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Dampfradioforum • Thema anzeigen - Reparaturbericht Saba Meersburg Automatik 11

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BeitragVerfasst: Sa Dez 10, 2011 23:47 
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Hallo zusammen,

diese Woche ist mir ein Saba Meersburg Automatik 11 Stereo zugelaufen. Ich habe mich entschlossen einen kompletten Restaurationsbericht zu verfassen. Ich werden den Bericht immer dann fortsetzen, wenn ich an dem Radio weitergearbeitet habe. Es ist mein erster Bericht dieser Art :)

Nun, los geht's. Als erstes habe ich eine Bestandsaufnahme durchgeführt:

    Dipol-Antenne und Anschluss fehlt
    Netzkabel wurde irgendwann getauscht
    Bodenabdeckung nicht original
    Seilzug AM/FM defekt
    Tastensatz klemmt
    Merkwürdiges Teil über dem Gleichrichter
    Zierleiste teilweise verbogen
    Plastikteile (Knöpfe, Halterungen) stark verschmutzt

So habe ich den Saba erhalten:

Bild

Der Zustand innen ist nicht schlecht. Auf dem Bild sieht man rechts unten das nicht originale Netzkabel, welches ich dann entfernt habe.
Bild

Das merkwürdige Isolierband-Bauteil habe ich noch nicht näher untersucht.
Bild

Was der Vorbesitzer mit dem Dipol angestellt hat, ist mir nicht bekannt. Vielleicht war hier eine andere Antenne befestigt. Jedenfalls passen die bunten Reiszwecken irgendwie nicht in die Zeit.
Bild

Einen Funktionstest habe ich noch nicht vorgenommen, da mir besonders dieses gelbe Ding nicht geheuer ist. Bin mal echt gespannt, was darunter zum Vorschein kommt. Außerdem ist mein Bestand an Ersatzkondensatoren momentan erschöpft. Die mir fehlenden Bauteile habe ich nachbestellt. In der Zwischenzeit werde ich mich um die Mechanik kümmern.

Das Chassis präsentiert sich nach dem Ausbau:
Bild
Bild
Bild

Die Umschaltmechanik zwischen AM und FM sieht auf den ersten Blick gut aus, ein einfacher Test hat gezeigt das die Kupplung umschaltet. Das werde ich später noch genauer untersuchen.
Bild

Der Tastensatz von vorne:
Bild

Und von unten:
Bild

Da der Tastensatz bei verschiedenen Tastem klemmt, werde ich hier mit der Restauration beginnen. Damit ich gut daran arbeiten kann, habe ich auch die stark verschmutzen Automatik-Tasten komplett ausgebaut. Dies geht nur, wenn man sich eine ordentliche Dokumentation erstellt, in der alle Kabelverbindungen notiert sind. Auch viele Bilder von unterschiedlichen Blickwinkel sind von Vorteil. Es sind immerhin 14 Kabel, die die Automatik-Tasten mit dem Rest des Radios verbinden.

Hier die Automatik-Tasten nach dem Ausbau:
Bild

Wie man sieht, hat sich hier jede Menge Dreck angesammelt. Leider ist auch an einigen Stellen Rost erkennbar. Ich habe die Mechanik zerlegt und gereinigt. Auch hier sind Bilder, die den Aufbau dokumentieren, von Vorteil.
Den Rost an der Halterung der Tasten und den Schubstangen habe ich mit dem Dremel abgeschliffen. Dabei hat sich auch die goldfarbene "Beschichtung" verabschiedet. Mir war es wichtig, dass erst mal der Rost weg ist.

So sieht das Teil nach der Reinigung und dem Zusammenbau aus:
Bild

Nach einigen Tropfen Öl und wenig Fett läuft die Mechanik wieder wie geschmiert. :D Bei der Gelegenheit habe ich noch das Birnchen überprüft, es sitzt hinter der grünen Abdeckung die aussieht wie eine Leuchtdiode, es funktionierte noch einwandfrei.

Die Plastik-Teile (Knöpfe, Halterungen der Messingleiste und die Automatik-Tasten) habe ich vorher in Wasser mit einem Schuss Spüli eingeweicht und anschließend mit der Zahnbürste sauber geschrubbt. Die Tasten sind noch am Gerät und werden später gereinigt.

