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 Betreff des Beitrags: Frage zur Aufarbeitung von Lack
BeitragVerfasst: So Jan 22, 2012 16:28 
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Registriert: So Jun 20, 2010 11:33
Beiträge: 397
Hallo,

ich habe hier ein Philips 841A Radio (40er Jahre). Der Lack auf dem Holzgehäuse sieht folgendermaßen aus:

Dateianhang:
Philips 841A Front.JPG
Philips 841A Front.JPG [ 87.81 KiB | 2661-mal betrachtet ]


Ich möchte nach Möglichkeit einen Totalabschliff des alten Lacks und Neulackierung vermeiden (oder ist das unumgänglich ?). In meiner Lack-Kiste habe ich ein Fläschchen "Lumberjack" Schellack-Streichlack von CLOU gefunden. Ich hatte mir gedacht, den alten Lack erst mal reinigen, dann mit 400er Papier anschleifen und dann den Shellack nach einer der zahlreichen Anleitungen mit Ballen auftragen ?
Oder geht das mit Schellack nicht, weil der Originallack evtl. kein Schellack ist ?
Was würdet ihr bei dem Lackzustand empfehlen ?

Grüße,
Ralf


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur Aufarbeitung von Lack
BeitragVerfasst: So Jan 22, 2012 19:34 
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Registriert: Mi Jan 21, 2009 13:56
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Leicht mit Glasrein drübergehen, eventuell mit KFZ-Politur polieren oder so belassen und nach dem Reinigen nur mit Möbelpolitur leicht auffrischen, das erhält den Originalzustand. Mehr wäre hier zu viel des Guten :wink:

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Gruß
Schumi

Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln:
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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur Aufarbeitung von Lack
BeitragVerfasst: Do Jan 26, 2012 10:07 
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Registriert: So Jun 20, 2010 11:33
Beiträge: 397
Hallo Schumi,

ich habe das Gehäuse jetzt erst einmal mit Glasreiniger gereinigt. An einigen Stellen waren Farbflecken vorhanden, die musste ich mit Spiritus entfernen.

Ich habe an einer Seite, die recht gut erhalten ist, mit Autopolitur poliert, das Ergebnis sieht schon ganz gut aus. Wieviele Schichten Politur sollten drauf, so viele, bis eine glatte Oberfläche entstanden ist ?

Die Oberseite des Gehäuses ist leider recht stark beschädigt:

Dateianhang:
Oberseite.jpg
Oberseite.jpg [ 87.98 KiB | 2569-mal betrachtet ]


Zu erkennen sind tiefere Macken und Kratzer sowie wohl Wasserflecken - runde Abdrücke von Gläsern / Flaschen. Wenn ich die einfach überpoliere, werden die Flecken doch so wie sie sind in der klaren Politurschicht konserviert, was ich vermeiden will. Könnte man nicht die Macken und Kratzer, wo das helle Furnier zutage tritt, mit einer dunklen Beize einpinseln und dann drüberpolieren ? Wie entferne ich die Wasserflecken ?

Grüße,
Ralf


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur Aufarbeitung von Lack
BeitragVerfasst: Do Jan 26, 2012 11:26 
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Registriert: Mi Jan 21, 2009 13:56
Beiträge: 1556
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Hallo Ralf,

bei solch alten Geräten ist immer wieder die Frage, ob man den Original-Lack mit all seinen Gebrauchsspuren erhalten möchte oder die Patina zerstört und alles neu aufbaut - Wertverlust oder Wertsteigerung ? Es ist wie immer Ansichtssache. Für den einen ist es wunderschöne Patina, für den anderen ist es ein verranztes Gehäuse :mrgreen:

Wasserränder bekommt man ohne eine Neulackierung nicht entfernt, die sieht man immer beim Altlack. Ich hatte oben aufgrund der Frontbeschaffenheit geschrieben "original Zustand erhalten". Das kannst Du ganz einfach bewerkstelligen, indem Du eine Möbelpolitur wie "Renuwell" oder "Polyboy dunkel" aufträgst, je nach Oberflächenbeschaffenheit sind mehrere Aufträge evtl. über mehrere Wochen erforderlich. Das dunkelt das Furnier unter dem Decklack wieder an und gaukelt eine Zeit lang frisches Aussehen vor. Die Behandlung muss man aber alle paar Monate wiederholen. Bei einem solchen Lack wie im Bild vorgestellt, kann das aber auch relativ schnell gehen, bis alle Furnier-Ecken nachgedunkelt sind.
Nachteil der Behandlung: Man sieht die Wasserflecken nach wie vor, aber etwas abgeschwächt.
Vorteil: Der Altlack und somit auch der Originalzustand bleibt erhalten.

"Möbelpolitur" ist eigentlich das falsche Wort für diese Brühe. Das ist keine Politur im eigentlichen Sinn mit Material-Abtrag, sondern nur ein Furnier-Andunkler mit Pigmenten in der Flüssigkeit für offenporige Oberflächen. Auf einem dichten Decklack kann man das Zeug vergessen, es würde nur obenauf liegen und die Glanzschicht verschmieren. Eine Bezeichnung wie "Farb-Kaschierer" oder "aus-grau-mach-dunkelbaun-Zaubertrank" oder sowas in der Art wäre passender.

