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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Selbstgebauter 6-Watt-Röhrenverstärker

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BeitragVerfasst: Fr Mai 10, 2019 17:15 
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Servus,
da ich gerade wieder etwas Zeit habe, möchte ich ein neues "kleines" Projekt beginnen. Ich bin im Internet auf eine Anleitung gestoßen, sich selbst einen kleinen 6-Watt-Röhrenverstärker zu bauen. Verwendet werden zwei Röhren, eine EF86 und eine EL84 als Endstufe. Weitere Infos hier: http://www.jogis-roehrenbude.de/Verstaerker/EL84-6W.htm

Da ich ein paar Radios zum Schlachten hier stehen habe, möchte ich natürlich so viel wie möglich von dort verwenden. Meine Wahl als Teilespender ist auf einen Hornyphon Prinzess (die EL84 Version) gefallen, da Philips die Trafos und AÜs super dokumentiert.

Ein paar Fragen, dass ich nichts falsch mache:
-Der Spender-AÜ hat eine Mittenanzapfung. Bin ich richtig, wenn ich diese einfach ignoriere?
-Darf ich die Siebdrossel D2 ignorieren? Ich habe solche nicht auf Lager.
-Würde es etwas machen, das 1,3MOhm Poti gegen ein 1,6MOhm Poti auszutauschen?
-Darf ich den Wert des 16µF Kondensators ändern?
Bild

Das waren dann genug Fragen :mrgreen:
Vielen Dank im Voraus!

MfG
Joseph


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BeitragVerfasst: Fr Mai 10, 2019 18:33 
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All das ist möglich, obwohl der Wegfall der Drossel das größere Problem werden kann, weil der Brummpegel zunimmt, als Ersatz aber muss ein leistungswiderstand größer 5W mit ca. 47 Ohm als Siebwiderstand rein

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M.f.G.
harry

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BeitragVerfasst: Fr Mai 10, 2019 19:20 
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Hallo Joseph,
den C7 würde ich auch größer machen, 47 oder so.

Alfred


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BeitragVerfasst: Fr Mai 10, 2019 19:34 
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Hallo,
das mit C7 ist gut, da habe ich mehr auf Lager.

Welche Drossel würdest du empfehlen? Ich bin mit Induktivitäten und Drosseln nicht vertraut.

MfG
Joseph


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BeitragVerfasst: Fr Mai 10, 2019 19:59 
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Mit der Kapazitätserhöhung von C7 erhöht sich auch der Ladestromstoß für diesen Elko über dem Siebwiderstand, den der belastet. Auch der Siebfaktor wird dann nicht mehr besser, somit genügen die 16-22µF
Das mit den Drosseln, probiere es einfach aus, wichtig ist für den Leistungserhalt mind. 250 V am Pin7 der EL84, weil dieser sich mit der Impedanz ( und damit dem DC Widerstand) der Drossel ändert.

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M.f.G.
harry

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Zuletzt geändert von eabc am Fr Mai 10, 2019 20:06, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Sa Mai 11, 2019 16:17 
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Kenntnisstand: Grundkenntnisse (ohmische Gesetz etc.)
Hallo,
vielen Dank für die Erklärung. Ich werde es zuerst mit einem Lastwiderstand versuchen und wenn nötig, auf eine Drossel umbauen.
Wenn es bei dem Projekt Probleme geben sollte, werde ich hier wieder nachfragen!

MfG
Joseph


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BeitragVerfasst: So Mai 12, 2019 9:10 
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Hallo Joseph,
was du an dem Ausgangsübertrager als Mittelabgriff bezeichnest ist die Brummkompensationswicklung - sie ist erheblich niederohmiger als die Anodenwicklung und hat auch nur wenige Windungen. Wenn du diese BK-Wicklung richtig benutzt (Originalschaltbild) kann sich die Verwendung einer Siebdrossel erübrigen. Wegen des geringeren Gesamtanodenstromes könnte eine Anpassung des Siebwiderstandes (im original SB R42) erforderlich sein.

Falls du noch den Netztrafo des Spenders besitzt, kannst du die im Original angewendete Röhren Doppelweggleichrichtung mit der EZ80 übernehmen. Wenn ich dazu komme, werde ich eine diesbezüglich modifizierte Schaltung vorstellen.

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...und glüht auch die Anode rot, ist die Röhre noch nicht tot.

Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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BeitragVerfasst: So Mai 12, 2019 12:13 
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Hallo Peter,
danke für den Tipp! Ich habe mich gerade hingesetzt und eine Schnellskizze gezeichnet, wie es ungefähr (aus meiner Sicht) ausschauen könnte. Das rot eingezeichnete ist fraglich. Bei allen Radios die ich bis jetzt repariert habe, war an der Anode der EL84 ein 1kV Kondensator angebracht, meistens zwischen 2200pF und 4700pF. Diesen hier auch einbauen?

Auch der Widerstand an 1 (das soll keine Sicherung darstellen, ich hab mich verzeichnet :roll: ) ist noch fraglich. Bei der Anleitung wird er als Schutzwiderstand bezeichnet. Ich konnte einen solchen aber in keinem Schaltplan von meinen Radios finden.

