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 Betreff des Beitrags: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: So Mai 04, 2014 22:39 
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Hallo Forenmitglieder,

Hier möchte ich heute meinen selbstgebauten Röhrentester vorstellen. Mir geht es in erster Linie darum zu zeigen, dass man mit vergleichsweise geringem Aufwand ein brauchbares Hilfsmittel herstellen kann. Viele Röhrenbastler werden von den hohen Preisen für industriell hergestellte RPG abgeschreckt und nehmen diesen Umstand als gegeben an. Vielleicht überlegt der eine oder andere nach dem Lesen noch einmal.
Inspiriert hat mich die Darstellung auf http://www.betz-kh.de/Pruefgeraet/pruefgeraet.htm

Hier erst einmal meine Zielstellung:
Ich wollte ein universell verwendbares Prüfgerät aufbauen, mit dem ich mehrere sonst erforderliche Geräte in einem Gehäuse integriere. In meinem Fall waren das:
-Röhrentester (nur für Sockeltypen, die bei mir auch vorkommen)
-regelbare Spannungsquelle bis 250V
-Schaltung zum Formieren von Hochvoltelkos
-Schaltung zur Prüfung der Spannungsfestigkeit von Kondensatoren
-Möglichkeit zum Auffrischen von Röhren
-Prüfschaltung für Anzeigeröhren (magische Augen, Fächer, Bänder) unter höheren Spannungen

Ich möchte gleich vorwegnehmen, dass ich selbst noch nicht alle Zielstellungen in meinem Gerät realisiert habe. Ich habe inzwischen auch schon Verbesserungsvorschläge erhalten, die ich ebenfalls versuche umzusetzen.

Zum Konzept:
Entgegen anderer Lösungen für RPGs, die i.d.R. ein hochwertiges Messinstrument enthalten und durch mehrere Stufenschalter die verschiedenen Arbeitszustände bereitstellen, wollte ich die wichtigsten Messwerte ständig "im Blick" behalten und habe dafür die Spannungen stufenlos einstellbar ausgeführt. Schon nach den ersten Beispielmessungen habe ich den großen Vorteil der Methode festgestellt. Da es bei manchen Röhren (je nach Zustand) Rückwirkungen der einzelnen Spannungen untereinander gibt, fällt das bei meiner Lösung sofort auf und man kann darauf rasch reagieren. Auch beim Identifizieren von Röhren, deren Bezeichnung teilweise oder ganz verschwunden ist, ist es eine große Hilfe wenn man z.B. die Heizspannung langsam hochfahren kann und gleichzeitig den Heizstrom ablesen kann. Hier ist der Hinweis auf die Verfälschung von Messwerten angebracht, wenn man gleichzeitig Spannung und Strom messen will. Die Amperemeter haben natürlich einen Widerstand, der die Spannungsmessung beeinflusst. Ich wollte aber nur einen Prüfplatz realisieren und für diese Zwecke reicht das erst einmal. Ich habe in meinem Gerät nicht berücksichtigt, dass es auch Röhren gibt, die mit einer von der Anodenspannung abweichenden Gitter2 Spannung geprüft werden sollen. Dazu wäre eine weitere regelbare Spannung bis 250V erforderlich (Platz ist jedenfalls noch reichlich).

Meine Materialliste:
(Meine Materialaufwandsschätzung von 50€ basiert darauf, dass einige Bauteile in der Bastelkiste zu finden sind. Wer jedes Teil kaufen muss wird u.U. einen höheren Aufwand haben.)
-das fertige (unbehandelte) Holzgehäuse gibt es derzeit in verschiedenen Baumärkten für etwa 10-12€
-die Platte, die alle Messinstrumente, Schalter, Buchsen etc. aufnimmt habe ich mir im gleichen Baumarkt für 1€ schneiden lassen
-5 analoge Anzeigeinstrumente für weniger als 5€ / Stück habe ich in der Bucht bestellt
-1 Trafo mit möglichst 2*300V + 13V + 20V hatte ich aus einem alten Radio und musste nicht neu kaufen (d.h. 20V hatte mein Trafo auch nicht, deshalb auch bei mir ein zusätzlicher Trafo
-1 Schaltung zur Bereitstellung der Anodenspannung -hier habe ich die Basisschaltung von Hans Borngräber übernommen http://www.roehrenkramladen.de/hboexp4/hboexp4.htm
diese Bauteile hatte ich alle als Vorrat und musste fast nichts dazu kaufen
-1 Positivregler für die Heizspannung
-1 Negativregler für die Gitterspannung
-3 Poti's - Knöpfe waren bei Pollin am günstigsten
-12-15 Buchsen (verschieden Farben sind vorteilhaft) und Stecker
-2 Glimmlampen für die Zusatzfunktionen
-Ferritperlen (ganz wichtig gegen wildes Schwingen mancher Röhren)

