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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Holzgehäuse spritzlackieren - Versuch einer Anleitunng

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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 2:58 
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Nachdem in letzter Zeit die Lackierung von Holzgehäusen öfter Thema war und ich grade eines in Arbeit habe, dachte ich, es wäre vieleicht für einige, die mit dem Lackieren mit der Spritzpistole liebäugeln, hilfreich, eine Schritt für Schritt- Anleitung einzustellen.
Ich will keinesfalls behaupten, dass das die einzige Methode ist um zu einem perfekten Ergebnis zu kommen, und stelle das einfach mal zur Diskussion.

Ausgangsbasis ist diese kleine Jubilate 6 mit ziemlich ramponierten Gehäuse. Habt bitte Verständnis, dass ich vom eigentlichen Lackiervorgang keine Bilder habe, aber Lackieren und Fotografieren gleichzeitig schließt sich einfach aus.


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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 3:09 
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Der alte Lack muss also erst mal runter. ich verwende dafür den normalen gelartigen Abbeizer von Obi. Insgesamt 3x satt aufgetragen, zwischen jeder Schicht 30 min einwirken lassen und mit Plastikspachtel abziehen. Dann ist der alte Lack ab. Danach gründlich mehrfach mit Nitro abwaschen und trocknen lassen. Anschließend leichtes Schleifen mit 320er Papier und gründliches Entstauben. Danach sieht das Gehäuse so aus. Auf das häufig empfohlene Abwaschen mit Essigwasser verzichte ich. Ich konnte keinen Vorteil feststellen und hätte eher Bedenken, dass verbliebene Essigsäure evtl. mit der Beize reagieren könnte.


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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 3:29 
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Was jetzt gleich auffällt, ist die schon werksseitig ausgespachtelte Stelle am Übergang vom Stirnholz zum Furnier an der Rundung, sowie die Tatsache, dass das Stirnholz deutlich heller ist als das Furnier. Das war vorher nicht auffällig, weil der Sunburst bei der Originallackierung einfach mit Schwarz deckend lackiert wurde.
Da ich das schöner machen und die Maserung des Holzes auch in den Randbereichen erhalten will, muss das Stirnholz erst mal getrennt gebeizt werden, ansonsten würde es natürlich heller bleiben.

Ich weiche ganz bewusst von der Originalmethode ab, bei der ausschließlich mit gefärbtem Klarlack gearbeitet wurde, weil ich der Meinung bin, dass ein Beizen im Grundfarbton mit anschließender Klarlackierung das bessere Ergebnis bringt.

Zum Beizen verwende ich die billigen, wasserbasierten Beizen von Clou zum selber anrühren. Aufgetragen wird satt mit einem breiten Pinsel. Meist verdünne ich die Beize nochmal und trage lieber ein paar Durchgänge mehr auf. Das wird dann gleichmäßiger. Die Farbe wird nach Augenmaß bestimmt und evtl. mehrere Farben gemischt. In diesem Fall wurde nur orange verwendet.

Das Stirnholz ist jetzt ein bisschen dunkler, was dem Sunburst später zugute kommt. Die Rundungen sind deutlich dunkler gefärbt. Das liegt daran, dass das Holz vorher schon etwas dunkler und offensichtlich offenporiger war und deshalb mehr Beize angenommen hat. Da kann man nichts machen. Man wird das später aber kaum mehr bemerken.


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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 9:12 
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Nachdem die Beize durchgetrocknet ist kommt der nächste Schritt. Entweder spritzt man jetzt direkt den Sunburst, oder man spritzt erst eine Lage Klarlack als Trennschicht auf das Gehäuse. Das hat den Vorteil, dass man den Sunburst wieder entfernen kann wenn was schief laufen sollte. Also zuerst die Trennschicht. Und damit kommen wir zum Spritzlackieren. Wer das noch nie gemacht hat, muss erst ein paar Fragen klären.

Was brauche ich an Ausrüstung?
Wo lackiere ich überhaupt?
Wie gehe ich am besten vor?

