Messschaltung analoge Anzeigemesswerke

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frank_w
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Messschaltung analoge Anzeigemesswerke

Beitrag von frank_w »

Hallo,
ich habe mehrere analoge Anzeigemesswerke die ich ausmessen will.

Es handelt sich um Dreheisen- und Drehspulinstrumente.
Nun suche ich eine Messschaltung da fast keine Angaben auf den Anzeigenmesswerken vermerkt sind.
Also müssen die Anzeigenmesswerke ausgemessen werden.

Das ich den Strom und Spannungsabfall messen muss ist bekannt, sowie Strom- und Spannungs- richtige Schaltung aufgebaut werden muss.

Neben der Messschaltung suche ich auch noch Eichschaltung für Multimeter die ich zur Messung nehmen kann.
Zur Verfügung habe ich Vielfachmesser Mellenbach(50µA, 75mV) sowie digitale Multimeter(den traue ich nicht).
Gruß Frank

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BugleBoy
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Re: Messschaltung analoge Anzeigemesswerke

Beitrag von BugleBoy »

Wichtiger ist definierte Strom (bei Drehspulintrument) bei Vollausschlag.

Da reicht aus, gute Multimeter, in Reihe mit Poti und Netzgerät. (oft 100µA = Vollausschlag )
Du stellt Poti so ein, dass es genau Vollausschlag ergibt. Dann lest du Strom von Multimeter ab.
Du hast dann Strom bei Vollausschlag herausgefundet. Das ist WICHTIGSTE Werte beim Drehspulinstrument.

Dann misst du Widerstand von Drehspulinstrument, indem du einfach Ohmmeter an Zeigerinstrument ranhälst.

Da hast du dann Strom und Widerstand.
Das Rest macht Formel U / R = I :-D


Grüss
Matt
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Re: Messschaltung analoge Anzeigemesswerke

Beitrag von Roland57 »

BugleBoy hat geschrieben: ...
Dann misst du Widerstand von Drehspulinstrument, indem du einfach Ohmmeter an Zeigerinstrument ranhälst.
...
Aber bitte aufpassen: bei empfindlichen Meßwerken kann das Vorgehen je nach Ohmmeter das Meßwerk überlasten bzw der Zeiger schlägt recht unsanft an den Anschlag.

Gruß
Roland
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Re: Messschaltung analoge Anzeigemesswerke

Beitrag von BugleBoy »

Genau, ich schrieb schon typische Werte von 100µA.

Wenn Frank ihm mit 100 Ohm Poti an 50V anschliesst, dann ist es sehr schlecht.
Man sollte mit 10kiloohm Poti an 2-3 V Spannung anfangen.

Grüss
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Re: Messschaltung analoge Anzeigemesswerke

Beitrag von Roland57 »

Mein Kommentar galt nicht der Bestimmung des Maximalstroms, das war schon korrekt dargestellt, sondern der Widerstandsmessung: viele Ohmmeter messen mit hohem Strom, wenn der Widerstand klein ist und können Messwerke überlasten. Ich habe hier zwei Digital-Multimeter von Voltcraft, eines misst mit 300 uA, das andere mit 250 uA, das ist zuviel für empfindliche Prüflinge

Gruß
Roland
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Re: Messschaltung analoge Anzeigemesswerke

Beitrag von mnby101 »

Hi Roland,

das ist völlig richtig was Du schreibst. Deshalb sollte man besser dem Vorschlag von Matt folgen und erst mal mit einem hochohmigen Vorwiderstand an kleiner Spannung testen, reagiert das Messwerk überhaupt nicht kann man den Widerstand stufenweise verkleinern und eventuell die Spannung langsam erhöhen bis der Zeiger sich abhebt. Man muß sich einfach langsam heran tasten. Ein ganz kurzer Test vorher mit dem Ohmmeter in einem höheren Messbereich kann allerdings erst mal feststellen ob die Spule des Messwerks überhaupt Durchgang hat, der Messstrom ist in höheren Messbereichen eines Ohmmeters nicht so hoch wie z.B. bei einem Bereich der nur bis 200 Ohm reicht. Ist auf diese Weise kein Durchgang der Spule festzustellen kann man sich den Rest schenken, das Messwerk wird nichts anzeigen können. Vorsichtig sollte man aber in jedem Falle vorgehen, es gibt mechanische Messwerke die schon bei weniger als 50µA Vollausschlag erreichen.
Grüße aus Ingelheim am Rhein,
Norbert (DF8PI)

Ein Forenmitglied dass kein Problem damit hat seinen Vornamen und Wohnort zu nennen. :)
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Re: Messschaltung analoge Anzeigemesswerke

Beitrag von frank_w »

Danke für die Antworten.

Ich messe lieber Strom und Spannung.

Wie kann ich den meine Messgeräte eichen oder vergleichen?

Messschaltung dachte ich mir Eingangsspannung 1V 100Ko Widerstand und dann 100Ko Poti zum Messgerät.
Gruß Frank

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Re: Messschaltung analoge Anzeigemesswerke

Beitrag von Bernhard W »

frank_w hat geschrieben:Wie kann ich den meine Messgeräte eichen oder vergleichen?
Strommessbereich: alle Geräte in Reihe schalten und einen Strom durchfließen lassen.
Spannungsmessbereich: alle Geräte parallel schalten und eine Spannung anlegen.
-> Bei beiden Verfahren: Systematischer Messfehler: keiner
frank_w hat geschrieben:Messschaltung dachte ich mir Eingangsspannung 1V 100Ko Widerstand und dann 100Ko Poti zum Messgerät.
Ich würde einen Festwiderstand (vorher den Wert messen) verwenden und ein einstellbares Netzteil nehmen. Bei einem Poti als Vorwiderstand kann es passieren, dass es beim Einschalten versehentlich auf 0 steht. Das wäre der Tod von mindestens einen Gerät im Messzweig. Ein Netzteil hat eine obere Spannungsgrenze.

Bernhard