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Die Beschriftung habe ich mit selbst gedruckten Water Decal Folien vom Druckeronkel http://www.druckeronkel.de ausgeführt. Nur lange gerade Linien sind da ein Problem. Ich wollte die Arbeitsfläche noch irgendwie "einrahmen". Ich arbeite noch daran..
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Wen die Kabel im Kasten stören, kann natürlich mehr Buchsen vorsehen und die Kabel bei Bedarf stecken. Das verbessert den optische Eindruck. Bei einem Neubau würde ich auch die Anordnung anders wählen. Es ist sicher von Vorteil die Regler ganz vorn und die Röhren weit hinten zu haben. Auch muss ich noch eine Isolierung der rechten Röhrenfassung vorsehen. Während der Prüfung liegen hier Spannungen an.

wird fortgesetzt..

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Gruß
Matthias


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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: Di Mai 06, 2014 21:13 
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Das muss ich einfach mal dazwischen einfügen:
Ich habe heute ein recht verkommenes "Sonneberg Saalburg" abgeholt und fand eine EL84 mit einem für die DDR typischen Gütesiegel vor. Ich habe es bisher nur noch nicht auf Röhren gesehen.
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rö2.JPG [ 115.59 KiB | 5105-mal betrachtet ]

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Also gleich mal auf meinem RPG getestet und immer noch im "sehr gut" Bereich - eben echte Qualitätsarbeit ;-)

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rö1.JPG [ 119.71 KiB | 5105-mal betrachtet ]

vlnr. 250V; 47mA;7,5V;6,3V;800mA

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Matthias


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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: Mi Mai 07, 2014 0:47 
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Hallo Matthias,

vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, Dein Gerät vorzustellen. Mir gefällt der pragmatische Ansatz und das robuste Gehäuse.
Selbstbauprojekte finde ich immer prima..

Hier ein paar freundliche kleine Anregungen für "Nachbauer":

  • Isolierte 4mm-Buchsen und -Stecker erhöhen die Sicherheit
  • Die Kabeldurchführungen lassen sich mit den Gummidingern gut schützen
  • Für den Test des zweiten Systems von "Verbundröhren" bietet sich ein Taster an, mit dem die Anodenspannung einfach zwischen den beiden Systemen (Anode a und a´) umgeschaltet werden kann. Das macht ein Neuberger 375 auch nicht anders.
    Hans-Thomas Schmidt hat freundlicherweise den komplexen Schaltplan neu gezeichnet: http://www.hts-homepage.de/Neuberger/RPM375.pdf Siehe Taster T5, Mitte, rechts.

Mach weiter so!

Viele Grüße und viel Erfolg mit dem Gerät,

Der Schlappmacher

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"Digital is a special case of Analogue", Bob (Robert C.) Dobkin


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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: Mi Mai 07, 2014 14:51 
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Hallo Mathias,

tolle Arbeit. Die Kiste kenn ich sogar, habe ich auch für meinen UV-Belichter verwendet. :D
Hast Du bei Deinen Messgeräten noch eine Messbereichsumschaltung vorgesehen? Reichen Dir die 1A bei Heizstrom und 50mA beim Anodenstrom aus?

Was macht Du mit den Anschlusskabeln, wenn diese laut Sockelbeschaltung nicht benötigt werden? Es liegt wohl trotzdem Spannung an den Bananensteckern an. Kurzschlussgefahr?
Bisher habe ich daher für meinen Tester entweder auf beiden Seiten Bananenbuchsen oder halt Drehschalter eingeplant.

