Hallo Forum,
ich bin auf der Suche nach einem sehr dünnwandigen Sechskant-Abgleichschlüssel. Aktuell habe ich ein Telefunken Largo 1462 auf dem Tisch stehen, das ich geschenkt bekam. Es spielt soweit, allerdings ist der UKW-Empfang seltsam unempfindlich. Der Tuner hatte nur minimalen Nachgleichbedarf, so daß ich gerne die Zf-Filter nachstimmen möchte. Ich habe aber keinen passenden Schlüssel. Vom reinen Augenschein her haben die Kerne vielleicht einen Durchmesser von 2,5 mm, der passende Schlüssel muß aber sehr dünnwandig sein, um durch das Röhrchen auf den Kern zu kommen.
Hat jemand eine Bezugsquelle für solche Schlüssel ?
Vielen Dank und viele Grüße
Holger
Wo gibt es noch Abgleichbesteck ?
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holger66
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Wo gibt es noch Abgleichbesteck ?
UKW: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.....
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andreas1962
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Re: Wo gibt es noch Abgleichbesteck ?
Hallo Holger,
hier in meiner Werkstatt habe ich 2x verschiedene Bernstein-Abgleich-Sets. Leider ist da kein wie von Dir beschriebener Schlüssel dabei. Also selbst herstellen. Um z.B. die Philips-Trimmer mit der 6-Kant-Aufnahme einzustellen, nehme ich einen dünnwandigen 8er Fischer-Dübel und stülpe diesen über den 6-Kant.
Eine andere Möglichkeit wäre ein Plastikschlauchstück zu verwenden oder mittels Schrumpfschlauch einen Abgleichschlüssel anzufertigen. Da schmiere ich einen formgebenden Innensechskant-Schlüssel oder die Klinge eines Schrauber-Bits mit Wachs ein und ziehe ein locker sitzendes Stück Schrumpfschlauch darüber. In das andere Ende wird ein Plastikstab oder ein Holzstab (z.B. dünner Pinselstiel) als späteren Griff eingesteckt. Dann das Ganze mit den Heißluftföhn mit max. 190°C anfönen und nach dem Erkalten den Schrauberbit oder Schlüssel wieder abziehen.
Natürlich kann diese Konstruktion nicht allzugroße Kräfte aufnehmen, sonst verformt sich ja der Schrumpschlauch. Vielleich nach dem ersten Anfönen einen weiteren Schrumpfschlauch darüber ziehen und nochmals fönen, dann den formgebenden Schlüssel abziehen.
Vielleicht kann jemand von Euch einen weiteren Vorschlag, selbst einen Abgleichschlüssel herzustellen.
Viele Grüße
andreas
hier in meiner Werkstatt habe ich 2x verschiedene Bernstein-Abgleich-Sets. Leider ist da kein wie von Dir beschriebener Schlüssel dabei. Also selbst herstellen. Um z.B. die Philips-Trimmer mit der 6-Kant-Aufnahme einzustellen, nehme ich einen dünnwandigen 8er Fischer-Dübel und stülpe diesen über den 6-Kant.
Eine andere Möglichkeit wäre ein Plastikschlauchstück zu verwenden oder mittels Schrumpfschlauch einen Abgleichschlüssel anzufertigen. Da schmiere ich einen formgebenden Innensechskant-Schlüssel oder die Klinge eines Schrauber-Bits mit Wachs ein und ziehe ein locker sitzendes Stück Schrumpfschlauch darüber. In das andere Ende wird ein Plastikstab oder ein Holzstab (z.B. dünner Pinselstiel) als späteren Griff eingesteckt. Dann das Ganze mit den Heißluftföhn mit max. 190°C anfönen und nach dem Erkalten den Schrauberbit oder Schlüssel wieder abziehen.
Natürlich kann diese Konstruktion nicht allzugroße Kräfte aufnehmen, sonst verformt sich ja der Schrumpschlauch. Vielleich nach dem ersten Anfönen einen weiteren Schrumpfschlauch darüber ziehen und nochmals fönen, dann den formgebenden Schlüssel abziehen.
Vielleicht kann jemand von Euch einen weiteren Vorschlag, selbst einen Abgleichschlüssel herzustellen.
Viele Grüße
andreas
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paulchen
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Re: Wo gibt es noch Abgleichbesteck ?
Das was Andreas beschreibt habe ich so ähnlich schon ab und an gemacht.
Das Problem am Ende habe ich für mich gelöst, wenn man in den Schlauch ein dünnes Stück Holz (Streichholz oä) steckt und nur vorn den Sechskant drüber schauen läßt. Diesen Konstrukt danach erwärmen. Wie beschrieben formt sich der Sechskant, der Rest wird auf das Holz geschrumpft.
Damit kann man schon eine gewisse Kraft ausüben, wenn der Kern vorher leichtgängig gemacht wurde.
Was auch einigermaßen geht ist eine passende Kabelisolierung vorn so zu verformen. Ist um einiges stabiler als Schrumpfschlauch. Da kann dann eventuell gleich der Draht drinnen bleiben (NYM 1,5).
paulchen
Das Problem am Ende habe ich für mich gelöst, wenn man in den Schlauch ein dünnes Stück Holz (Streichholz oä) steckt und nur vorn den Sechskant drüber schauen läßt. Diesen Konstrukt danach erwärmen. Wie beschrieben formt sich der Sechskant, der Rest wird auf das Holz geschrumpft.