So, für heute war's das. Ich werde den Bericht fortsetzen, falls Interesse daran besteht.

Noch einige Anmerkungen zu meinem Bericht:
Viele Tipps zur Restaurierung eines Dampfradios habe ich hier aus dem Forum. Vielen Dank hierfür an alle. Es ist zwar nicht mein erstes Radio, das ich restauriere, aber das erste mit einem vollständigen Bericht über die Restauration.
Kommentare hierzu sind gerne gesehen.

LG

Peter


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BeitragVerfasst: So Dez 11, 2011 0:36 
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Hallo Peter,

unter dem gelben Isolierband am Gleichrichter dürfte der 22nF Entstörkondensator verborgen sein...

Wenn man den Automatik-Kotaktsatz nur von unten gesehen hätte, wäre man nicht auf die Idee gekommen, dass er von oben derart verschmutzt sein könnte. Sonst sieht das Teil aber noch recht gut aus und ich denke nach dem Tausch der berüchtigten Kondensatoren, dürfte seine Wiederbelebung keine größeren Probleme bereiten.

_________________
...und glüht auch die Anode rot, ist die Röhre noch nicht tot.

Mit freundlichen Grüßen, Peter R.


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BeitragVerfasst: So Dez 11, 2011 3:07 
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Zitat:
So, für heute war's das. Ich werde den Bericht fortsetzen, falls Interesse daran besteht.


Aber sicher besteht daran Interesse :super:

Gruß Gery


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BeitragVerfasst: So Dez 11, 2011 11:25 
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Hallo,

und viel glück bei der Instandsetzung. Ich habe gerade einen Meersburg125 hinter mir, der recht ähnlich sein sollte.
Die größeren SABA's machen schon viel Arbeit bei der Überholung, wenn man Pech hat. Ist aber wie immer alles machbar.

Bin schon auf die Fortsetzungen gespannt.

_________________
viele Grüße,

Matthias.


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BeitragVerfasst: Fr Dez 16, 2011 16:24 
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Weiter geht's.....

Heute habe ich mir den Tastensatz vorgenommen. Die Verschmutzung ist auf dem Bild gut zu erkennen:

Bild

Die Tasten habe ich nicht abmontiert, sondern mit etwas Glasrein und Papiertücher gesäubert. Den Staub um die Tasten habe ich dabei auch entfernt. Leider sind fast alle Tasten an der vorderen Kante leicht beschädigt. Da dies jedoch später nicht mehr sichtbar ist, werde ich hier nichts weiter unternehmen.

Bild

Um noch besser an die Tastenmechanik heran zu kommen - die Tasten klemmen immer noch - habe ich auch die Beleuchtungshalterung für die Tastenbeleuchtung entfernt. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die Lämpchen getestet, zwei sind defekt, die werden später ausgetauscht.

Nachdem ich die Mechanik gesäubert und mit etwas Öl aufgefrischt hatte, sollten die Tasten nicht mehr klemmen. Jedoch hat die Mechanik das Öl überhaupt nicht beachtet - die Tasten klemmen noch immer. Das Klemmen stellt sich wie folgt dar:

Die UKW-Taste läßt sich leicht drücken und springt auch leicht heraus wenn eine andere Taste gedrückt wird. Wird die KW-Taste gedrückt rastet sie auch leicht ein. Jedoch springt sie nicht heraus wenn eine andere Taste gedrückt wird. Erst wenn etwas nachgeholfen wird, gibt sie nach :lol: Dies ist bei einigen anderen Tasten auch der Fall.
Ok, die Mechanik an sich kann es nicht sein. Was ist mit den Federn, die die Tasten herausdrücken sollen? Siehe da, da sind doch tatsächlich unterschiedliche Federn drinn:

Bild

Ganz oben ist die gedrückte UKW-Taste zu sehen. Bei der dritten und vierten Taste von oben sind andere - vermutlich schwächere - Federn eingebaut. Nachdem ich die Feder der KW-Taste mit einer baugleichen - wie die der UKW-Taste - ausgetauscht hatte, funktioniert die Taste einwandfrei. Die ausgetauschte Feder war an einer anderen Taste montiert. Das Bild zeigt die Tasten nach dem die Feder getauscht wurde.

