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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Hartöl-Gehäuserestaurierung Kammermusikschatulle M47

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BeitragVerfasst: Mo Apr 06, 2009 18:47 
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Hallo an alle,

um mich ein wenig von meiner blauen Philetta abzulenken, habe ich mir bei diesem schönen Wetter ein Gerät vom Radio-Museum Linsengericht vorgenommen. Die unten abgebildete Siemens Kammermusik-Schatulle M47 wurde dem Team von Museum gespendet.

Nur putzen und in die Ausstellung packen geht leider nicht, das wäre ja viel zu einfach. Das Gerät ist komplett, aber der Lack ist größtenteils zerstört. Ich vermute auf starke Sonneneinstrahlung, die Lacksschicht ist zerbröselt und teilweise abgefallen.

Also muß eine neue Lackschicht aufgebaut werden. Hier habe ich mich für Hartöl entschieden, da der seidige Glanz meiner Meinung nach sehr gut zum Gerät paßt (oder auch nicht). Das werden wir feststellen, wenn die Restaurierung abgeschlossen ist.

Frontansicht mit geschlossenen Türen:

Bild

Macht auf das Tor:

Bild

Der Lack der Seitenwand fällt von alleine ab...

Bild

...und vom Deckel erst recht:

Bild

Hier die demontierten Türen mit Scharnieren:

Bild

Bis auf das blanke Gehäuse gestrippt:

Bild

Der Lack hinter den Türchen war noch gut, davor die Auflösung durch Sonneneinstrahlung :?

Bild

Unter dem Siemens-Emblem ist die ehemalige Farbe erkennbar:

Bild

Der handelsübliche Abbeizer hat mit dem beschädigten Lack leichtes Spiel:

Bild

Nussbaum natur, fertig abgebeizt ! Ich habe das Gehäuse nach dem Entlacken mit Nitroverdünnung abgewaschen, um Farbschläge der früheren Beize und hartnäckige Lackreste zu entfernen. Danach wurde es nochmals mit klarem Wasser abgewaschen und trocknen lassen:

Bild

Auf diesem Bild hat die Schatulle schon wieder eine ordentliche Farbe. Das Furnier wurde mit Dünnschicht-Lasur in der Farbe "Nussbaum Mittel" lasiert, um dem ehemaligen Farbton nahe zu kommen:

Bild

Die Messing-Zierleisten können bei Arbeiten mit Abbeizer, Verdünnung, Lasur und Hartöl am Gehäuse verbleiben. Normalerweise erfolgt eine Politur der Leisten vor dem Abbeizen des Altlacks, damit Politur-Reste auf dem Lack verbleiben und mit der Beize entfernt werden. In diesem Fall war der Lack dermaßen zerstört, daß die Politur und der Messing-Abrieb sich ins Furnier eingearbeitet und unschöne Flecken verursacht hätten. Die Politur erfolgt daher zum Abschluß der Gehäuse-Aufarbeitung.


Demnächst folgen mehr Bilder vom Lackaufbau in Teil 2 des Berichts. Nicht ungeduldig werden, immer schön Schritt für Schritt... :mrgreen:

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Gruß
Schumi

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Zuletzt geändert von Schumi am Mo Apr 06, 2009 20:26, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mo Apr 06, 2009 19:49 
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Hallo Schumi!

Ich bin sehr froh darüber, daß Du diesen Beitrag machst.
Ich habe hier auch so einen Kandidaten, der demnächst hier seine Hüllen fallen lassen wird.
Eigentlich wollte ich genau dies machen, was Du hier angefangen hast.
Aber jetzt... Muß ich nicht her halten und habe mehr Zeit dafür.

Die Grundlage hier sieht sehr gut aus. Ich denke an Hand der Bilder einschätzen zu können, daß dies wieder etwas sehr schönes wird.
Bin ich ja auch so gewöhnt von Dir :P .

Viele Grüße an Uli

von paulchen


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BeitragVerfasst: Mo Apr 06, 2009 20:04 
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Tach Paulchen,

dieses mal kannst Du Dich zurücklehnen und lesen - die nächste Restaurierung kommt wieder von Dir, ok ?

Schönen Gruß zurück an Dich von meiner Frau (die übrigens auch mithilft, die Schatulle wiederzubeleben).

