Kurfürst F171. Probleme mit Kanalwähler

Hier ist alles über alte Fernseher bis hinein in die 70er Jahre richtig.
Forumsregeln
Regeln
Impressum
Tubeglow
Philetta
Philetta
Beiträge: 3
Registriert: Sa Mär 28, 2026 17:53
Kenntnisstand: Weitergehende Kenntnisse (Hobby)
Wohnort: 30916 Isernhagen (Hannover)

Kurfürst F171. Probleme mit Kanalwähler

Beitrag von Tubeglow »

Moin allerseits.
Besitze schon seit ca. 10 Jahren Jahren einen Graetz Kurfürst 171. Habe ihn damals mit einer kleinen Kondensatorkur zum laufen gebracht. Auch der Vorbesitzer hatte schon viel erneuert. Die Bildröhre scheint neu zu sein, auch der Zeilentrafo (der jetzt eine DY statt der EY hat). Soll mal im Showroom eines Fernsehhändlers gestanden haben.
Hat ein super scharfes und kontrastreiches Bild und den guten Sound.

Aber seit einiger Zeit gibt es Probleme mit dem Kanalwähler, meistens während der Warmlaufphase. Dann zuckt das Bild, und gleichzeitig das Mag. Auge.
Mit einem TinySA konnte ich nachvollziehen, dass die Ursache hierfür eine leichte aber sprunghafte Veränderung der Oszillatorfrequenz zu sein scheint. Also ZF schließe ich deswegen eigentlich aus.
Manchmal ist die Frequenzabweichung auch länger, so dass man sie durch Drehen der Feinabstimmung wieder korrigieren kann. Aber meistens eben nur ein Zucken.

- Der Effekt tritt auf allen Kanälen auf.
- Beim leichten Drehen des Kanalwählers ist alles ok.
- Ebenso beim Drehen der Feinabstimmung.
- Auch C119 für die Mitteneinstellung der Feinabstimmung (Schraube, 0,5...4pF) ist unauffällig beim Verstellen
- Betriebsspannung und Masseverbindung des Kanalwählers sind auch unauffällig. Also Dezi-Schalter ist auch ok
- Den Kanalwähler hatte ich schon ausgebaut und die Trommelkontakte gereinigt. Auch natürlich die Röhrenkontakte und Sockelkontakte.
- Mechanische Vorspannung der Röhrensockelkontakte der PCF "einzeln" mit 1mm-Stift geprüft
- Röhren getauscht
- Widerstandsmessung von außen zwischen Betriebsspannungseingang und Anode der PCF zeigt einen vernünftigen Wert. Natürlich könnten R107 oder R102 einen Wackelkontakt haben. Dagegen spricht aber, dass der Tuner noch niemals ganz "weg" war.

Hat jemand eine Idee wo man noch suchen kann, oder evtl. einen Kanalwähler zu verkaufen?

Viele Grüße
Andreas aus Isernhagen
andreas1962
Transmare
Transmare
Beiträge: 709
Registriert: Fr Dez 05, 2014 21:01
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Wohnort: Salzkotten

Re: Kurfürst F171. Probleme mit Kanalwähler

Beitrag von andreas1962 »

Moin Andreas,

da hast du ja schon einiges unternommen, um den Fehler zu finden. Auch die Lötverbindungen an den Bauteilen, Röhrenfassungen, Trommelschalter, Durchführungskondensatoren usw. mit frischem (verbleiten) Lötzinn nachgelötet?

Graetz baute "seine" VHF-Tuner selbst. Der Tuner im Kurfürst 171 wurde auch z.B. im Reichsgraf F161 und 167 und in der Maharani Truhe F191 verbaut, vermutlich auch in weitere Graetz FS-Modelle des Jahrgangs 1958/1959.

Vielleicht kannst Du hier ein, zwei Bilder des Tuners einstellen. Dann kann ich hier nachschauen, ob ich einen solchen Tuner noch habe.


Viele Grüße


andreas
Tubeglow
Philetta
Philetta
Beiträge: 3
Registriert: Sa Mär 28, 2026 17:53
Kenntnisstand: Weitergehende Kenntnisse (Hobby)
Wohnort: 30916 Isernhagen (Hannover)

Re: Kurfürst F171. Probleme mit Kanalwähler

Beitrag von Tubeglow »

Hallo Andreas1962,

danke für Deine schnelle Rückmeldung.
Hier sind zwei Bilder des Tuners. Es sind Ausschnittsvergrößerungen von vorhanden Fotos. Ich denke die Auflösung reicht für die Identifikation.
Es ist noch der Tuner ohne AFC. Die Nachfolger mit den 110° Bild-Röhren haben - glaube ich - schon die AFC-Funktion

Viele Grüße
Andreas
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Tubeglow
Philetta
Philetta
Beiträge: 3
Registriert: Sa Mär 28, 2026 17:53
Kenntnisstand: Weitergehende Kenntnisse (Hobby)
Wohnort: 30916 Isernhagen (Hannover)

Re: Kurfürst F171. Probleme mit Kanalwähler

Beitrag von Tubeglow »

...achso, noch zu Deiner Empfehlung "Nachlöten". Das habe ich noch nicht gemacht, hatte aber auch noch nie kalte Lötstellen bei handverdrahteten Geräten. Hast Du andere Erfahrungen gemacht? Bleihaltiges Lötzinn habe ich natürlich noch. Habe ich vor einiger Zeit noch über Ebay aus Polen bekommen.

Gruß
Andreas
andreas1962
Transmare
Transmare
Beiträge: 709
Registriert: Fr Dez 05, 2014 21:01
Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Wohnort: Salzkotten

Re: Kurfürst F171. Probleme mit Kanalwähler

Beitrag von andreas1962 »

Hallo Andreas,

danke für die Fotos. Unterbrechungen oder Wackelkontakte durch fehlerhafte Lötstellen hatte ich in freiverdrahteten Radio- und FS-Geräten bereits mehrmals als Fehlerquelle gehabt. Ein Bauteiledraht oder ein Verbindungsdraht nahm das Lötzinn nicht an oder die Lötstelle wurde nicht genügend erwärmt oder die Lötstelle hatte sich durch mechanische Einflüsse gelöst.

Damals wurden ja die Lötstellen von Hand verlötet, es mussten in relativ kurzer Zeit viele Bauteile/Leitungen verlötet werden und schon wurde das nächste Chassis über eine Fördereinrichtung an den Arbeitsplatz geschoben.

Das Fiese dabei ist, dass eine fehlerhafte Lötstelle bei freiverdrahteten Geräten nicht unbedingt optisch erkennbar ist. Zudem wurden im Laufe der Jahrzehnte die Lötstellen mit Staub/Schmutz überzogen. Einige Hersteller wie z.B. Loewe trugen nach dem Verlöten einen farbigen Lack auf die Lötstellen auf.

In den damaligen Funkschau- und Funktechnik-Ausgaben und in den Service-/Reparaturhandbüchern verschiedener Autoren (z.B. Diefenbach, Prestin, Heinrichs) wurden Aussetzfehler aufgrund fehlerhafter Lötstellen beschrieben.

Im Anhang habe ich drei Seiten über den VHF-Tuner aus einem Graetz-Lehrbrief eingescannt. Die Auflösung musste ich reduzieren.

Im Bestand habe ich einen Graetz-VHF-Tuner mit der Bestückung PC97/PCF80 für die Chassis-Baureihe 550F der Baujahre 1962/1963.


Viele Grüße


andreas
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.