Jetzt meine Fragen: Wurden schon immer unterschiedliche Federn in den SABA-Tastensätze verbaut, oder hat hier jemand vor mir Hand angelegt? Hat jemand noch solche Federn wie die von der UKW-Taste und würde sie mir gegen Bezahlung überlassen?

LG

Peter


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BeitragVerfasst: Sa Dez 17, 2011 18:51 
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Ich hatte einmal bei einem Saba-Radio mehrere schwergängige Tasten (kamen nicht zurück). Ursache dafür war eine dicke schwarze Oxidschicht auf den Kontakten, die diese schwergängig machte. Erstaunlicherweise waren kaum Kontaktaussetzer bemerkbar. Nach Entfernen der Oxidschicht funktionierte die Tastatur einwandfrei.

Lutz


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BeitragVerfasst: Sa Dez 17, 2011 22:49 
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Heute hatte ich nicht viel Zeit. Ich habe ich mit den Reinigungsarbeiten an der Tastatur und dem Skalenhintergrund weitergemacht. Das UKW-Skalenseil und das Seil der UKW-Zeiger-Führung sowie die Ferrit-Antennen-Positions-Anzeige :D habe ich hierzu abgebaut. Die Bestandsaufnahme vom ersten Post muss ich um folgendes erweitert:

    AM Skalenzeiger fehlt
    Revisionsabdeckung für den AM Dreko fehlt

Ist mir erst heute aufgefallen :oops:

Obwohl der meiste Dreck vom Skalenhintergrund beseitigt ist, sieht es immer noch irgendwie verschmutzt aus. Ist das so, oder kann man den noch besser säubern? Was nehmt ihr dazu? Ich hab's mit Glasreiniger und "QuickClean" versucht. Ein einer unauffälligen Stelle habe ich auch mal Bremsenreiniger genommen, geändert hat sich nichts.

Vorher:
Bild

Nachher:
Bild

Auf dem Bild sieht man, dass die Tasten noch nicht richtig sauber sind. Da muss ich nochmal ran. Das gelb/braune Kabel gehört zu den Automatik-Tasten, die ja noch ausgebaut sind.


@Lutz: Danke für den Tipp. Ich habe mir die Kontakte angesehen, soweit das von außen sichtbar ist, sind diese nicht besonders verschmutzt. Nach dem tauschen der Federn habe ich den Tastensatz jetzt soweit, dass die Tasten mit den "stärkeren" Federn einwandfrei funktionieren, die mit den "schwächeren" Federn haben manchmal noch Probleme.

So, Feierabend für heute :lol:


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BeitragVerfasst: So Dez 18, 2011 8:21 
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Hallo Peter!

Was Du da mit dem Skalenhintergrund beschreibst ist (zumindest bei mir) immer ein Ärgernis bei Saba. Einmal weil Saba auf die tolle Idee gekommen ist, seinen soo dekorativen Blechmantel als Skalenhintergrund zu benutzen und durch seine Gestaltung der Skalenscheibe dieses nach außen zu zeigen (inkl. aller Schrauben und Deckel), andererseits, und jetzt kommen wir zu Thema, den anhaftenden Schmutz durch den merkwürdigen Lack auch noch festzuhalten.

Meine bisher erfolgreiche Vorgehensweise...
Entweder Du hast Gefühl und Mut und nimmst Bref. Erfolg stellt sich sofort ein. Allerdings löst Bref diese Farbe an um sie im besten Fall komplett abzulösen. Da ist also Gefühl und Vorsicht angeraten. Ich sprühe immer etwas Bref in eine Schale und trage es mit dem Pinsel auf. Danach wird sofort mit Glasreiniger vorsichtig neutralisiert und abschließend vorsichtig die Feuchtigkeit mit einem Staubsauger abgetragen. Dabei nicht mit der Düse an den Lack kommen!! Jetzt stehen lassen und die Farbe richtig durchtrocknen lassen. Durch diese Prozedur bekommst Du bei richtiger Vorgehensweise eine Oberfläche wie frisch lackiert. Aber eben das Risiko des Anlösens...

