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BeitragVerfasst: Sa Jan 15, 2011 17:29 
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Radiomann hat geschrieben:
Das wurde schon in den 70ern nicht mehr in der Berufsschule vermittelt, da es in der Praxis zu selten vor kam und aufgrund des Zeitaufwandes vom Kunden auch nicht mehr zu bezahlen war.
Wer weiß, ob es der Meister jemals selbst gelernt/praktiziert hat. :wink:


Mein Chef ist selbst erst Anfang 40 und mein Altgeselle bald 50. Ich habe einiges über Fernsehtechnik gelernt und halt wie man Fernseher wartet, aber mein Altgeselle sagt, daß ich in Röhrenradios jetzt schon mehr Ahnung hätte als er und er damals als Lehrling schon nicht mehr viel mit Röhrenradios gemacht hat, höchstens Röhren- oder Elkoaustausch...

Damals war Röhrentechnik schon veraltet, jedoch wurde trotzdem noch viel über Schaltungen beigebracht... heute ists hauptsächlich nur Stuss .... naja mal sehen wies in 10 Jahren aussieht..

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BeitragVerfasst: Sa Jan 15, 2011 18:25 
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ich hab 1978 meine Gesellenprüfung gemacht. Bei der Prüfung gab es noch einen Röhren Farb-FS, Telefunken mit 710er Chassis, mit einer Schalterleiste an der Rückseite. Der Prüfer hat damit verschiedene Fehler simuliert, und wir mussten anhand des Bildes beurteilen von welcher Stufe der Fehler kam. Ich hatte in der Aufregung irgendwas mit der Farbmischung verwechselt, das hat mich dann um die Note 1 gebracht. In Theorie und Gesellenstück hatte ich die 1 geschafft.
In der Werkstatt reparierte ich in der Lehrzeit haufenweise aus dem Osten importierte Röhren SW-FS (Bruns). Mein Chef kaufte die güterwagonweise. Die unterste Lage war immer Schrott, total durchgeweicht und vergammelt.

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Gruß,
Jupp
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Der Sammler "an sich" wird einfach nie ethisch oder moralisch sein. Liegt in der Sache der Natur... Sonst wären wir ja keine "Sammler & Jäger", sondern biedere Heimchen (Marek)


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BeitragVerfasst: Mo Jan 17, 2011 10:58 
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Hey Franz Josef, schön daß ihr damals noch so viel repariert habt:)

Meine praktische Gesellenprüfung ist nun diesen Donnerstag.... bestehend aus Projektaufbau, dort mache eine Senioren Heimschaltzentrale... dann kommen drei Reparaturen, eine Fernsehreparatur, ein Netzwerkaufbau und eine Telefonanlagenreparatur. Danach noch eine Powerpoint-Präsentation und mündliche Prüfung und dann wars das auch schon...

Gruß Marco

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BeitragVerfasst: Mo Jan 17, 2011 11:01 
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xscotty1990 hat geschrieben:
Meine praktische Gesellenprüfung ist nun diesen Donnerstag.... bestehend aus Projektaufbau, dort mache eine Senioren Heimschaltzentrale... dann kommen drei Reparaturen, eine Fernsehreparatur, ein Netzwerkaufbau und eine Telefonanlagenreparatur. Danach noch eine Powerpoint-Präsentation und mündliche Prüfung und dann wars das auch schon...

Gruß Marco

Hi Marco,

viel Glück und gutes Gelingen. :hello:


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BeitragVerfasst: Mo Jan 17, 2011 13:37 
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Danke Radiomann ;) Ich meld mich dann wenn ich durchgefallen bin oder es geschafft habe :D

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BeitragVerfasst: Mo Jan 17, 2011 13:59 
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Marco von mir natürlich, auch ein gutes Gelingen :!: Das schaffst Du :super: und danach kräftig :bier: danach :bier2:
Bei uns hatten die Prüfer damals Taschenkontrolle durchgeführt, ob wir nicht auch irgendwelche Spicker dabei hatten. Muhaha brauchten wir nicht, hatten einfach nur blöd gefragt wie sie es denn machen würden, wenn es so und hätte nicht klappen können, würden.


