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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Spannungsgleichhalter Konstanze VI

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 Betreff des Beitrags: Spannungsgleichhalter Konstanze VI
BeitragVerfasst: Do Apr 01, 2021 15:39 
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Hallo

auf einen Tipp hin um zumindest für Testzwecke 220 V zur Verfügung zu haben (Anodenspannung und Heizspannung bei 230V zu hoch) besorgte ich mir via ebay eine Konstanze VI aus DDR Produktion. Das Gerät sah äußerlich einigermaßen sauber aus. Habe es erstmal geöffnet und innerlich gereinigt, da war es doch relativ dreckig. Auf den ersten Blick nicht gefallen hat mir der Audfruck "Chlordiphenyl" auf den beiden Kondensatoren. Also erstmal gegoogelt und dann war klar, die müssen weg! Alle weiteren Arbeiten habe ich dann an der frischen Luft und mit Corona-Schnuffel (Maske) durchgeführt. Ehe ich die äußerlich unbeschädigten Kondensatoren entsorgt habe, habe ich das Gerät getestet. Eingangsspannung betrug 235V (viel Wind & Sonne), am Ausgang waren es 228V. Na ja, nicht so toll dachte ich mir. Alte Kondensatoren zur Entsorgung gebracht, neue bestellt. (Weiß jemand was mit dem 100 Ohm Widerstand ist? Warum ist da ein Achtungszeichen (!) drauf?)

Nun das Problem: Das Gerät produzierte ziemlich konstant 235V Ausgangsspannung mit den neuen Kondensatoren (3 und 6 uF). Die Eingangsspannung beträgt jetzt 230V. Versucht einen Schaltplan zu besorgen, in ausreichenden Fragmenten geglückt. Aha, der eine Kondensator scheint an die Klemme 10 zu gehören, nicht an die Klemme 12 an der er war. Ausgangsspannung jetzt 230V (Bei 230...235V am Eingang). Immer noch nicht das Wahre. Ans Röhrengerät angeschlossen um Anoden- und Heizspannung zu messen. Nur für den Fall, daß die Konstanze keinen sauberen Sinus liefert und das Multimeter Ueff nicht richtig anzeigen kann. Aber: Anoden (gleich-) spannung immer noch zu hoch.

Kennt sich jemand mit diesen Konstanzen aus? Sollen doch zuverlässig sein.
Mein Horizont über magn. Spannungsgleichhalter ist begrenzt. Im Schaltbild kann ich aber auch irgendwie keinen Schwingkreis ausmachen, der lt. Wikipedia da sein sollte?! Denke mal der 2. Kondensator dient zur Reduktion der Blindleistung. Die alten Trafos in dem Gerät sehen zwar ein wenig nach Hitze und in der Folge ausgelaufener und dann erstarrter Flüssigkeit aus, haben aber keine Kurzschlüsse zwischen den Anzapfleitungen.

Viele Grüße
Martin


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BeitragVerfasst: Fr Apr 02, 2021 9:55 
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Zur "Konstanze V" ist unter "Spannungs-Konstanter der Firma SHR" https://www.radiomuseum.org/forum/firma_shr.html etwas zu finden.


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BeitragVerfasst: Fr Apr 02, 2021 10:14 
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Hilft zwar nicht im speziellen Falle, aber ich hätte eher zu einem Sparstelltrafo gegriffen. Die sind zumeist kleiner, brummen üblicherweise nicht so sehr und man sieht, was man einstellt.


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BeitragVerfasst: Fr Apr 02, 2021 13:48 
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Kenntnisstand: Sehr gute Kenntnisse (Hobby)
Ich würde so etwas bauen:

Dateianhang:
Vorschalttrafo.JPG
Vorschalttrafo.JPG [ 17.74 KiB | 1298-mal betrachtet ]


Die Ausgangsspannung ist zwar nicht einstellbar, aber es kommt wirklich nicht darauf an, die Spannungen aufs Millivoilt genau einzuhalten. Schließlich war auch früher die Toleranz der Netzspannung +/- 10%, die Geräte sind also dafür ausgelegt. Und bist Du sicher, dass Dein Messgerät korrekt anzeigt? Viele Multimeter haben besonders bei Wechselspannungs- und Wechselstrommessung erschreckend große Messfehler.

Der Trafo braucht nur einen Bruchteil der Leistung haben, die das angeschlossene Gerät aufnimmt: Seine Sekundärwicklung muss für die Stromaufnahme des Gerätes bemessen sein. Für ein Röhrenradio mit einer Stromaufnahme von 0,3A reicht zum Beispiel ein Trafo mit einer Nennleistung von nur 3W. Selbst wenn man den Vorschalttrafo für Geräte bis 500W auslegt, so dass z.B. ein röhrenbestückter Farbfernseher angeschlossen werden kann, reicht eine Nennleistung des Trafos von 25W.

Lutz


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BeitragVerfasst: Fr Apr 02, 2021 18:47 
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Beiträge: 4
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Danke für euere Antworten.

