Abgleich eines Freiburg 125

Fragen, Berichte und Tipps zu Reparatur und Technik.

Für Einsteiger: Erste Inbetriebnahme eines Röhrenradios
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BeniS
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Abgleich eines Freiburg 125

Beitrag von BeniS »

Hallöchen zusammen,

Ich möchte mich gerne am Abgleich der ZF meines Freiburg 125 (mit Volkers Stereodekoder ausgestattet) versuchen. Ein ehemaliger Freund hatte sich mal daran versucht aber den Abgleich leider nicht wirklich sauber gemacht. Seitdem stand es hier rum. Nun habe ich wieder Lust auf das Gerät bekommen und möchte natürlich dass es halbwegs sauber abgeglichen ist.

Ich hab mir mal das Service Manual angeschaut und da steht irgendwas von entkoppeln und unterkritisch einstellen. Was bedeutet das konkret?

Ein Multimeter besitze ich bereits, ein Oszi könnte ich mir borgen und bezüglich des Messsendersignals auf 10,7 MHz hab ich gelesen, dass man das wohl auch mit einem HackRF erzeugen kann, den ich besitze.

Könnte es mir jemand erklären wie man den Abgleich genau macht oder gibt es jemand im Raum Stuttgart der mich dabei unterstützen könnte?

Vielen lieben Dank im Voraus schonmal

Benjamin
albert66
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Re: Abgleich eines Freiburg 125

Beitrag von albert66 »

Bei Bandfiltern:
* i.d.R. müssen die "bedämpft" werden = Widerstand parallel zu beiden Kreisen, je nach Bandfilter 2-50 kOhm.
* unterkritisch - überkritisch gekoppelt = unterkritisch (schwächere) ergibt eine Kurve mit einem Höcker (Spitze),
überkritisch (stärkere) durch gegenseitige Beeinflussung mindestens zwei Höcker re. und li. der Resonanzfrequenz.

Ganz so einfach mit Multimeter und irgendwoher ein Signal geht das nicht. Sorry, aber da wurden schon Bücher drüber geschrieben.
RPB 75 Franzis Verlag "So gleicht der Praktiker ab" oder andere alte Bücher, wenn Du so etwas antiquarisch erwischen kannst.

Vielleicht hat hier jemand diesen Typ schon mal durchgestimmt und kann Dir bessere Tips geben. Die Koppelung (innerhalb des Bandfilters) ist i.d.R. induktiv per Spulenabstand (und Kerne Abstand), sollte an sich fix sein. Die Einstellung "unterkritisch" per Kerne ..... da fasse ich nur ungern hin. Normalerweise sollte das ab Werk ok bleiben und eine Bedämpfung reicht dann zum Abgleich.

Gruß Peter
BeniS
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Re: Abgleich eines Freiburg 125

Beitrag von BeniS »

Das wäre die Abgleichsanleitung dazu.
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
hf500
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Re: Abgleich eines Freiburg 125

Beitrag von hf500 »

Moin,
die Besonderheit der Saba-Bandfilter:

Zur Kopplungseinstellung haben die einen "Spulenfahrstuhl". Eine der beiden Filterspulen ist hoehenverstellbar ("dritte Schraube"), so dass durch Veraenderung des Spulenabstandes deren Kopplung eingestellt werden kann.
Entfernt man die Spulen voneinander, wird die Kopplung loser und damit unterkritisch.
Bei unterkritischer Kopplung wird die Filterkurve schmaler und es ist eindeutiger, beim Abgleich das Maximum zu finden.

Damit enfaellt hier die Notwendigkeit, das Filter zu bedaempfen, was mit Umstaenden verbunden ist (Bedaempfungswiderstand/-kondensator/RC-Kombination ein-aus-umloeten). Hier wird der jeweils nicht abzugleichende Kreis bedaempft, damit er so "breit" wird, dass man eindeutiger das Maximum des abzugleichenden Kreises erkennt. Es haengt von der grundsaetzlichen Auslegung der Filter ab, ob diese Massnahmen erforderlich sind, siehe die jeweilige Abgleichanweisung. Bei den meisten Geraeten sind diese "Sperenzschen" nicht notwendig, die ZF-Verstaerker sind so konstruiert, dass sie sich im Prueffeld schnell und einfach abgleichen liessen. Spart damit Zeit, Geld und eiminiert eine Fehlerquelle ;-)

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Peter
BeniS
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Re: Abgleich eines Freiburg 125

Beitrag von BeniS »

Also wenn ich das richtig verstehe, schließe ich das Oszi an die Punkte X und Y an und entkopple die Filter bis die Amplitude am schmalsten ist oder wie weit muss ich denn entkoppeln? Ich nehme an, danach stelle ich den maximalen Ausschlag bzw. Spannung ein. Wie stellt man danach wieder die Kopplung richtig ein? Muss diese dann einen oder zwei Höcker haben? Oder am weitesten Punkt, bis sich Anfangen die Höcker bilden?

Und ich soll C205 soweit verstellen dass die Rauschspannung verschwindet. Wie bewerkstellige ich das? Ich messe doch jeweils immer an X und Y, wie soll ich denn hier erst auf Minimum und dann auf Maximum abgleichen?

Wäre nett wenn du mir da jeweils Skizzen für die jeweiligen Schritte bzw. Optima anfertigen könntest.

