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 Betreff des Beitrags: Problemrusse
BeitragVerfasst: Mo Nov 19, 2018 22:47 
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Hallo Forum,

seit ein paar Tagen beschäftige ich mich mit einem alten russischen Kino Verstärker.

https://www.radiomuseum.org/r/lenin_kin ... ema_8.html

Die Funktion war gegeben nur hat er doch schon unangenehm gebrummt. Der Brummer beginnt hinter der 6n8s, die Kathode der 6s7 war noch brummfrei. Zuerst mal die Spannungen und den Anodenstrom 6n8s gemessen. Hier zeigten sich schon große Unterschiede zwischen beiden Systemen. Ohne Röhre an beiden Anoden gut 250 Volt, eingesteckt dann an System I 115 Volt und 0,34 mA, an System II 39 Volt und 0,57 mA. Auf der Schaltung anbei eingezeichnet. Alle Widerstände und Kondensatoren befinden fast zu 100% im Sollbereich. Die Schaltung ist für mich gewöhnungsbedürftig. Bei „normalen“ Phasen Drehern wird die Kathode vom 2ten System hochgelegt um eine Spanungsdifferenz zu erzeugen. Hier scheint R18 dafür zuständig zu sein. Auch liegt hier das „Kathoden Aggregat“( XD) nicht mit auf Masse sondern auf der Sekundärwicklung vom AÜ. Ich gehe mal davon aus, gleich mit als Gegenkopplung.
Da ich keine 6n8s im Bestand habe, jedoch einige 6n9s, mit augenscheinlich der gleichen Sockelbeschaltung, wollte ich diese einsetzen. Kein Brummen mehr, jedoch absolute Ruhe. Das System 1 hat gar nicht gearbeitet, was auch die Messung zeigte, 0 Anodenstrom. Bei der nächsten Röhre das gleiche. Beim genauen Betrachten beider Sockelschaltungen viel mir eine Differenz auf, beide Systeme scheinen spiegelverkehrt im Kolben zu liegen. Bilder anbei. Ist es nicht im Endeffekt völlig wurscht welches System vom Signalfluss das Erste oder Zweite ist? Putzig ist übrigens, laut Schaltung müsste eine 6n9s verbaut sein, gesteckt war aber die 6n8s. Da die Fassung mit blauem Lötlack gesichert ist, gehe ich nicht davon aus, es wurde etwas umgelötet. In einem Single End Stereo Verstärker mit 2 mal 6v6, funktionieren beide Röhren einwandfrei. Aber hier ist ja auch jedes System für sich der Treiber. Kann mich jemand schlauer machen, habe ich einen Denkfehler?

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 Betreff des Beitrags: Re: Problemrusse
BeitragVerfasst: Di Nov 20, 2018 12:01 
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Hallo "tornadofilm",
tornadofilm hat geschrieben:
Die Schaltung ist für mich gewöhnungsbedürftig. Bei „normalen“ Phasen Drehern wird die Kathode vom 2ten System hochgelegt um eine Spanungsdifferenz zu erzeugen. Hier scheint R18 dafür zuständig zu sein.

Die 'untere' 6N8s-Triode (6,4,5) ist ein 'invertierender Spannungsfolger'. Die Verstärkung dieser Triode beträgt -1V/V. Ihr Gittersignal bekommt sie über R19 vom Gitter der 'oberen' Endröhre und liefert es -1-verstärkt, also um 180° phasengedreht, an das Gitter der 'unteren' Endröhre.

Ein Schwachpunkt der Schaltung scheint mir zu sein, daß die Kathoden der 6N8s wie auch die Gegenkopplungsspannung anscheinend über einen Federkontakt mit Masse verbunden sind. Falls der korrodiert ist, können Störungen auftreten. In diesem Zusammenhang solltest Du vielleicht auch die Funktion von R34 überprüfen (68 Ohm?). Der übernimmt bei geöffnetem oder fehlerhaftem Federkontakt die Masseverbindung.

Gruß

Heinz


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 Betreff des Beitrags: Re: Problemrusse
BeitragVerfasst: Di Nov 20, 2018 12:05 
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Hallo,

dieser Phasendreher ist in vielen älteren Gitarrenverstärkern (Fender, Mesa...) oft zu finden und nennt sich "Paraphase".