Zweiter Weg wäre mit Kunststoffreiniger. Vorgehensweise ebenso, allerdings löst der nicht so stark die Farbe. Ich benutze ein Konzentrat verdünnt von Mellerud. Wichtig auch das Neutralisieren.
Mit diesen Reiniger kannst Du auch gleich die Tasten reinigen. Warum baust Du diese nicht ab? Saba hat dies doch sogar vorgesehen? Die Beleuchtung der Tasten hast Du ja schon abgebaut. So kommt man einigermaßen gut an die Stahlfedern ran. Es geht allerdings auch angebaut, nur ist die perfekte Säuberung etwas mühsamer. Nichts ist schlimmer, als den Dreck später durch die Beleuchtung der Tasten zu sehen. Da sollte man richtig arbeiten.

Und noch was. Die Federn Deiner Tasten sind stark genug. Auch heute noch.
Dein Tastensatz ist verkeimt. Wie schon richtig gesagt, muß der vom Schieber über die Mechanik sauber gemacht werden. Und danach sinnig gefettet werden. Dann geht der auch wieder so wie er soll und die Netztaste steht nicht mehr über.

Ja, ein weites Feld so ein Saba :mrgreen:

paulchen


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BeitragVerfasst: So Dez 25, 2011 23:14 
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Hallo an alle und frohe Weihnachten!

Endlich hatte ich mal wieder Zeit an dem Meersburg weiterzumachen. Bilder gibt's später, meine Kamera ist unterwegs....

@paulchen: Vielen Dank für deine Tipps.

Zum Reinigen des Skalenhintergrundes habe ich jetzt Cillit Bang - Bref war nicht vorhanden - versucht. Der meiste Schmutz ist weg. Mit dem Zeug muss man vorsichtig sein, es Reizt die Haut, am besten nur mit Handschuhen arbeiten. Am Lack habe ich nichts gemerkt, ausgenommen der Deckel vor dem Tastensatz, der wurde schnell klebrig. Hier habe ich dann auch Glasreiniger benutzt. Mit dem Skalenhintergrund bin ich jetzt soweit zufrieden, hier werde ich nichts mehr machen.

Die Tasten habe ich abgebaut und in ein Spüli-Bad gelegt zum "einweichen". In einigen Stunden werde ich mit der Zahnbürste den letzten Dreck entfernen. Es war besser so, die Tasten waren innen noch erheblich verschmutzt.

Beim Tastensatz klemmte ja nur eine Taste und die auch nur dann, wenn sie durch die UKW-Taste ausgelöst werden sollte. Nach gründlicher Reinigung - besonders der Wippe die die Tasten einrasten läßt - und ein wenig Fett an der Mechanik zum einrasten geht die Taste jetzt wieder. Die Tastenkontakte habe ich zusätzlich mit ganz wenig Tuner 600 behandelt - jedenfalls soweit ich sie erreicht habe. Ein Funktionstest der Tastenkontakte steht noch aus, ich hoffe nicht das ich doch noch den Tastensatz ausbauen muss :?


Bis zum nächsten Bericht.

Peter


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BeitragVerfasst: Mo Dez 26, 2011 0:47 
Hi Peter!

vielleicht hattest du ja auch gesehen das ich neulich auch ein Meersburg restauriert habe. Es ist aber das 125er gewesen. Das ist ja soweit ich weiß abgesehen von der Skala zum 11er identisch.

Und ich kann dir was sagen! Da hast du dir was ganz feines an Land gezogen :D

Wenns dann erstmal restauriert ist hat es wirklich einen TOP Klang und einen TOP Empfang :wink:

Das Radio hat sich inzwischen zu meinem Lieblingsradio gemausert. Auch wenn ich es erst seit kurzem habe.

Bild

viewtopic.php?f=5&t=9576

Kevin 8_)


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BeitragVerfasst: So Jan 01, 2012 20:50 
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Hallo an alle!

