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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Plattenschluss beim Drehko reparieren

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BeitragVerfasst: So Apr 19, 2020 15:43 
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Hallo Forum,
die "alten Hasen" kennen die unten beschriebene Methode sicherlich!
Für die Neugierigen berichte ich hier von der Reparatur eines Grundig Satellit 3400 mit dem Fehlerbild des lauten Krachens beim Abstimmen auf AM (bei diesem Gerät: Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle bis 5 MHz). Das Krachen entsteht durch die Drehung am Abstimm-Drehknopf. In Ruhe ist der Sender entweder zu hören oder auch nicht.

Dateianhang:
Satellit3400prof-c.JPG
Satellit3400prof-c.JPG [ 52.13 KiB | 421-mal betrachtet ]


Der Drehkondensator ist hier in Verdacht. Er ist hinter dem AM-Variometer etwas versteckt eingebaut:

Dateianhang:
Grundig_Satellit_3400_AM-Drehko.JPG
Grundig_Satellit_3400_AM-Drehko.JPG [ 62.05 KiB | 421-mal betrachtet ]


Mit etwas Oszillin habe ich zunächst den Schleifkontakt bearbeitet, denn das rotierende Plattenpaket muss über diesen Schleifkontakt zuverlässigen Anschluss haben. Das hat aber gar nichts gebracht.

Mit dem Ohmmeter habe ich dann festgestellt, dass ein Plattenpaket beim Abstimmen je nach Position einen wechselnden Kurzschluss macht. Da keine Platten erkennbar verbogen sind, und auch keine Schräubchen zum Justieren der Plattenpakete vorhanden sind, habe ich zur "Brachial-Methode" gegriffen.

Dateianhang:
877_Elko_10000µF.JPG
877_Elko_10000µF.JPG [ 30.38 KiB | 421-mal betrachtet ]


Dazu habe ich einen ständig mit 6 Volt nachgeladenen Elko an die betreffenden Plattenpakete angeschlossen (vorher die restliche Schaltung des Radios abgetrennt) und die Abstimmung 'zigmal über die kurzschließenden Positionen hin- und hergedreht. Jedesmal beim Kurzschluss entsteht ein Funken an der Kontaktstelle und brennt dort immer etwas vom Metall weg, so dass nach etwa 10 Minuten hin- und her keine Stelle mehr übrig war, an der es noch "krachte".

Die Radio-Schaltung wieder korrekt angelötet, ist das "Krachen" beim Abstimmen komplett weg!

Nur nebenbei: Oszillin zwischen den Drehko-Plattenpaketen führt zu einer deutlichen Verstimmung der Schwingkreise zu niedrigeren Frequenzen hin. Wenn das Öl weggeputzt ist (Papierstreifen zwischen die Platten schieben), ist wieder alles in Ordnung.

Dieses Radio braucht übrigens alle paar Jahre eine gründliche Pflege aller Tastenkontakte, damit das Radiohören noch Spaß macht. Aber hier war wohl ein Kontakt zuviel.

Habt Ihr ähnliche Geschichten auf Lager?

Viele Grüße
Georg

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BeitragVerfasst: So Apr 19, 2020 16:16 
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Hi,

schönes Exemplar hast du da ergattert.
Das mit dem Verstimmen durch Kontaktspray ist sogar temperaturabhängig. Ich hatte mal so einen Fall mit einem Saba UKW Tuner, der mit geflutet wurde. Die Oszillatorfrequenz lief mit Erwärmung immer mehr weg. Hat ne Zeit gedauert, bis ich das verstanden, die Spindeltrimmer gereinigt habe und der Spuk auf einmal weg war.

Gruß
Oliver

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Nette Grüsse aus dem Ruhrgebiet.


