ELL80 Problem

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Walterh
Kuba Komet
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Re: ELL80 Problem

Beitrag von Walterh »

Hallo

Zitat: "ELL80 war IMO eine Fehlkonstruktion (bzw. geplante Obsoleszenz) mit ca. 2 Jahren Lebensdauer. Die Dinger sind mir in meinem Grundig 6199 immer wieder verglüht (erst blaue Ionisation, dann glüht Blech, zum Schluss Getter weiß weil Sprung unten im Glas) - möglicherweise auch doch oxidierende Röhrensockel (dreht voll auf wenn Steuergitterpin Kontakt verliert), doch ich vermute sogar das war Teil des Geschäftsmodells (wie heute teure Verschleißteile bei manchen KFZ)."

Das will ich so nicht unkommentiert lassen, da meine Erfahrungen ganz anders sind. Im Thread "Was habt ihr als Werkstattradio" habe ich geschrieben:

"Bei mir ist es eine gute erhaltene, natürlich kondensatormässig überarbeitete Isabella 61

https://www.radiomuseum.org/r/nordmende ... _2633.html

Wenn ich mich richtig erinnere, ist nur eine ECC83 nicht original Bestückung. Ein gutes Beispiel, dass ELL80, wenn man sie nicht mit defekten Koppelkondensatoren kaputt macht, sehr langlebig sein können. Als ich die nach Jahren in Betrieb bei mir mal auf dem W 19 getestet habe, waren die noch immer wie neu..."

Hier noch einmal als Präzisierung: die zwei ELL80 sind die, die ab Werk verbaut wurden. Die Isabella steht nach Revision seit 2013 bei mir in Betrieb.

Auch in anderen Geräten hatte ich nur mit vorgeschädigten Röhren Probleme. Dasselbe gilt auch für die viel geschmähte ECL86. Urteilen über Röhren sollte man nur dann, wenn man einwandfreie Röhren in einer Umgebung, die den Röhrenherstellervorgaben entsprechen, betreibt. Dann sind nämlich ELL80, ECLL800, ECL86 & Co. zuverlässige und langlebige Röhren. Einzige Ausnahme bei den spät erschienenen Röhren ist nach meiner Erfahrung die EMM803, bei der auch mal NOS Röhren fehlerhaft sein können.

Über Ersatzschaltungen / Röhren kann man sich im RM.org orientieren.

Viele Grüsse, Walter
Yamanote
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Re: ELL80 Problem

Beitrag von Yamanote »

albert66 hat geschrieben: Mi Apr 22, 2026 12:40 Bilder wegen Belichtungszeit verwackelt, aber .... sollte gehen. Der "rote Balken" scheint eine Spiegelung vom Innenglas auf oder entlang der Abschirmung zu sein. Die Abschirmung glüht nicht, wenn man von oben in die Röhre schaut, ist alles ok.
Hallo,

dann kommt das etwas komische Glühen von der Aufnahme mit der Kamera. Wenn ich meine ELL80 ansehe, glühen die auch nicht anders als zum Beispiel eine EL84. Sieht mit freiem Auge alles ganz normal aus.
Viele Grüße,
Günter
albert66
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Re: ELL80 Problem

Beitrag von albert66 »

Yamanote hat geschrieben: Mi Apr 22, 2026 13:36..... dann kommt das etwas komische Glühen von der Aufnahme mit der Kamera ....
Nein !! Ich habe erst die Kamera geholt, als ich es selbst mit "Hals verrenken" im stockdunklen Zimmer gesehen habe. Ich war nüchtern, habe auch noch nicht geträumt :-) , und habe mich ziemlich verrenkt, weil es nur ein sehr schmaler seitlicher Winkel ist, bei dem man das Leuchten so sieht, wie im Bild ell80a.gif (um knapp 2 Uhr MESZ). Es ist so wie auch dann auf dem Bild. Es müßte ein Spiegelung an der Abschirmung sein. Die Abschirmung sieht man dann bei Tageslicht sehr deutlich und blank ohne den Balken (im zweiten Bild scheint der Mini-Strich ein Fotoeffekt zu sein). Mit der Kamera habe ich ebenfalls ausschließlich im sehr schmalen "Sichtwinkel" den Balken auf dem Display gehabt (Nikon A100). Der Sicht-Winkel scheint grob ein Verlängerung der Abschirmung zu sein und die rote Färbung/Balken geht in der Tageshelligkeit unter.