Natürlich lässt sich die Spannung auch auf anderem Weg um ca. 10V reduzieren und geregelt für ein altes Röhrengerät muß sie natürlich auch nicht sein. Das Stromnetz war zu dieser Zeit vermutlich deutlich instabiler als heute. Ein 220V Röhrenradio der 50er Jahre sollte ohne größere Probleme bis 242V (=220V + 10%) klarkommen. Bis 242V wird unsere Spannung heute eher nicht steigen. Bei der Heizspannung für E-Röhren kann das dann bis 6,9V (=6,3V +10%) gehen. Gewisse Abstriche an der Lebensdauer der Röhren und ev. Skalenlampen (oft 7V Typen) mag es dennoch mit sich bringen. Gut so ein Gerät wird heute nicht mehr den ganzen Tag lang zur Unterhaltung laufen, jedenfalls bei mir nicht.

Mich hat nur dieser Spannungskonstanter inzwischen fasziniert und da stellt sich die Frage weshalb das Ding nicht so funktioniert wie gewünscht. Meine Ersatzkondensatoren (aus China-Fertigung) habe ich inzwischen geprüft, 3uF und 6uF stimmen ziemlich exakt, kein messbarer Gleichstromwiderstand. Alle Trafokabel hatte ich inzwischen an der Lüsterkemme ab und das Ding komplett zerlegt und wieder zusammengebaut. Schaltungstechnisch schließe ich einen Fehler mal aus, bleibt noch ein Wicklungsschluß irgendwo bei einem Trafo. Aber wieso sollte die Ausgangs-Spannung dann 230V statt 220V sein? Habe inzwischen alle möglichen Spannungen zwischen den Wicklungen gemessen und wenn man das Schaltbild ein wenig anders zeichnet auch den Schwingkreis gefunden. Der Rest der Schaltung weicht allerdings von der Prinzipschaltung eines magn. Spannungsgleichhalters deutlich ab. Ua. haben die Trafos viele Zwischenanzapfungen mit zusätzlichen Verbindungen und es ist ein 2. Kondensator eingebaut. Ich kann bisher nur mutmaßen daß es zur Blindleistungskompensation dient. Mit dem Oszi dranzugehen habe ich mich wg. der hohen Spannungen noch nicht getraut. Habe nur so ein neumodisches digitales.

Ich fürchte ich würde Vergleichsmesswerte von einem 2. Gerät benötigen um einem Wicklungsproblem auf die Spur zu kommen. Auch kann ich nicht zu 100% ausschließen dass ein Vorbesitzer das Gerät, also eine Spulen-Wicklung, so modifiziert hat dass 230V Ausgangsspannung geliefert werden. Mit etwas Bastelgeschick wäre das sicher zu schaffen gewesen, die Trafos sind ehr grob gewickelt, verglichen mit dem was ich bisher so kannte.

Kann sich eigentlich jemand vorstellen was das für eine Flüssigkeit gewesen sein kann, die an den Trafoblechen klebt? Die ist heute erstarrt und sieht so aus als ist sie früher mal bei großer Hitze flüssig zwischen den Trafoblechen ausgetreten. Außer einem gleichmäßigen Film haben sich an manchen Stellen Tropfen gebildet die jetzt fest und knochenhart sind. Ich habe keine Ahnung was man ursprünglich mal zwischen die Bleche (zur Isolation ?) geschmiert hat.

@Lutz um einen Messfehler aufgrund nichtsinusförmiger Ausgangsspannung zu umgehen habe ich an einem Röhrenradio die (bekannte) Anodenspannung gemessen und verglichen mit der Messung wenn das Radio direkt an 230V Netzspannung hängt. Die Anodenspannung (hier ca. 225V=) sollte so ein Multimeter hinreichend genau anzeigen können.

Viele Grüße
Martin


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BeitragVerfasst: Fr Apr 02, 2021 20:35 
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Die Anzapfungen waren m.E. dazu da, die genaue Ausgangsspannung festzulegen. Beim Volto oder Voltus ließ sich das von außen umstecken.


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BeitragVerfasst: Sa Apr 03, 2021 17:40 
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Ja das scheint so zu sein mit den zusätzlichen Anzapfungen die frei sind. Hier bei mir lässt sich damit die Ausgangsspannung auf 230/232,5/235 Volt einstellen. Nur ist das eben alles zu hoch.
Ansonsten haben die Trafos diese Anschlüsse: der Kleinste 2, der Mittlere 4, und der Große 6 (davon jeweils 2 unbenutzt, je nach Ausgangsspannung). Das ganze ist lt. dem mir vorliegenden Schaltplan korrekt verkabelt, allerdings leuchtet mir die Funktionsweise aufgrund der komplexen Verkabelung nur teilweise ein. Das Prinzip eines magn. Konstanters habe ich inzwischen verstanden. Der Rest der Schaltung dient wohl den "Feinheiten" (Wellenform, Blindleistungskompensation).

Vielleicht findet sich ja jemand der auch so ein Gerät hat....

Viele Grüße
Martin


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