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Schumi

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BeitragVerfasst: Mo Apr 06, 2009 20:05 
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Hallo Schumi,

ich bin auch schon sehr gespannt auf den Bilderbericht.
Wie Du weist habe ich mit dem Deckel des Tefifons schon angefangen. Bin mir aber etwas unsicher was das Schleifen der Deckelseiten angeht. Da ist nicht viel Furnier drauf und meist werden beim Schleifen diese schmalen Seiten etwas "runder"...

Wenn alles klappt warten dann noch weitere Radios, wie ein Grundig 3055 3D auf die Gehäuserestaurierung. Der Grundig hat auch eingelassene dünne Messingleisten, welche im Gehäuse bleiben müssen.

Grüße

Joachim

P.S: Wie hast Du das Siemens Zeichen aus dem Holz bekommen ohne das Furnier zu beschädigen ?

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BeitragVerfasst: Mo Apr 06, 2009 20:13 
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Joachim08 hat geschrieben:
Wie hast Du das Siemens Zeichen aus dem Holz bekommen ohne das Furnier zu beschädigen ?


Hallo Joachim,

das geht mittels einem langen Schraubenzieher mit scharfer Spitze (oder auch scharfer Dichtungsschaber, Stechbeitel etc...), einem untergelegten Lappen und voooorsichtiger Hebelwirkung. Dann kommen die drei Haltenägel langsam aus dem Holz gekrochen...

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BeitragVerfasst: Mi Apr 08, 2009 12:55 
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Hallo Schumi.

Mit der Dünnschicht-Lasur sieht das Gerät ja schon richtig gut aus, allerdings hätte ich nach der Behandlung etwas bedenken das das Holz das Hartöl dann nicht mehr an nimmt. Oder ist das eine spezielle Lasur? Was haste denn da genommen?

Gruß Ralf


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BeitragVerfasst: Mi Apr 08, 2009 17:22 
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Hallo Ralf,

das ist kein Problem, das Öl soll sich ja irgendwann deckend über das Furnier legen und nicht weiter einziehen, erst dann erreicht man eine glänzende Oberfläche.

Ich habe als Lasur das hier genommen in Farbe Nussbaum: http://www.sikkens.de/de/Produkte/Produ ... S+plus.htm

Das lasierte Furnier wird staubtrocken, danach kann man den Lackaufbau vornehmen. Das Öl dringt bis zu einem gewissen Sättigungsgrad ins Holz ein, dann fängt es nach dem dritten bis fünften Auftrag an zu glänzen. Diese Aufträge macht macht man solange, bis eine geschlossene Deckschicht und ein gewünschter Glanzgrad erreicht ist.

Wahrscheinlich muß das Gehäuse bis nächste Woche warten, ich habe derzeit zuviel anderen Kram zu erledigen, der mir kurzfristig mitten in der Restaurierung dazwischen kam. Bald geht's weiter...

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BeitragVerfasst: Sa Apr 11, 2009 19:32 
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So, weiter geht's. Heute abend hatte ich genug Zeit, um die erste Schicht Hartöl aufzutragen.

Zuerst noch ein paar grundsätzliche Informationen. Man kann vor der Lasur und dem Ölauftrag wie bei einer Schellack-Politur mit Bimsmehl und Spiritus die groben Poren des Furniers schließen. Da die hier vorgestellte Schatulle über ein hochwertiges und glattes Furnier verfügt, war dieser Schritt nicht notwendig.

Normalerweise nimmt man die ersten ein oder zwei Aufträge des Hartöls mit dem Pinsel vor, wie im Beitrag von Paulchen beschrieben: http://dampfradioforum.de/to ... rtoel.html

Dies dient zur schnelleren Sättigung des Furniers und damit einem schnelleren Lackaufbau. Durch den Pinselauftrag können aber auch Läufer entstehen, die man nach der Trocknung wieder ausschleifen muß.

Wer aber genug Geduld und Zeit hat wie ich, kann bei einem hochwertigen und feinporigen Furnier gleich mit einem Lappen oder Ballen arbeiten und die ersten Aufträge vornehmen, da hier keine sichtbaren kleinen Löcher und Unregelmäßigkeiten durch grobporiges Furnier zu erwarten sind.

Nach der ersten Lasur, wie weiter oben in diesem Thread beschrieben, wurde das Gehäuse nochmals mit Dünnschicht-Lasur behandelt, da mir der erste Farbauftrag nicht gleichmäßig genug war und ein paar helle Stellen durchkamen. Nach dem Trocknen der zweiten Lasur habe ich das Gehäuse entstaubt und mittels möglichst fusselfreiem Baumwoll-Lappen (habe mein bestes weißes T-Shirt geopfert) im Maserungs-Richtung die erste Schicht Öl aufgetragen.

