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 Betreff des Beitrags: Oberflächenerneuerung mit Hartöl
BeitragVerfasst: Mo Mär 02, 2009 21:14 
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Als Radiobastler steht man ja häufig vor dem Problem, daß man ein reizvolles Gerät hat, welches aber optisch mehr als gewöhnungsbedürftig ist.
Meistens heißt der Wunsch dann Neulackierung, was aber in der Regel aus vielerlei Gründen wieder verworfen wird.

Ich möchte hier mal den Tip der Oberflächenbearbeitung mit Hartöl geben.

Diese Idee hatte ich vor etwa 2 Jahren bei der Renovierung einer Wohnung bekommen. Wir versiegelten damals abgeschliffne Holzdielen mit Hartöl.

Für das Radio heißt dies erstmal, daß der alte Lack komplett runter muß.
Ich tat dies damals mit Azeton. Dies ging sehr schnell. Bei meinem ersten Gerät benötigte ich ca. einen ¾ Liter davon.
Dazu tränkte ich einen Lappen damit und verteilte das Azeton so auf der jeweiligen horizontalen Oberfläche. Immer kurz einweichen und dann mit einem Kunststoffspachtel den gelösten Lack herunter holen. Abschließend mit einem sauberen Lappen die Reste wiederholt herunterwischen.
Dieser gesamte Vorgang kann zwischen 30 min und einer guten Stunde dauern. Danach hat man ein absolut Lackfreies Radio. Eventuelle Messingteile habe ich vorher poliert, da die nicht vermeidbaren schwarzen Putzschlieren auf dem jetzt ungeschützten Holz nur wieder schwer heraus zu bekommen sind.
Ein leichtes überschleifen mit 400 Schleifpapier kann eventuell nützlich sein.
Die meisten Radioliebhaber werden jetzt auf die Knie fallen, weil sie ein wunderbares Furnier erblicken, was sich vorher unter modischem, dunklem Lack verbarg.
Jetzt ist das Radio bereit zur ersten Hartölbehandlung. Diese erfolgt mit Pinsel und satten Aufstreichen. In der Regel wird das Holz alles Öl aufsaugen. Nun erfolgt, nach guter Trockenzeit (24 h), ein erster Zwischenschliff.
Dies nur, um eventuelle Unebenheiten auszugleichen.
Jeder weitere Auftrag des Öls sollte ab jetzt mit einem sauberen Ballen erfolgen. Hier sollte schnell und sauber immer möglichst in Maserrichtung gearbeitet werden. Zwischen jeden Arbeitsgang ist ein Zwischenschliff erforderlich. Bei dem hier gezeigten Exemplar habe ich insgesamt 5x Öl aufgetragen. Der Zwischenschliff erfolgte zum Schluß mit 1000 Sandpapier. Als das Öl vom letzten Auftrag getrocknet war, habe ich zum Schluß noch mal mit Autopolitur gearbeitet.
Die ganze Sache hat keine 15,- Euro und ein paar Stunden Zeit gekostet.


Dateianhänge:
Dateikommentar: Nach dem 3. Auftrag
Mende 450-10-1.jpg
Mende 450-10-1.jpg [ 41.29 KiB | 7690-mal betrachtet ]
Dateikommentar: Etwa so kann man sich den Ursprungszustand vorstellen.
Mende 450-10-3.jpg
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Zuletzt geändert von paulchen am Mi Apr 01, 2009 20:04, insgesamt 1-mal geändert.
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BeitragVerfasst: Mo Mär 02, 2009 21:16 
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Die jeweiligen Arbeitsschutzmaßnahmen sollte man einhalten. Arbeiten im Freien ist hier klar angesagt. Zumindest was den Azetonteil angeht.

Das ganze soll hier als Anregung gesehen werden.
Ich habe etwa ein Dutzend Radios so behandelt.
Es gibt natürlich auch noch andere Möglichkeiten für den Hausgebrauch (Schelllack, Ballenmattierung). Diese hier gezeigte hat sich neben der Ballenmattierung als einfachste herausgestellt.

Erprobt haben sie auch schon etliche Radiofreunde.

Fragen und eigne Erfahrungen werden mit Sicherheit hier aufkommen. Die können ja ohne Probleme hier gestellt und geschildert werden.


