SABA Freiburg 125 Stereodekoder nachrüsten

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Bernhard W
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Re: SABA Freiburg 125 Stereodekoder nachrüsten

Beitrag von Bernhard W »

hf500 hat geschrieben:... Oder ist das die Aufgabe des verunglueckten (?) Tiefpasses am Ausgang?
Eine Zeitkonstante von 50µs bedeutet schliesslich auch eine ziemlich niedrige Grenzfrequenz des erfoderlichen Tiefpasses (3185Hz)...
Die Idee war gut, Peter.

Ich hab das jetzt auch mal simuliert und C7 und C8 weggelassen, d. h. das Ausgangsfilter übernimmt die Deemphasis.

Dann sieht der Amplitudenfrequenzgang viel besser aus:
grüne Kurve: Amplitudenfrequenzgang vom Sender (theoretisch, in der Praxis folgt hinter 15 kHz ein steiles Tiefpassfilter)
rote Kurve: Ausgangssignal des Tiefpassfilters nach dem TA7343 ohne C7 bzw, C8.
TP_ohne_C7_C8_Deem.gif
38 kHz wird um ca. 18 dB reduziert (hängt stark von Bauteiltoleranzen ab), bei 19 kHz ist das Filter wirkungslos.

Bernhard
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glaubnix
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Re: SABA Freiburg 125 Stereodekoder nachrüsten

Beitrag von glaubnix »

Hallo allerseits,

noch ein paar Worte zu den Koppel-Kondensatoren. Trotzdem diese im Datenblatt mit 4,7µF angegeben sind sehe ich dies nicht als Evangelium. Denn dort steht auch, dass bei zu groß gewähltem Kondensator (infolge zu hoher Zeitkonstanten) 'POP-Noises' auftreten können.
Daher ist es sinnvoll diese Kondensatoren auf eine sinnvolle untere Grenzfrequenz zu dimensionieren. Bei einem Röhrenradio sehe ich eine fu von 10Hz, unter Berüchsichtigung weiterer Hochpässe im Übertragungsweg, soeben angemessen. Dazu noch ein Bild: dass die 3k3 und die 15nF das Deemphasis-Glied bilden wurde bereits gesagt. Der Ausgangswiderstand der Schaltung ist infolge der Konstanstromsteuerung etwa gleich dem von aussen beschalteten 3,3k Widerstand.
Koppel-C-net.jpg
Das Zahlenbeispiel im roten Feld benennt die fu bei Verwendung eines 4,7µF Koppelkondensators und einem Lastwiderstand von 33k (er ist zehn mal so gross wie der 3,3k Quellwiderstand, sodass seine Wirkung auf die Deemphasis nahezu vernachlässigbar ist). Trotzdem ergibt sich dabei eine fu von 1Hz - ich denke das braucht man nicht wirklich und auch nicht die dabei möglichen POP-Effekte.
Das Beispiel im schwarzen Kästchen zeigt die Dimensionierung im röhrennahen Betrieb mit einem 'Lastwiderstand' von 500k und einer fu=10Hz. Und wie man sieht reichen da 33nF.

Hallo Berndard,

es ist doch schön wie einfach und schnell man heute alles simulieren kann. Das Filter kann natürlich die Deemphasis nicht wirklich nachbilden aber man wird sich nicht über zu wenig Höhen beklagen können. Man könnte das jedoch mit dem Höhensteller ein wenig anpassen.
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...und glüht auch die Anode rot, ist die Röhre noch nicht tot.

Mit freundlichen Grüßen, Peter R.
Bernhard W
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Re: SABA Freiburg 125 Stereodekoder nachrüsten

Beitrag von Bernhard W »

glaubnix hat geschrieben:...es ist doch schön wie einfach und schnell man heute alles simulieren kann. Das Filter kann natürlich die Deemphasis nicht wirklich nachbilden aber man wird sich nicht über zu wenig Höhen beklagen können. Man könnte das jedoch mit dem Höhensteller ein wenig anpassen.
Hallo Peter,

früher mit Bleistift und viel Papier (und vielen Fehlern) oder numerisch mit Tabellenbüchern oder Rechenschieber oder Taschenrechner und letztlich musste man das doch oft aufbauen, um die Rechnung zu prüfen. Das dauerte sehr lange.
Heute gibt es viele schöne hilfreiche Werkzeuge, mit denen man vieles sehr schnell lösen kann.

Die Abweichung von der Sollentzerrung liegt unter 1,5 dB. Das ist auch ohne Anpassung der Höhen wahrscheinlich schon gut genug.
C7 und C8 müssen aber entfernt werden, wann man das passive Filter verwendet.