Zur Ausrüstung. Was man unbedingt braucht, ist ein Kompressor. Es reicht das allerbilligste Baumarktmodell. Der Kompressor muss nichts besonderes können. Am billigsten wird man so ein Teil im Baumarkt, bei Norma oder Aldi kriegen. Mitunter werden auch "ölfreie" Modelle angeboten. Bei denen besitzt der Kolben eine Trockenschmierung und der Kompressor selbst benötigt keine Ölfüllung. Zum Lackieren sind solche Modelle besonders geeignet, weil keine Gefahr besteht, dass Ölnebel mit der Luft mitgerissen wird. Das mag der Lack gar nicht. Bei den Kompressoren mit Ölbad braucht man eigentlich einen Ölabscheider. Die Praxis zeigt aber, dass man darauf in aller Regel verzichten kann.
Die gängigen Kompressoren haben alle 200Liter Ansaugleistung und einen 20Liter Kessel, kosten so ab 60 Euro und reichen für gelegentliche Lackierarbeiten völlig aus.

Da ich viel mit Druckluft arbeite, mir größere Kompressoren aber zu teuer sind, hab ich bei Hornbach zwei Auslaufmodelle für 45 Euro/Stck. erstanden. Die wurden einfach parallel geschaltet und so hab ich die doppelte Leistung zur Verfügung.

Was mam noch unbedingt braucht ist ein Wasserabscheider. Bei Ebay kriegt man den für unter 10 Euro. Hat man lange Wege vom Kompressor bis zur Pistole, dann sollte man direkt vor der Pistole noch einen zweiten Abscheider montieren.


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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 9:28 
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Daneben ist noch ein Druckminderer nötig. Der istrmeist schon am Kompressor angebaut. Steht der aber nicht direkt neben der Pistole, so ist das unpraktisch. Besser, man montiert sich einen separaten in Reichweite. Idealerweise gleich in Kombination mit einem Wasserabscheider. Da ist man für ein paar Euro mehr auf der sicheren Seite.
Jetzt kommen wir zum wichtigsten Werkzeug, der Spritzpistole. Es gibt unzählige Variasnten, von spottbillig bis sündhaft teuer. Wer damit "nur" nicht allzugroße Radios lackieren will, kommt aber sehr günstig weg. Bei Musiktruhen oder Schränken sieht es etwas anders aus.

Ausserdem braucht ihr unbeding einen Halter für die Pistole. Die muss man schnell und sicher ablegen können, ohne dass was rausläuft. Solche Halter gibt es fertig wie auf dem Foto, oder man bastelt sich selbst was auch Draht ooder einem Holzbrettchen.


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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 11:20 
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Sehen wir uns nun die Pistolen an. Von links nach rechts:

Ganz links eine Airbrush mit 0,2er Düse. Damit kann man feinste Datails spritzen, allerdings nur mir stark verdünnten Farben ohne schnell flüchtige Lösungsmittel. Die feine Düse würde sofort verkleben. Für unsere Radios brauchen wir so was nicht. Bei Airbrushs darf man nur Markenqualität kaufen, die billigen taugen nichts. Die Preise beginnen so bei 100 Euro und können vierstellige Beträge erreichen.
Daneben eine "Spot-Repair-Pistole". Das ist die erste Wahl wenn es um Radios geht die nicht viel größer sind als eine Elektra. Mit ihr kann man sowohl den Sunburst wie auch die Klarlackierung des Gehäuses vornehmen.
Die nächste ist eine billige Baumarktpistole mit 1,0er Düse. Gut geeignet für größere Gehäuse. Das Spritzbild ist für den Preis von 40 Euro recht ordentlich und für ein Radio allemal ausreichend.
Die letzte ist eine Markenpistole von Sata mit 1,5er Düse. Die hab ich schon über 30 Jahre. Sie war teuer, hält bei guter Pflege aber ein Leben lang. Hat in den 70er so um die DM 150 gekostet. Mit ihr kann man schon Karosserieteile lackieren. Das Spritzbild ist hzervorragend. Das wäre die Wahl für große Musiktruhen.
Im Hintergrund ein Airless-System von Wagner. Nur geeignet für grobe Lackschichten. Der Vorteil liegt im wesentlich geringeren Farbnebel, aber die Nachteile sind so gravierend, dass die Anschaffung für hochwertige Arbeiten keinen Sinn macht.

Mit der Spot-Repair-Pistole wollen wir uns etwas näher beschäftigen.
Die hier gezeigte stammt vom Globus Baumarkt, ist sicher aus chinesischer Produktion und hat 28 Euro gekostet. Trotzdem funktioniert sie zeimlich gut. Lediglich mit dem sauberen Schneiden von Gewinden haben die Chinesen immer so ihre Problemchen. Aber für den Preis kann man nicht meckern.


