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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Röhren Regenerieren (Auffrischen) und Kathodengüte Prüfen

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BeitragVerfasst: So Sep 02, 2012 9:43 
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Röhren Regenerieren (Auffrischen) und Kathodengüte Prüfen

Immer wieder lese ich Fragen zur Röhrenauffrischung und -Prüfung hier im Forum. Ich möchte ein paar hochauflösende historische Scans zu einem Bilderdienst verlinken, Interessierte sollen, das zeitnah 'runterzuladen, da solche Dienste oftmals "flüchtig" sind:

Hier eine umfangreiche Anleitung zur Regenerierung von Röhren:

http://imageshack.us/photo/my-images/83 ... eren1.png/

http://imageshack.us/photo/my-images/83 ... eren2.png/

http://imageshack.us/photo/my-images/51 ... eren3.png/

http://imageshack.us/photo/my-images/82 ... eren4.png/

http://imageshack.us/photo/my-images/84 ... eren5.png/

Zur Röhrenprüfung empfehle ich u.a. das folgende Verfahren:

http://imageshack.us/photo/my-images/25 ... efung.png/

Der Bericht zur Röhrenregeneration war übrigens der Leitartikel im ersten Nachkriegsheft der Funkschau 1946, erschienen damals in Genehmigung durch die amerikanische Militärregierung. Die Literatur liegt in meinem Privatarchiv im Original vor. Die Qualität der Scans bitte ich zu entschuldigen, es handelt sich um vergilbtes Recyclingpapier in früher Nachkriegsqualität.

Meine Erfahrungen zur Auffrischung von Röhren:

Genial ist die Begrenzung bzw. Regelung des Regenerationsstromes durch klassische Glühbirnen. Anscheinend gab es in 1946 noch kein Glühbirnenverbot. Aufgrund des Kaltleitereffektes des Wolframdrahtes steigt der zur Regeneration nötige Stromfluß zunächst sehr stark an, und wird dann aber leistungsgerecht heruntergeregelt. Zudem gibt die Glühbirne "Leuchtzeichen", wenn die Regeneration geklappt hat (siehe Originalartikel). Es müssen aber unbedingt die "passenden" Glühbirnen verwendet werden, damit es klappt. Als "Faustformel" eher eine zu schwache Glühbirne verwenden, denn eine zu starke.

Wichtig ist nach meiner Erfahrung, daß das "Aufreißen" der Kathode bei relativ kleiner Anodenspannung vonstatten geht. Überlastet man die Röhre, und glüht die Anode (zu wattstarke Glühbirne), klappt die Regeneration nach meiner Erfahrung nicht. Auch das im Originalartikel beschriebene "Schlußbrennen" ist nach meiner Erfahrung sehr wichtig. Noch etwas; im Falle einer Doppelröhre (z.B. ECH) rate ich, stets beide Systeme gleichzeitig zu behandeln. Regeneriert man nur eines der beiden Röhrensysteme, wird das andere seltsamerweise radikal schlechter.

Betreffs Altdeutscher (50er Jahre) Röhren hatte ich gute Regenerationserfolge vor allem mit Siemens Röhren, wohingegen sich Telefunken's fast nicht regenerieren lassen.

Meine Erfahrungen zur Röhrenprüfung:

Die Kathodengüte mißt man bei Unterheizung. Rein theoretisch geht das auch bei den meisten kommerziellen Röhrenprüfern, sofern die Heizspannung einstellbar ist. Eine neuwertige Röhre verändert ihre Emission bei leichter Unterheizung (kurzzeitig !) fast nicht, alte, evtl. mehrfach regenerierte Röhren knicken bei Unterheizung scharf ab. Wer einen Regeltrenntrafo besitzt, kann z.B. durch Verringern der Versorgungsspannung nachprüfen. Die alten 220 Volt Dampfradios waren durchwegs so ausgelegt, daß sie ab ca. 180 Volt Netzspannung loslegen. Kommt das Gerät erst ab 200 oder 210 Volt, hat man irgendwo schlechte Röhren 'drin.

