Reparatur von Rema 1800

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Undine1953!
Philetta
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Reparatur von Rema 1800

Beitrag von Undine1953! »

Hallo alle zusammen, zu aller erst einmal meine Besten Wünsche fürs Neue Jahr, vor allem Gesundheit. Ich bräuchte wieder mal ein paar Ratschläge.
Vom Flohmarkt habe ich mir einen Rema 1800FA fast für lau erstanden. Hat ein schönes Design, gefällt mir. Äußerlich wie innerlich war er recht akzeptabel, also noch wieder herstellungswürdig. Erstaunlicherweise war er noch nicht mal so verdreckt, wie man es normaler Weise für fast 70 Jahre alte Geräte hätte erwarten können. In Teilen ist er auch komplett, dafür waren sämtliche Seilzüge gerissen oder haben gefehlt. Das ist aber nicht das Problem.
Der erste Check war bis auf eine intakte Heizung eine Null Nummer. Die Siebdrossel war durch und in Folge dessen wohl auch der 20ohm Widerstand. Des weiteren habe ich noch alle alten Teer Kondensatoren erneuert, die Elkos durchgemessen -waren soweit noch i.O.- lediglich der Kathoden Elko 100my an den EL84 wurde erneuert sowie der parallele 125ohm Widerstand, der war durch. Nun möchte aber nicht unerwähnt lassen, das ich in Ermangelung einer original Siebdrossel einen Ausgangs Übertrager gleicher Baugröße von einer Endstufe EL84 eingebaut habe und lediglich die Hochohmige Primärseite geschaltet habe. Das Radio läuft nun erst einmal,
und damit auch das Problem. Bei zunehmender Lautstärke und vor allem beim Runterregeln des linken Tiefen Reglers fangen die LP´s extrem an zu schnarren und zu verzerren. Auch sind die Anoden Spannungen an den Röhren um einiges höher wie im Schaltplan ausgewiesen, weit über den Toleranzbereich. Seltsamerweise sind sie an den beiden EL 84 Röhren lediglich um 10V höher. Die Speise Spannung hinter der Siebdrossel ist zwar auch um 10V höher, ist aber meiner Meinung nach in Ordnung. Nun habe ich das Radio in diesem Zustand einige Zeit laufen lassen, bei normaler Lautstärke und aufgedrehtem Höhen Regler und es war keine Erwärmung vor allem an den Trafos, an der " Siebdrossel ", sowie an irgendwelchen Widerständen fest zu stellen. Meine Vermutung geht nun in Richtung Defekter Trafo der Gegentakt Endstufe, oder was könnte es noch sein ?
Wie verfahre ich nun weiter ? Ich bedanke mich vorab für Eure Tipps.
fritz52
Kuba Komet
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Re: Reparatur von Rema 1800

Beitrag von fritz52 »

Moin....mein lieber,
wünsche ebenfalls ein frohes neues.
Einen AÜ als Drossel im Anodenspannungszweig zu verwenden, ist mbMn nicht zu empfehlen, denn u.a. ist nicht nur der Drahtquerschnitt zu dünn und somit auch dann der DC-Widerstand. Die Kern Form dürfte auch nicht der einer Drossel Bauart entsprechen.
Besser wäre es wohl, als Drossel Ersatz, nen Drahtwiderstand von ca. 60-100 Ohm zu nehmen.
M. f. G.
fritz


- Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen :wink:
fritz52
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Re: Reparatur von Rema 1800

Beitrag von fritz52 »

....achte auch bitte darauf, das der 10µF/35V Elko am 20 Ohm Widerstand , mit + auf Masse zu löten ist, weils ne negative Spannung ist.
Ein großer Nachteil, auch den sich nicht nur die Rema Ingenieure haben einfallen lassen, ist der gemeinsame Kathoden Widerstand mit Elko, der bei unterschiedlich verbrauchten Endröhren, die bessere dann überlastet. Hier wird dringend geraten, jeder Kathode der EL84 einen eigenen R und C zu gönnen, dessen R etwas höher (160-200 Ohm/1W gewählt werden sollte um die Belastung jeder EL84 abzuschwächen.
M. f. G.
fritz


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hf500
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Re: Reparatur von Rema 1800

Beitrag von hf500 »

Moin,
grundsaetzlich ist es moeglich, einen Eintaktuebertrager als Siebdrossel zu verwenden. Die Voraussetzung wurde schon benannt, die Strombelastbarkeit.
Im Allgemeinen ist der Eintaktuebertrager fuer _eine_ EL84 gedacht, also fuer einen Strom bis 50mA.

Nach Schaltbild haengt an der Siebdrossel das gesamte Geraet mit Ausnahme der Endstufenanoden. Der Gesamtanodenstrom der Endstufe ist 60 mA, die Gleichrichterroehre liefert 95mA, also hat man 35mA fuer das restliche Geraet. Ein ordentlich dimenionierter Uebertrager fuer eine EL84 in Standardeinstellung (48mA Anodenstrom) sollte also geeignet sein.
Der Kern eines Eintaktuebertragers passt auch als Siebdrossel, gefordert ist in beiden Faellen ein Kern mit Luftspalt, um die Gleichstrommagnetisierung zu verringern (ein Kern ohne Spalt wuerde in die Saettigung getrieben). Die resultierende Induktivitaet sollte ueberschlaegig auch hinkommen.


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Peter
Undine1953!
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Re: Reparatur von Rema 1800

Beitrag von Undine1953! »

Hallo alle zusammen, ich danke erst einmal für die Tipps, komme aber erst am Wochenende wieder dazu und dann werde ich mich auf jeden Fall wieder melden. Ach so noch kurz, die verbliebenen Elkos sind mit der richtigen Polarität verbaut. VG. Bernd