Zuletzt geändert von achim1 am Do Okt 03, 2013 12:29, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 12:05 
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Hier die einzelnen Bedien- und Einstellelemente der Pistole.
Das Grundprinzip ist einfach. Es wird Druckluft durch eine feine Düse geblasen. Nach dem Wasserstrahlpumpenprinzip wird dabei Farbe mitgerissen und in dem Luftstrom zu feisten Tröpfchen vernebelt. Die Tröpfchen schlagen sich auf der Oberfläche des zu lackierenden Objekts nieder und bilden, bei richtiger Handhabung, eine geschlossene Oberfläche.
Im Gegensatz dazu wir bei eine Sprühdose die Farbe nur durch eine feine Düse gepresst. Hier steht der Farbbecher unter Druck. Die Zerstäubung ist dabei viel schlechter als bei einer Spritzpistole und daher ist auch die Oberflächenqualität nicht zu vergleichen. Der Nachteil der Spritzpistole liegt darin, dass durch die extrem feine Zerstäubung und durch das große Luftvolumen als Trägermedium für die Farbe, ein Großteil der Farbe nicht auf dem Objekt, sondern irgendwo in der Gegend landet. Der Spritznebel ist deutlich ausgeprägter als bei einem Airless-system oder der Sprühdose.

1 - Hier wird die Farbe eingefüllt.
2 - Je weiter bdie Schraube ausgedreht wird, desto mehr Farbe wird dem Luftstrom zugemischt
3 - Anschluss für die Schlauchkupplung des Druckluftschlauchs
4 - Hier kann der Luftdruck reguliert werden. das macht man aber besser am Druckminderer wo man eine Kontrolle über das Manometer hat. Für schnelle Feinregulierungen aber ganz nützlich.
5 - Wir der Betätigungshebel ein wenig gezogen, kommt erst man nur Luft aus der Pistole. Wird weiter gezogen, wird Farbe zugemischt. Je weiter der Hebel betätigt wird, desto mmehr Farbe kommt raus. Die maximale Menge kann mit der Regulierschraube begrenzt werden.
6 - Ohne die Horndüsen hat der Sprühstrahl die Geometrie eines Kreises. Für flächige Lackierungen ist das eher ungünstig. Werden die Horndüsen aktiviert, so wird Druckluft durch die Düsen geblasen wodurch der Sprühstrahl seitlich zusammengepresst wird und, je nach Einstellung, die Form einer Elipse annimmt. Die Horndüsen sind beliebig drehbar, so dass die Elipse senkrecht oder waagrecht gestellt werden kann.
7 - Hier kann man den Druck für die Horndüsen einstellen. Es ist so ein stufenloser Übergang von Rundstrahl zu ausgeprägter Elipse möglich.


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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 12:10 
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Die Pistole zerlegt. Bei Verwendung von 2-k-Lacken muss die Pistole nach längstens 20 Minuten so zerlegt und gereinigt werden. Ansonsten sind Betriebsstörungen vorprogrammiert.
Die komplette reinigung dauer aber max. 5 Minuten.


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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 12:26 
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Jetzt können wir die erste Klarlackschicht auf das gebeizte Gehäuse legen. Da stellt sich die Frage, welchen Lack man am besten verwendet.
Alles was ich hier schreibe bezieht sich grundsätzlich auf 2-K-Lacke und im speziellen auf den im Bild gezeigten von car-technic.
Warum ich grade diesen verwende hat keinen besonderen Grund. Er ist an meinem Wohnort bei Stahlgruber verfügbar, ist nicht sehr teuer und funktioniert hervorragend.
Alle 2-K-Klarlacke für den Automobilbereich sind von sehr guter Qualität. In der Handhabung gibt es sicher Unterschiede.
Wichtig! Immer im System bleiben. Niemals Lacke, Härter und verdünnung von versch. Herstellern kombinieren. Das geht so gut wie immer schief.

Der Härter wird original in einer Blechdose geliefert und hat nur eine begrenzte Haltbarkeit. Deshalb fülle ich ihn in kleine Glasfläschen um die im Kühlschrank gelagert werden. Das verlängert die Lebensdauer erheblich. Man lackiert ja nicht jeden Tag. Aber auch in der Blechdose im Kühlschrank hält der Härter ca. 1/2 Jahr. Der Lack selbst hält fast ewig.
Die Verdünnung wird eigentlich nicht gebraucht. Lack und Härter werden im Verhältnis 2:1 gemischt. Verdünnen ist nicht erforderlich, aber möglich. Zum Reinigen der Pistole tut es dann irgendeine billige Universalverdünnung.


