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 Betreff des Beitrags: Re: Mach flott den Schrott
BeitragVerfasst: So Sep 03, 2017 7:27 
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Bei der Werkslackierung wird die Holzmaserung, durch aufbringen von dunkel-getönten Nitrolack, eher kaschiert.

Bei meinem Gehäuse wird die natürliche Holzmaserung durch Negativbeize hervorgehoben und mit einer Schellack-Hochglanzpolitur in Szene gesetzt.
Auf den Fotos kommt das nicht so gut rüber, aber das Gehäuse sieht richtig edel aus.

Vom originalen Farbton her hätte ich eher nußbaum-dunkel beizen sollen.
So ist das Gehäuse jetzt etwas zu hell geworden.

Bei diesem Gehäuse ging es mir auch mehr darum, mal mit den goldenen Zierstreifen-Aufklebern zu experimentieren.....

Die Originalität war hier eher zweitrangig.

:hello:


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 Betreff des Beitrags: Re: Mach flott den Schrott
BeitragVerfasst: Di Sep 05, 2017 19:34 
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Nachdem nun das Gehäuse ordentlich glänzt, werden die Kanten mit einem Retuschier-Stift dunkel nachgezogen.
Dateianhang:
s19.JPG
s19.JPG [ 169.09 KiB | 361-mal betrachtet ]

Hier nochmal ein Foto von der Seite, mit weniger Lichtspiegelung.
Dateianhang:
s20.JPG
s20.JPG [ 172.06 KiB | 361-mal betrachtet ]

Ich denke das Ergebnis kann sich sehen lassen. :D

Wie man auch sieht, hat das Waschen des Lautsprecherstoffes nicht viel gebracht.
Die Verklebung des Stoffes hat sich gelöst und der Lappen hängt nun etwas schlabberig vor der Schallwand.
Der Wasserrand und die Verfärbungen waren nicht heraus zu bekommen....

Gruß Ralf


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 Betreff des Beitrags: Re: Mach flott den Schrott
BeitragVerfasst: Di Sep 05, 2017 20:20 
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Booaaahh :shock:, RESCHPECKT!!! :super: :super:

Was ist Negativbeize?

Gruß, Frank

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Bild DRF-Google Die nächsten Termine Versender von Elektronik und Dampfradiobedarf

Es muss nicht immer alles Sinn machen. Oft reicht es schon, wenn's Spaß macht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mach flott den Schrott
BeitragVerfasst: Di Sep 05, 2017 21:24 
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Das Gehäuse an sich ist wirklich sehr, sehr gut geworden. Wohl wirklich besser, als neu.

Allerdings - der Stoff....gegen die Schlabberei hilft Haarspray. Riecht einige Tage etwas fremd, strafft den Stoff aber ganz schön.

Gegen die Verfärbung könntest Du evtl. noch mit Bleichmittel vorgehen oder hattest Du das schon probiert ? Sonst würde ich dazu neigen, ihn noch auszutauschen, denn so wird der perfekte Eindruck des Gehäuses doch eindeutig geschmälert.

Respekt auch von mir für diese Arbeit !

H.

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UKW: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.....


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 Betreff des Beitrags: Re: Mach flott den Schrott
BeitragVerfasst: Di Sep 05, 2017 22:07 
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@Frank
Es gibt einfache Farbstoffbeizen, und es gibt Beizen die auf chemischen Wege die Holzmaserung natürlich heraus arbeiten, letzteres wird wohl auch Negativbeize genannt. Einfach diese kleinen Fläschchen von Clou nehmen, das ist genau das Richtige.

Wichtig ist, das das Furnier saugfähig ist und die Beize richtig aufnimmt.
Wenn du den alten Lack mit Lösungsmittel verflüssigst und herunter wäscht, dann saugt sich das Holz voll mit dem alten Lack und kann die Beize nicht mehr aufnehmen. Deshalb trage ich erst "trocken" den alten Lack so weit wie möglich ab. Dann Gel-förmigen Abbeizer satt drauf streichen, dieser holt Lackreste aus der Oberfläche. Die anschließende Wasserbehandlung macht den Abbeizer zu einer "festen" Substanz, die sich recht gut herunter schrubben läßt.

Wenn man beizt, soll das Holz einen Tag vorher gewässert werden, damit die Beize gleichmäßiger aufgenommen wird. Das Wässern hat man damit also auch schon erledigt, die Arbeitsschritte bauen alle aufeinander auf....

Bei meinem Gehäuse wird sich in den nächsten Tagen die Holzmaserung noch etwas stärker herausbilden. Bei dem alten Furnier dauert es etwas bis die Beize ihre vollständige Wirkung entfaltet hat.

Soll das Holz nicht so stark gefärbt und angefeuert werden, dann kann man die Beize mit Wasser verdünnen.


