Hallo zusammen,
mein Chromat 1060 leidet leider unter starkem Pumpen des Bildes sobald man die Helligkeit und Kontrast hochregelt. Im Verdacht habe ich hierbei die Kaskade. Aktuell werkelt ein HTR102 mit Selenkaskade, der Plan ist das Gerät auf HRT107 samt neuer Kaskade umzubauen. HTR107 habe ich genügend auf Lager, allerdings nur Westkaskaden mit denen ich das probieren kann. Alle meine Umbauversuche sind bis jetzt gescheitert, bis jetzt habe ich das mit Westkaskade+ HTR107 noch nicht zum Laufen gebracht. Nun zu meiner Frage. Hat jemand die Service Info von RFT zum Umbau des Chromats auf HRT107 und Siliziumkaskade, schaltungstechnisch dürfte das ja identisch zu westlichen Kaskaden sein.
Vielen Dank Grüße Simon
RFT Chromat 1060 Umbau auf West Kaskade und HTR107
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Simon1983
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ELEK
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Re: RFT Chromat 1060 Umbau auf West Kaskade und HTR107
Hallo, prüf bitte als erstes 3 Sachen, bevor die Kaskade getauscht...umgebaut wird:
- eventuell hat einer der beiden Transistoren im Gegentakt-Transverter eine B-E-Unterbrechung (KT 805, die runden Töpfe neigen besonders dazu! Bei KT808AM/BM im TO3-Gehäuse eher seltener..) oder zu wenig Stromverstärkung ! Da es diesen Fehler v.a. bei den russischen Transistoren gibt, hat man das nicht so auf dem Film. Der Fehler war ein Klassiker bei den CHROMAT mit KT805-Rund-Töpfen.
- Wenn einer der Widerstände im Fokus-Teiler defekt wird, kann diese Fehler-Erscheinung ebenfalls auftreten (Anfangsstadium... im Endstadium geht die Hochspannung hoch..) anfangs bilden sich kleine Lichtbögen an einem der Widerstände, die sich langsam rumdrum fressen, bis der Lichtbogen zu lang wird, wenn der Strom abreißt, regelt die Hochspannung hoch)
- eventuell ist die Kurzzeit-Regelung fehlerhaft, d.h. z.B. die Abschirmung des Hochspannungskabels zur Bildröhre nicht kontaktiert oder nach Masse kurzgeschlossen
Kaskadenfehler, die ein Pumpen bewirken, hatte ich nie, ganz ausschließen will ich es nicht ! Umbau auf gleich-geschaltete West-Kaskade müßte aber auch gehen, wichtig ist, daß die Gleichrichterstrecken absolut identisch anzuschließen gehen, ggf mit NOVAMAT vergleichen, die haben die neueren HSK103 (?) am Start, die eher mit West-Kaskaden zu vergleichen sind. Dann entfällt auch der extra-Selenstab, der bei den älteren durchsichtigen gelblich...bräunlichen Se-Kaskaden im CHROMAT erforderlich ist (bei denen geht kein 1:1-Ersatz auf HSK103 oder West-Kaskade ohne Änderung der Beschaltung)!
Hintergrund ist, daß die neueren HSK103...West-Kaskaden den einen Gleichrichter vorn (der bei den bernsteinfarbenen älteren Kaskaden separat erforderlich ist) schon intern haben, mit Anschluß "D" nach außen. Anschluß "C" ist dann Masse... wie gesagt, bei NOVAMAT/NOVATROM nachsehen.
Es gab dazu auch eine Service-Mitteilung...
*
Was noch wichtig ist: Wenn für den 600V-Gleichrichter noch ein älterer Typ drin ist --> "Pappröhrchen" vor dem Zeilentrafo, E600C3 oder SB...-Bezeichnung, dann sollte der eigentlich sofort gegen 2x SY330/10...15 oder 2xUF4007 (schnelle 1kV-Dioden, Sperrspannung gesamt ca 1500V (2x600V Spitzenwert liegt an!) getauscht werden ! - Ein Kurzschluß oder Iso-Fehler im 600V-Bereich (aber auch allen Schienen, die aus dem Hochspannungstrafo abgeleitet werden) führt zum Hochregeln der Hochspannung, hier sind neben Überschlägen auch Schäden an der BiRl möglich, wenn es am Hals zum Ablenksystem durchschlägt.. also Vorsicht bei Arbeiten am Hochspannungsteil..
ebenso sollten wie gesagt die Widerstände des Fokus-Teilers sichtgeprüft werden (braune Ringe sind Warnsignal! diese tauschen !), eventuell auch den Teiler auf Durchgang testen, geht mit Multimeter, wenn man immer so 3...4 Widerstände der Kette in Reihe prüft (im 20MOHm-Bereich).