Gruß Dirk


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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: Mi Mai 07, 2014 16:33 
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Moin,

hallo Dirk, ich glaube die Drähte mit den Bananensteckern sind von den Röhrensockeln kommend und die Spannungen liegen an den Buchsen oben an die mit A G etc. bezeichnet sind.
So ergibt das auch einen Sinn für mich.

LG Nico

PS: Ich kann ja dann meine Röhren bei Dir durchtesten ....

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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: Mi Mai 07, 2014 19:29 
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Hallo Nico,

ja, habe ich auch gesehen. Trotzdem sind bei Röhren ab und an Pins miteinander verbunden oder "es streut was rein" bei Verbundröhren, wo ich gerade nur ein System vermesse. Oder?!


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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: Mi Mai 07, 2014 20:04 
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Hmm, vielleicht wäre es sogar angebrachter beim Nachbau noch Blindbuchsen zu machen wo mab die losen Kabel einstecken kann. So wie früher die Telefonistinnen an der Vermittlungsstation.

Erinnert mich übrigens auch daran.

LG Nico

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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: Mi Mai 07, 2014 20:50 
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MatthiasD schrieb:

>Ich habe heute ein recht verkommenes "Sonneberg Saalburg" abgeholt und fand eine EL84 mit einem für die DDR typischen Gütesiegel vor. Ich habe es bisher nur noch nicht auf Röhren gesehen. <



Erklärung zu dem Gütesiegel:

Es ist das Gütezeichen Q für Erzeugnisse mit hervorragender Güte, die den Höchststand bestimmen bzw. mitbestimmen und damit über dem Durchschnitt der auf dem Weltmarkt angebotenen gleichartigen oder ähnlichen Erzeugnisse liegen.

Somit gehört diese Röhre laut Gütezeichen zu den Besten.


mfg

Johannes

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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: Fr Mai 23, 2014 16:51 
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Hier noch eine alternative Schaltung zur Prüfung des Heizfadens. Das Gegenstück aus meinem Link oben ist nicht so gut zu interpretieren.
Die Schaltung stammt aus der Broschüre "Röhrenradios sebst gebaut". Der obere Teil ist eine noch einfachere Variante eines Röhrentesters.
Ich will eigentlich heute noch meine Vorstellung des Selbstbautesters fortsetzen. Mal sehen wie es klappt ;-)

Matthias


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Gruß
Matthias
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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: So Mai 25, 2014 10:40 
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Hier kommt nun endlich die Fortsetzung und der vorläufige Abschluss meiner Gerätevorstellung. Es gab zwischenzeitlich schon viele gute Vorschläge und vielleicht tragen wir hier auch noch ein paar weitere Erfahrungen zusammen.
Der Schaltungsaufbau ist relativ einfach. Die Netzzuleitung über Schalter und Sicherung zum Trafo (in meinem Fall den Trafos) und von dort auf die Regelplatine. Für Heiz- und Gitterspannung habe ich die Regler LM317 bzw. LM337 verwendet. Die geregelten Spannungen werden über die Amperemeter zu den Spannungsbuchsen geführt. Die Kabel mit den Steckern haben normalerweise keine Spannungen, besonders elegant ist meine Ausführung zugegebenermassen nicht. Hier kann man besser auch Blindbuchsen vorsehen, so dass alles seinen Platz hat. In meinem Fall geht allerdings der Deckel nicht mehr zu, wenn Stecker gesteckt sind. Noch besser sind zwei Buchsenreihen die je nach Bedarf mit Kabeln verbunden werden. Ein Mitstreiter, der schon seit einiger Zeit RPG’s selbst baut hat die Erfahrung gemacht, dass sehr kurze Zuleitungen zu den Röhren für ein Dämpfen der Schwingneigung ganz wichtig sind. Aus diesem Grund hat er um jede Röhrenfassung Buchsen verteilt und nicht wie in meinem Exemplar ein Buchsensatz für alle Röhrenfassungen. Nach meinen Erfahrungen setzt die Schwingneigung ab 200V Anodenspannung ein. Man könnte das Prüfkonzept natürlich auch auf eine niedrigere Spannung auslegen. Dazu muss man lediglich die Kennlinien der Röhren entsprechend auslesen. Es sollte also Grundsatz sein, an jedem Röhrenanschluss eine Ferritperle einzubauen.
Die Funktion der Heizfadenprüfung habe ich nicht realisiert, da ich schon Heizspannung und Heizstrom über zwei Instrumente kontrollieren kann. Im vorigen Beitrag habe ich eine Ablichtung einer einfacheren Testerlösung vorgestellt.

