bild

Ich habe dann auch hier die Elkos aufgewärmt und mit einem 47µF und einem 22µF gefüllt. Hier erwähne ich das es dieses mal braunes Harz als Vergussmasse ist und etwas zickiger beim aufwärmen war.

Der Folienklotz der als Koppelkondensator dient hatte einen zu großen Wert (15nF) anstatt 8nF. Ich nahm mir einen alten Kondensator aus meinem Fundus und bestückte ihn mit 10nF und änderte die Beschriftung. Der Pressgehäuse Typ wurde auch durch einen neu befüllten ERO ersetzt. Diese Pressteile haben ja keine Hülle und lassen sich daher nur mit ordentlichen Aufwand umbauen.

Bild Bild

Alle Arbeiten wurden immer wieder mit den Bildern verglichen damit es so optisch etwa so bleibt wie davor.

Bild

Als ich diese Arbeiten erledigt hatte wurden die Gummis des Drehkos neu gemacht. Die alten Teile hatten schon Kaugummiähnliche Zustände angenommen. der Drehko konnte 1cm in alle Richtungen bewegt werden. Ich habe die Gummis mit Kabeldurchführungen ersetzt und hab von unten noch eine M6 Unterlegscheibe eingesetzt damit alles ordentlich stramm sitzt. Die Verschlüsse können einfach gedreht werden zum öffnen oder schließen.

Bild Bild

Nächster Arbeitsschritt war das spülen des Potis und das Reinigen des Wellenschalters. Beides wurde ordentlich mit Kontakt Tuner 600 gespült und mit Bremsenreiniger nachgereinigt.

Jetzt wurden natürlich alle Mechanischen Teile geölt und gefettet. Die Skala wurde nur von der Front gereinigt da die Schrift äußerst Empfindlich aussieht. Die Lampen habe ich durch 24V 100mA ersetzt, originale Daten sind schwer zu finden da sie eine Philips Nr tragen.

Nach einer ordentlichen Reinigung wurde eine 4m Antenn und Erde angeschloßen. Über den Regeltrenntrafo langsam in 10V Schritten ab 100V wurden die Röhren sanft geweckt.

Bei etwa 150V war langsam die NF Stufe aktiv und kurz darauf kam auch schon der erste Sender rein. Als ich bei 220V angekommen bin habe ich alle Wellen ausprobiert und es funktionierte alles auf Anhieb. es gab kein Knacken oder Krachen und der Empfang war ordentlich :super:

Das Gehäuse habe ich dann weiter zerlegt und den Grill entfernt, hier hausten noch viele Wollmäuse usw. drinnen. Das Gehäuse selbst habe ich entfettet und mit Carnaubawachs behandelt. Die Unterseite hatte mal eine Schirmfolie die sich aber aufgelöst hatte, ich habe dann miitels Sprühkleber und Alufolie eine neue Schicht aufgebracht.

Dann alles zusammen und freuen das es tadellos funktioniert, einzig die Messingkäppchen muss ich noch besorgen. Auch ohne UKW macht mir dieses Radio viel Spass.

Im Frühjahr werde ich eine 20m Antenn auf dem Dachboden aufhängen und auf 75 Ohm wandeln. Ich kann dann mittels Wandler wieder von der Antennendose auf 240 Ohm gehen und sollte guten Empfang in der Werkstatt bekommen.

Der Anschluss für TA hat mich etwas verwundert: Es gibt keinen Umschalter für TA Betrieb, das Signal wird direkt in das Poti eingespeist. Ich muss mir also eine Rauscharme Stelle auf einer Welle suchen und kann dann mein TA Signal hören :wink:

Das wäre die Geschichte zu diesem tollen Radio, eingebaut sind U Röhren. Es ist kein Allströmer wie vermutlich viele denken.

Die getrennte Anodenspannung ist auch gleichzeitig die Heizspannung der Röhren. Alle sind in Reihe geschaltet auch die Glühlampen, ein Wicklungsabgriff garantiert bei defekten Lampen trotzdem die Heizspannung.

Interessante Schaltung :hello:

Bild Bild Bild Bild

_________________
--->lg Basti

--->Freund der glühenden Glasrollen<---
--->Schönste Geräte aus der Sammlung:
--->Lorenz Konzertmeister GW Bj.35<---
--->AEG Magnetophon 85 Bj. 58 <---


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: So Feb 10, 2019 12:56 
Offline

Registriert: So Nov 01, 2015 13:24
Beiträge: 475
Kenntnisstand: Weitergehende Kenntnisse (Hobby)
Hallo Basti,

das sieht sehr schön aus.
Mein Kompliment zur stilechten Renovierung, besonders der Kondensatoren.
Da hast Du dir, auch wenn es von aussen keiner sieht, eine Menge Arbeit gemacht!
Wenn die Skalenlampen eine eigene Teilwicklung am Trafo haben, welche Spannung
liegt da an? Im Allgemeinen haben die Skalenlampen ja eine Leistung von 1,2 bis 2,1W
Wenn es mit der Helligkeit passt dann ist ja auch Alles O.K. !

Gruß,
RE 084

_________________
RE 084 heisst Hans und kommt aus 41844 Wegberg :mauge:


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: So Feb 10, 2019 13:06 
Offline

Registriert: So Aug 20, 2006 23:11
Beiträge: 2524
Wohnort: Zwischen Oldenburg/Bremen
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Moin Hans,

Die Lampen bekommen etwa 18V. Es gibt zwar Lampen mit 18V und 100mA aber da ich mit 220V Eingang gemessen habe ist das vielleicht etwas knapp.

Helligkeit ist mit den 24V absolut ausreichend und wird nicht zu warm.

Ich habe den Schaltplan ausgedruckt und Handschriftlich vermerkt wann das Gerät saniert wurde und das die Innenleben der Kondensatoren aus MKS/MKP Kondensatoren besteht.

Nicht das jemand in Jahren auf die Idee kommt alles raus zu werfen :wut: :P

_________________
--->lg Basti

--->Freund der glühenden Glasrollen<---
--->Schönste Geräte aus der Sammlung:
--->Lorenz Konzertmeister GW Bj.35<---
--->AEG Magnetophon 85 Bj. 58 <---


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste


Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie dürfen keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
POWERED_BY
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de

 
Impressum