Bernhard
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Re: SABA Freiburg 125 Stereodekoder nachrüsten

Beitrag von batsch »

Hat jemand von dieser schönen Decoderplatine weiter oben die Eagle-Datei?
Ich möchte sie gerne mit meiner China-Fräse ausfräsen.
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Micha94
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Re: SABA Freiburg 125 Stereodekoder nachrüsten

Beitrag von Micha94 »

Frag mal den Radio-Volker von diesen habe ich meine bezogen.
Er produziert seine selbst, meine gekauften waren aber leider die letzten!
BeniS
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Re: SABA Freiburg 125 Stereodekoder nachrüsten

Beitrag von BeniS »

Meinen Stereodekoder hatte ein damaliger Kumpel damals so eingebaut: Den Brückengleichrichter durch eine Diode ersetzt und die 6,3V von der Heizspannung abgegriffen. Der 470 Mikrofarad Elko wurde zwecks besserer Entbrummung durch einen mit 2200 Mikrofarad ersetzt (mit 470 brummte es fürchterlich). Belastet dieses Vorgehen den Trafo stark oder kann das so bleiben?
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Re: SABA Freiburg 125 Stereodekoder nachrüsten

Beitrag von countryman »

Also eine Einweggleichrichtung der Heizspannung, um damit den Dekoder zu versorgen?
Der wird ja nur einen ganz geringen Strombedarf haben, das sollte der Trafo aushalten. Wenn das Brummproblem zufriedenstellend behandelt wurde und alles funktioniert wird man das so betreiben können.
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Re: SABA Freiburg 125 Stereodekoder nachrüsten

Beitrag von BeniS »

Korrekt. Die 2200 Mikrofarad machen auch nichts aus in puncto hoher Einschaltstrom?
countryman
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Re: SABA Freiburg 125 Stereodekoder nachrüsten

Beitrag von countryman »

Die Heizwicklung ist dicker Draht und auf mehrere A Dauerstrom bemessen. Die wird schon klarkommen mit wenigen Halbwellen "Kurzschluss". Sonst könnte man noch einen Widerstand von einigen Ohm in den Pfad vor dem Kondensator legen.
Bei der Gleichrichtung der Anodenspannung ist die Belastung durch zu große Elkos jedenfalls ungleich größer, dünner Draht und viel höhere Spannungen.
BeniS
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Re: SABA Freiburg 125 Stereodekoder nachrüsten

Beitrag von BeniS »

Dann bin ich beruhigt, vielen lieben Dank!
hf500
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Re: SABA Freiburg 125 Stereodekoder nachrüsten

Beitrag von hf500 »

BeniS hat geschrieben: Do Jul 09, 2026 8:40 Korrekt. Die 2200 Mikrofarad machen auch nichts aus in puncto hoher Einschaltstrom?
Moin,
was glaubst du, was die Wicklung bei kaltem Heizkreis ohnehin auszuhalten hat. da wuerden auch 10000 µF nichts dran aendern ;-)
Ausserdem ist der Ladevorgang des Kondensators schnell vorbei, die Heizung braucht deutlich laenger, um auf ihren normalen Betriebsstrom zu kommen (die Heizfaeden der Roehren sind, wie auch Gluehlampen, Kaltleiter und nehmen im kalten Zustand ein Mehrfaches des Betriebsstromes auf).

Da Transformatoren kurzzeitig hoch ueberlastbar sind (eine Sache der Erwaermung), muss man sich um solche kurzzeitigen Ueberlastungen keine Gedanken machen.
Gefaehrlicher fuer den Trafo sind, abgesehen von groben dauernden Ueberlastungen, bei denen ohnehin die Sicherung anspricht, langandauernde leichte Ueberlastungen, die der Sicherung noch egal sind (sie ist wegen der Belastung im Einschaltmoment etwas ueberdimensioniert) , aber bei denen der Trafo auf unzulaessige Temperaturen kommt.
Die Gefahr bei fehlerhaften Koppelkondensatoren der Endroehren oder Entstoerkondensatoren an der Anodenspannungswicklung.
Saba hat gerne so einen Entstoerkondensator, will man den im Rahmen der Geraeteueberholung ersetzen, sollte man einen geprueften Entstoerkondensator der Klasse X2 nehmen. Diese Kondensatoren muessn im Fehlerfall ein definiertes Verhalten zeigen und duerfen u.a. keinen Schluss bilden. Es werden an sie besondere Anforderungen in Bezug auf Zuverlaessigkeit gestellt.

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Peter
Bernhard W
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Re: SABA Freiburg 125 Stereodekoder nachrüsten

Beitrag von Bernhard W »

Mit Einweggleichrichter und höherer Kapazität wird der Trafo höher belastet. Die Verluste durch den (höheren) Ladestromimpuls steigen quadratisch mit dem Strom (P = I2 · R)

Die Stromaufnahme des Decoders wird jedoch gering sein und daher die Mehrbelastung vernachlässigbar.
Der Ladestrom ist für den Trafo auch völlig unkritisch. Die Wärmekapazität der Wicklung, wo die Wärme entsteht, ist relativ groß.

Der hohe Ladestrom ist viel kritischer für die Gleichrichterdiode. Bei Gleichrichterdioden ist oft das "Grenzlastintegral" I2 · t (Einheit: A2s) angegeben. Das darf nicht überschritten werden. Bei Überschreiten wird das Halbleiter-Kristall in der Regel kurzschließend defekt. Dann liegt die Wechselspannung am Kondensator und dem Decoder und es fließt hoher Strom.

Außerdem darf die Schmelzsicherung vor dem Trafo bei dem höheren Stromimpuls nicht auslösen, auch nicht nach vielen Impulsbelastungen.

Bernhard