Dateianhänge:
Dateikommentar: Das fertige Gerät.
Mende 450-10-2.jpg
Mende 450-10-2.jpg [ 62.58 KiB | 7633-mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: Mo Mär 02, 2009 21:31 
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paulchen hat geschrieben:
Erprobt haben sie auch schon etliche Radiofreunde.


Wie Du weißt, bin ich Einer davon :D Ich bin mit der Hartöl-Behandlung absolut zufrieden und bin Dir heute noch für diesen Tip dankbar. Und der Mende 450-10 macht mittlerweile eine gute Figur in unserem Regal :super:

Es ist sehr einfach, mit dem Öl eine super Oberfläche zu gestalten, zumal es auch viele Radiobastler gibt, die nicht über Kompressor/Lackierzubehör und/oder geeignete räumliche Möglichkeiten verfügen. Diese Oberflächenbehandlung klappt selbst in der kalten Jahreszeit (in warmen Räumen).

Ich packe auch noch ein Bild dazu von unserem Tefag Tefadyn 338 W, dem diese Lackschicht sehr gut steht.


Dateianhänge:
Tefag Hartoel.jpg
Tefag Hartoel.jpg [ 55.05 KiB | 8458-mal betrachtet ]

_________________
Gruß
Schumi

Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln:
Erstens durch Nachdenken, das ist der Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist der Leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der Bitterste.
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BeitragVerfasst: Mo Mär 02, 2009 21:39 
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Wie ist die haltbarkeit? Empfindlichkeit gegen fingertatschen?

_________________
Mfg.
Mario


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BeitragVerfasst: Mo Mär 02, 2009 21:47 
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Darum ging es mir ja bei der ganzen Sache.

Wohl kaum einer hat die Möglichkeit, zu lackieren.
Ich habe das gezeigte Ergebnis ja auch im Prinzip auf dem Wohnzimmertisch gemacht. Wenn im Sommer das Fenster offen ist, hält sich die Geruchsbelästigung im Rahmen.

Hast Du mal mit der selbst gemachten Politur Erfolge feiern können?

Viele Grüße auch an Deine bessere Hälfte!!

"Paulchen"


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BeitragVerfasst: Mo Mär 02, 2009 21:50 
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Hallo Amiga!

Also "Fingerstabil" ist die Oberfläche.
Aber wie Schumi schon sagte, mit Chemie sollte man das Radio nicht mehr quälen.
Ich würde sagen, Alltagstauglichkeit ist voll gegeben.


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BeitragVerfasst: Di Mär 03, 2009 16:28 
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Hallo,

Schöne Anleitung!!

Ich selbst Lackiere Gehäuse mit jeweils 2 Schichten Kunstharzlack.

Selbstverständlich höchglänzend ;)

Mein Radio wurde gestrichen:

http://s6b.directupload.net/file/d/1720 ... x7_jpg.htm


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BeitragVerfasst: Di Mär 03, 2009 18:14 
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Hallo Yves!

Sicher kann man solche Sachen auch mit Kunstharzlack machen.
Nur sollte man bei solchen Dingen eins nicht außer Acht lassen.
Wie sieht das schöne Gehäuse danach aus.
Die von mir angesprochne Variante soll für Radios bis etwa 1952-53 relativ autentisch sein. Danach kamen dann solche Sachen wie Kunstharzlack auf.
Ein Radio der ´30 Jahre mit einigen Lagen 2K - Lack zu "verschönern" mag dem Laien gefallen. Der Kenner wird sich mit Grausen abwenden.
Auch sollte man es nicht mit den Lagen übertreiben. Es gibt da "schöne" Beispiele an anderer Stelle und auch bei Ebay zu sehen -" Der Lack liegt wie eine Glasplatte auf dem Holz". Nun gut, das tut er in der Tat, nur lag im Original nie eine Glasplatte in Form von Lack auf dem Holz.
Was ich sagen will, lieber beim Lackieren einen Gang zurück schalten, als zwei rauf. Die Optik wird es einen danken.
Deinen Beitrag habe ich mitverfolgt, ebenso Deine Lackierung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen :super: .