Man kann z.B. den verlinkten kleinen "Gütetester" nachbauen. Zur Prüfung des "Verbrauchszustandes" der Röhrensammlung leistet er sehr gute Dienste, die eigentliche Röhrenprüfung geschieht besser in der Schaltung.

Ich selbst verwende seit etwa 8 Jahren ein Verfahren mit einem Labornetzgerät zur Heizung der Röhren, sowie einem auf langzeitstabile Lithiumzelle 3 Volt umgebauten Ohmmeter, in meinem Falle ist's ein ICE 680 G. Entscheidend ist, daß das Ohmmeter mit 3 Volt funktioniert; Ohmmeter mit 1,5 Volt Zelle versagen für diesen Zweck. Ich messe den Innenwiderstand Kathode zu Gitter 1, der Meßbereich wird so gewählt, daß der Zeiger des Meßgerätes Mittelstellung oder leicht Rechts davon betrifft. Dann wird die Heizspannung um den Faktor 4/6,3 = 0,635 verringert und nach etwas Zeit zur Abkühlung erneut der Innenwiderstand gemessen. Danach wird per Taschenrechner der Ohmwert bei Unterheizung durch den Ohmwert bei Normalheizung geteilt. Das Resultat ist (in etwa) die Röhrengüte in Schulnoten - 1,** = neuwertig, 8,** = verbraucht. Um etwas Erfahrung mit der hauseigenen Meßapparatur kommt man nicht umhin; hochohmige AM Dioden oder Hochspannungsgleichrichter messen sich auch im Neuzustand nicht sonderlich gut, und Zeilenendröhren sind oft schon bei Röhrengüte 4,** (eigentlich ausreichend) verbraucht.

Alternativen:

Eine Alternative zum Regenerieren ist dauerndes Überheizen, sagen wir 5% bis maximal 20%, etwa durch ein paar nachträglich auf dem Netztrafo aufgebrachte Windungen. Das Verhalten der überheizten Schaltung etwa bei Netzunterspannung ist "natürlicher" als mit einer aufgefrischten Röhre. Das Verfahren geht auch für Bildröhren, und oftmals auch für magische Augen. Die Erfahrungen sind sehr positiv; mehrfach konnte ich total verbrauchte Bildröhren durch eine Überheizung auf etwa 7 bis 7,5 Volt (alter 8 Volt Trafo und Vorwiderstand, Potentiale Kathode zu Heizfaden beachten) noch einmal richtig "scharf" bekommen, die Fernseher haben nochmal für 500 bis 1500 Betriebsstunden 'durchgehalten, bis irgend etwas anderes kaputtging. Bei Endröhren sollte man mit Überheizen vorsichtig sein (thermische Gitteremission) weil es die Röhre auch insgesamt heizt (die Anodenbelastbarkeit geht zurück).


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BeitragVerfasst: So Sep 02, 2012 12:03 
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hallo SGibbi,

toller Beitrag, vielen Dank dafür :danke:

Andersrum ist es noch komplizierter. Ich hab einen Röhrentester mit soviel Knöpfen und Möglichkeiten daß ich nicht mit dem Ding zurechtgekommen bin, es wartet auf bessere Zeiten...

Hst du evtl. Infos oder sogar eine Manualdatei im Sammelsurium ?
Ist ein amerikanisches Hickok, 539B. Es scheint auch alles noch zu funktionieren. Es kam nebst Ersatzteilkisten als Beilage zu meinem Tek556 :wink:

nette Grüße
Martin


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BeitragVerfasst: So Sep 02, 2012 12:09 
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Hi Martin!

Die Anleitung liegt doch bei Jogi zum Downlod.

paulchen


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BeitragVerfasst: So Sep 02, 2012 12:12 
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hallo paulchen,

der Jochen hat ein 539 C

nette Grüße
Martin


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BeitragVerfasst: So Sep 02, 2012 12:15 
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Also unter dem 539B sind da auch einige Sachen. Bringt Dich das nicht weiter?

paulchen


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