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 Betreff des Beitrags: Die Marion zog ein...
BeitragVerfasst: Mo Okt 08, 2018 22:50 
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Hallo,
nach längerer Zeit des stummen Mitlesens hier im Forum, meld ich mich mal wieder mit einer kleinen Gerätevorstellung.
Wie der Titel schon verrät, zog die Marion bei mir ein. Und damit ist natürlich ein Staßfurt Fernseher gemeint :D
Ein Kumpel von mir schrieb mir, er kennt jemanden, der einen alten Fernseher auf dem Dachboden gefunden hat und diesen veräußern will.
Das waren die ersten Bilder:

Bild Bild Bild

Da mir einerseits der Platz für das Gerät fehlt, andererseits seine Preisvorstellung jenseits von gut und böse war, lehnte ich zunächst ab.
Aber dann wurden wir uns doch einig und der Fernseher ist nun mein. :mrgreen:
Nun hab ich so gar keine Erfahrungen mit solchen Teilen und auch ein wenig Respekt davor, muss ich zugeben.
Zunächst erstmal Bestandsaufnahme:

Bild Bild Bild
Bild

Es ist ein Staßfurt "43TG501A Marion".

Bild Bild Bild

Offenbar haben es die Papierkonsatoren hinter sich. Die Becher lecken auch.

Bild Bild Bild

Als Bildrohr findet sich die wahrscheinlich originale B43G2. Der Vorbesitzer kann leider keine genauen Angaben über Betriebsstunden machen, er
meint aber, das Gerät lief bis zum Dornröschenschlaf einwandfrei. Der Helligkeitsregler war ungefähr bis zur Mitte aufgedreht.

Ich hab mich nun entschieden, das Teil anzugehen. Das Chassis war in 5 Minuten ausgebaut und ist zur Zeit zur Reinigung bei mir in der Firma.
Ich weiß, durch Mitlesen hier im Forum, man sollte erstmal eine K-Kur machen. So werd ich das auch machen und dann wird sich sich zeigen, ob das Gerät noch
ein Lebenszeichen von sich gibt. Aber bis dahin ist noch ein langer Weg :angry:

Bild Bild

Währenddessen hab ich mich schon mal über das Gehäuse gemacht, welches schon in relativ gutem Zustand war.
Ich trug einen Mix aus Hartöl und Renuvell auf. Das werd das die nächsten Tage wiederholen und dann sollte es das gewesen sein.

Bild Bild Bild

So, das solls fürs erste sein. Gruß, David

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Marion zog ein...
BeitragVerfasst: Di Okt 09, 2018 11:16 
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Hallo David,

das wird ein schönes Stück Arbeit, macht aber auch Spaß, vor allem wenn er wieder läuft. Hoffentlich ist der Zeilentrafo noch in Ordnung, der wird sicher nicht einfach zu beschaffen sein falls er defekt ist. Etwas ist ganz wichtig: Lass Dich auf keinen Fall in Versuchung führen etwas unter Strom zu setzen bevor nicht alle Papierwickelkondensatoren ersetzt sind, auch die Elkos, die im Netzteil sollten geprüft und formiert werden. Die Wahrscheinlichkeit das beim unter Strom setzten des Gerätes ohne diese Maßnahmen gleich irgendwo Rauch aufsteigt ist nicht gering. Auch nach Austausch der kritischen Teile sollte das Gerät erst mal über einen Regeltrafo unter Beobachtung der Stromaufnahme ans Netz gehängt werden, zu schnell kann man sich Teile wie z.B. den Zeilentrafo zerstören und damit kann im extrem Fall das Ende des Fernsehers besiegelt sein. Also mit Geduld und Sachverstand an die Sache gehen dann wirst Du sicher Erfolg haben. Falls Du kein Schaltbild zu dem Gerät hast melde Dich per PN bei mir, ich habe es gerade aus dem RM.org herunter geladen.