Sorry, aber ......... kann es ja schlecht vorführen, ist aber reproduzierbar. Ich bleibe nur heute nicht noch mal solange auf ..... :-) .
Gruß Peter
Zuletzt geändert von albert66 am Mi Apr 22, 2026 16:14, insgesamt 1-mal geändert.
albert66
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Re: ELL80 Problem

Beitrag von albert66 »

dup
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Re: ELL80 Problem

Beitrag von hf500 »

-CO-Windler hat geschrieben: Mi Apr 22, 2026 4:25 ELL80 war IMO eine Fehlkonstruktion (bzw. geplante Obsoleszenz) mit ca. 2 Jahren Lebensdauer.
Moin,
seltsamerweise gibt es auch eine Menge Geraete mit ELL80, in denen sie eine einigermassen normale
Lebensdauer ereichten. Ich habe mehrere davon, mit ELL80 oder ECLL800. Zumindest bei diesen Geraeten kann ich mich nur an ein oder zwei Ausfaelle erinnern.

Rein von der thermischen Belastung ist die Roehre nicht ueberfordert, eine EL84 hat einen sehr aehnlichen Leistungsumsatz, allerdings auch ein aus Raumgruenden grosszuegiger aufgebautes System.

In dem Nordmendeschaltbild wird die Roehre nicht voll ausgenutzt, die Grundigdaten zeigen eine hoeher ausgenutzte Roehre.
Nach meiner Erinnerung wurde sie bei den Philips mit den Ultralinearendstufen und angegebenen 9W Ausgangsleistung wirklich ausgeknautscht. Sie haben sich trotzdem getraut, das so zu machen und ich habe Bedenken, dass sie es getan haetten, wenn die Roehren (obwohl damals eher als heute als Verschleissteil betrachtet) nur zwei Jahre gelebt haetten. Das haette sich zu schnell herumgesprochen.

Der Grund fuer die ELL80 und besonders die ECLL800 war Oekonomie: Besonders mit der ECLL800 liessen sich mit dem fuer eine EL84 vergleichbaren Aufwand (Platz auf dem Chassis, Schaltmittel, Netzteil) die etwa doppelte Leistung mit halbem Klirrfaktor erreichen.


Was die seltsamen "Gluehfarben" oben angeht, ich sagte es schon: Viele Digitalkameras haben Probleme, arbeitende Roehren korrekt abzubilden. Grund dafuer ist nahes Infrarot, das die Kamera noch sieht, wir aber nicht.
Ein gluehendes Schirmgitter sollte einigermassen deutlich zu identifizieren sein. Es glueht mit Sicherheit, wenn die Anode unterbrochen ist. Ohne Anodenspannung will das Schirmgitter den Anodenstrom uebernehmen und wird ueberlastet. Daher sind unterbrochene Anoden bei (End-)Pentoden gefaehrlich.
Wenn das Schirmgitter aus allgemeiner Ueberlastung einen Grund hat, zu gluehen, dann glueht mit Sicherheit auch die Anode ;-)

Es wurde oben schon angesprochen: Bei Geraeten mit ELL80, ECLL800 muessen die Koppelkondensatoren unbedingt in Ordnung sein, ebenso die Katodenelkos. Bei Platinenradios sind die Loetstellen der Endroehren zu ueberpruefen, eigentlich immer nachloeten. Unter der Fassung muss es sauber sein (Kriechstroeme zu den Steuergittern). Im Zweifel Fassung ausbauen und "durchwischen".

