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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Rafena Dürer - Potenziometer-Reparatur

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BeitragVerfasst: Di Apr 17, 2018 14:47 
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Liebe Forengemeinde,


ich habe mich jetzt nach längerem Überlegen erstmals an die Reparatur eines Fernsehgeräts gewagt. Das schöne Stück von Rafena ist gehäusetechnisch noch sehr gut in Schuss. Die Bildröhre sieht optisch noch einigermaßen gut und nicht fleckig aus (wobei Flecken ja auch einfach von Dreck kommen könnten). Der Zeilentrafo ist erst einmal außer gefecht. Der Draht des inneren Wicklungsendes der Hochspannungswicklung, welcher nach außen an die Lötleiste der Pertinax-Verspannung des Trafos geführt ist, hat offensichtlich zu weit durchgehangen und den Wickel berührt. Es gab einen Durchschlag und der Draht ist verdampft und seine Leiche, der Kohlenstaub, hat sich auf die Wicklung gelegt und einen Teil der Isolation beschädigt. In einer Vergleichsmessung mit einem gesunden Trafo stellte sich aber heraus, dass die Wicklung mit knapp 470 Ohm wohl soweit noch in Ordnung ist. Ich versuche also im Moment, den Hochspannungswickel wieder zu richten. Mehr dazu in Bälde.


Ein anderes Problem, für welches ich gerade Zeit habe, sind die Potis am Chassis - insbesondere die beiden Mehrachs-Potenziometer mit Schaltern und allem Tand an der Gerätefront. Der Netzschalter (auf der Poti-Achse liegend) scheint nicht mehr zu schalten, obwohl er immerhin klackt. Ein Durchgang ist jedenfalls nicht messbar. Außerdem ist im vorgesetzten Tandem-Poti offensichtlich einer der Abnehmer locker. Es lässt sich ohne jeglichen mechanischen Widerstand drehen und der ohmsche Widerstand ändert sich natürlich entsprechend überhaupt nicht.
Ich würde mich gerne an der Reparatur dieses Potis versuchen, habe aber keinerlei eigene Erfahrung. Ich habe nur mal zugesehen und weiß, wie eklig das sein kann. Abgesehen davon, dass ich die Nieten aufbohren muss (was jetzt kein großes Problem ist), ist ja z.B. im Schalter nur alles eingelegt und fällt mir wahrscheinlich entgegen, sobald ich ihn öffne.
Hat einer von Euch Erfahrungen bei der Reparatur von Potenziometern solch alter Geräte? Ich wäre wirklich froh über einige Tipps, damit ich das Poti wieder zusammen kriege, ohne, dass allzu viel übrig bleibt.


P.S.: Bilder gibt es auf Wunsch natürlich auch gern :)

Vielen lieben Dank schon einmal vorab an alle,
mit liebem Gruß,
Philipp.

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Mit liebem Gruß,
Philipp. :hello:


Zuletzt geändert von Univac93 am Mi Apr 18, 2018 10:51, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Di Apr 17, 2018 15:14 
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Ich habe schon ein paar Potis geöffnet und auch wieder repariert.
Wichtig ist, beim aufbohren der Nieten langsam vorzugehen. Ich habe mal bei einer Niete mit zu hoher Geschwindigkeit mit dem Akkuschrauber gebohrt, wodurch sich der Bohrer in das Poti "hineingefressen" hat. Die Pertinax- und Metall-Platten, die unter der Niete lagen, waren danach an dieser Stelle beschädigt. Das kann man zwar reparieren, aber am Besten, man vermeidet die Probleme von Anfang an. Also langsam bohren!

Herausgefallen ist mir bei meinen Reparaturen bisher noch nichts. Man muss nur aufpassen, dass beim Entfernen der letzten Niete nicht die vielen Platten abfallen und man am Ende nicht mehr weiß, in welcher Reihenfolge sie eingebaut waren. Also auch hier langsam und vorsichtig arbeiten.

Generell ist es sinnvoll, viele Fotos zu machen und sich Notizen/Skizzen zu machen, damit man das Poti nachher wieder zusammen bekommt. Außerdem sollte man nicht an mehreren Potis gleichzeitig arbeiten, sonst weiß man nicht mehr, welches Teil wo hin gehört.

Bei dem Schalter könnte es schon ausreichen, die Kontakte mit einem Glasfaserpinsel zu reinigen, evtl. gibt es dadurch schon keinen Kontakt mehr. Hast du dein Multimeter beim Testen auf Durchgangsprüfer geschaltet oder hast du den Widerstand gemessen?