In den letzten Tagen habe ich am meinem Meersburg 11 weitergearbeitet. Der Skalenhintergrund und die Tasten sind gesäubert, das ganze sieht jetzt so aus:

Bild

Im nächsten Schritt werden die Tastaturbeleuchtung und die Automatiktasten wieder eingebaut. Zuvor habe ich noch die beiden (Ero-) Kondensatoren unter den Automatiktasten ausgewechselt.

Bild

Die Automatiktasten werden mit vier Schrauben befestigt. Für die beiden Schrauben an der Seite braucht man etwas Geduld und eine ruhige Hand.

Bild

Nach dem Einbau der Tasten wurden wieder alle Anschlüsse verlötet (Dokumentation!). Eins der Kabel muss durch den an dem Tastensatz befestigten Kabelbaum wieder eingezogen werden. Mit etwas Geduld ist auch das schnell geschafft.

Im nächsten Schritt wurde alle ERO-Kondensatoren ausgetauscht. Ausgenommen davon ist im Moment noch der dicke 0,3 µF Kondensator am Automatikmotor. Der kommt später an die Reihe. Hier eine Aufstellung der getauschten Kondensatoren:

C9 - 47 nF
C26 - 15 nF
C27 - 47 nF
C48 - 22 nF Abgeschirmt
C49 - 0,22 µF
C51 - 47 nF
C58 - 0,1 µF
C59 - 47 nF
C68 - 22 nF Abgeschirmt
C69 - 47 nF
C74 - 47 nF
C88 - 0,1 µF
C92 - 47 nF
C96 - 47 nF

Bei der Gelegenheit habe ich auch alle Elkos augemessen. Außer den beiden Kathoden-Elko's der ECL86 (Wert halbiert) zeigten die anderen keine Auffälligkeiten. Diese beiden habe ich durch Elko's neuerer Produktion ersetzt.

C57 - 100 µF
C75 - 100 µF

Außerdem war der Gleichrichter Gr. C (E62,5 C 5) defekt. Dieser wurde durch eine 1N4001 ersetzt.

Zum Schluß kam das "Gelbe Ding" an die Reihe. Unter dem ganzen Isolierband verbirgt sich das folgende Teil:

Bild

Sieht gut aus, was? Die Umwickelung mit Isolierband war bestimmt sinnvoll :D

Es handelt sich, wie glaubnix schon richtig vermutet hatte, um den C104 ein 22 nF Entstörkondensator. In Ermangelung eines Kondensators mit ausreichender Spannungsfestigkeit ist der Austausch im Moment nicht möglich. Ich habe ihn daher einfach ausgebaut. Da ich gerade dabei war, Kondenstoren Ersatzlos zu streichen, wurden auch die beiden Primärseitigen C107 und C108 ausgebaut.

Normalerweise sollte ja nach dem Tausch von einigen Kondensatoren ein Funktionstest durchgeführt werden. Das war hier allerdings nicht möglich, da auch vorher kein Funktionstest durchgeführt wurde. Somit habe ich alle Kondensatoren immer schön einer nach dem anderen getauscht. Hier nun die Unterseite nach dem Kondensatortausch:

Bild
Bild

Wie man im letzten Bild sieht, ist der "dicke" noch drinn. Der kommt schon noch.
Die Netzleitung habe ich mittlerweile auch erneuert.

Jetzt kommt der spannende Teil: Ein erster Funktionstest..... (für die folgende Beschreibung ist ein Schaltplan von Vorteil)

Also... nur Mut... die Lautsprecher über den Steckkontakt mit dem Chassis verbunden und über einen regelbaren Trenntrafo langsam hochgefahren. Alle Heitzfäden der Röhren glühen, besonders hell der der Rö201 im UKW-Tuner!. Sonst tut sich, bis auf ein leises brummen, allerdings nichts. Der Stromverbrauch fällt auch nicht aus dem Rahmen. Warum glüht die Rö 201 so hell? Weihnachten ist doch schon rum...

Alles wieder aus und mal die Röhre genauer untersucht. Und was steckt da drinn? EINE PC92!!! Hier muss ich jetzt einfügen, dass ich die Röhrenbestückung vorher nicht mit den tatsächlichen Begebenheiten verglichen habe. Ich dachte, alle Röhren vorhanden, prima! :oops:

Die PC92 hat eine Heitzspannung von 3,15 V. Das der Heitzwendel das überhaupt ausgehalten hat...