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BeitragVerfasst: So Apr 19, 2020 16:20 
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Hallo Oliver,

und dabei tut "Oszillin" sich dicke, dass es "Keine Frequenzveränderungen" mache (so der Text auf der Dose).
----------
Danke für die Blumen. Dar Radio habe ich vor über 10 Jahren in Remscheid beim (leider verstorbenen) Leib- und Seelen-Techniker des ADDX, Charly Hardt bekommen. Es besteht aus einem "professional" Gehäuse (bis 26 MHz) und einem "international" Chassis bis 30 MHz.

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BeitragVerfasst: So Apr 19, 2020 17:12 
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Hallo

Bisher hatte ich wohl Glück , entweder liess sich durch nachstellen das Problem beheben oder in dem ich Papierstreifen durch die einzelnen Platten zog , also nur Schmutz der Verursacher war .

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mit freundlichen Gruss

Uli


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BeitragVerfasst: So Apr 19, 2020 18:24 
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Hallo Uli,
ja, Glück muss man haben. Auch bei der Brachialmethode: In einem Nachbarforum wird beschrieben, wie die Plattenpakete miteinander verschweißen können...

Vielleicht habe ich aber auch deswegen diesen Effekt nie beobachten müssen, weil ich das Ausbrennen nicht mit 230 Volt~ und 25 Watt Glühbirne, sondern eben mit 6 V= mache. Der Elko begrenzt die Blitzenergie sehr, und er wird mit maximal 100mA nachgeladen, d.h. er ist nach einem Blitz erst einmal leer. Oder es liegt daran, dass sich die Platten nur ganz sanft, auf einer winzigen Fläche berührt haben. Oder beides. Oder einfach Glück gehabt.

Wie sind Eure Erfahrungen mit dieser oder ähnlicher Methode?

Viele Grüße
Georg

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BeitragVerfasst: So Apr 19, 2020 20:28 
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Dankeschön für den Tipp.....hat Tuner Spray dasselbe Problem?

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Gruss Nad

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Ein Leben ohne Röhrenradios ist möglich, aber sinnlos

möge die Emission mit Dir sein...

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BeitragVerfasst: So Apr 19, 2020 20:53 
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Davon würde ich ausgehen ohne es selbst ausprobiert zu haben .

Es kochen ja schliesslich alle nur mit Wasser :wink:

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mit freundlichen Gruss

Uli


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BeitragVerfasst: So Apr 19, 2020 21:58 
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Wasser wird in Tunerspray nicht gerade enthalten sein. Aber andere Stoffe, die im flüssigen Zustand eine höhere Permittivität haben als Luft. Luft hat eine Dielektrizitätszahl knapp über 1, alle flüssigen Stoffe ein Mehrfaches oder Vielfaches davon. Die Kapazität zwischen den Platten wird also höher, damit sinkt die Resonanzfrequenz. Das hält so lange an, bis das Mittel verdunstet ist.

Es gibt noch einen zweiten möglichen Effekt: wenn das Mittel elektrisch leitet oder hohe dielektrische Verluste hat, wird der Schwingkreis bedämpft. Das beeinträchtigt die Empfindlichkeit eines Empfängers, womöglich hört der Oszillator auf zu schwingen.

Hat man ein Mittel verwendet, das nicht verdunstet, muss man es aus dem Raum zwischen den Platten entfernen, z.B. durch Ausspülen mit einem anderen, flüchtigen Mittel.

Lutz


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BeitragVerfasst: So Apr 19, 2020 23:21 
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Hallo Lutz,
die Reste von Oszillin, die ich mit Papierstreifen auch nach 1 Stunde Fummelei :angry: nicht entfernt hatte, waren nach weiteren 12 Stunden von alleine verdunstet :D , die "Verstimmung" war weg. Übrigens: Natürlich trat die Verstimmung nur auf, wenn die Plattenpakete eingedreht waren. Beim Ausdrehen stimmte die Frequenz. Jetzt, nach dem Verdunsten, stimmt die Frequenz in jeder Stellung des Drehko.
Viele Grüße
Georg

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