Bei dem anderen Poti ist vermutlich ein Teil abgebrochen oder der Träger, auf dem der Schleifer sitzt, wurde verbogen. Beim Auseinanderbauen solltest du vorsichtig sein, damit keine Einzelteile, die evtl. abgebrochen sind, herausfallen. Ansonsten fallen aus den Potis eigentlich keine Teile heraus.
Wenn du etwas kleben musst, ist Zwei-Komponenten-Kleber meist ausreichend.

Wenn du die Potis schon zerlegt hast, ist es sinnvoll, die Schleiferbahn mit bspw. Bremsenreiniger zu reinigen, damit es kein Kratzen beim verändern der Lautstärke gibt. Außerdem kann man die Potis dann auch gleich noch fetten, damit sie wieder sauber drehen.

Viel Erfolg!

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Gruß
Marvin
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BeitragVerfasst: Di Apr 17, 2018 15:21 
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Hallo Marvin,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Die Aussicht auf Erfolgt steigert doch gleich die Lust aufs Reparieren ;).
Gemessen habe ich sowohl den Durchgang, als auch den Widerstand. Bei Beiden erhalte ich keine messbaren Werte. Ich denke, dass Du absolut Recht in Bezug auf Korrosion hast. Ich habe den Fernseher noch nicht angeschaltet - weil zu viel offensichtlich kaputt. Funktioniert hätte er aber auch ohnehin nicht. Die Sicherungen samt Halter sind mit Grünspan überzogen. Da muss ich zunächst erst einmal mit einem Glaspinsel ran.


Vielen Dank Dir erst einmal. Ich schreibe wieder, wenn es etwas Neues gibt :).

Mit liebem Gruß,
Philipp.

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Mit liebem Gruß,
Philipp. :hello:


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BeitragVerfasst: Di Apr 17, 2018 18:33 
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Was den Netzschalter betrifft:

Bei manchen Netzschaltern, die lange nicht benutzt wurden, bildet sich eine hauchdünne Oxidschicht. Dann ist mit einem Ohmmeter erst einmal kein Durchgang messbar, obwohl der Schalter Netzspannung korrekt schalten würde: durch die hohe Spannung wird er "freigebrannt". Bevor ich einen solchen Schalter zerlege oder sonstwie malträtiere, teste ich ihn erst einmal an einer Spannung von 60 Volt (mit Strombegrenzung). Danach haben sich viele Probleme erledigt.

Den gleichen Effekt gibt es auch häufig bei Relaiskontakten und bei anderen Kontakten, die "auf Stoß" arbeiten und somit nicht selbstreinigend sind.

Lutz


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BeitragVerfasst: Mi Apr 18, 2018 8:06 
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Das ist ein guter Vorschlag,

ich werde mal versuchen, die Schaltkontakte "freizubrennen". Ansonsten wird das Stück halt zerlegt.

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Philipp. :hello:


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BeitragVerfasst: Fr Apr 20, 2018 11:19 
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Also ich muss mich nochmal korrigieren:

Das Klacken kommt nicht vom betroffenen Poti, sondern von einem danebenliegenden, welches über einen Seilzug mit greift. Letzteres ist auch in Ordnung, aber das große Poti scheint ordentlich kaputt. Es ist ein Tandem-Poti mit 500k/10k.

Die durchgehenden Nieten der Potis lassen sich mit Gefühl aufbohren, aber kann ich das auch so mit den drei Nieten am Schalteraufsatz machen (siehe Bild)? Die gehen schließlich irgendwo ins Gehäuse und ich bin gerade nicht so ganz sicher, wie ich das am Ende wieder dauerhaft schließe.

Hat jemand eine Idee?

Liebe Grüße,
Philipp.


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Dateikommentar: Das betroffene Poti.
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BeitragVerfasst: Fr Apr 20, 2018 14:33 
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Ich vermute mal, du meinst die rot markierten Nieten (siehe Bild im Anhang)?

Da könnte es tatsächlich etwas Schwierig werden, das Ganze wieder zu verschließen. Ich habe hier auch ein Poti von Nordmende, das eine ähnliche Konstruktion aufweist.
Bei meinem Poti hat es gereicht, es mit zwei Schrauben zusammenzuschrauben, das hat soweit auch passabel gehalten.
Eine Möglichkeit bei dir wäre, die Löcher komplett durch das Poti hindurchzubohren (soweit das möglich ist, bei dem Nordmende Poti war das möglich) und dann normale Schrauben zu verwenden.
Eine andere Alternative wäre, das Poti zu verkleben. Das wäre aber nicht ideal, da man es dann meist nicht mehr zerstörungsfrei auf bekommt, falls man doch nochmal etwas machen muss.
Ansonsten wäre es auch möglich, ein Stück Draht im Inneren des Potis zu befestigen und diesen nach Draussen zu ziehen und dann zu verdrehen. Der Draht bekommt dann ein dickes Stück am Ende und hält so das Poti zusammen.