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BeitragVerfasst: Do Jan 20, 2011 20:02 
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So, ich poste diesen einen Beitrag nochmal hier, auch wenn er eigentlich Offtopic ist.

Eines vorweg: ob ich bestanden habe, kann ich vorraussichtlich erst morgen sagen.

Die Gesellenprüfung, praktischer Teil, fing um 8 Uhr an und um halb 8 war ich da. Mein Projekt war der Aufbau einer kleinen Satanlage inklusive Kameraeinspeisung sowie ein Schaltsystem für Senioren, dass sich über den Fernseher bedienen lässt.

Der Projektaufbau an sich lief Problemlos, hatte ich ja alles geübt vorher. Leider tat der Rauchmelder später nicht mehr, aber das ist nur ein bisschen schlecht. :D
Die Reparaturen, es waren drei, bezogen sich auf Fernseher reparieren, Telefonanlage reparieren und Netzwerka aufbauen in je 20 Minuten. Ich fing mit der Telefonanlage an und fand den Fehler auch nach 5 Minuten, ein Draht war abgeschraubt und daher funktionierte ein Telefon nicht mehr. Auf die Fernseherreparatur hatte ich mich am meisten gefreut. Ein Philips mit K35 Chassis, genau das Gerät mit dem ich zu Hause geübt hatte. Ich stellte einen Vertikalfehler fest und begann am Kollektor des Vertikal IC`s zu messen. Ja! 0V von 32V. Ich verfolgte die Spannung zurück bis sich herausstellte, daß ich einen Messfehler machte, und die 32 V doch anlagen... 5 Minuten vergangen... Gut, weitermessen. Ah! Basis des Vertikaltransistors 6V von 17 V. Spannung wird von den 32V abgenommen... Ah Widerstand dazwischen.. Widerstand defekt. Fehler gefunden.
Das schlimmste für mich persönlich war das Netzwerk aufbauen... sowas kann ich überhaupt nicht. Mit Ach und Krach habe ich es iwie zusammenbekommen auch wenn es nicht ganz tat....

Nach diesen ganzen Geschichten war es auch schon 14 Uhr und es ging weiter mit Brettmontage präsentieren. Da ich alles mit Wasserwaage ausgemessen hatte und sauber gearbeitet hatte, gab es nichts, bis auf den Rauchmelder, zu meckern... Jedoch entdeckte ein Prüfer einen verkauten Schraubenkopf und fragte mich warum das wohl so wäre und was das solle.. :evil:
Irgendwie eine dämliche Frage.... Naja dann verging wieder Zeit und um 17 Uhr hatte ich dann endlich mündliche Prüfung. Ich stellte meine Powerpoint Präsentation vor und musste danach noch mündliche Fragen beantworten. Ich hoffte daß kein Netzwerkkram dran käme... zum Glück fragten den sie mich über Gleichrichter und Widerstandswerte und Farben aus und das kann ich auf Anhieb :D

Naja... ich glaube das ich zumindest praktische Prüfung bestanden habe.... aber ich bin mir erst sicher wenn ich es höre...

Danke an alle, die für mich gebetet haben

Marco :danke:

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BeitragVerfasst: Do Jan 20, 2011 20:37 
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Super!!!! Hoffentlich bist durch! :super:

Das mit Schraubenkopf kann ich als Metaller nachvollziehen, ich ärgere mich immer wieder über vermurkste Schraubenköpfe aufgrund falschen Werkzeug. Bestes Beispiel dafür sind die Schraubendreher (Kreuzschlitz): Da gibt es die verschiedensten Varianten, wa sdie wenigsten wissen. Wie zum Bsp: PH1, PH2, usw....PH steht für Philips Form, und PZ = Pozidrive. die PH sind die eher spitzigen, die PZ die abgeflachten massiveren.
(Kleine Schraubendreherkunde :super: )