Gruß Ingo
- eventuell hat einer der beiden Transistoren im Gegentakt-Transverter eine B-E-Unterbrechung (KT 805, die runden Töpfe neigen besonders dazu! Bei KT808AM/BM im TO3-Gehäuse eher seltener..) oder zu wenig Stromverstärkung ! Da es diesen Fehler v.a. bei den russischen Transistoren gibt, hat man das nicht so auf dem Film. Der Fehler war ein Klassiker bei den CHROMAT mit KT805-Rund-Töpfen.
- Wenn einer der Widerstände im Fokus-Teiler defekt wird, kann diese Fehler-Erscheinung ebenfalls auftreten (Anfangsstadium... im Endstadium geht die Hochspannung hoch..) anfangs bilden sich kleine Lichtbögen an einem der Widerstände, die sich langsam rumdrum fressen, bis der Lichtbogen zu lang wird, wenn der Strom abreißt, regelt die Hochspannung hoch)
- eventuell ist die Kurzzeit-Regelung fehlerhaft, d.h. z.B. die Abschirmung des Hochspannungskabels zur Bildröhre nicht kontaktiert oder nach Masse kurzgeschlossen
Kaskadenfehler, die ein Pumpen bewirken, hatte ich nie, ganz ausschließen will ich es nicht ! Umbau auf gleich-geschaltete West-Kaskade müßte aber auch gehen, wichtig ist, daß die Gleichrichterstrecken absolut identisch anzuschließen gehen, ggf mit NOVAMAT vergleichen, die haben die neueren HSK103 (?) am Start, die eher mit West-Kaskaden zu vergleichen sind. Dann entfällt auch der extra-Selenstab, der bei den älteren durchsichtigen gelblich...bräunlichen Se-Kaskaden im CHROMAT erforderlich ist (bei denen geht kein 1:1-Ersatz auf HSK103 oder West-Kaskade ohne Änderung der Beschaltung)!
Hintergrund ist, daß die neueren HSK103...West-Kaskaden den einen Gleichrichter vorn (der bei den bernsteinfarbenen älteren Kaskaden separat erforderlich ist) schon intern haben, mit Anschluß "D" nach außen. Anschluß "C" ist dann Masse... wie gesagt, bei NOVAMAT/NOVATROM nachsehen.
Es gab dazu auch eine Service-Mitteilung...
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Was noch wichtig ist: Wenn für den 600V-Gleichrichter noch ein älterer Typ drin ist --> "Pappröhrchen" vor dem Zeilentrafo, E600C3 oder SB...-Bezeichnung, dann sollte der eigentlich sofort gegen 2x SY330/10...15 oder 2xUF4007 (schnelle 1kV-Dioden, Sperrspannung gesamt ca 1500V (2x600V Spitzenwert liegt an!) getauscht werden ! - Ein Kurzschluß oder Iso-Fehler im 600V-Bereich (aber auch allen Schienen, die aus dem Hochspannungstrafo abgeleitet werden) führt zum Hochregeln der Hochspannung, hier sind neben Überschlägen auch Schäden an der BiRl möglich, wenn es am Hals zum Ablenksystem durchschlägt.. also Vorsicht bei Arbeiten am Hochspannungsteil..
ebenso sollten wie gesagt die Widerstände des Fokus-Teilers sichtgeprüft werden (braune Ringe sind Warnsignal! diese tauschen !), eventuell auch den Teiler auf Durchgang testen, geht mit Multimeter, wenn man immer so 3...4 Widerstände der Kette in Reihe prüft (im 20MOHm-Bereich).
Gruß Ingo
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Re: RFT Chromat 1060 Umbau auf West Kaskade und HTR107
Vielen Dank für deine Rückmeldung und deine Tipps. Da ich zum Test bereits den Zeilentrafo samt Kaskade aus meinem zweiten Chromat gesteckt hatte und der Fehler damit nicht aufgetreten war, ist mein Verdacht sehr schnell auf die Kaskade gefallen. Dein Einwand mit dem Massekabel ist aber insofern sehr hilfreich, da beim einen Trafo das Schirmungskabel der Hochspannung direkt auf Masse lag und beim funktionierenden über einen Widerstand an den Trafo geht. Da der Fehler kurz nach dem Wiedereinbau des Trafos nach Versiegelung aufgetreten ist habe ich mir den Fehler vermutlich selbst eingebaut.