Ok, kein Problem. Röhre gegen eine EC92 getauscht und wieder eingeschaltet. Die Röhre glimmt jetzt schön, zu hören ist allerdings immer noch nichts. Nach Messung einiger Spannungen stellte sich heraus, das die Spannung Nr. 3, 4 und 5 nur ungefähr 5V anstatt 270V, 245 V bzw. 205 V betragen. Damit kann das Radio natürlich nicht funktionieren. Die Ursache ist der R112 (680 Ohm) der hatte seinen Widerstand auf über 3 MOhm erhöht. Im Moment habe ich keinen passenden Widerstand, deshalb eine Ersatzschaltung aus zwei kleineren Widerständen:

Bild

Es sind die beiden senkrecht stehenden Widerstände über dem Becherkondensator. Ok, wieder eingeschaltet. Das Radio schweigt noch immer. Ein Brummtest an den beiden ECL 86 (Pin 1 mit dem Schraubenzieher berührt) brachte ein cooles Brummgeräusch welches auch lauter wurde, wenn das Gitter (Pin 8, Rö 4) der EABC80 berührt wurde. Der kleine Test zeigte erstmal, das der NF-Teil soweit in Ordnung war. Allerdings noch immer kein Empfang, auf keiner Welle :(

Das "Schlüssel-Element" für den Empfang von AM oder FM ist die ECH81 (Rö 1). Da auf beiden Empfangsbereichen nichts zu hören war, habe ich mich hier näher umgeschaut. Beim untersuchen der Röhre - ich schäme mich fast 8_) - steckt da keine ECH81 drinn, sondern eine ECL80!!!! Unglaublich, da hat doch einer zwei Röhren mit ähnlichem Namen eingebaut. Naja, wer soviel Isolierband übrig hat, kann auch bei den Röhren mal ein Auge zudrücken :lol: Ein ECH81 hatte ich noch in meinem Bestand, kein Problem. Vor dem nächsten Einschalten habe ich dann doch die Röhrenbestückung noch verglichen, anscheinden stimmen jetzt alle :D

Jetzt funktioniert AM prima, guter Empfang. Auf UKW tut sich außer Rauschen noch nichts. Bei der nächsten "Sitzung" werde ich das genauer Untersuchen.

Was kann man daraus lernen? Man sollte auf jeden Fall die Röhrenbestückung vor dem ersten Einschalten prüfen......


LG

Peter


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BeitragVerfasst: So Jan 01, 2012 22:33 
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Richtig, das sollte man. Nur bin auch ich manchmal zu faul dazu, bzw. die Neugier überwiegt. Wie vor drei Jahren bei einem Blaupunkt Sultan, der unberührt aussah. Nach Ersatz der defekten Heizkreissicherung gab er auf UKW ein bisschen was von sich, verhielt sich aber recht seltsam. Der Grund: statt der EABC 80 steckte eine EF 89 drin!

Manchmal sieht man einem Radio an oder es liegt nahe, dass ein möglicherweise unsachgemäßer Eingriff vorgenommen wurde. Dann ist natürlich eine Kontrolle der Röhrenbestückung (und bei dieser Gelegenheit gleich eine Überprüfung mit dem Röhrenprüfgerät und, falls nötig, eine Reinigung der Stifte) einer der Schritte, bevor das Gerät in Gang gesetzt wird.

Lutz


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BeitragVerfasst: Do Jan 26, 2012 13:03 
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So, nach einer langen Pause geht's an meinem Meersburg weiter.

Da nach der letzten "Sitzung" auf UKW immer noch Funkstille herrschte, habe ich mir den UKW-Tuner näher angesehen. Die Anondenspannung der Rö202 war gegenüber der im Schaltplan angegebenen Spannung zu hoch. Leider kenne ich den genauen Wert nicht mehr, die Messung ist schon einige Zeit her.