Die grün markierten Nieten solltest du auf keinen Fall ausbohren, diese Verbinden die Lötlaschen mit den Kontakten im Inneren des Potis. Die dürfen also da bleiben.


Dateianhänge:
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BeitragVerfasst: Fr Apr 20, 2018 14:40 
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Fühlt es sich den beim Drehen an, als würde im Schalter etwas betätigt? Wenn ja, ist möglicherweise Fett im Schalter verharzt. Dann könnte es helfen, dem Schalter durch die Hohlnieten neben den Lötfahnen etwas Chemie einzuflößen. Wenn das nicht hilft, kannst Du ihn danach immer noch zerlegen.

Ich vermute, dass das Schaltergehäuse an den rückseitigen Deckel des Potis angenietet ist. Nach Zerlegen des Potis müsste dann das andere Ende der Nieten zugänglich sein. Fraglich nur, ob dort genug Platz für einen Ersatz für die Nieten ist. Schraubenköpfe zum Beispiel sind meist größer und könnten das Poti beim Drehen behindern.

Lutz


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BeitragVerfasst: Fr Apr 20, 2018 15:15 
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Danke für die Hinweise

@TheJukeboxMan

Die grünen Laschen gedachte ich nicht aufzubohren. ;) Das mit dem Draht hatte ich auch schon gelesen. Ich setze mich morgen mal vorsichtig dran und sehe, wie ich es dann wieder zusammen bekomme.

@röhrenradiofreak

Ich muss gestehen, dass ich nicht sicher bin, welche der beiden Potiachsen mit dem Schalter verbunden ist. Die größere Achse lässt sich einwandfrei drehen und der Widerstand lässt sich problemlos stellen. Die kleinere, vorderste Achse (ich nehme mal an, dass diese mit dem Schalter verbunden ist) lässt sich gar nicht bewegen. Und kurios: zieht man ein kleines Bisschen an der vorderen Achse, lässt sie sich ein wenig weiter herausrücken und frei drehen, ohne, dass sich irgendwelche Werte ändern. Ich denke, da liegt der Hund begraben. Wahrscheinlich blockiert der Schalter oder der Abgriff vom Poti. Hätte der Schalter hinten irgendwie gezuckt, hätte ich es mit etwas Wellenschalteröl probiert.

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BeitragVerfasst: Fr Apr 20, 2018 15:19 
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Dann gibt es zum Zerlegen des Potis keine Alternative.

Lutz


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BeitragVerfasst: Mo Apr 23, 2018 16:36 
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Ich will mal einen kurzen Zwischenstand für alle Interessierten geben :)


Den Zeilentrafo habe ich derweil wieder repariert - hoffentlich. Das Chassis ist noch nicht soweit, dass ich es in Betrieb nehmen kann, aber die Folgen des Lichtbogens habe ich, so gut es ging, beseitigt und den Trafo dann neu vergossen (siehe Bilder).


Das Poti bietet in der Tat einiges an Aufgaben. Im Schalterteil ist soweit alles in Ordnung. Die Kontakte sind verharzt und wurden gereinigt und der...ich nenne ihn jetzt mal "Nippel", der an einem kleinen Bakelitstück an der Achse hängt und den Schalter bewegt, ist weggebrochen (Foto folgt noch, hab ich vergessen). Das werde ich morgen neu verkleben und hoffen, dass es hält. Im Poti selbst ist der Bakelitabnehmer, auf dem die Kupferschiene sitzt, auch perfekt in der Mitte durchgebrochen und blockierte wohl deswegen. Auch das werde ich morgen kleben und dann mal versuchen, alles irgendwie rekursiv wieder in die ursprünglich zusammengesetzte Form zu bringen.

Bleibt gespannt :D


Dateianhänge:
Dateikommentar: Das Poti mit dem zerlegten Achsnehmer.
20180423_160506.jpg
20180423_160506.jpg [ 140.39 KiB | 906-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Der HS-Wickel nach der Reinigung und vorm Vergießen.
20180418_103825.jpg
20180418_103825.jpg [ 156.02 KiB | 906-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Der Hochspannungswickel mit Brandspuren. Das innere Wicklungsende wurde schon neu verlötet und mit Epoxidharz vergossen.
20180418_094624.jpg
20180418_094624.jpg [ 148.08 KiB | 906-mal betrachtet ]

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