Kurzer Reparaturbericht Kaiser Breslau W1090

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holger66
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Kurzer Reparaturbericht Kaiser Breslau W1090

Beitrag von holger66 »

Hallo Forum,

nach längerer Abstinenz (nicht vom Basteln, aber vom Schreiben) möchte ich hier kurz ein sehr seltenes Gerät vorstellen, das mir bei Sammlungsauflösung in Grevenbroich für nur 20 Euro zugefallen war.

Gesehen hatte ich das Modell noch nie, ich wußte allerdings durch das rmorg, daß es das Gerät gab.

Kaiser verbindet man in Sammlerkreisen ja auch auch eher mit putzigen Kleingeräten wie dem UKW Spezial, den ich auch in der Sammlung habe und der ganz hervorragend geht.

Aber man baute auch Großgeräte, wenn auch weniger, so selten sind sie heute. Das hier vorgestellte Modell "Breslau" W1090 hat satte 10 Röhren und am Ende standesgemäß eine EL12, die auf zwei Lautsprecherchassis mit getrennten Übertragern wirkt. Der ganz dicke Isophon, den Nordmende auch für seine Tannhäuser brauchte und noch ein Hochmitteltöner. Die Öffnungen in der Schallwand lassen da etwas anderes erwarten.

Das Gerät hat einige Besonderheiten. Der eingeschaltete Wellenbereich wird wie beim Grundig 5010/4010 durch kleine Klappen hinter offenen Feldern der Skalenscheibe angezeigt, die Tasten bleiben nicht unten. Die Wellenbereichstasten schalten auch nicht den Netzschalter, der ist extra, ebenso wie bei Grundig.

Besonders spannend ist aber die eingebaute Ferritantenne, die mit einem soliden Bakelitknopf an der rechten Seite verdreht wird. Sie hängt aber unter dem Gehäusedach, ein Seilzug regelt das. Überhaupt waren die Kaiser-Mannen wohl Fans von verrückten Seilzügen. Es gibt auch einen für das Bandbreiten-Schauzeichen. Dieser Zug nimmt zwei verstellbare Bandfilter mit und eben das Schauzeichen in Form von zwei gegenläufigen Kläppchen. Das muß man gesehen haben, gottlob war dieser Seilzug intakt. Während der Kondensator-Razzia muß man aber immer fein aufpassen, daß man ihn nicht beschädigt. Achja: 28 Kondis waren zu wechseln, die Siemens-Elkos waren allesamt intakt. Nach 73 Jahren eine reife Leistung.

Als ich das alles fertig hatte, spielte das Gerät auf UKW, auf AM kam schlicht nichts. Sehr seltsame Ursache: alle Tastenschieber für AM waren aus den Tastenhebeln ausgehängt. Man kann das auf dem einen Bild mehr ahnen als sehen. Im grünen Kasten der gabelförmige Tastenhebel, im roten Kasten der Tastenschieber, den Mitnehmer, der in die Gabel greift, kann man nicht mehr sehen.

Die Schieber saßen alle hinten, behinderten den UKW-Empfang also nicht. Aber warum ? Ich weiß es nicht. Von selbst können die da nicht rausgerutscht sein, das muß absichtlich gemacht worden sein. Mit zwei sehr langen und dünnen Schraubendrehern gelang es mir, die Schieber so weit nach links zu biegen, daß die Mitnehmer wieder in die Gabeln flutschten. Jetzt geht auch AM wieder, auch die Mittelwellen-Stationstaste.

Nun die Bilder.

Gruß
Holger
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UKW: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.....
klausw
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Re: Kurzer Reparaturbericht Kaiser Breslau W1090

Beitrag von klausw »

Schönes Gerät, damals wurden 548 DM dafür aufgerufen. Ich füge mal den 'Steckbrief' mit den technischen Details an:

https://www.radiomuseum.org/r/kaiser_breslau_w1090.html

Gruß
Klaus

Kenntnisse kann jeder haben, aber die Kunst zu denken ist das seltene Geschenk der Natur.
(Friedrich II.)