Ich habe hier 2 Bilder rangehängt, wo ich zeigen will, was ich meine.
Das Graetz ist mit 2K Lack gemacht, das Freiburg mit Ballenmattierung.


Dateianhänge:
176W 1.jpg
176W 1.jpg [ 73.6 KiB | 7643-mal betrachtet ]
Freiburg W -1.jpg
Freiburg W -1.jpg [ 66.13 KiB | 7642-mal betrachtet ]


Zuletzt geändert von paulchen am Mi Apr 01, 2009 20:08, insgesamt 1-mal geändert.
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BeitragVerfasst: Di Mär 03, 2009 19:31 
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Hallo,

selbsverständlich ist mir klar, dass es nicht 100% der Originalität entspricht ;)

Jedoch habe ich meinen Glanz und bin doch recht zufrieden damit =)


Klar kann man es ganz Original machen.

Jedoch habe ich nirgends von diesem Öl gefunden.

Wo kann man das kaufen?


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BeitragVerfasst: Di Mär 03, 2009 21:14 
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Das von mir verwendete ist von der Firma "Clou". Gibt es in verschiedenen Größen.
Bei mir hat eine 250 ml Flasche locker für zwei Radios gereicht.
Gehandelt wird dies in D in fast allen Baumarktketten, oder wenn es gar nicht geht, auch online.


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BeitragVerfasst: Sa Apr 04, 2009 16:50 
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so, ich habe das gute Wetter heute mal genutzt und den Deckel meines Tefi 573 einmal mit Hartöl behandelt. Zum Auftragen habe ich einen Pinsel genutzt und das öl satt aufgetragen. Jetzt nach dem Trocknen gibt es glänzende und matte Stellen. Leider gibt es auch viele Einschlüsse von irgendwelchen Pollen die momentan rumfliegen.
Sind diese matten Stellen beim ersten Auftrag normal oder soll ich alles wieder abbeizen ?

Viele Grüße

Joachim

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BeitragVerfasst: Sa Apr 04, 2009 17:57 
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Hallo!

Diese Stellen sind normal.
Wenn Du jetzt nach dem Trocken die Oberfläche leicht überschleifst, sollten die gröbsten Einschlüsse verschwinden. Aber nur überschleifen...
Ab jetzt würde ich beim Auftragen des Öls mit einem Ballen arbeiten.
Immer nur dünne Schichten auftragen und den Zwischenschliff nicht vergessen. Schluß ist, wenn Du merkst, daß die Schichten anfangen sehr langsam zu trocknen (länger als zwei Tage).
Die matten Stellen sollten spätestens nach der dritten Schicht verschwinden. Ich würde spätestens nach der fünften Schicht prüfen, ob man noch weiter auftragen kann, eher noch früher!

Viel Erfolg wünscht
paulchen


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BeitragVerfasst: Sa Apr 04, 2009 18:27 
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Hallo,

kurze Zwischenfrage.
Man möge einem Nicht-Maler u. Lackierer verzeihen.

Gibt es für Kunstharzlack noch eine andere Bezeichnung?
Hier im Baumarkt (TOOM) gibt es Hunderte von Lacken und gut ein Dutzend Sorten.
Aber überschriftsmäßig steht nirgends "Kunstharzlack".
Wie kann man einen Solchen erkennen?

Gruß

Rocco11

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http://www.youtube.com/watch?v=PZUL6cPc26g&feature=related


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BeitragVerfasst: So Apr 05, 2009 0:13 
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Hallo,

jaja, - wer dumm fragt ...... :(
Den Begriff 'Acryllack' kenne ich wohl.
Ich dachte aber, das sei Lack auf Wasserbasis und nicht auf Lösungsmittelbasis.

Der Begriff 'Alkydharzlack' hingegen ist mir nicht geläufig.


Gruß

Rocco11

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BeitragVerfasst: Do Apr 09, 2009 20:48 
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Ich habe heute drei Baumärkte abgeklappert, aber in keinem gibt es 1000er Schleifpapier. In zwei davon war sogar 600er das feinste.
Leider gibt es kaum noch, bzw. überhaupt keinen Einzelhandelsladen mehr.
Das fing vor einigen Jahren mit dem sterben der Schraubenläden an...

Man kann ja auch nicht alles im Internet kaufen....

Ein gefrusteter

Joachim

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