Zur Kfz-Politur: Soviel solte klar sein - eine normale Metallic-Politur enthält kaum Schleifmittel, also schleift sie auch keinen Lack in den Neuzustand :wink: Sie dient eher dazu, angelaufene Stellen, Schmierflecken und hartnäckige Schmutzreste nach einer Grundreinigung weitestgehend zu entfernen und einen relativ einheitlichen Glanzgrad herzustellen. Mehr ist bei Deinem Gerät nicht zu erwarten.

Zum Neuaufbau eines Lackes mit allen möglichen Zaubertinkturen steht hier in diesem Forenbereich schon genug geschrieben. Ob Du Dir das antun möchtest, musst Du selbst entscheiden. Man sollte nicht vergessen, daß alte Anbauteile oder Stoffe mit viel Patina wie in Deinem Fall ebenfalls zu einem Neulack passen sollten, ansonsten sieht das Gerät nach der Neulackierung komisch und unnatürlich aus, wie gewollt und nicht gekonnt.

Ich an Deiner Stelle würde folgendermaßen vorgehen:
1. Grundreinigung (wie von Dir schon durchgeführt)
2. Möbelpolitur bis zum kompletten Andunkeln
3. leichte Politur mit Sonax-Metallic-Hochglanz oder ähnlichen Polituren
4. alle paar Monate leicht mit Möbelpolitur drübergehen

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Gruß
Schumi

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur Aufarbeitung von Lack
BeitragVerfasst: Mo Jan 30, 2012 8:40 
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Registriert: Sa Jan 14, 2012 13:13
Beiträge: 32
Wohnort: Bad Bentheim
Hallo Ralf, Hallo Schumi

Meine Meinung ist, das bei einem derart verhunzten Gehäuse ein kompletter Neuaufbau des Lackes angesagt ist. Ralf sieht das wohl ähnlich.
Autopolitur verschlimmert doch die ganze Geschichte das bekommt man aus den ganzen offenen Poren und Kratzern gar nicht wieder heraus.
Und das ist dann auch keine Patina mehr. Schon vorher nicht und sicher nach der Politur auch nicht mehr. Das Gehäuse ist schlicht und ergreifend erstmal in diesem Zustand eine unansehnliche olle Kiste. So ein Gerät wollte ich so nicht in meiner Sammlung oder gar im Wohnzimmer ausstellen. Das würde mir kein Spass machen.
Da es hier nicht viel zu verlieren gibt, würde ich den alten Lack komplett entfernen. Abbeizen oder abwaschen. Dann vorsichtig schleifen so das die Kratzer weg sind. Hoffe es geht da ich nicht weiß wie tief die sind. Dann Kompletten Neuaufbau des neuen Lackes. Und ob es dann gerade Schellack sein muss ?
Ist natürlich nicht ganz so einfach gerade wenn es man noch nie gemacht hat. Aber dafür ist Schumi hier wohl der Profi.
Und so wie es jetzt ist, ist es wohl kein Orginalzustand so wie das Gerät einmal früher ausgesehen hat. Sondern Orginal verhunzt aus dem Keller oder sonst woher. Das kann man meines er achtens auch nicht mit Patina entschuldigen. Tut mir leid das ich das so direkt sage ist aber meine Meinung.

Ansonsten ein schönes Radio wo es sich lohnt dieses wieder so aufzubauen das es wieder eine Augenweide wird.

Gruß Willi

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur Aufarbeitung von Lack
BeitragVerfasst: Mo Jan 30, 2012 9:29 
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Registriert: Mi Jan 21, 2009 13:56
Beiträge: 1556
Wohnort: Linsengericht / Hessen
KUBI hat geschrieben:
Meine Meinung ist, das bei einem derart verhunzten Gehäuse ein kompletter Neuaufbau des Lackes angesagt ist.


Wie ich schon oben schrieb, ist genau das alles Ansichtssache :) So gehen die Meinungen (glücklicherweise) auseinander, eine zweite Meinung öffnet neue Horizonte und regt zum Nachdenken an. Jetzt ist Ralf am Zug :mrgreen:


KUBI hat geschrieben:
Aber dafür ist Schumi hier wohl der Profi.


Definitiv "nein", ich bin alles andere als ein Profi. Ich würde mich glücklich schätzen, wenn ich alle Handgriffe für Holzbearbeitungen drauf hätte :roll:

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Gruß
Schumi

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur Aufarbeitung von Lack
BeitragVerfasst: Mo Jan 30, 2012 11:24 
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Moin moin,

irgendwo habt ihr alle recht und letztendlich kommt es darauf an was man möchte. Ein Gerät welches so aussieht wie ab Werk, oder noch besser? Oder ein Gerät welches gut, evtl. nicht wirklich perfekt, aussieht und ein paar altersbedingte Schönheitsfehler hat?

