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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Grundig Zauberspiegel 339

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 Betreff des Beitrags: Grundig Zauberspiegel 339
BeitragVerfasst: Mo Sep 09, 2019 22:33 
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Registriert: Mo Apr 13, 2015 20:45
Beiträge: 28
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Hallo liebe Forenmitglieder!

Ich bin gerade dabei einen Grundig Zauberspiegel 339 von 1958 wieder zum Leben zu erwecken.
Alle verdächtigen Kondensatoren wurden getauscht, auch die Netzelkos habe ich neu befüllt, da der Fernseher auch mal ohne mein Beisein laufen soll.
Ich habe ihn am Trenntrafo langsam hoch gefahren, die Röhren heizen, Ton kommt wenn auch etwas verrauscht, es stellt sich ein deutlicher hoher Ton aus der Zeilenendstufe ein, die DY wird geheizt, aber der Schirm wird nicht hell.
Der Phasenprüfer als Hochspannungsindikator (einfach den Griff mit der Glimmlampe an den Kolben der Zeilendstufe oder Boosterdiode halten) glimmt bereits in 5cm Abstand zur Zeilenendröhre, am Hochspannungsanschluss der AW 43-80 allerdings passiert nichts.
Die Gleichspannungen aus dem Netzteil und die im Schaltplan angegebenen Gleichspannungen stimmen soweit überein.
Die Oszillogramme in der Zeilendstufe entsprechen den Abbildungen im Schaltplan

Mit dem Ohmmeter hat die Hochspannungswicklung einen Widerstand von ca. 1 Ohm, also wohl einen Windungsschluss.
Ich habe noch ein Schrottchassis von Nordmende mit einer AW 43-80 der jemand mal den Hals abgeschlagen hat.
Kann ich von diesem Zeilentrafo die Hochspannungswicklung abbauen und dem Grundig-Trafo testweise implantieren?

Oder fällt jemandem noch was anderes ein, was defekt sein könnte?
Zwei defekte Bauteil habe ich im Nachhinein noch gefunden, das sind ein abgerauchter Widerstand und ein Keramikkondensator im Abstimm-Automatik-Kästchen.
Ich kann die im Schaltplan aber nicht zuordnen und habe somit keine Werte um sie zu ersetzen.
Der Fehler dürfte meines Erachtens nach aber nichts mit dem dunklen Schirm zu tun haben, oder?

Hier ein Link zum Schaltplan:
https://nvhrbiblio.nl/schema/Grundig_339.pdf

Ich habe unter "Suche"
viewtopic.php?f=64&t=29629
bereits eine Suchanfrage nach dem kompletten Zeilentrafo bzw. der Hochspannungswicklung gestellt.

Wäre schön, wenn sich jemnad finden würde, der sowas noch auf Lager hat.
Und wenn es nur Vorsorglich für mich zum einlagern wäre, sollte sich doch ein anderer Fehler herausstellen.

_________________
Glühende Grüße

Marco


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 Betreff des Beitrags: Re: Grundig Zauberspiegel 339
BeitragVerfasst: Mo Sep 09, 2019 23:23 
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Registriert: Do Okt 05, 2017 20:39
Beiträge: 251
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Hallo,

könnte es sein, daß Du die Hochspannung an der Bildröhre falsch prüfst ? Wie hast Du das gemacht ? Dort gibts keine Korona beim Antippen mit Schraubendreher (nur einen fast unsichtbaren Einmal-Funken mit schwachem Knack, der eher an statische Aufladung erinnert!

(Hintergrund: Bei hochfrequenter Impuls-Hochspannung hat man ständige Umladung von kapazitäten, deshalb entstehen so schöne sichtbare Entladungen und die Glimmlampe (zB. Phasenprüfer) leuchtet bei Annäherung, bei Gleichspannung gibt es einmalige Umladungen und dann hat der Schraubenzieher und die Glimmlampe ein bestimmtes Potential im Raum, aber ohne weiteren Stromfluß, also leuchtet und funkt auch nix mehr. Das sind wichtige Hochspannungsgrundlagen, die ein TV-Tech wissen sollte.)