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Grüße aus Ingelheim am Rhein,
Norbert (DF8PI)

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Marion zog ein...
BeitragVerfasst: Do Okt 18, 2018 17:55 
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Hallo,

Zitat:
Falls Du kein Schaltbild zu dem Gerät hast melde Dich per PN bei mir, ich habe es gerade aus dem RM.org herunter geladen.

Danke Norbert, Schaltbild und Serviceunterlagen hab ich vorliegen.
Ja, der Zeilentrafo macht mir die größten Sorgen. Er ist offensichtlich schon mal Ende der 1970'er Jahre erneuert worden.
Ich hab ihn auf alle Fälle ausgebaut und ein paar mal mit Plastik 70 Lack von aussen etwas aufgehübscht.
Mehr kann man ja wahrscheinlich nicht machen. Schade, dass man nie so richtig viel über die Dinger preisgegeben hat.
Im 21. Jahrhundert sollte es doch möglich sein, so ein Teil anfertigen zu lassen.

Bild Bild Bild

Weiterhin hab ich den Halter der Anodenspannungssicherung gewechselt. Der hatte sich aufgelöst.

Bild Bild

Ein paar Kondensatoren hab ich auch schon erneuert.

Bild Bild Bild

Ansonsten standen ein paar Reinigungsarbeiten und sonstige Kleinigkeiten an.
Etwas Kopfzerbrechen machen mir diverse Röhrenfassungen. Offenbar wurde auch hier schon gespart, denn
richtige Fassungen gibt es nur bei einigen wenigen Röhren. Der Rest steckt in Klammern direkt auf der Leiterplatte.
Ich kenn das aus diversen Radios, da machten die Dinger richtig Probleme.

Bild Bild Bild

Ich kanns kaum erwarten, das Teil unter Strom zu setzen. Ob sich da noch was tut? :roll:
Gruß, David

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Marion zog ein...
BeitragVerfasst: Fr Okt 19, 2018 12:17 
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Hi David,

Du machst das prima finde ich und überstürzt nichts, das ist gut. Der Zeilentrafo sieht optisch noch richtig gut aus, wollen wir hoffen das auch seine "inneren Werte" noch in Ordnung sind. Die Kontaktfedern als Ersatz für richtige Röhrenfassungen sehen ja echt interessant aus, so was hab ich noch nicht gesehen, war sicher eine sehr preiswerte Lösung. Mussten die Becherelkos wirklich alle raus ? Oft kann man einige davon retten und weiter verwenden wenn man sie neu formiert, aber manchmal auch nicht, mit wechseln ist man natürlich auf der sicheren Seite. Bin echt mal gespannt ob der Trafo noch in Ordnung ist, Kurzschlüsse in den Wicklungen sind ja leider nicht selten. Die Hochspannungswicklung kann man oft aus einem Schlachtgerät nehmen und ersetzen falls sie defekt ist, bei der Primärwicklung sieht das meist nicht so gut aus. Ich werde das hier jedenfalls weiter verfolgen und hoffe das die Bildröhre bald hell wird und noch genug Emission hat, wenn Du so weiter machst wie bisher sollte sich der Erfolg einstellen, ich drücke Dir die Daumen. Wenn Du soweit bist fahre den Fernseher langsam hoch und beobachte dabei am Besten die Boosterspannung, den Boosterkondensator hast Du sicher durch einen geeigneten, Spannungsfesten ersetzt. Boosterspannung und die Gittervorspannung der Zeilenendröhre sollten unbedingt mit den Schaltplan-Angaben übereinstimmen sonst könnte es Dir schnell den Zeilentrafo grillen. Wünsche weiterhin viel Erfolg bei der Sache.

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Grüße aus Ingelheim am Rhein,
Norbert (DF8PI)

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Marion zog ein...
BeitragVerfasst: Fr Okt 19, 2018 15:16 
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Ich habe keine Ahnung aber ich lese bei den alten Fernsehern immer gerne mit.