Bild

Bild

Und hier das Türchen:

Bild

Nach dem ersten Sättigungsauftrag mit ausreichend Hartöl ziehe ich das Furnier anschließend nochmals mit dem Lappen gleichmäßig ab, um Läufer zu vermeiden.

Der Handschuh beim Auftrag ist angeraten, da Hartöl die Haut reizen kann. Bitte die Gefahrenhinweise beachten. Die Lappen sollten anschließend wegen Selbstentzündungsgefahr entsorgt werden.

Die ersten Bilder nach der Trocknung kann ich Euch morgen zeigen. Mal sehen, wieviel Öl noch als Glanzschicht auf der Oberfläche verblieben ist. Wahrscheinlich hat das Holz alles aufgesaugt und es ist matt geblieben. Wir werden sehen...

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BeitragVerfasst: Sa Apr 11, 2009 20:08 
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Hier noch ein wichtiger Nachtrag zur Behandlung des Gehäuses, bevor das Hartöl aufgetragen wird:

Da beim Abbeizen die Werks-Farbe zum Abdecken der Furnierstöße ebenfalls entfernt wird, habe ich alle Stöße mit einem Furnier-Retuschierstift in der Farbe Nussbaum dunkel (ähnlich wie Edding) nachgezogen. Ansonsten würden die Furnierkanten hell bleiben.

Wer jetzt gerade am Überlegen ist, was genau gemeint ist: Der Übergang vom Gehäuse-Deckel zu den Seiten- und Frontfurnieren. Dieser Furnierstoß wurde ab Werk meistens mit einem handgezogenen Farbstrich abgedeckt. Bilder folgen...

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BeitragVerfasst: So Apr 12, 2009 8:13 
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Moin Schumi, ..............und frohe Ostern.

..............wie ich sehe warst du schon fleißig. :D

Das Hartöl was du verwendest, ist das das von Clou?
Hast du auch schon erfahrungen mit Ölen anderer Hersteller gemacht?

Ich habe mir gestern mal ein Schrottgerät aus meinem Bastelkeller zur Brust genommen und Abbeizer aus dem Baumarkt besorgt, aber auch hier war kein Öl von der Firma Clou zu bekommen, mal schaun ob da nicht auch was anderes geht?!

Den Abbeizer habe ich gerade aufgetragen, laut Beschreibung benötigt man 300 bis 800 ml pro Quadratmeter je nach Lackschichtdicke. Demnach müßte meine Dose nun leer sein, ist sie aber nicht. Vielleicht habe ich das zu dünn aufgetragen? Ich gehe da nachher mal mit dem Spachtel bei, das soll ja erst ein bis zwei Stunden einwirken, .............mal gucken wie das dann klappt.

Gruß: Ralf


Zuletzt geändert von Ralf am So Apr 12, 2009 8:15, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: So Apr 12, 2009 8:14 
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Wow,
ich falle auf die Knie.....

Das sieht schon verdammt gut aus Schumi.

Ich werde jetzt gleich in den Keller gehen und den fünften Lackauftrag beginnen. Beim vierten gab es immer noch Schlieren.

Grüße

Joachim

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BeitragVerfasst: So Apr 12, 2009 9:54 
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Moin und frohe Ostern an Euch alle.

@ Ralf: Das verwendete Hartöl ist von Clou. Habe bisher nichts anderes verwendet. Die Abbeize müsste eigentlich schon nach 10 Minuten greifen. Wenn Du zu lange wartest mit dem Abkratzen, trocknet der Siff wieder an.
Ich habe letztens eine dieser neuen Bio-Abbeizen aus dem Baumarkt genommen. Die sind so biologisch und umweltfreundlich, daß man sie eigentlich zum Frühstück saufen könnte, wenn man die Hersteller-Angaben liest. Man kann prima Wasserfarben damit abbeizen, aber mit anderen Lacken tun sie sich schwer. Frühere Mittelchen haben sofort beim Auftragen den Lack gekräuselt, heute ist das wie Kaugummi abschaben...

@ Joachim: Das sieht auf dem Bildern derzeit nur gut aus, weil es wegen des frischen Öls glänzt :) Der Dauerglanz kommt erst nach mehreren Schichten...