Das Anliegen der Anodenspannung (Gleichspannung 15..17kV) kann man prüfen, indem man VORSICHTIG (immer vor dem Anfassen des Clips nach dem Ausschalten des Gerätes gegen Masse die Bildröhre mit gut isolierter Meßleitung entladen !!!) im Betriebszustand den BiRö-Anschlußclip vom Zeilentrafo dem Hochspannungsanschluß der BiRö nähert, dann muß bei 10...15 mm ein Funkenüberschlag erfolgen, vorher rauscht es aber bereits und ein violetter "Saum" geht vom Anschluß zum clip (weil der Glättungskondensator=Bildröhrenkörper noch fehlt... Nicht gegen Masse annähern, das schädigt die Hochspannungsgleichrichterröhre (mal kurz geht's aber meist gut, denn der definierte Funken ist bei gesperrter Bildröhre (siehe unten, ich vermute eine andere Spur des Fehlers!) nur kurz bis zum Aufladen da, da der Strahlstrom fehlt, der dauernde Funken bewirken würde.
Ein Blatt dünnes Papier bleibt am Bildschirm kleben, wenn Hochspannung an der Bildröhre da ist (poor mans Highvoltmeter^^).

Hintergrund für meine Vermutung, daß die Hochspannungswicklung keinen Windungsschluß hat: Windungsschluß der Hochspannungswicklung würde die Funktion der Zeilenendstufe nahezu zum Erliegen bringen, Du würdest keinerlei oder nur sehr schwache Korona...Glimmlampenleuchten an der Anode der ZE-Röhre feststellen... Meist erwärmt sich die Spule bei unvollständigem Windungsschluß und Masse tropft ab bzw es schmort sichtbar.

Unterbrechung der Hochspannungswicklung bewirkt fast immer Funkenüberschläge über die Unterbrechungsstelle, aber Du hast ja bereits gemessen, daß keine Unterbrechung da ist... wobei mir die 1 Ohm für die Hochspannungswicklung auch zu wenig vorkommen...

Man kann auch am Äußeren der Hochspannungswicklung eine Korona ziehen, das kann aber je nach Ausführung zu Sekundärschäden führen. Mit der Glimmlampe oder durch Annähern eines Schraubenziehers auf wenige mm an das Äußere kann man eventuell beurteilen, ob die Hochspannung vorhanden ist, eventuell den Schraubenzieher mit Isolierschlauch überziehen damit kein "harter" Funken entsteht, eine Korona muß auf jeden Fall entstehen.

Meine Fehlervermutung:

--> Die Bildröhre bleibt auch dunkel, wenn bestimmte Spannungen nicht stimmen oder fehlen:
1) Ug2-Spannung (screen...Schirmgitterspannung): Diese muß je nach Gerät 300...500V betragen, sie fehlt häufig, weil einer der Teilerwiderstände defekt ist
2) Zu hohe Katodenspannung, dann ist die negative Spannung zwischen g1 und k zu hoch und die Bildröhre sperrt trotz anliegender Hochspannung: Prüfung durch kurzzeitiges Überbrücken von k und g1

ALLE ARBEITEN MIT GROSSER VORSICHT AUSFÜHREN, TRENNTRAFO BENUTZEN WENN UNTER SPANNUNG AM GERÄT GEARBEITET WIRD!

Oftmals können andere Zeilentrafos angepaßt werden, wenn die Grundschaltung der Zeilenendstufe ähnlich ist und der Ablenkwinkel der Bildröhren übereinstimmt, letzteres ist wichtig, da die Leistung der Endstufe mit größerem Ablenkwinkel steigt und die Zeilentrafos dafür ausgelegt sein müssen.

Gruß Ingo

Die PL81 in der Zeilenendstufe läßt auf 90° Ablenkwinkel der BiRö schließen, am besten die Hochspannungswicklung nicht durch direktes Antippen auf Erzeugung der Hochspannung prüfen, wahrscheinlich ist das so eine rel. "platte", offene Kreuzwicklung mit äußerem Sprühschutz. Am Draht zur DY86 kann man GANZ KURZ mal mit gut isoliertem Schraubenzieher antippen, die Wicklung bitte eher NICHT !