Ich habe hier noch ein paar Gehäuse, wo ich um einen komplett neuen Lackaubau etc. nicht herumkomme, dagegen ist das hier abgebildete allerdings fast im Neuzustand :D

Ansonsten gehe ich Schumi's Weg. Es soll ansehnlich sein, es darf auch weiterer Pflege bedürfen und es soll die kleinen Macken der Zeit mit Würde zeigen dürfen.

Beste Grüße
Peter

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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur Aufarbeitung von Lack
BeitragVerfasst: Fr Feb 03, 2012 10:48 
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Registriert: Di Mai 18, 2010 8:45
Beiträge: 1922
Wohnort: Unterfranken-W
Kenntnisstand: Weitergehende Kenntnisse (Hobby)
Hallo Ralf,

aus der Erfahrung eines Nicht-Holzfachmanns, als den ich mich bewusst bezeichne:

bezogen auf das Frontfoto des Geräts hielte ich ein schonendes Vorgehen (Säubern + Renuwell) für angezeigt.
Die fotografierte Oberseite dagegen sollte m.E. weder mit irgendwelchen Polituren noch sonstigen Wundermittelchen verschlimmbessert werden. Hier hilft nur die schon beschriebene "Radikalkur". Du hast sonst wirklich im nun noch rohen Holz jede Menge "Mittelchen" sitzen, die Du nicht mehr herausbekommst und die eine dann wirklich grundlegende Sanierung maßgeblich erschweren würden (das verfluchst Du dann, glaube mir), wenn nicht gar unmöglich machen, weil der Neulack nicht gut anhaften würde. Oder es kommen nach Jahren plötzlich irgendwelche Polituren farbverändert durch :( .

Alles selbst schon "erlebt".

Und wenn Du Dich nun wunderst ob meiner "geteilten" Bearbeitungshinweise: ja, das kann gehen, dass man, um die Patina des Geräts zu erhalten, an verschiedenen Seiten mit verschiedenen Methoden arbeitet. Kantige Übergänge zur Oberseite hin hat das Gerät ja, was dieses Arbeiten erleichtern würde.

Merke: auch partiell aufgebrachten Neulack kann man soweit auf "alt" trimmen, dass es beim Gesamtgerät authentisch wirkt. Das kriegt selbst der passionierte Hobbyheimwerker hin.

Gruß
k.

_________________

k. steht für klaus

Ein Mann mit einer neuen Idee ist so lange unausstehlich, bis er der Idee zum Erfolg verholfen hat.
(Mark Twain)


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur Aufarbeitung von Lack
BeitragVerfasst: Fr Feb 03, 2012 15:35 
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Registriert: So Jun 20, 2010 11:33
Beiträge: 397
Hallo allerseits,

ich habe das Gehäuse jetzt rundherum mit Autopolitur aufgearbeitet, die Seiten und die Front sind m.E. recht gut geworden, sie sahen aber auch längst nicht so schlimm aus wie die Oberseite. Dort konnte ich zwar auch einiges "herausarbeiten", aber die Wasserringe sind immer noch deutlich sichtbar. Wahrscheinlich werde ich die Oberseite wirklich komplett abschleifen, beizen und dann mit Clou Bootslack neu lackieren.

Grüße,
Ralf


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zur Aufarbeitung von Lack
BeitragVerfasst: Fr Feb 03, 2012 16:42 
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Beiträge: 6012
Hallo Ralf!

Ich habe hier eine Weile mitgelesen und will jetzt auch mal meine Meinung schreiben.

Die Seitenteile hast Du ja nun (hoffentlich) zu Deiner Zufriedenheit hin bekommen.
Wenn Du jetzt die Oberseite mit Bootslack neu lackieren willst, wird diese meiner Meinung nach zu sehr von dem Rest des Radios abstrahlen, soll heißen zu neu aussehen.
Ich würde Dir folgendes vorschlagen.

Nehme den Lack der Oberseite mit einer Ziehklinge ab. Bei mir ist da ein altes, angeschliffenes Messer im Einsatz. Das geht wunderbar auf ebenen Flächen. Die originale Patina bleibt in der Regel erhalten. Sollte dies nicht der Fall sein, würde ich mit einem feuchten Lappen mal prüfen wie es naß aussieht. Das ist immer ein gutes Indiz, wie das Holz später mit Lack "nachdunkelt". Zur Not mit leichtem beizen nachhelfen. So es nötig ist, anschließend das Holz ganz leicht anschleifen. Mehr rüber hauchen als schleifen. Da reicht 400-600 Schleifleinen aus.
Die Oberfläche kannst Du jetzt mit Ballenmattierung "veredeln". Mehrere Schichten davon lassen die Farbe etwas dunkler erscheinen.
Diese Oberfläche passt wunderbar zu solch alten Gehäusen und sticht nicht so ab im Vergleich mit alten Lack. So Du es für nötig erachtest, kannst Du abschließend mit Wachs noch etwas am Glanz angleichen.

Ich mache solche Sachen recht oft und bin mit dem auf "alt" getrimmten Oberflächen sehr zufrieden.

Dies nur als Anregung.

paulchen


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