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 Betreff des Beitrags: UKW-FM-Super mit WM-Röhren
BeitragVerfasst: Fr Mär 06, 2020 12:31 
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Hallo Röhrenbastler,

kürzlich stieß ich im Netz auf die Ablichtung einer alten Funkschau 04/1949 und fand eine Bauanleitung von Heinz Richter über einen UKW-FM-Super z.T. mit WM- und Stahlröhren. Ich dachte, es einmal nachzubauen, komplett mit RV12P2000. Der Aufbau von Heinz Richter ist etwas eigentümlich, ganz in seiner Art. Ich dachte mir, nur bis einschließlich ZF-Stufe das zu machen und wenn es funktioniert, die NF-Stufe extra.

Ein passendes Stück Alublech sollte in der Größe herhalten. Zum Abstimmen des Oszillators benutzt er einen Einzeldrehko und sieht für Gitter- und Anodenkreis der Vorstufenröhre Trimmer vor. Beim Suchen in einigen Kartons fand ich genau das Passende: Ein 3-fach-Drehko mit jeweils 20pF. Vier passende Filter hatte ich auch noch. Das Harz der Spulenkerne ließ sich leicht herauskratzen. Bei einem Kern war der Schlitz zerbröckelt. Trotzdem habe ich ihn aus der Spule bekommen. Mit einer Feile begradigt und mit der Drillmaschine und Diamantscheibe einen neuen Schlitz eingeschliffen, das ging ganz gut.

Ich wollte zuerst nur den Oszillator einschl. Spule verdrahten. UKW-Empfänger haben ja den Vorteil, daß man sich mit dem Spulenwickeln nicht lange aufhält. Ich benutzte versilberten Kupferdraht und einen 10mm-Bohrer. Der Oszillator funktionierte auf Anhieb, kontrolliert mit dem Dipmeter. Es gab kräftigen Rechtsausschlag. Die Röhre ist als Triode geschaltet. Die untere Frequenz stimmte noch nicht ganz, nach dem Abwickeln von einer halben Windung paßte es. Oben ging er auf Grund fehlender Schaltkapazitäten höher hinauf, das ist gut so. Bei der fertigen Schaltung empfange ich von 85 - 103 MHz. Da mir die Musik der Sender, die darüber liegen, nicht gefällt, ist das in Ordnung.

Mit dem Prüfsender und dem Kurzwellenempfänger, auf 10,7 MHz gestellt, zeigte es mir, daß die ersten drei Röhren arbeiten. Der Restaufbau ließ sich zügig bewerkstelligen, die Filter hatte ich vorabgeglichen. Anstelle der beiden Röhrendioden nahm ich welche aus Germanium: AA 113. Vielleicht ändere ich das später noch um, denn die P2000 läßt sich auch gut als Diode schalten.

Den Ausgang der oberen Diode im Schaltbild legte ich an den Tonabnehmereingang eines Transistorradios. An den Antenneneingang kam eine Behelfsantenne aus Flachbandkabel. Es kamen dann tatsächlich Töne aus dem Lautsprecher. Nach dem behelfsmäßigen Ableich der Filter war der Empfang schon lauter. Am "Begrenzerpoti" konnte ich die Verzerrungen wegbekommen und im Keller tatsächlich eine Hand voll Sender empfangen. Fazit: Zum Nachbau geeignete Schaltung. An Stelle der P2000 geht wahrscheinlich jede andere HF-Pentode auch.

Der Drehko hat eine 3-fache Untersetzung. Das bedeuted, ich muß eine Rechteckskala machen. Hier dann die Bilder und der Schaltplan:


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Zuletzt geändert von rolfm am Sa Mär 07, 2020 17:49, insgesamt 2-mal geändert.
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 Betreff des Beitrags: Re: UKW-FM-Super mit WM-Röhren
BeitragVerfasst: Fr Mär 06, 2020 13:08 
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Servus,
Diesen Empfänger finde ich super, grösstes Kompliment! Würde ich auch gerne nachbauen, nur mit meinen alten Augen und fehlender ZF Filter wird das wohl nichts werden.