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 Betreff des Beitrags: Re: Grundig Zauberspiegel 339
BeitragVerfasst: Do Sep 19, 2019 12:38 
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Registriert: Fr Okt 19, 2012 21:51
Beiträge: 12
Moin, moin!
Man kann sich auch für kleines Geld einen Hochspannungstastkopf kaufen,
den in die 1000 V Buchse eines Drehspulmessgerätes stecken und ver-
nünftig messen!
Den Zeilentrafo würde ich nur zerlegen, wenn er 100% defekt ist, das sehe
ich aber noch nicht!
Wenn Du die Schaltbilder beider Geräte vergleichen kannst, könnten u.U.
beide eine identische Anschlußbelegung haben, dann ggf. versuchsweise
den kompletten Trafo wechseln.
Zeigen beide HS-Spulen den gleichen Widerstand an? Zeilentrafos wurden
meistens bei Philips, Telefunken, Schaub Lorenz gefertigt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Grundig Zauberspiegel 339
BeitragVerfasst: Di Jun 23, 2020 23:42 
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Registriert: Mo Apr 13, 2015 20:45
Beiträge: 28
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Hallo zusammen,

nachdem ich einige andere Dinge zu erledigen hatte, konnte ich mich wieder dem Zauberspiegel zuwenden.
@Ingo: Du hast Recht, die Glimmlampe im Phasenprüfer nutzt am Hochspannungsanschluss nix. Hätte ich wissen müssen, ist aber alles schon so lange her, da lässt man sich von manch einem Youtube-Video in die Irre führen.
Also ich habe alle Netzteilspannungen nochmal kontrolliert, alle etwa nach den Angaben im Schaltplan vorhanden (+/- 5-10V).
An der Anode der DY kann man einen Lichtbogen ziehen, für den Test mit dem Hochspannungsanschluss hat mir etwas der Mut gefehlt :oops:
Den Hochspannungstest mit dem Blatt Papier konnte ich wegen der Schutzscheibe nicht machen.
Aber da ja die DY heitzt müsste eigentlich Hochspannung da sein...
Die Katode der Bildröhre habe ich über 1K-Ohm mit dem Steuergitter verbunden, die Schirmgitterspannung beträgt ca. 400V.
Der Bildschirm bleibt trotzdem dunkel.
Da diese Bildröhre noch einen Ionenfallen-Magnet hat, habe ich diesen hin- und hergeschoben und auf dem Hals gedreht - Nix passiert.
Also habe ich meinen alten Lehrmeister um Hilfe gebeten.
Er hat sich dann dem guten Stück angenommen. Die kleinen Lichtbögen an den Anschlüssen der PL und der PY haben ihn erstmal zu wenig Hochspannung vermuten lassen, was sich aber mit einem ordentlichen Lichtbogen vom Hochspannungskabel zum Außenbelag der Bildröhre nicht bestätigt hat.
Wir haben dann nochmal Spannungen gemessen, bevor wir dann zu der Erkenntniss kamen, dass ich voll in die "Idioten-Falle", nicht Ionenfalle, getappt war. :wut:
Auch der Lehrmeister hat den Ionenfallen-Magneten hin- und her geschoben - nix passiert.
Dann hat er ihn komplett vom Röhrenhals runter genommen und in sich um 180° gedreht - und sie da: der Bildschirm wird hell. :shock:

Da wollte wohl mal jemand einen neuen Fernseher verkaufen und hat die Bildröhre auf diese Weise "tot geschrieben".

Naja, wie dem auch sei, Hauptsache die Kiste läuft wieder obwohl es mich schon etwas geärgert hat, dass ich nicht selbst darauf gekommen bin.
Danke an den Ex-Chef :danke:
Der Fernseher hat noch einen leichten Vertikalfehler, aber der findet sich schon noch.
Bei nächster Gelegenheit werde ich Bilder von der Restaurierung und dem funktionierenden Gerät einstellen.
Die Bildröhre ist im übrigen noch Top - auch nach 62 Jahren.

_________________
Glühende Grüße

Marco


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