Zur Röhrenauffrischung:
Diese Option wollte ich unbedingt auch probieren und gleich in den Tester integrieren. Für Pentoden muss ich allerdings noch eine Buchse nachrüsten. Eine nahezu emissionstote ECC85 habe ich direkt wieder nutzbar gemacht. Auch wenn dazu die Meinungen auseinander gehen, möchte ich die Möglichkeit haben, vermeintlich verbrauchte Röhren weiter zu benutzen. Zumindest schone ich meine Ressourcen. Ich habe die Schaltung aus „Jogis Röhrenbude“ dazu benutzt:
http://www.jogis-roehrenbude.de/Regenerierer.htm

Magische Anzeigeröhren:
Mit einer weiteren Buchse und einem Widerstand 470 kOhm lassen sich viele Anzeigeröhren einfach testen. Mit Hilfe der regelbaren Gitterspannung kann man das Anzeigebild simulieren. Bis jetzt noch nicht realisiert habe ich eine zusätzliche (zweite) Anodenspannungsquelle, die möglichst bis über 500V regelbar sein sollte. Damit habe ich einerseits die Möglichkeit Röhren mit einer abweichenden Gitter-2 Spannung zu testen aber auch Anzeigeröhren mit Überspannung zu testen. Das macht es einfacher, die noch mit Kaskade nutzbaren Anzeigeröhren herauszufinden. Dazu muss ich noch ein Poti einbauen und die regelbare Spannungsquelle ein zweites Mal aufbauen. Ob ich auch ein weiteres Messinstrument einbaue muss ich überlegen. Vermutlich werde ich mit zusätzlichen Schaltern arbeiten. Achtung ! Schon die 250V Anodenspannung ist u.U. lebensgefährlich wenn sie unsachgemäß auf den Körper einwirkt. Eine Spannung bis 500V erfordert viel Sorgfalt beim Aufbau und bei der Isolation. Die Kondensatoren müssen selbstredend spannungsfest sein.In meinem Fall muss ich noch Vorsorge treffen, das die Grifföffnungen keinen Zugang zu spannungsführenden Teilen ermöglichen. Inzwischen bin ich froh, dass ich mich doch für ein Holzgehäuse entschieden habe. Der erste Entwurf war nämlich ein Einbau in ein Stahlgehäuse (spiegelt leider sehr).
Dateianhang:
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RPG12.JPG [ 148.18 KiB | 4763-mal betrachtet ]

Röhrentabelle:
Ich habe auch die Idee übernommen, meine gebräuchlichen Röhren in einer Tabelle mit Beschaltung und Kenndaten für den Test zusammenzufassen und im Deckel unterzubringen. Ich habe eine Stahlblechplatte in den Deckel geschraubt und die Tabelle mit Magnetstreifen befestigt. Ein Streifen dient der Orientierung auf dem Blatt und wird jeweils unter der gerade aktuellen Zeile angelegt. Am unteren Rand habe ich die Grundschaltungen der Anzeigröhren mit aufgenommen.
Dateianhang:
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rpg10.JPG [ 156.59 KiB | 4763-mal betrachtet ]