@Holger
Bislang kam nur Waschmittel zum Einsatz.

Bleimittel muß ich mir erst noch besorgen.
Bevor ich den Stoff aufgebe, kann ich ja noch mal etwas herum probieren....

Danke für den Tip mit dem Haarspray.


Gruß Ralf


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 Betreff des Beitrags: Re: Mach flott den Schrott
BeitragVerfasst: Do Sep 07, 2017 10:38 
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Auch ich kann nur meine Bewunderung aussprechen. :super:
Was du aus diesem Gehäuse gemacht hast, verdient wirklich Hochachtung. Das hätte ich so niemals hinbekommen.
Wie, als hätte man das Radio gerade aus dem Werk geholt, wahrscheinlich sogar besser.

Ich drücke dir die Daumen, dass es auch bei der technischen Restauration keine Probleme gibt und das Radio nachher wieder problemlos funktioniert.

Gruß

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Gruß
Marvin
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden. Mark Twain
Unser größter Ruhm ist nicht, niemals zu fallen, sondern jedes mal wieder aufzustehen. Nelson Mandela


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 Betreff des Beitrags: Re: Mach flott den Schrott
BeitragVerfasst: Do Sep 07, 2017 11:43 
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Registriert: Do Okt 02, 2008 13:03
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Kenntnisstand: Weitergehende Kenntnisse (Hobby)
Tolles Gehäuse! Bei dem Ergebnis lohnt sich der Aufwand!

Zum Stoff: Die Schallwandkanten mit Pattex Kraftkleber einstreichen, so dasß das Holz (Span) gut bedeckt ist, 10 Min lüften lassen und den Stoff mit aller Kraft anpressen. Das bei allen 4 Kanten. 2-3 Stunden trocknen lassen. Etwas Persil in einem Schälchen in heißem Wasser verrühren und mit einem weichen Schwamm auf den Stoff auftragen. Etwas einwirken lassen. Danach mit Vanish Oxi-Action Aktiv den Stoff einstprühen und mit einem weichen Schwamm gut verteilen. 10 Min einwirken lassen und mit heißem (ca. 60° C) Wasser gut abbrausen. Den Vorgang 3-4x wiederholen. Auf die Ränder dieser braunen Pest: Gloss-Power Kraftreiniger. 2-3x ca 10Min. einwirken lassen und immer wieder mit heißem Wasser ausspühlen. Die Schallwand mit einem alten, gut saugenden Handtuch so gut es geht trocken tupfen und zum endgültigen Trocken am besten in die Sonne stellen. Selbst wenn noch Schatten oder Ränder zu sehen sind, verschwinden diese während des Trockenvorganges. Schlaffer Stoff spannt sich während des Trocknens.

Das habe ich jetzt schon X-Mal so gemacht, erst gestern wieder, und selbst stärkste Verschmutzungen sind rausgegangen.

LG Ralph

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Ein Leben ohne Röhrenradio ist möglich, aber sinnlos.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mach flott den Schrott
BeitragVerfasst: So Sep 10, 2017 9:36 
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Registriert: Mo Nov 26, 2007 10:39
Beiträge: 1377
Hier mal eine kleine Auflistung an Material und Arbeit für das Gehäuse:

Materialaufwand:
1/4 Dose Abbeizer 1,50€
1/4 Sprühflasche Glasreiniger 0,40€
20ml Nitroverdünnung 0,12€
10g Blätterschellack orange wachshaltig 0,14€
100ml Kamin-Ethanol 0,14€
3g Bimsmehl 0,02€
40g Blätterschellack super-blond 1,30€
200ml Isopropanol 0,73€
Polieröl 0,02€
1/3 Flasche Beize 2,67€
3 paar Einmalhandschuhe 0,30€
Stahlwolle 0,30€
Abratzo 0,37€
3 Blatt Schleifpapier 1,80€
Klebeband 0,10€
3m Klebestreifen gold 0,48€
Schellackstange 0,20€
Polierpaste 0,10€
1 Schleifschwamm 0,60€
Lack matt schwarz 0,50€
Holzleim 0,10€
Retuschierstift 0,30€
= 12,19€

Arbeitsaufwand:
Zierleisten polieren und Gerät zerlegen 1 Std.
Gehäuse in den Rohzustand versetzen 3 Std.
Beizen, Lack einlassen und Feinschliff 1/2 Std.
Lackieren und polieren 2 1/2 Std.
= 7 Std.

An Elektrowerkzeugen habe ich nur einen Heißluftföhn und einen Schwingschleifer verwendet, wobei ich auf den Schwingschleifer auch hätte verzichten können.

Zum Lackieren und Polieren braucht man ein paar alte Putzlumpen für den Ballen.

Ihr seht, vom Material her ist so eine Schellackpolitur eine recht günstige Angelegenheit.