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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 12:39 
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Halt, es fehlt noch was. Die Frage nach dem richtigen LLackierort und einigen anderen Dingen. Ich mach hier erst mal Pause. Später geht es weiter. Wenn was unklar ist bitte fragen. Sollte gar kein Interesse bestehen, dann sagt mir das einfach. Dann mach ich weiter an meinen Radios..... :D

Gruß,
Achim


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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 13:05 
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Hi,

das ist schon beeindruckend was Du so an Infos zusammengetragen hast. Danke für diesen informativen Beitrag.

Vielleicht wird dem einen oder anderen die Angst vor dem Lackieren genommen.

Gruss
Oliver

_________________
Nette Grüsse aus dem Ruhrgebiet.


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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 13:57 
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Wohnort: Berlin
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Hi Achim,

mach bitte weiter. Es ist sehr interessant für uns, die sich bisher nicht getraut haben so etwas zu probieren, weil es zu viele Unbekannte gibt. Durch Dich wird die Sache DURCHSCHAU- und KALKULIERBAR.

Danke!

_________________


Heiko


--- Und weisst du keinen Rat, nimm Draht! ---


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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 15:56 
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Ok, es geht weiter. Was also ist der beste Ort zum Lackieren? Die Antwort ist einfach: Eine professionelle Lackierkabine mit allem was dazu gehört.
Wie ? habt ihr nicht? Ich auch nicht, also müssen wir improvisieren.

Das einfachste ist es, im Freien zu lackieren. Die Geruchsbelästigung ist gering, da wir Klarlack verwenden gibt es auch keinen (sichtbaren) Niederschlag in der Umgebung, das bisschen schwarz/braun für den Sunburst kann man vergessen und ein Lakierdurchgang dauert ja auch nur wenig länger als ein paar Minuten. Das sollte also gehen.
Der ideale Ort ist es aber nicht. Am besten geht es bei gemäßigten Temperaturen um die 20°C - hat man leider nicht immer. Windstille ist vorteihaft und es sollte nicht zu viel Staub in der Luft sein.
Am besten geht es nach einem Regenschauer, da ist die Luft am saubersten.
Wer einen Garten hat, kann auch in einem Pavillon lackieren. Insekten die vom frischen Lack magisch angezogen werden gehören zu den schlimmsten Feinden. Einschlüsse im Lack werden im Freinen unvermeidbar sein, aber die lassen sich später ausschleifen und polieren. Dazu gibt es dann ein extra Kapitel.

Wer die Möglichkeit hat, der richtet sich einen Lackierraum ein. Ich hab einen solchen im Keller und er hat nicht mal ganz 4 m2. Das reicht völlig. Er ist Lackierraum, Temperkammer und "Fotostudio" in einem. Denn ich dokumentiere die Arbeiten an meinen Radios alle. man vergisst sonst alles so schnell.


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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 16:02 
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Ein Blick in den Lackierraum - hier in seiner Eigenschaft als Fotostudio. der Fototisch besteht aus einer 1x1m großen Siebdruckplatte. Vorne sind zwei steckbare Beine dran, hinten wird die Platte in die durchgehende Stange eingehakt. Die Hohlkehle ist eine Rolle Papiertischdecke wi8e man sie für ein paar Euro im Supermarkt bekommt. Die Platte ist in weniger als einer Minute auf- und abgebaut. Bei Nichtgebrauch wandert sie an die Seite des Lackierraums. Ist ja wurscht, ob sie eingesaut wird.
Also wieder abbauen, dann sieht das so aus:


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BeitragVerfasst: Do Okt 03, 2013 16:10 
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Die obere Stange dient zum Aufhängen der Hintergrundrolle, in die untere wird die Tischplatte eingehakt. Die Wände und die Decke sind mit 3cm Styroporplatten beklebt. Wenn es mal sehr eilt, verwandeln zwei Heizlüfter mit überbrücktem Thermostat den Lackierraum in eine Temperkammer und heizen ihn innerhalb von 15 Minuten auf knapp 50°C auf. Ein 2-K-Lack ist dann nach zwei Stunden vollständig durchgehärtet. natürlich alles VDE gemäß :D

Nun muss antürlich der Farbnebel irgendwie raus. dazu ist das vielfach gelochte HT-Rohr im Hintergrund zuständig. Wie man auf dem Foto erkennen kann, sind oberhalb und unterhalb des HT-Rohrs Styrodurplatten trichterförmig angeordnet. Sie dienen auch als Trichter und leiten den Farbnebel zu dem HT-Rohr.


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