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BeitragVerfasst: Do Jan 20, 2011 20:40 
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Na Werkzeugmacher, da muß ich Dich berichtigen.
PH hat nur ein Kreuz, PZ hat noch ein kleines zweites drin (mal ganz simpel beschrieben). Soll besseren Grip geben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pozidriv

paulchen


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BeitragVerfasst: Do Jan 20, 2011 20:47 
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paulchen hat geschrieben:
Na Werkzeugmacher, da muß ich Dich berichtigen.
PH hat nur ein Kreuz, PZ hat noch ein kleines zweites drin (mal ganz simpel beschrieben). Soll besseren Grip geben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pozidriv

paulchen


Jaaaaa, Danke! Sooo tief wollte ich nun nicht in die Materie rein -)))))))))))

PS: bin leider kein Werkzeugmacher, nur Maschinenbaumechaniker im Exil als Einkäufer :mrgreen:

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BeitragVerfasst: Do Jan 20, 2011 20:59 
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Aber ist doch ne ganz simple Sache :lol: .
Und noch schlimmer. Fast jeder Hersteller von Schrauben ist der Meinung, daß er ein gaaaanz wenig von der Norm abweichen kann und dann nur noch seine Bits perfekt passen.
Ist aber eine andere Baustelle...

paulchen


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BeitragVerfasst: Do Jan 20, 2011 22:17 
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paulchen hat geschrieben:
Aber ist doch ne ganz simple Sache :lol: .
paulchen


für uns schon -)))))))))

glaub mir, in der 2. arbeitswoche in de rfirma wo ich arbeite, bekam ich die bestellanforderung: 10 Kreuzschlitz schraubendreher in den gängigen grössen! (10 sets)
meine erste frage an den anforderer war: PH oder PZ ? der: ist doch egal halt nen kreuzschlitz !!! :bier:

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BeitragVerfasst: Do Jan 20, 2011 22:20 
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Hallo Marco.

dann drücke ich Dir die Daumen und wünsche, daß alles geklappt hat!

Gruß Ralph

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Und klingt der Netzbrumm schauerlich, das Radio spricht: NOCH LEBE ICH!


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BeitragVerfasst: Fr Jan 21, 2011 1:00 
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Bin zwar nur Bastler, aber ich versuche mal 'ne Anleitung zum Abgleichen.
(siehe nächsten Beitrag)
Es möge niemand böse sein, dass die Anleitung ziemlich lang ist.

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Ein guter Irrtum braucht solide Fehlannahmen. :wink:


Zuletzt geändert von radio-hobby.de am Fr Jan 21, 2011 1:28, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Fr Jan 21, 2011 1:08 
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Liebe Röhrenradio-Freunde,
Bin zwar nur Bastler, aber ich versuche mal 'ne Anleitung zum Abgleichen.
Ein Abgleich ist gar nicht so schwierig, und ich finde, dass man ruhig den Mut haben sollte, mal selber einen Abgleich durchzuführen.
Du brauchst:
-Zeit und Geduld
-Schaltplan zum Radio
-Vielfachmeßgerät
-Meßsender
-Frequenzzähler
-Schraubendreher aus Kunststoff für die Spulenkerne und Trimm-C's