Damit kann man schon eine gewisse Kraft ausüben, wenn der Kern vorher leichtgängig gemacht wurde.
Was auch einigermaßen geht ist eine passende Kabelisolierung vorn so zu verformen. Ist um einiges stabiler als Schrumpfschlauch. Da kann dann eventuell gleich der Draht drinnen bleiben (NYM 1,5).
paulchen
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andreas6
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Re: Wo gibt es noch Abgleichbesteck ?
Ich habe mir dieses zugelegt. Ist sehr zart und klein, eigentlich nicht für historische Geräte gedacht. Als Alternative habe ich Abgleich-Bits 3D-gedruckt. Die passen in gewöhnliche Viertelzoll-Bithalter rein oder in die kleineren mit 4 mm. Dort hat man alle Freiheiten und kann beliebige Abgleichformen und Längen herstellen.
MfG. Andreas
MfG. Andreas
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holger66
- Moderator
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Re: Wo gibt es noch Abgleichbesteck ?
Hallo zusammen,
ich habe heute ein wenig an dem Gerät weitergemacht. Dabei ist mir etwas kurioses aufgefallen. Steht das Chassis flach auf dem Tisch, kommt der erwähnte mäßige UKW-Empfang heraus. Beim Durchdrücken der UKW-Taste gerät offenbar eine Zf-Stufe manchmal in Eigenschwingung, dann gibt es kurz ein kreischendes Geräusch, dann Stille. Beim Hin- und Herdrücken kommt der Empfang dann wieder.
Noch seltsamer: Kippe ich das ganze Chassis über die Hinterkante nach oben, nur wenige Grad, ist plötzlich voller Empfang da, bis zu der Stelle, an der die EM84 früher eingebrannt wurde. Irgendwo berühren sich also in flacher Lage offenbar zwei Bauteile, die das nicht tun sollten. Kippe ich das Chassis, so hört das auf.
Damit kann ich meine Annahme einer mangelhaften Empfindlichkeit durch Nachgleichbedarf nicht aufrecht erhalten. Es ist ein mechanisches Problem für den Fehler verantwortlich.
(Nebenbei noch einmal zu den Kernen: ich habe schließlich einen Abgleichschlüssel gefunden, der sozusagen "saugend" in die Röhrchen der Filter paßt. Aber dennoch nicht auf die Kerne greift, weil der Sechskant zu klein ist, dieser Schlüssel ist zu dickwandig. Telefunken hatte damals also sehr ungewöhnliche Kerne verwendet, für die kein üblicher Schlüssel paßt. Sehr seltsam. Aber das nur noch am Rande.)
Wie finde ich nun den eigentlichen Fehler ? Ich werde mal damit beginnen, einzelne Bauteile "durchzuwackeln".....mal sehen. Es ist übrigens nach einem AEG Tambour 62 vor einigen Jahren das zweite Gerät aus dieser Fertigung mit solchen schwer zu findenden Fehlern, ich halte das für eine Folge mangelnder Erfahrung in der Fertigung von Platinengeräten.
Danke an alle....
H.
ich habe heute ein wenig an dem Gerät weitergemacht. Dabei ist mir etwas kurioses aufgefallen. Steht das Chassis flach auf dem Tisch, kommt der erwähnte mäßige UKW-Empfang heraus. Beim Durchdrücken der UKW-Taste gerät offenbar eine Zf-Stufe manchmal in Eigenschwingung, dann gibt es kurz ein kreischendes Geräusch, dann Stille. Beim Hin- und Herdrücken kommt der Empfang dann wieder.
Noch seltsamer: Kippe ich das ganze Chassis über die Hinterkante nach oben, nur wenige Grad, ist plötzlich voller Empfang da, bis zu der Stelle, an der die EM84 früher eingebrannt wurde. Irgendwo berühren sich also in flacher Lage offenbar zwei Bauteile, die das nicht tun sollten. Kippe ich das Chassis, so hört das auf.
Damit kann ich meine Annahme einer mangelhaften Empfindlichkeit durch Nachgleichbedarf nicht aufrecht erhalten. Es ist ein mechanisches Problem für den Fehler verantwortlich.
(Nebenbei noch einmal zu den Kernen: ich habe schließlich einen Abgleichschlüssel gefunden, der sozusagen "saugend" in die Röhrchen der Filter paßt. Aber dennoch nicht auf die Kerne greift, weil der Sechskant zu klein ist, dieser Schlüssel ist zu dickwandig. Telefunken hatte damals also sehr ungewöhnliche Kerne verwendet, für die kein üblicher Schlüssel paßt. Sehr seltsam. Aber das nur noch am Rande.)
Wie finde ich nun den eigentlichen Fehler ? Ich werde mal damit beginnen, einzelne Bauteile "durchzuwackeln".....mal sehen. Es ist übrigens nach einem AEG Tambour 62 vor einigen Jahren das zweite Gerät aus dieser Fertigung mit solchen schwer zu findenden Fehlern, ich halte das für eine Folge mangelnder Erfahrung in der Fertigung von Platinengeräten.
Danke an alle....
H.
UKW: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.....