ELKO Formierung:
Diese Grundschaltung bestehend aus Schaustellerlampe (230V 7W) plus Diode 1N4007. Ich benutze zusätzlich das Voltmeter 500V und schalte zwischen Röhrenmessung und ELKO Formierung um. Zusätzlich habe ich eine mit geeichtem Vorwiderstand geschaltete Glimmlampe an die Buchsen gelegt. Der Widerstand ist so ausgelegt, das die Glimmlampe bei etwa 380V zu leuchten beginnt. Damit habe ich eine einfache Kontrolle über den Zeitpunkt, wann die Formierung beendet ist. Gleichzeitig sehe ich am Voltmeter das Tempo, mit dem die Spannung am Kondensator steigt. Das lässt einen Rückschluss auf die Qualität des Exemplares zu. Die Formierung wurde auch hier im Forum schon oft diskutiert. Nach meiner Erfahrung macht es einen Unterschied ob ich einen Kondensator von der Schaltung trenne oder gleich alle Kondensatoren gleichzeitig formiere. Schon bei zwei Kondensatoren wird die Schlusspannung nur sehr schwer erreicht. Das muss man natürlich berücksichtigen, wenn man auf die Glimmlampenanzeige wert legt. Das Voltmeter reicht für die Beurteilung natürlich aus. Wer möchte kann natürlich auch die Kapazität ermitteln, indem die Entlade-Spannung nach einer definierten Zeit abgelesen wird. Ich habe noch irgendwo die Exceltabelle, die nach Eingabe der Spannung gleich die Kapazität angibt, falls es jemanden interessiert. Im Bild erkennt man links oben die Lampenfassung. Normalerweise leuchtet die Lampe kurz auf und verlischt dann innerhalb von Sekunden. Leuchtet sie länger ist ein dauerhaft hoher Leckstrom vorhanden und der ELKO vermutlich defekt.
Dateianhang:
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rpg1.JPG [ 156.86 KiB | 4763-mal betrachtet ]

Spannungsprüfung von Kondensatoren:
Diese Schaltung fehlt in meinem Gerät noch. Ich will die zweite regelbare Hochspannung dazu nutzen, die Spannungsfestigkeit von Kondensatoren zu prüfen. Eine Glimmlampe soll den Defektzustand anzeigen. Eine saubere glatte Gleichspannung von 0 gegen den Sollwert der Spannungsfestigkeit des Kondis geregelt, zeigt ob der Testkandidat ‚verloren’ hat. Hierbei ist natürlich Vorsicht geboten. Bisher habe ich noch keine bessere Idee als die Prüfung mit Kroko-Klemmen. Bei Hochspannung ist das nicht unproblematisch.

Ich bin mal auf Euere Erfahrungen gespannt, denke aber so ein Tester ist mehr oder weniger umfangreich selbst realisierbar. Ich habe auch in folgender Broschüre einige Anregungen gefunden: "Messgeräte für Röhrenprojekte selbst gebaut" von Zierl

Grüße aus Franken
Matthias

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Matthias


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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: Do Mai 29, 2014 9:39 
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Hallo Matthias,

vielen Dank für Deine vielen Hinweise. Deinen Beitrag habe ich als Anlass genommen, meinen eigenen Röhrentester auch mal anzufangen zusammen zu bauen und nicht nur passende Teile zu horten. :mrgreen:
Du schreibst Du denkst über eine separate G2-Spannung nach. Weist Du vielleicht, ob man in solch einen Fall auch den Gitterstrom messen sollte? Bin nämlich gerade am Messgeräte zählen...
Des weiteren verwendest Du für die negative Gitterspannung extra einen Negativregler? Ist das nicht egal? Ist doch eh eine separate Trafowicklung, also potentialfrei? Oder habe ich etwas übersehen?
Würde mich über weitere Erfahrungen mit Deinem Gerät oder was Du beim nächsten Mal anders machen würdest oder was noch fehlt freuen.

Gruß Dirk


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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: Fr Mai 30, 2014 12:06 
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Hallo Dirk,
Die Messung des Gitterstromes habe ich in meinem Entwurf bisher nicht berücksichtigt. Für die genaue Beurteilung eines Prüflings ist auch der Gitterstrom interessant. Für mich war er eher nicht wichtig.
Die Wahl eines Negativreglers ist einfach eleganter, zumal er genausowenig kostet. Bei Potentialfreiheit ist es aber eigentlich unwichtig. Ich behalte leichter den Überblick, wenn ich bei einem Gesamtprojekt von einer Masse ausgehen kann, selbst wenn Teilschaltungen eigentlich eigenständig laufen.
Meine Erfahrungen werde ich hier selbstverständlich weitergeben.
Viel Erfolg für den Nachbau und nicht verzweifeln, wenn die ersten Z-Dioden sich verabschieden ;-)
Matthias