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Peter
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Re: ELL80 Problem

Beitrag von Radiofan1972 »

Vielen lieben Dank für die zahlreichen Antworten. Auch wenn es etwas gedauert hat mit meiner Antwort habe ich meine Hausaufgaben gemacht, das Chassis wieder ausgebaut und an beiden ELL80 Röhren folgende Messungen gemacht:

Pin 1 Schirmgitter System 2: Soll: 226-265. Ist: 222 / 226 Volt
Pin 2 Steuergitter System 1: Soll: 0. Ist: 0.001 / 0.01 Volt
Pin 3 Anode System 2: Soll: 275-281. Ist: 223 / 228 Volt
Pin 4 Heizung: Soll: 0. Ist:: 0 Volt
Pin 5 Heizung: Soll: 6,3. Ist: 6.6 Volt
Pin 6 Steuergitter 1: Soll: 0 Volt. Ist: 0.001 / 0.001 Volt
Pin 7: Kathode: Soll: 8.4-10. Ist: 8.6 / 8.9 Volt
Pin 8: Anode System 1: Soll: 275-281. Ist: 225 / 228 Volt
Pin 9: Schirmgitter System 1: Soll: 226-265. Ist: 225 / 228 Volt.

Im Normalbetrieb verwende ich einen Bucking Transformator. Dieser ist im Gehäuse fest eingebaut und war bei den Messungen nicht eingebunden. Die Netzspannung wird auf 215 Volt primär vom Gerätetrafo herabgesetzt.
Die niedrigen Spannungen ergeben sich durch einen 360 Ohm Widerstand, den ich sekundär vom Gleichrichter zum Siebelko eingebaut habe, da die Spannungen durch einen neuen Gleichrichter herabgesetzt werden mussten. Anfänglich geschah das mit einem 120 Ohm Widerstand. Die 360 Ohm waren ein Versuch den vertikalen "Glüh"-Streifen in den ELL80 zu beseitigen, was allerdings nicht gelang. Äußerst interessant finde ich die Beobachtung des Kollegen, der genau das gleiche Phänomen replizieren konnte. Das wäre ja ein Ding, wenn ich hier einer optischen Täuschung durch Spiegelung aufgesessen bin... Aber ich lerne noch... 😄

Beste Grüße

Michael
albert66
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Re: ELL80 Problem

Beitrag von albert66 »

Ich weiß , daß es etwas "verbissen" klingt und im dritten Foto sind ja rote Linien drin, die mit dem Auge nicht sichtbar waren. Bei der Prüfung "im Dunklen" .... ich habe die Röhre gerade noch mal reingesteckt und mir etwas Zeit gelassen, Lupe, Taschenlampe .... alles Licht aus. Zwischen der Abschirmung und den Anodenblechen ist ein schmaler Spalt, durch den Licht von den Kathoden kommt. Man sieht es mit bloßem Auge aus "Leseentfernung" als einen roten Balken. Ich fotografiere nicht noch mal, das erste Foto paßt definitiv. Mit Spiegel auf der Gegenseite ebenfalls erkennbar. Tagsüber im Tageslicht sieht man praktisch nix. Die Röhre ist oben auch noch verspiegelt und man sieht von unten - soweit man in den "Kopf" sehen kann - , auch wieder Licht von den Kathoden. Es sind schon seltsame optische Streiche, aber ..... man sieht im Dunkeln mit Blickrichtung auf die Abschirmblechkante einen roten Balken (nur in einem schmalen Winkelbereich in Verlängerung der Abschirmbleche). In meinem Fall ist es eine Telefunken-Röhre. Vielleicht kommt je nach Gatterspiegel und Fertigung bei anderen Fabrikaten mehr oder weniger "rot raus". Von oben .... da glüht außer der Hzg/Kathode nichts, die wird nur beheizt und während der Emissionsprüfung ändert sich auch nichts. Wenn Anode oder Gitter glühen, sieht es definitiv anders aus, und auch nicht sehr lange .......

War jetzt aber mein letzter Post zum Balken ................

Grüsse Peter
(sorry, verhau mich immer wieder bei "bearbeiten" und kann die dups dann nicht löschen)
Zuletzt geändert von albert66 am Mi Apr 22, 2026 23:41, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: ELL80 Problem

Beitrag von albert66 »

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