Ich wünsche Dir viel Erfolg David! :wink:

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und
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Hennes

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Marion zog ein...
BeitragVerfasst: Fr Okt 19, 2018 17:10 
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Hennes hat geschrieben:
Ich habe keine Ahnung aber ich lese bei den alten Fernsehern immer gerne mit.

Ich wünsche Dir viel Erfolg David! :wink:

Mir geht's genauso. Bin schon gespannt aufs Ergebnis. :super:

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:mauge: Lebe lang und in Frieden :mauge:


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Marion zog ein...
BeitragVerfasst: Fr Okt 19, 2018 22:48 
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Hallo,

David, Deine Vorgehensweise ist schon richtig, der Zeilentrafo sieht im Original richtig gut aus muß ich sagen, ihn in Plastespray einzuhüllen war aber nicht nötig, ich würde an dieser einen Stelle die theoretisch denkbaren Nachteile sehen: Feuchtigkeit wird nun eingeschlossen (hätte sich ansonsten nach außen verflüchtigt) und 2. wenn der Lack nicht ganz hochspannungsfest ist, könnten sich gerade dadurch Kriechstrecken bilden, aber wie gesagt, es kann auch positive Wirkung haben, kann man nicht sofort beurteilen...
Der Primärwickel war auch nicht so störungsanfällig wie der Hochspannungswickel und der in der alten Wachsbauweise ist viel zuverlässiger als die späteren mit Gießharz, längere Geschichte.

Die Elkos (abgesehen von dem aufgebördelten) könnte man versuchen zu formieren: 1000V-Diode in Reihe mit 25Watt Glühbirne und dann polungsrichtig an (VORSICHT!) 230V~ anschließen. Die Lampe flimmert durch die 50Hz und wenn sie schnell verlöscht ("herunterfährt"), ist der Elko noch ganz gut, bleibt sie halbhell, muß der Strom sofort runtergefahren und langsam mit niedrigem Strom von nur einigen mA formiert werden (Vorwiderstände im 10kOhm-Bereich, wenn kein Stelltrafo vorhanden ist.) Patscht es beim Steigern der Spannung, Tonne, ebenso, wenn es nach oben schon blüht, wobei trotzdem zum teil die kapazität noch für einen Test ausreichen könnte. Konsequenter Ersatz der Elkobank wäre aber schon am Besten, ist halt schwer, die Schraubelkos zu beschaffen.

Daß das Gerät keine Netztrennung hat und die Phase am Chassis liegen kann, ist bekannt ? Nur der Vollständigkeit halber erwähnt... Nur mit Netztrennung (Trenn(stell)trafos sollte man Messungen durchführen, etwas Erfahrung vorausgesetzt, kann man bei richtiger Steckepolung (Chassis am N-Leiter) etwas Messen, aber immer dran denken, daß dann die Spannung gegen Erde wirkt...

Mach Dir wegen der Sockel nicht allzuviele Sorgen, bei der Inbetriebnahme kann es an der einen oder anderen Stelle dort ev. Wackler oder Unterbrechung geben, aber nach Beseitigung funktioniert das dann doch erstaunlich gut. Am besten, eine rel. dünne Spitze einer Rund-Schlüsselfeile nehmen und wie ein Röhrenstift von der anderen Seite (Bestückungsseite) zwischen die Federn fahren, wenn Kontakte schwarz sind. Auf den Bildern sehen die Kontakte rel. gut aus, kann sein, daß es erstmal keine Probleme damit gibt.

Die ausgebauten/getauschten Kondensatoren mußten alle raus, richtig erkannt. Alles andere kann vorerst bleiben, z.T. kann man die Becherelkos gegen moderne axiale tauschen. Die großen 200/100+100 viell. versuchen zu formieren oder Ersatz beschaffen, ggf. Platinenausführung auf Montageplatte...

Kriegst Du hin, Bildröhre und Zeilentrafo sind die Angstkandidaten, da ist kaum noch Ersatz zu beschaffen, außer von einem ähnlichen Gerät, die sind noch gut im Umlauf. Alles andere ist rel. unkritisch beschaffbar oder reparierbar.

Gruß Ingo


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