Zu allererst orientiert man sich, am Schaltplan und am Radio selber: Wo sind hier die ZF(Zwischenfrequenz)-Stufen und deren Schwingkreise. Sagen wir mal, Du willst den AM-Abgleich machen, denn der ist einfacher als der FM-Abgleich, und wird auch im Werk typischerweise zuerst gemacht. Bei den meisten Radios haben alle AM-Bereiche, also LW, MW, KW die gleiche ZF, nämlich 455 oder 460 kHz (oder 470 kHz oder in unmittelbarer Nähe davon). Es wäre gut, wenn Du aus den Unterlagen entnehmen kannst, welche ZF der Konstrukteur für dieses Radio vorgesehen hat. Unmittelbar an dem letzten Kreis der letzten ZF-Stufe musst Du die Demodulator-Diode finden, daran kannst Du die letzte ZF-Stufe erkennen. Alles, was "dahinter" kommt, und folglich im Schaltplan meistens weiter rechts gezeichnet ist, werden dann die NF(Niederfrequenz)-Stufen sein. Hinter der letzten NF-Stufe kommt bei Röhrenradios meist ein Übertrager (Trafo), und an der Sekundärseite (also der rechts gezeichneten Seite) hängt der Lautsprecher.
Dort - also an die beiden Zuleitungsdrähte für den Lautsprecher - schließt Du ein Wechselspannungsmeßgerät an. Dieses Meßgerät liegt also parallel zum Lautsprecher. Du kannst dafür Dein Vielfachmeßgerät nehmen. Stelle es auf den Bereich 10 Volt Wechselspannung.
Jetzt schließt Du den Meßsender der Werkstatt - ohne einen Meßsender geht es nicht so einfach - über einen Widerstand von 1 kOhm in Serie mit einem Kondensator von 47 pF an das Gitter der Röhre an, welche die ersten ZF-Stufe ausmacht. Das Ausgangskabel des Meßsenders ist meist ein Koax-Kabel und dürfte eine Seele haben: dieser Anschluss ist gemeint. Das Kabel des Meßsenders hat sicher auch eine Abschirmung: die würde ich über einen Kondensator, sagen wir 5 nF, an das Chassis des Radios anschließen. Sicherheitshalber nicht direkt (ohne Kondensator) verbinden! Den Meßsender stellst Du auf die vom Hersteller des Radios angegebene ZF, zum Beispiel 455 kHz. Außerdem stellst Du am Meßsender eine AM-Modulation ein, d.h. der Meßsender "sendet" jetzt einen gleichmäßigen Ton "auf 455 kHz".
Wenn das Radio nicht grob verstellt ist, müsstest Du jetzt den Ton im Radiolautsprecher hören; dafür sollte der Lautstärkeregler weit aufgedreht sein.
(Edit: stelle die Signalintensität des Meßsenders immer so ein, dass das Vielfachmessinstrument etwa 0.8 bis 1.5 Volt anzeigt, und dabei läßt Du jeweils den Lautstärkeregler des Radios unverändert, ungefähr auf Maximum.)

Nun verstellst Du die Kerne der Spulen der einzelnen ZF-Stufen. Du fängst mit der letzten Stufe an und arbeitest Dich Stufe für Stufe nach vorne durch, d.h. Du gehst auf dem Schaltbild von rechts nach links vor. Den Kern der Spule stellst Du hin- und her und beobachtest dabei die Lautstärke im Lautsprecher und die Anzeige Deines Vielfachinstruments. Du stellst den Kern so ein, dass maximale Lautstärke zu hören ist und das Wechselstrom-Voltmeter die höchste Spannung anzeigt.
Wenn Du diesen Schritt mit dem letzten Schwingkreis erledigt hast, lässt Du die Einstellung so stehen und veränderst sie nicht mehr. Als nächstes kommt der vorletzte Schwingkreis an die Reihe. Du machst wieder die gleiche Einstellung auf Maximum. So gehst Du Kreis für Kreis vor, bis alle ZF-Kreise auf Maximum bei 455 kHz eingestellt worden sind.
Jedesmal, wenn die Lautstärke im Lautsprecher zu laut wird, solltest Du dann nicht den Lautstärkeregler zurückdrehen, sondern am Meßsender die Ausgangsspannung niedriger einstellen.
(Edit: Schwieriger ist es bei eng gekoppelten Schwingkreisen, sogenannten Bandfiltern. Die beiden Spulen eines Bandfilters können zum Beispiel dadurch eng gekoppelt sein, dass sie auf demselben Spulenkörper sitzen. Man muss dann immer zu dem einen Schwingkreis einen Widerstand parallelschalten, z.B. 10 kOhm, um den Kreis zu dämpfen, und den direkt gekoppelten anderen Schwingkreis abgleichen. Danach muss man den anderen Kreis bedämpfen und den einen abgleichen. Zum Schluss entfernt man die Bedämpfung.)