Hier ein Link zu einer Seite auf der die gängigsten Phasensplitter schön beschrieben sind:

https://www.bonavolta.ch/hobby/en/audio/split.htm

Bist Du sicher, dass C10 ok ist? Wenn der leckt würde das den hohen Anodenstrom an dem einen Triodensystem verursachen
und auch das Brummen, denn die Endstufe wäre total unsymmetrisch (g1 der oberen Endröhre wäre positiv).

Gruß
Micha

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 Betreff des Beitrags: Re: Problemrusse
BeitragVerfasst: Di Nov 20, 2018 22:06 
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Hallo Micha & Heinz,

danke für eure Erklärungen, besonders zum Phasendreher und der tollen Webseite. C10 war absolut in Ordnung genau wie R34. Zielführend war der Tipp von Heinz, der Schaltkontakt am Hauptausgang war ziemlich korrodiert. Da ich momentan nichts Passendes zur Hand habe wurde erstmals gebrückt.
Das Brummen ist verschwunden und die Anodenspannung ist nur an beiden Systemen fast genau 34 Volt. Nun funktionier er auch wieder mit der 6N8S einwandfrei. Es musste im ganzen Gerät nicht ein Widerstand oder Kondensator gewechselt werden, und das bei Baujahr 1960. Absolut servicefreundlich aufgebaut. Jedes Bauteil auf dem Chassis ist gekennzeichnet, ich habe mal ein paar Bilder gemacht. Das ganze Gerät kommt außer den Kathoden Kondensatoren vollständig ohne Elkos aus. Die Kondensatoren selber sind eine Mischung aus MKT und Sikatrop, geschlossener Becher und vorn mit Glas vergossen. Von der Bauart her (nicht von ihren Werten) scheinen sie extrem überdimensioniert. Aber vllt. erklärt das die Werthaltig nach fast 58 Jahren. Vom Aussehen her, erinnern sie mich stark an die in der ALS (NVA Raketentechnik) eingesetzten Einschübe vom Zielerfassungsgerät, sogar die seltsam grüne Farbe.
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Beste Grüße, Torsten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Problemrusse
BeitragVerfasst: Mi Nov 21, 2018 10:55 
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Registriert: Mi Apr 28, 2010 11:23
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Hallo Torsten,

Zitat:
die Anodenspannung ist nur an beiden Systemen fast genau 34 Volt

Kann es sein das Du eine "0" unterschlagen hast?

Gruß Gerd


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 Betreff des Beitrags: Re: Problemrusse
BeitragVerfasst: Mi Nov 21, 2018 12:06 
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Registriert: Do Nov 04, 2010 17:42
Beiträge: 1768
Wohnort: 47877 Lavendel-Traumland (NRW)
Kenntnisstand: **Zutreffendes Feld fehlt**
...warum soll er eine "0" unterschlagen haben; er, Torsten, meint doch die Spannungen an den Anoden der Phasenumkehr-Röhre (Doppeltriode).

_________________
...und glüht auch die Anode rot, ist die Röhre noch nicht tot.

Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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 Betreff des Beitrags: Re: Problemrusse
BeitragVerfasst: Mi Nov 21, 2018 12:18 
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Beiträge: 779
Aah,danke Peter. Jetzt hat es auch bei mir gedämmert :danke:


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 Betreff des Beitrags: Re: Problemrusse
BeitragVerfasst: Mi Nov 21, 2018 22:07 
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Ups´da habe ich mich wohl ein bischen unverständlich ausgedrückt, sorry. Gemeint war wirklich nur der Phasendreher. Heute habe ich dem Teil noch eine 6,3mm Klinke verpasst und mit 0,1myf direkt ans Steuergitter der 6S7 gelegt. Die Empfindlichkeit ist der Hammer, ein dynamisches Mikrofon kann schon übersteuern. Mit ein 70Volt Vorspannung geht da schon eine Kondensatorkapsel richtig gut. Der Grund dafür ist sicher der Einsatz als Lichttonverstärker mit Photozellen. Die Anschlüsse für die beiden Projektoren sind Buchsen, welche bei Nichtgebrauch durch einen starken Metalldeckel abschirmend verschlossen sind. Eine Besonderheit ist auf der Gehäuseoberseite zu sehen. Ein verschliessbares Loch. Hier war im Gerät auch noch eine Photozelle verbaut. Ein dafür bestimmter Projektor konnte dort aufgesetzt werden und ohne elektrische Verbindung, nur durch das Licht vom Tongerät, damit verbunden werden.
Noch ein paar Bilder anbei, gruss Torsten.

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