Ist die Spannung höher als angegeben, kann man meist davon ausgehen, dass die Röhre nicht arbeitet (wenn ich hier falsch liege, bitte korrigieren). Da ja schon einige Röhren in dem Gerät nicht dem original entsprachen, habe ich dann auch die Rö202 (EC92) gegen eine andere aus meinem Bestand getauscht.

Und siehe da, UKW geht und sogar prima Empfang. Bei den nun folgenden Tests hat sich auch herausgestellt, das eine 108er Abstimmstange im Tuner eingebaut ist :D

Getestet habe ich das mit einem Fritz WLAN Repeater, der hat ja einen UKW Transmitter eingebaut. Um die höheren Frequenzen zu Empfangen, musste ich die Einstellschraube am UKW-Tuner für das Stahlseil verstellen. Die Skala hat jetzt am rechten Rand die 108 Mhz. Das hat natürlich zur Folge, das die unteren Frequenzbereiche nicht mehr empfangbar sind.

Hat hier jemand eine Idee wie man das verhindern könnte, oder ist das eben so? Oder anders gefragt, wie wurde damals die 108er Abstimmstange den Kunden verkauft? Was musste der Techniker dafür tun? In der Anleitung für die 108er Stange steht, das nach dem Austausch der Stange der UKW-Tuner nach der Abgleichanleitung das SABA 300 Automatic Stereo abgeglichen werden soll. Hat die jemand?

Die Automatik funktioniert, wobei die Kontakte für die "Linkssteuerung" noch etwas justiert werden müssen.

Noch eine kurze Bestandsaufnahme was noch zu tun ist:

Das Einschalten funktioniert nur manchmal, das Ausschalten dagegen immer.
AM Skalenseil fehlt noch
AM Revisionsabdeckung fehlt
AM Skalenzeiger fehlt.
Automatikkontakte für die "Linkssteuerung" justieren


LG

Peter


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BeitragVerfasst: Do Jan 26, 2012 16:07 
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röhrenradiofreak hat geschrieben:
Richtig, das sollte man. Nur bin auch ich manchmal zu faul dazu, bzw. die Neugier überwiegt. Wie vor drei Jahren bei einem Blaupunkt Sultan, der unberührt aussah. Nach Ersatz der defekten Heizkreissicherung gab er auf UKW ein bisschen was von sich, verhielt sich aber recht seltsam. Der Grund: statt der EABC 80 steckte eine EF 89 drin!

Manchmal sieht man einem Radio an oder es liegt nahe, dass ein möglicherweise unsachgemäßer Eingriff vorgenommen wurde. Dann ist natürlich eine Kontrolle der Röhrenbestückung (und bei dieser Gelegenheit gleich eine Überprüfung mit dem Röhrenprüfgerät und, falls nötig, eine Reinigung der Stifte) einer der Schritte, bevor das Gerät in Gang gesetzt wird.

Lutz


Ja das passierte mir sogar unwissentlich lange Zeit ohne das ich es merkte, ich hatte im Bodensee W3 eine PABC80 anstatt einer EABC80 drinnen. Einziger Unterschied ist ja nur die Heizspannung von 9,5V auf 6,3V. Ich hätte das bestimmt bis heute nicht bemerkt, wenn ich nicht alle Röhren mal mit dem RPG durch gemessen hätte. :oops: :hello:
Gruß Gery


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BeitragVerfasst: Do Jan 26, 2012 17:22 
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bmpeter hat geschrieben:
AM Revisionsabdeckung fehlt


Ich habe solche eine Abdeckung noch irgendwo rumliegen, aber nicht von einem Automatik, sondern von einem End-50er Freudenstadt, glaube ich. Wenn jemand der Saba-Kenner bestätigt, daß diese Abdeckung für alle Modelle durch die Baujahre hindurch gleichgeblieben ist, kann ich diese gerne zur Komplettierung des Gerätes zur Verfügung stellen.
Einen Skalenzeiger könnte ich auch noch haben, allerdings müsste ich diesen vorher mit einem Beispiel-Foto vergleichen. Bei Bedarf gehe ich gerne mal in den Sammelkästen wühlen :)

_________________
Gruß
Schumi

Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln:
Erstens durch Nachdenken, das ist der Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist der Leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der Bitterste.


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