Wenn Du auf diese Weise alle ZF-Stufen abgeglichen hast, bist Du schon einen großen Schritt voran gekommen. Allerdings ist bis hierher die erste ZF-Stufe nicht sauber abgeglichen, denn der Meßsender-Anschluss hat dort den Schwingkreis beeinflusst. Deswegen klemmst Du als letzten Schritt des ZF-Abgleichs den Meßsender an das Gitter der Mischstufen-Röhre.
(Edit: manchmal sagt die Abgleichvorschrift, dass man jetzt den Meßsender an den Antenneneingang klemmen soll.)
Dazu muss man mal genau hinsehen, welche Röhre die Mischstufe sein könnte. Am besten suchst Du nach den beiden AM-Drehkos auf dem Schaltbild. Einer davon ist immer für die EF (Eingangsfrequenz), und der andere für die OF (Oszillatorfrequenz). Nun weißt Du ja, dass die Mischstufe die beiden Signale (EF und OF) miteinander mischen soll, also muss die Mischstufe dort sein, wo beide Signale zusammentreffen. Verfolge dies im Schaltbild, und Du findest die Mischstufe.
Also: dort den Meßsender über 1 kOhm und 47 pF anschließen, und den Feinabgleich der ersten ZF-Stufe vornehmen, d.h. den Spulenkern hin- und her verdrehen, bis der Ton im Lautsprecher am lautesten ist usw.
Jetzt den Meßsender abklemmen, und der ZF-Abgleich ist geschafft.

Der nächste Schritt ist der Abgleich des Oszillatorkreises. Du hast bei Mittelwelle den Wunsch, einen Empfangsbereich von 520 kHz bis 1620 kHz zu überstreichen. Die OF (Oszillatorfrequenz) muss sich also für Mittelwelle von 520kHz+455 kHz = 975 kHz bis 1620kHz+455 kHz =2075 kHz verstellen lassen. Ist der Drehko eingedreht, sollte man eine OF von 975 kHz haben, ist aber der Drehko herausgedreht, dann sollte es 2075 kHz sein.
Das kannst Du in der Werkstatt mit einem Frequenzzähler feststellen. Es wäre praktisch, wenn der Frequenzzähler etwas anzeigt, wenn er über einen Kondensator von 15 pF an das Gitter der Oszillatorröhre angeschlossen wird.
Am langwelligen Ende, also bei 975 kHz, korrigierst Du mit dem Kern der Oszillatorspule. Am kurzwelligen Ende, also 2075 kHz, korrigierst Du mit dem Trimmkondensator, der parallel zum Drehko im OF(Oszillator)-Kreis geschaltet ist.
Diese beiden Abgleichschritte wiederholst Du nacheinander mehrmals, bis sich nichts mehr verändert.
(Edit: Bei manchen Radios, gibt es ein genaueres Ergebnis, wenn man nicht an den beiden Enden der Skala, sondern etwas entfernt davon abgleicht. Die Skalen haben an den Stellen kleine Markierungen, und in der Abgleichanweisung sind die zugehörigen OF angegeben.)

Jetzt den Frequenzzähler abklemmen, und der OF-Abgleich ist geschafft.

Der letzte Abgleichsschritt ist für mich immer der schönste, denn er kann auch mit Rundfunksendern durchgeführt werden. Der EF(Eingangsfrequenz)-Kreis ist auf Mittelwelle meistens die Ferritantenne mit der einen Hälfte des Drehko's. Löse vorsichtig die Spule auf dem Ferritstab, während Du DLF auf 549 kHz hörst, und verschiebe die Spule, bis der Sender maximal gehört wird. Das gleiche kannst Du nun am anderen Ende der Skala mit einem Sender bei 1400 oder 1500 kHz wiederholen, allerdings verstellst Du nun den Trimmkondensator, der parallel zum EF-Drehko geschaltet ist.
So- jetzt ist der AM-Abgleich komplett.
(Edit: Der FM-Abgleich ist schwieriger)
Gruß, Georg

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Zuletzt geändert von radio-hobby.de am Sa Jan 22, 2011 17:51, insgesamt 1-mal geändert.

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