Welchen Widerstandswert würdest du ungefähr für den Lastwiderstand an dem Übertrager schätzen? (So nach Gefühl zwischen 2k und 3k)

Bild

Schönen Sonntag!
MfG
Joseph


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BeitragVerfasst: So Mai 12, 2019 13:03 
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Hallo Joseph,
der Schutzwiderstand sollte 100 Ohm haben. Den Kondensator würde ich nicht gegen Masse sondern parallel zum AÜ einbauen (1nF). Siebwiderstand erstmal so 3,3 kOhm, wenn nur eine EF86 verwendet wird.

Gruß
Alfred


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BeitragVerfasst: So Mai 12, 2019 14:34 
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Hallo Joseph,

hier nun das versprochene Schaltbild bei welchem die verfügbaren Bauteile des Organspenders mit der Funkschau Schaltung kombiniert sind. - Ein möglicher Schaltungsvorschlag:
Dateianhang:
Joseph-Verst-1000.JPG
Joseph-Verst-1000.JPG [ 50.01 KiB | 1786-mal betrachtet ]

Durch Verändern von R42 (original 1k2) kannst du die Wirkung der Brummkompensation optimieren. Da jetzt weniger Anodenstrom als beim kompletten Empfäger entnommen wird, sollte sein Wert erhöht werden in Richtung 1k8 ... 2k2.
Rs und Cs dienen der Siebung für die Vorstufe. Die eingetragenen Werte sollten eine zuverlässige Brummfreiheit gewähren, soweit dieser netzteilseitig -über die Versorgungsspannung- verursacht wird.

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...und glüht auch die Anode rot, ist die Röhre noch nicht tot.

Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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BeitragVerfasst: So Mai 12, 2019 17:44 
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Hallo,
vielen Dank für die Schaltung. Ich muss mir noch Potis für die Bass- und Höhenregelung besorgen und dann steht dem Bau nichts mehr im Weg.

MfG
Joseph


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BeitragVerfasst: Sa Mai 18, 2019 7:38 
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Servus,
bei der Bestandsaufnahme der Bauteile ist mir gerade aufgefallen, dass in den Radios keine 1,6MOhm Potis wie im Schaltplan eingebaut sind, sonder 2MOhm. Muss ich an der Schaltung mit diesen Potis was ändern oder einfach einbauen?

MfG
Joseph


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BeitragVerfasst: Sa Mai 25, 2019 18:11 
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Hallo,
hier das Ergebnis. Ich habe mich heute hingesetzt und das Teil zusammengebaut. Der Verstärker funktioniert auch super, allerdings nur auf Vollgas oder garnicht. Dazwischen ist ein sehr lautes Pfeifen, welches am Anfang mit der Lautstärke ansteigt (ca bis 50%) und dann bei 100 % Lautstärke nur vorhanden ist, wenn man das Basspoti auf Hell dreht. Kann das an einer fehlenden Abschirmung des Potis bzw dessen Kabeln liegen?

Anbei Fotos von dem Aufbau:
Bild
Bild
Bild

MfG
Joseph


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BeitragVerfasst: Sa Mai 25, 2019 18:18 
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Hast du die Primärwicklung Anschlüsse am AÜ mal getauscht ? das könnte helfen.

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M.f.G.
harry

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BeitragVerfasst: Sa Mai 25, 2019 19:22 
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Hallo Josef,

die von dir beobachteten Effekte können mehrere Ursachen haben:

1. Wie bereits erwähnt: falsch gepolte Gegenkopplung (polung der LS-Wicklung)
2. Ungünstige Verdrahtung: aus deinen Fotos geht z.B. hervor, dass die Anodenleitung der Endröhre "quer durch die Gemeinde"
verlegt ist. Das kann auf die ebenfalls so kreuz und quer verlegten Eingangsleitungen zurückwirken und zu Schwingungen führen.
3. Abschirming der Eingangssignalleitungen: alle Leitungen um den Bassteller, zum Höhenpoti, im Bereich LS-Poti bis hin zum
Steuergitter der EF86, incl. des Koppelkondensators. Diese Abschirmmassnahmen sind auch wichtig, um Brummeinstrahlungen
zu minimieren.

Ich glaube da gibt es noch einiges zu tun, bis das Gerätchen zufriedenstellend arbeitet.

Nach etwas näherem Betrachten deiner Verdrahtung ist es kein Wunder, dass da einiges im argen liegt. Die G1-Leitung der EF86 kreuzt tatsächlich die Anodenleitung der EL84. Die G1/EF86-Leitung ist möglichst kurz zu verdrahten! Die Bauteile 10M (Gitterableitwiderstand), 47n (Koppelkondensator) und 3M3 (GK-Widerstand) sind auf kurzem Wege dicht am G1 der EF86 anzuordnen - ebenso müssen auch die Verbindungen zum LS-Poti und den Klangpotis möglichst kurz gehalten sein - und sollten abgeschirmt werden. Abschirmen gilt auch für die Leitung zur Eingangsbuchse.

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Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


Zuletzt geändert von glaubnix am Sa Mai 25, 2019 19:49, insgesamt 5-mal geändert.

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