Sorry wenn ich so ahnungslos klinge, aber ich kenne tatsächlich niemand der abgleichen kann… zudem will ich es auch selbst mal lernen. Ich habe an zig Röhrenradios schon Bauteile getauscht bzw. restauriert, aber mich nie groß an den Abgleich getraut. Bringt ja nichts sich da nicht weiterzubilden :D

Hab ich’s zudem richtig verstanden dass die Kopplung der Filter auch deren Bandbreite bestimmt? Könnte ich durch losere Kopplung daher auch eine höhere Trennschärfe (natürlich auf Kosten des Klangs) erzielen?
Yamanote
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Re: Abgleich eines Freiburg 125

Beitrag von Yamanote »

Hallo,

bei Saba Radios funktioniert der Abgleich mit der Anleitung sehr gut, also am besten auch genau nach Anleitung vorgehen, ein Oszi ist dafür nicht notwendig.

Bei den Freiburgs ist es besonders wichtig, das Gerät VOR dem Abgleich elektrisch (Kondensatoren, Widerstände) und mechanisch (alles leichtgängig, alle Schaltkontakte gereinigt) KOMPLETT zu überholen. Letzteres gilt im Speziellen für die korrekte Funktion des Suchlaufes.
Viele Grüße,
Günter
albert66
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Re: Abgleich eines Freiburg 125

Beitrag von albert66 »

Kontrolle: wenn Du die Frequenz des Meßsender variierst und nur ein (möglichst schmales) Maximum auftaucht, bist Du unterkritisch (kleinere Kopplung, drehen lt. Anweisung). Später lt. Abgleichanweisung auf Maximum. s. @hf500
BeniS
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Re: Abgleich eines Freiburg 125

Beitrag von BeniS »

Na wenn das so ist, ists natürlich noch einfacher. Ich hätte jetzt einfach die Durchlasskurve am Oszi genommen.

Das Gerät ist elektrisch und mechanisch komplett überholt, inkl. Elkos, Papierkondensatoren, Gleichrichter, Seilzug…

Es bleiben trotzdem die Fragen:

* Wie merke ich anhand der Spannung am Multimeter an den Messpunkten X und Y, ob der Filter IV entkoppelt ist bzw. wann sollte ich aufhören zu drehen?
* Wie merke ich anhand der Spannung am Multimeter an den Messpunkten X und Y, ob die Filter I, II und III unterkritisch gekoppelt sind? Einfach minimale Spannung an den Messpunkten X und Y?
* Wie kann ich das „Rauschspannung auf Minimum“ mittels Verstellung des C205 interpretieren? Einfach minimale Spannung an den Messpunkten X und Y?
* Das Mikroamperemeter soll an die Punkte X, Y und Z angeschlossen werden? Wie schließe ich denn ein modernes Multimeter an, welches nur zwei Eingänge besitzt?
* Mit „Nulldurchlauf“ sind nehme ich an 0 mA gemeint?
* Bei der Neutralisation: Dort soll man die Eingangsspannung auf 0,5 mV erhöhen. Welche Eingangsspannung? Die des Messsenders an den Dipolbuchsen? Und was ist mit „Neutralisation auf Minimum angleichen“ gemeint? Wo muss das Minimum gemessen werden? Wieder an X und Y? Das ist für mich aus der Anleitung nicht klar verständlich.


Wenn mir das halt kurz jemand noch beantworten könnte hab ich denke ich genug, um mich an das ganze zu wagen. Viel kaputt gehen kann da eh nicht ;-)
albert66
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Re: Abgleich eines Freiburg 125

Beitrag von albert66 »

BeniS hat geschrieben: Mi Jul 08, 2026 21:00.... Na wenn das so ist, ists natürlich noch einfacher. Ich hätte jetzt einfach die Durchlasskurve am Oszi genommen. .....
Wenn Du mit dem Oszi per x-y "wobbelst" (Durchlaßkurve), ist das an sich die einfachste Methode. Mein "Sender ändern" war die Methode ohne Scope (Wobbler). Sobald Du ein schönes schlankes Bild mit einem Höcker siehst, bist Du "unterkritisch", vielleicht noch etwas auf Sicherheit die Spitze (Spannung, hast Du ja auf dem Scope) etwas runter und das war's.

Lese Dir bitte vor dem Hintergrund nochmal die restlichen Fragen durch, da streike ich mangels Zeit und Hitze im Moment :-) , bin auch gerade auf dem Sprung ("mal weg").

PS: Wobbler / Scope waren damals nicht gerade die billigsten Meßinstrumente. Deshalb wurde oft wie hier im Abgleichplan gearbeitet. Im Labor hatte man solche Geräte, aber nicht in jeder kleinen Werkstatt.
BeniS
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Re: Abgleich eines Freiburg 125

Beitrag von BeniS »

Wenn’s ne gute Möglichkeit gibt das auch ohne Oszi zu machen, würde ich das natürlich bevorzugen, denn da müsste ich erst nen Kumpel fragen ob er mir seins leiht. Könnte natürlich auch eines dieser Handheld Digitaloszis kaufen (gibts bei Amazon ja schon ab 100€), aber keine Ahnung wie gut die für ein Röhrenradio taugen und für ein großes Oszi hab ich nicht den Platz und auch nicht den Bedarf (gleiche ja nicht so oft ab).

Wäre gut wenn mir noch jemand die Fragen beantworten könnte (eventuell Günter, denn er scheint das ja bereits einmal gemacht zu haben), dann kann ich mich demnächst mal an den Abgleich machen ;-)