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Zuletzt geändert von Schumi am So Apr 12, 2009 18:39, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: So Apr 12, 2009 13:20 
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Stichwort Abbeizer.

Ich kann das Gesagte von Schumi nur dick unterstreichen.
Vor etwa 1 1/2 Jahren habe ich aus der Grabbelkiste beim Discounter Netto alles weggekauft, was die an Abbeizer da hatten. Und dies in allen mir greifbaren Märkten in meiner Nähe. Dadurch hatte ich zum Schluß etwa 15 Liter Abbeizer für etwa 70 Cent der Liter. Billiger ging nicht.
Die haben damals eine generelle Lagerräumung gemacht, da dies so richtig schwere Chemie war, die sie aus dem Sortiment nahmen.
Warum erzähle ich das?
Das Zeug ist Gelartig, stinkt wie die Pest und arbeitet auch so. Aufstreichen, maximal 5 min warten und mit dem Kunststoffspachtel die Suppe wieder runter holen. Zweitesmal zur Sicherheit wiederholen und abschließend mit lauwarmen Wasser die Reste abwaschen und trocknen lassen. Auf diese Art und Weise bin ich in der Lage, ein komplettes Gehäuse innerhalb einer 1/2 - 3/4 Stunde zu entlacken.
Probeweises Arbeiten mit Biosuppe habe ich nach einer Stunde aufgegeben.

Man kann die gesamte Arbeit auch mit Aceton machen. Maximal 2 Liter und das Holz ist porentief Farbfrei.
Hatte ich mal ausführlich im Nachbarforum vom Loewesammler beschrieben im Zusammenhang mit der "Erfindung der Hartölveredelung".

Achtung!!! Solche Arbeiten bitte nur drausen machen.
UND, ich benutze Handschuhe. Richtig dicke in Grün. Meine Gesundheit ist mir dies wert.

paulchen


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BeitragVerfasst: So Apr 12, 2009 18:13 
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Schumi hat geschrieben:
Ich habe letztens eine dieser neuen Bio-Abbeizen aus dem Baumarkt genommen. Die sind so biologisch und umweltfreundlich, daß man sie eigentlich zumFrühstück saufen könnte, wenn man die Hersteller-Angaben liest. Man kann prima Wasserfarben damit abbeizen, aber mit anderen Lacken tun sie sich schwer....


..............genau das Zeugs habe ich auch erwischt, ............biologisch abbaubar, frei von Chlorkohlenwasserstoffen, aromatenfrei, geprüft durch das Institut für Wasserwirtschaft und Luftreinhaltung. :lol:

Stinken tuts nicht, es ist aber eine sehr schmierige Angelegenheit. Zu allem überfluß ist mir auch noch ein Einweg-Gummiehandschuh kaputt gegangen, da waren dann auch noch hinterher meine Finger versaut.


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BeitragVerfasst: So Apr 12, 2009 18:28 
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Hallo Ralf,

die Finger sollte man schon eiligst waschen, obwohl das total coole Bioprodukte sind. Farbe beizt das Zeug nicht ab, aber die Haut schon, tolle Erfindung :?
Wie Paulchen schon schrieb, früher haben ein paar Pinselstriche Abbeizer genügt, heute jaucht man mindestens eine ganze Dose oder umgerechnet die vierfache Menge von dem Zeug drauf und wäscht mit Nitroverdünnung nach. Die gesunde Bio-Abbeize ist außerdem viel teurer als die Chemie von früher. Ob das wirklich alles so gut ist, wie einem weißgemacht wird ?

Habe heute mal Bilder der getrockneten ersten Oel-Schicht gemacht. Es ist weniger Oel vom Furnier aufgesogen worden wie gedacht, Glanz ist schon teilweise vorhanden. Das liegt am hochwertigen Furnier der Schatulle.

Im Gegenlicht sieht man die anfänglichen Schlieren, die erst nach mehreren Aufträgen unsichtbar werden:

Bild

Nochmals aus einem anderen Blickwinkel:

Bild

Und hier das Gesamtergebnis:

Bild

Jetzt werden einige bestimmt denken, das sieht doch schon ganz gut aus. Das ist es aber nicht, wenn man das Gehäuse live vor sich hat !!! Da muß noch viel passieren, um eine durchgehend glänzende Lackschicht zu erreichen.

Als Nächstes wird immer wieder ganz fein angeschliffen, danach werden weitere Oel-Schichten aufgetragen. Bilder folgen...

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