Radio Selbstbau

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Thomas26
Philetta
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Radio Selbstbau

Beitrag von Thomas26 »

Liebe Radiofreunde,

toll, euch gefunden zu haben. Ich würde mich freuen, wenn mir jemand helfen kann bei einer ungewöhnlichen Frage.
Ich bin bildender Künstler und möchte als Teil einer Skulptur ein möglichst einfaches (Radio-) Empfangsgerät bauen. Die Einzelteile incl. Batterie sollen dabei sichtbar sein. Es sollen möglichst nur Komponenten benutzt werden, die „greifbar“ sind, also keine modernen Mikrobausteine, die aus einem anonymen winzigen schwarzen Kästchen bestehen. Ich erinnere mich beispielsweise an die Widerstände in meiner Jugendzeit, diese farbigen kleinen Röhrchen, in die von beiden Seiten ein dünner Draht führte.
Das „Gerät“ muss überhaupt nicht dem entsprechen, was jeder von einem funktionsfähigen Radio erwartet. Ich brauche keine Einstellung der Frequenz um einen Sender zu finden. Es reicht vollkommen, wenn eine beliebige Radiofrequenz empfangen wird, und es einfach nur rauscht. Die Skulptur soll das Rauschen empfangen und wiedergeben, das ist alles.
Es gibt nur eine Vorgabe. Es muss ein Quarzoszillator verbaut sein, der einen alten waver hat, also eine Quarzscheibe mit einem Durchmesser von knapp einer Centmünze. Diese Vintage-Oszillatoren haben unten zwei Drahtstecker und meist eine messingfarbene Abdeckung, manchmal auch durchsichtig. Ich meine, sie wurden vor 30 oder 40 Jahren hergestellt.
Ich ahne, dass für Fachleute diese Anfrage sicher abstrus klingt. Aber vielleicht kann mir jemand helfen, oder mir einen Tipp geben, wo ich suchen könnte. Die Radiobastelbausätze, die meist für den Schulbereich angeboten werden, sind leider ungeeignet. Wie gesagt: Es muss nur rauschen, und soll sich aus wenigen einfachen (Vintage-)Bauteilen zusammensetzen, die noch erhältlich sind.
Ich wäre euch sehr dankbar für eure Hilfe!
Beste Grüße
Thomas
Stefan02
Philetta
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Re: Radio Selbstbau

Beitrag von Stefan02 »

Grüße,

Du musst schon definieren, ob es ein Radio sein soll, welches "beliebige Radiosignale" empfangen könnte, oder ob es nur eine Schaltung sein soll, welche einfach nur ein Radio - Ähnliches Rauschen bereitstellt. Wie soll das Rauschen denn klingen, nach UKW Rauschen, also eher mit hohen Tonfrequenzen, oder eher das typische, eher ruhige "AM" Rauschen?

Wenn dein Radio einfach nur Rauschen soll, kannst du eine Schaltung bauen, mit einer Z Diode. Diese wird leitend betrieben, und ihr Rauschen mit einem mehrstufigen Transistor Verstärker verstärkt. Das Ergebnis ist ein Rauschen, dessen Klangfarbe man durch das Einfügen von Kondensatoren in den Verstärkerstufen beeinflussen kann.

Du sagst "Quarzoszillator". Meinst du wirklich einen "Oszillator", oder bezieht es sich eher auf das Bauteil "Quarz". Da ist nämlich ein Unterschied. In vielen modernen "Quarzoszillator Bauteilen" ist das Quarz direkt auf der Platine, aber nicht sichtbar, da das Modul gekapselt ist, es sind oft rechteckige oder viereckige Metall Kapseln / Module mit 4 Anschlüssen.

Passive Quarze hingegen, welche Elektronik benötigen, um ein Signal zu generieren, sind in etwa so aufgebaut, wie du es beschreibst, die Gehäuse sind aber idr. aus Metall, und die eigentliche "Scheibe" daher im verborgenen, es gibt aber auch seltene Plastik-Quarze, die durchsichtig sind, wo man die Scheibe (Etwas kleiner als ein 1 Cent Stück) sehr gut sieht, ich bin da im Besitz solch durchsichtiger Quarze von ... Siemens, denke ich, ist der Hersteller.

Soll ein "Quarz Oszillator" eingebaut sein, und soll es tatsächlich ein Empfänger sein, könnte man solche Quarze nutzen, um einen "Festfrequenz Super" zu erstellen. Dieses Radio würde, wenn man die Schaltung entsprechend aufbaut, ein gut hörbares Rauschen erzeugen. Der Clou dabei wäre, dass man für die Empfangsfrequenz einen schwachen Sender dazu erstellen könnte, mit dem es machbar wäre, auf kurze Distanz (Distanz aus Rechtlichen Gründen bewusst kurz) den Ton vom Handy, oder Sprache (Mikrofon) über das "Skulptur Radio" ab zu spielen.

Es ist also so gesehen, eine Frage des Designs. Du könntest einen einfachen Rausch-Generator bauen, und das Quarz in die Schaltung einbauen, es aber entweder ohne Funktion lassen, oder es nicht sonderlich effektiv "um funktionieren", und das NF Signal darüber laufen lassen, es wie einen Kondensator nutzen, wenn es aber wirklich als Quarz-Oszillator arbeiten soll, sehe ich als einzig Sinnvolle Lösung eben das Superhet an.

Man kann so eine Schaltung mit Transistoren aufbauen, da gibt es verschiedene Typen. Von kleinen, Plastikartigen Bauteilen mit 3 Anschlüssen, bis hin zu runden Transistoren im Metallgehäuse.

Die Schaltung wäre dann "diskret" aufgebaut, denn die Transistoren stellen in einzelnen Bereichen das nach, was man in den von dir erwähnten "Modernen IC Schaltungen" findet.

Du musst halt eins beachten: Lange Leitungen sind bei der Schaltung eher ungut, gerade, wenn es um den HF Teil geht. Zwar wäre es sicher möglich, es auch mit sagen wir 10cm langen Leitungen zwischen den Teilen noch auf zu bauen, wenn man auf einer niedrigen Frequenz bleibt, aber die "unerwünschten Aussendungen" vom Quarzoszillator wären dann halt u.U. ein Thema. Den HF-Teil sollte man also eher "eng" aufbauen, beim "NF Teil", also dem Schaltungsteil, der den Ton auf dem Lautsprecher wiedergibt, kann man auch längere Drähte nehmen, um die Bauteile z.B. über die Skulptur verteilt, jedoch aktiv an der Funktion des Radios beteiligt, an zu bringen.

Grundsätzlich könnte ich, unverbindlich, beide Schaltungen für dich entwickeln, also sowohl den "Tut so als ob" Radio mit Rausch-Generator, der zwar ein Rauschen wiedergibt, aber keinen Sender aufnehmen kann, oder ein echtes AM Superhet Radio mit dem Quarz (Wo man die Scheibe sehen kann) und einem kleinen, schwachen ... Sender, dass das Radio auch etwas empfangen kann. Der Aufbau wäre mit den von dir erwähnten einfachen Bauteilen wie Widerständen, Transistoren und co.

Sollen die Teile über große Distanzen verteilt verdrahtet werden, ist das Superhet aber vermutlich eher nicht die richtige Lösung, sondern der einfachere Rausch Generator.