_________________
Gruss aus Trient,
Volker
http://luxkalif.de.tl/


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 Betreff des Beitrags: Re: UKW-FM-Super mit WM-Röhren
BeitragVerfasst: Fr Mär 06, 2020 13:36 
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Hallo,

bin total begeistert von dem Aufbau !! Super Arbeit !

Gruß Ingo


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 Betreff des Beitrags: Re: UKW-FM-Super mit WM-Röhren
BeitragVerfasst: Fr Mär 06, 2020 13:53 
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radio-volker hat geschrieben:
und fehlender ZF Filter wird das wohl nichts werden.

Hallo Volker,
danke für das Lob. ZF-Filter für 10,7 MHz sind kein Problem. Spulenkörper,-kern, 17 Windungen 0,2er Draht und ein passender Kondensator. Das Filtergehäuse kann man sich auch aus weichem, dünnen Alu vernieten.

Gruß, Rolf


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 Betreff des Beitrags: Re: UKW-FM-Super mit WM-Röhren
BeitragVerfasst: Fr Mär 06, 2020 14:19 
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Die meiste Arbeit kommt erst noch: Gehäuse und Skala und der Skalenantrieb für eine Rechteckskala, die ich aber nicht sehr groß mache. Ich freue mich schon auf das Auflegen des Skalenseils.

Netzteil kommt wieder keines in den Empfänger, die habe ich für die P2000-Geräte separat. Über einen Wandler kann ich auch mit 12V-Akku arbeiten. Bei obigem Versuchsaufbau reichen 140 V vollkommen aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: UKW-FM-Super mit WM-Röhren
BeitragVerfasst: Mo Mär 16, 2020 20:09 
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Hallo Röhrenbastler,

in der Zwischenzeit habe ich den NF-Verstärker mit vorgeschalteten Röhrendioden fertig gemacht. Alles mit P2000! Es war ein ziemliches Gemurkse, bis der ZF-Verstärker ohne Verzerrungen lief. Dazu mussten jeweils ein Widerstand und ein Kondensator an die jeweiligen Dioden geschaltet werden. Ich habe eigentlich alles da, muß es nur finden! Vor Jahren fiel mir ein Heftchen von 1947 in die Hände. Also aus der Zeit, wo man viel mit Röhrenersatz arbeitete. Die P2000 als Diode hat wohl einen Innenwiderstand von 3500 Ohm. Die Abbildungen sind etwas gewöhnungsbedürftig, ich habe deshalb ein Ersatzschaltbild angefertigt.

Der NF-Verstärker entspricht weitgehend dem obigen Schaltbild. Um etwas mehr Reserve zu haben, sind zwei P2000 als Endstufe parallelgeschaltet. Die P2000 als NF-Vorstufe erfordert eigentlich eine Triodenschaltung, um den Netzbrumm zu minimieren. Da ist aber die Verstärkung wohl zu schwach. Ich habe sie deshalb, wie vorgesehen, als Pentode geschaltet. Hinsichtlich Netzbrumm ist noch etwas Arbeit notwendig. Ansonsten läuft die Schaltung mit einem Behelfsdipol gut.

Den Gleichlauf mit Dreifachdrehko hinzubekommen, war kein Problem! Der Anodenschwingkreis geht wegen den Schaltkapazitäten ohne Trimmer von 85 bis 104 MHz. Den Oszillatorschwingkreis habe ich dem angeglichen. Beim Eingangsschwingkreis mußte die Spule für 85 MHz etwas auseinandergezogen und "oben" mit dem Trimmer begrenzt werden. Bei UKW ist das einfach zu machen. Man kommt wirklich ohne Spulenkörper mit Kern aus. Damit die Oszillatorschwingspule mit der Koppelspule nicht "verrutscht" wurde ein Plastikteil eingesteckt. Gleicht man Vorkreis und Anodenkreis für die untere Frequenz nicht ab, ist der Empfang halt "unten" schlecht und wird zum Bandende hin deutlich besser.

Das kleine Trimmpoti ganz unten ist der Kathodenwiderstand der NF-Vorstufe. Damit kann man aus der Vorstufe noch etwas "herausholen".

Der Heizstrom der gesamten Schaltung liegt bei etwa 720 mA. Der Anodenstrom beträgt 56 mA. Damit kann man sich sehen lassen.

Gruß, Rolf


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