Dass das mit dem Schirmungskabel der Hochspannung zu tun haben kann wäre mir im Traum nicht eingefallen. Aktuell steckt der richtig angeschlossene Trafo im 1060,sobald ich den anderen Trafo wieder eingebaut und richtig angeschlossen habe werde ich berichten obs daran lag.
Mit dem Pappröhrchen meist du wohl den besagten Selengleichrichterstab der beim Novamat und neuerer Kaskade entfällt, den werde ich schleunigst austauschen da auch noch original. Beste Grüße Simon
Mit dem Pappröhrchen meist du wohl den besagten Selengleichrichterstab der beim Novamat und neuerer Kaskade entfällt, den werde ich schleunigst austauschen da auch noch original. Beste Grüße Simon
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ELEK
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Re: RFT Chromat 1060 Umbau auf West Kaskade und HTR107
Hallo SImon,
wenn die Abschirmung tatsächlich auf Masse lag, ist das mit ziemlicher Sicherheit die Fehlerursache für das "Pumpen" !! Richtig, die Abschirmung muß von Masse isoliert an den vorgesehenen Anschlußpunkt der Hochspannungs-Regelung ("Kurzzeitregelung") gehen ! Besorg Dir unbedingt die Serviceanleitung vom CHROMAT (und ggf. den Plan vom NOVAMAT...-TRON, kann Dir auch was schicken, wenn Du mir Deine email per PM schickst.
Mit dem "Pappröhrchen" meine ich den Gleichrichter für die 600V-Schiene (hauptsächlich für die Schirmgitterspannungen der BiRö), das ist die "Di 234" auf der Chassis-Leiterplatte, in Nähe der Steckbuchsenleiste für den Hochspannungstrafo (rechtsseitig unten, wenn man von oben auf die Platte blickt) über dem Einsteller für die Hochspannung. Wenns erstmal geht, ist es o.k. für Probe-Betrieb, aber bei nächster Gelegenheit wie beschrieben ersetzen.
Der bei den älteren Kaskaden "zusätzlich erforderliche" Gleichrichter im Keramik-Rohr ist der am Hochspannungstrafo oben auf dem Pertinax-brettchen, wo dann auch der eine Hochspannungs-C (Styroflex) runter zum Sockel geht. Die beiden Teile sind die zusätzliche Gleichrichterstufe für die Anwendung der älteren "Bernstein-Kaskaden", also die meist so "durchsichtig" sind mit dem typischen Gießharz, eine sehr zuverlässige Konstruktion übrigens, ich hatte da sehr selten Ausfälle. Diese 3000V-Gleichrichter sind ziemlich zuverlässig und sind auch schwierig durch andere Typen oder Dioden ersetzbar (E3000 C3 --> schnelle 6000V-Diode, sprüh-sicher..).
Gruß Ingo
wenn die Abschirmung tatsächlich auf Masse lag, ist das mit ziemlicher Sicherheit die Fehlerursache für das "Pumpen" !! Richtig, die Abschirmung muß von Masse isoliert an den vorgesehenen Anschlußpunkt der Hochspannungs-Regelung ("Kurzzeitregelung") gehen ! Besorg Dir unbedingt die Serviceanleitung vom CHROMAT (und ggf. den Plan vom NOVAMAT...-TRON, kann Dir auch was schicken, wenn Du mir Deine email per PM schickst.
Mit dem "Pappröhrchen" meine ich den Gleichrichter für die 600V-Schiene (hauptsächlich für die Schirmgitterspannungen der BiRö), das ist die "Di 234" auf der Chassis-Leiterplatte, in Nähe der Steckbuchsenleiste für den Hochspannungstrafo (rechtsseitig unten, wenn man von oben auf die Platte blickt) über dem Einsteller für die Hochspannung. Wenns erstmal geht, ist es o.k. für Probe-Betrieb, aber bei nächster Gelegenheit wie beschrieben ersetzen.
Der bei den älteren Kaskaden "zusätzlich erforderliche" Gleichrichter im Keramik-Rohr ist der am Hochspannungstrafo oben auf dem Pertinax-brettchen, wo dann auch der eine Hochspannungs-C (Styroflex) runter zum Sockel geht. Die beiden Teile sind die zusätzliche Gleichrichterstufe für die Anwendung der älteren "Bernstein-Kaskaden", also die meist so "durchsichtig" sind mit dem typischen Gießharz, eine sehr zuverlässige Konstruktion übrigens, ich hatte da sehr selten Ausfälle. Diese 3000V-Gleichrichter sind ziemlich zuverlässig und sind auch schwierig durch andere Typen oder Dioden ersetzbar (E3000 C3 --> schnelle 6000V-Diode, sprüh-sicher..).
Gruß Ingo