Schellackblätter, Alkohol und Bimsmehl haben kein Verfallsdatum, von daher kann man sich davon ruhig etwas auf Lager legen.

Viel Grüße und einen schönen Sonntag noch,
Ralf


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 Betreff des Beitrags: Re: Mach flott den Schrott
BeitragVerfasst: Mi Sep 13, 2017 10:04 
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Beiträge: 660
Wohnort: Mitten in Mittelfranken!
Kenntnisstand: Weitergehende Kenntnisse (Hobby)
Wow! Sieht das Gehäuse geil aus... (entschuldigt den Ausdruck - aber das kam mir als erstes in den Sinn)!

Respekt!

Die Gehäuse-Instandsetzung ist das, woran ich mich bisher noch nicht wirklich traue... Einzig das Abbeizen funktioniert gut - habe erst kürzlich ein Opus 2430 von einer hässlichen dunkelbraunen (und zudem sehr schlecht aufgebrachten) Farbschicht befreit. Das nunmehr wieder zu sehende Teak-Holzgehäuse habe ich lediglich mit einer Antikholz-Politur (auf Basis natürlicher Öle) eingerieben, sodass vor allem feine Kratzer "verschwinden".

An eine Glanzlackierung traue ich mich nicht ran, obwohl die bei einigen Gehäusen bitter nötig wäre! Ganz zu schweigen von einer Sunburst-Lackierung....

Leider wohnt in meiner Ecke auch niemand, der mir das zeigen könnte.

_________________
Viele Grüße
Markus


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 Betreff des Beitrags: Re: Mach flott den Schrott
BeitragVerfasst: So Sep 17, 2017 11:31 
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Registriert: Mo Nov 26, 2007 10:39
Beiträge: 1377
Darauf das jemand das einem zeigt, da kann man unter Umständen lange drauf warten.

Meine ersten Restaurierungsversuche gingen auch gründlich in die Hose, weil eigentlich nichts so funktioniert wie man sich das vorstellt.

Zu einem normale Tischler brauchst du gar nicht erst hin gehen, der kann das nicht.
Die beste Anlaufstelle wäre ein Restaurator, der alte Möbel herrichten kann.

Ein Problem bei der Gehäuseaufbereitung ist, das man mit einer Vielzahl an Produkten arbeiten muß, die sich gegenseitig vertragen sollten. Dabei ist Beize nicht gleich Beize, Hartöl nicht gleich Hartöl, Schellack nicht gleich Schellack usw. , soll heißen das es in der gleichen Kategorie unterschiedliche Produkte mit jeweils anderen Eigenschaften gibt. Da muß man schon ganz genau wissen wie welches Mittel anzuwenden ist, sonst kann das sehr schnell zu einem unerwünschten Ergebnis führen.

Mit einer fertigen Schellackmischung eine Hochglanzpolitur zu machen, wird zu 99% nicht klappen. Traditionell wird der Schellack mit Ethanol angesetzt, wodurch der Auftrag alleine schon sehr schwierig ist. Um den Auftrag zu erleichtern werden Harze, Wachse und Öle zugesetzt, die wiederum einen Hochglanz verhindern. Die Oberfläche wird also maximal seidig glänzend damit, mit Hochglanz hat man also keine Chance.

Am besten selber ansetzen, dann weiß man was drin ist. Das Geheimnis einer Hochglanzpolitur ist es, den Schellack in möglichst reiner Form aufzutragen....

Noch viel wichtiger sind die Vorarbeiten. Denn die Oberfläche sollte vor dem aufbringen einer Glanzschicht schon möglichst glatt, porenfrei und makellos sein....

Wenn man sich den Ausgangszustand von meinem Gehäuse anschaut, das war sowieso schon reif für die Tonne, da kann man ruhig mal was probieren.
Es ist schon erstaunlich, was man mit einfachsten Mitteln aus so einem Wrack noch herauskitzeln kann....

....also ran an den Schrott. :hello:

Gruß Ralf


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 Betreff des Beitrags: Re: Mach flott den Schrott
BeitragVerfasst: So Sep 17, 2017 17:59 
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Registriert: So Mär 05, 2017 12:38
Beiträge: 238
Kenntnisstand: Weitergehende Kenntnisse (Hobby)
Hallo,

ich bin auch begeistert, was du da gezaubert hast. Für solche Arbeiten habe ich kein Händchen und keine Werkstatt, aber zwei bis drei Geräte, die etwas flott gemacht werden müssten.

Wenn ich über den Flohmarkt gehe, sehe ich auch immer wieder diese traurigen Radiowracks, Lack stumpf, mit Fabe oder Dreck bekleckst, fehlende Tasten, Knöpfe, Stoff beschmutzt. Da ist immer noch Potential drin.

Freundliche Grüße,
Arnold

_________________
Spitzname: Radiologe Dr. Röhre :D


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