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Matthias


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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: Sa Mai 31, 2014 10:55 
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Hallo Matthias,

entschuldige bitte, wenn ich Deinen Vorstellungsthread okkupiere. Wenn es Dich stört, so gebe bitte Bescheid.
Schlappmacher machte eine Bemerkung zu Deinem Aufbau:

Schlappmacher hat geschrieben:
Für den Test des zweiten Systems von "Verbundröhren" bietet sich ein Taster an, mit dem die Anodenspannung einfach zwischen den beiden Systemen (Anode a und a´) umgeschaltet werden kann.


reicht es hier aus, wirklich nur die Anodenspannung umzuschalten oder muss ich auch das Gitter1 mit umlegen?
Ich habe gelesen, das sich die Gitterströme beeinflussen, wenn diese beim Messen des anderen Systems nicht abgeschalten werden. Ich weis aber nicht, ob das eher akademischer Natur ist und die Umschaltung der Anoden ausreichen würde. Mir geht's hier beispielsweise um die vergleichende Messungen an ECC81 und Co.
Bei Verbundröhren mit unterschiedlichen Systemen spielt es eh keine Rolle. Die misst man eh nacheinander. Hat hier jemand von den Messprofies eine Meinung dazu?

btw für andere Nachbauwillige: Zwischenzeitlich habe ich mein Netzteil für die Heizspannung fertig und getestet. Standard mit LM350. Größte vorgesehene Röhre wäre bei mir eine EL34, daraus folgt ein Heizstrom von 1,5A bei 6,3V. Betrieben mit 15V-Trafo (wegen 12,6V-Röhren) und passiven Kühlkörper mit Wärmewiderstand von 3,6K/W ist die Sache schon sehr sehr grenzwertig. Es ist also eine Zwangskühlung durch die Testerbox notwendig, passiv geht das ohne Umschaltung von Trafowicklungen auf kein Fall.

Gruß Dirk


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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: Sa Mai 31, 2014 19:40 
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@Dirk
gar kein Problem, mir liegt ja daran eine breite Diskussion anzuregen. Jeder Kritik, jede Erfahrung und jede Frage zum Thema sind hier herzlich willkommen. Zur Frage kann ich noch nichts sagen. Instinktiv würde ich aber das Gitter in die Umschaltung mit einbeziehen.
Gruß
Matthias

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Gruß
Matthias


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 Betreff des Beitrags: Re: Röhrentester selbst gebaut
BeitragVerfasst: Di Jun 03, 2014 20:59 
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Hallo Matthias,

ich benötige mal Deinen Rat :oops:
Meine Netzteile für Anode, G2, -G1 und Heizung sind fertig, jetzt geht es an die Fertigstellung. Zur Verschaltung von Spannungen zu Sockel habe ich bisher eigentlich Drehschalter vorgesehen, welche ich auch schon alle da habe. Wollte den Tester so wie Borngräber aufbauen, also pro Röhrenpin einen Drehschalter.
Jetzt merke ich aber, das ich damit ziemlich unflexibel bin, solche Dinge wie Anodenspannung über einen 470k-R kann ich noch vorsehen, die Schalter haben genügend Stellungen. Aber was kommt noch so alles im Messalltag? Man hat damit ein sehr starres System.
Was hast Du für Erfahrungen gemacht? Würdest Du beim nächsten Mal Deinen Tester wieder mit Bananenbuchsen aufbauen oder doch lieber optisch sauberer mit Drehschalter aufbauen?

Was hältst Du von der Idee, die vielen Sockel nicht auf der Frontplatte zu verteilen (mit der damit verbundenen Schwingneigung), sondern stattdessen die Fassungsboxen ala RoeTest zu verwenden? Macht etwas mehr Arbeit, aber man wäre kompatibel und wenn man später mal umsteigen/upgraden möchte .... :mrgreen: Wäre das Quatsch in Deinen Augen?

Gruß Dirk


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