Schaub Lorenz Weekend T 50 L

Fragen, Berichte und Tipps zu Reparatur und Technik für frühe Transistorgeräte bis in die 1970er Jahre.
Forumsregeln
Regeln
Impressum
Benutzeravatar
Pitterchen
Royal Syntektor
Royal Syntektor
Beiträge: 284
Registriert: Sa Jul 14, 2018 8:57
Kenntnisstand: Weitergehende Kenntnisse (Hobby)
Wohnort: Königswinter

Re: Schaub Lorenz Weekend T 50 L

Beitrag von Pitterchen »

Danke Bernhard W und Alle,
danke Fritz52.

Gestern hatte ich ja die beiden AF126 gegensinnig getauscht und da die Alu-Abschirmung noch abgezogen ist, habe ich die hochkantstehende Platine aus der Basisplatine ausgelötet und auf ihr den C503 gemessen.
Das sollte ein 2mF sein, gemessen habe ich 2,3 mF und ESR 9,3 Ohm.
Der C500, ein 5nF, wies einen Wert von 14,64nF und VLoss von 8,2% auf.
Daher flogen beide auch raus und wurden passend ersetzt.

Jetzt habe ich Fritz52 Ratschläge abgearbeitet, also ab LS-Regler, T304 und folgende Elkos und bisher folgendes gemessen:

Kollektor T304 = 4,07V, Soll 4V
Emitter T304 = 0,44V, Soll 0,5V
(Gemessen gegen Batterie +)

Kollektor T305 = 6,02V, Soll 5,9V
Emitter T305 = 1,2V, Soll 1,3V
(Gemessen gegen Batterie +)
Viele Grüße aus dem Siebengebirge

Peter


Der Optimist sitzt auf der Wolke, unter der die anderen jammern.
Bernhard W
Siemens D-Zug
Siemens D-Zug
Beiträge: 936
Registriert: Do Nov 17, 2011 23:30
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Wohnort: Mannheim

Re: Schaub Lorenz Weekend T 50 L

Beitrag von Bernhard W »

Soweit sehen die Arbeitspunkte (Ruheströme) der Transistoren gut aus.
(Die Spannung der Stabilyt-Zelle liegt etwas höher als die Flussspannung der Ersatzschaltung mit zwei Dioden, deshalb ist die Spannung am Emitter von T305 jetzt -1,2 V statt -1,3 V. Also auch völlig in Ordnung.)

Dann bleiben als Halbleiter nur noch die beiden Endstufentransistoren T306 und T307 (AC128) übrig. Wenn einer von beiden eine Unterbrechung aufweist, wird nur noch eine Halbwelle verstärkt. Das klingt dann verzerrt.
Die sind jedoch gleichstrommäßig parallel geschaltet. Zum Messen muss man jeweils zwei Anschlüsse unterbrechen.

Nachtrag: vor dem Auslöten prüfen, ob beide Endstufen-Transistoren Kollektorspannung (6 V), Basisspannung (ca. 0,2 V) und Emitter-Anschluss (ca. 10 mV) erhalten, jeweils gemessen bezüglich Anschluss 317 oder Plusanschluss von R312. Die Spannungen direkt an den jeweiligen Anschlüssen der Transistoren messen. (Die Ruhestromeinstellung (6 mA) klappt nämlich auch, wenn nur ein Transistor funktioniert.)
Wenn die Transistoren abgelötet sind, würde ich auch mal die Widerstände der vier Übertrager-Wicklungen messen.
(Beim Zwischenübertrager: zwischen br-fs und zwischen gn-fs und beim Ausgangsübertrager: zwischen gn-br und zwischen bl-br.)

C500 bildet mit D500 und R501 den AM-Hüllkurven-Demodulator und
C503 ist der "Ratio-Kondensator" im FM-Diskriminator.

Im NF-Signalzweig liegen auch noch folgende Elektrolyt-Kondensatoren:
C344 ( 4 µF) - darüber fließt der Differenzstrom des FM-Diskriminators gegen Masse
C428 ( 1 µF) - DC-Entkopplung vor dem Lautstärkepotentiometer
C324 ( 1 µF) - DC-Entkopplung zwischen Lautstärkepotentiometer und T304
C329 (50 µF) - AC-Verstärkungs-Erhöhung bei T304 (der muss besonders niedrigen Serienwiderstand (Verlustfaktor) aufweisen
C327 ( 1 µF) - DC-Entkopplung zwischen T304 und T305
C325 (50 µF) - AC-Verstärkungs-Erhöhung bei T305

PS: Normalerweise misst man die Spannungen an den Emitterwiderständen mit beiden Prüfspitzen direkt an dem jeweiligen Widerstand. Das ergibt die geringsten Messfehler. Zur Sicherheit kann man (im ausgeschalteten Zustand) die Widerstände mit einem Ohmmeter prüfen.
Im Schaltbild des Touring T20 ist das meiner Meinung nach besser dargestellt:
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.