Schaub Lorenz Weekend T 50 L

Fragen, Berichte und Tipps zu Reparatur und Technik für frühe Transistorgeräte bis in die 1970er Jahre.
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Pitterchen
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Re: Schaub Lorenz Weekend T 50 L

Beitrag von Pitterchen »

Danke Bernhard W und Alle,
danke Fritz52.

Gestern hatte ich ja die beiden AF126 gegensinnig getauscht und da die Alu-Abschirmung noch abgezogen ist, habe ich die hochkantstehende Platine aus der Basisplatine ausgelötet und auf ihr den C503 gemessen.
Das sollte ein 2mF sein, gemessen habe ich 2,3 mF und ESR 9,3 Ohm.
Der C500, ein 5nF, wies einen Wert von 14,64nF und VLoss von 8,2% auf.
Daher flogen beide auch raus und wurden passend ersetzt.

Jetzt habe ich Fritz52 Ratschläge abgearbeitet, also ab LS-Regler, T304 und folgende Elkos und bisher folgendes gemessen:

Kollektor T304 = 4,07V, Soll 4V
Emitter T304 = 0,44V, Soll 0,5V
(Gemessen gegen Batterie +)

Kollektor T305 = 6,02V, Soll 5,9V
Emitter T305 = 1,2V, Soll 1,3V
(Gemessen gegen Batterie +)
Viele Grüße aus dem Siebengebirge

Peter


Der Optimist sitzt auf der Wolke, unter der die anderen jammern.
Bernhard W
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Re: Schaub Lorenz Weekend T 50 L

Beitrag von Bernhard W »

Soweit sehen die Arbeitspunkte (Ruheströme) der Transistoren gut aus.
(Die Spannung der Stabilyt-Zelle liegt etwas höher als die Flussspannung der Ersatzschaltung mit zwei Dioden, deshalb ist die Spannung am Emitter von T305 jetzt -1,2 V statt -1,3 V. Also auch völlig in Ordnung.)

Dann bleiben als Halbleiter nur noch die beiden Endstufentransistoren T306 und T307 (AC128) übrig. Wenn einer von beiden eine Unterbrechung aufweist, wird nur noch eine Halbwelle verstärkt. Das klingt dann verzerrt.
Die sind jedoch gleichstrommäßig parallel geschaltet. Zum Messen muss man jeweils zwei Anschlüsse unterbrechen.

Nachtrag: vor dem Auslöten prüfen, ob beide Endstufen-Transistoren Kollektorspannung (6 V), Basisspannung (ca. 0,2 V) und Emitter-Anschluss (ca. 10 mV) erhalten, jeweils gemessen bezüglich Anschluss 317 oder Plusanschluss von R312. Die Spannungen direkt an den jeweiligen Anschlüssen der Transistoren messen. (Die Ruhestromeinstellung (6 mA) klappt nämlich auch, wenn nur ein Transistor funktioniert.)
Wenn die Transistoren abgelötet sind, würde ich auch mal die Widerstände der vier Übertrager-Wicklungen messen.
(Beim Zwischenübertrager: zwischen br-fs und zwischen gn-fs und beim Ausgangsübertrager: zwischen gn-br und zwischen bl-br.)

C500 bildet mit D500 und R501 den AM-Hüllkurven-Demodulator und
C503 ist der "Ratio-Kondensator" im FM-Diskriminator.

Im NF-Signalzweig liegen auch noch folgende Elektrolyt-Kondensatoren:
C344 ( 4 µF) - darüber fließt der Differenzstrom des FM-Diskriminators gegen Masse
C428 ( 1 µF) - DC-Entkopplung vor dem Lautstärkepotentiometer
C324 ( 1 µF) - DC-Entkopplung zwischen Lautstärkepotentiometer und T304
C329 (50 µF) - AC-Verstärkungs-Erhöhung bei T304 (der muss besonders niedrigen Serienwiderstand (Verlustfaktor) aufweisen
C327 ( 1 µF) - DC-Entkopplung zwischen T304 und T305
C325 (50 µF) - AC-Verstärkungs-Erhöhung bei T305

PS: Normalerweise misst man die Spannungen an den Emitterwiderständen mit beiden Prüfspitzen direkt an dem jeweiligen Widerstand. Das ergibt die geringsten Messfehler. Zur Sicherheit kann man (im ausgeschalteten Zustand) die Widerstände mit einem Ohmmeter prüfen.
Im Schaltbild des Touring T20 ist das meiner Meinung nach besser dargestellt:
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Pitterchen
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Re: Schaub Lorenz Weekend T 50 L

Beitrag von Pitterchen »

In den letzten 3 Tagen ging es am Radio zügig weiter.
Alle von Bernhard empfohlenen Punkte wurden akribisch abgearbeitet.
Sämtliche Basis/Emitterspannungen an allen Transistoren wurden gemessen und liegen alle exakt so, wie Bernhard es vorgegeben hat.
Da die beiden Emitter der Endstufentransistoren zusammengeschaltet sind, gibt es nur einen Emitterwiderstand, den R312. Der Widerstandswert soll 1,5 Ohm betragen, gemessen habe ich 2 Ohm.
Der Wert vom R307 liegt bei exakt 150 Ohm.

Die Wicklungen des Zwischenübertragers zwischen br-fs und zwischen gn-fs, liegen bei jeweils 6 Ohm und beim Ausgangsübertrager messe ich zwischen gn-br und zwischen bl-br jeweils 34 Ohm.

C500, original 5mF war OK, wurde dennoch getauscht gegen einen neuen 4,7mF.
D500 und R501 sind überprüft und gesund.
C503, original 2mF wurde getauscht gegen einen neuen mit 2,2mF.
C412, soll = 40nF, ist = 112nF, wurde gegen einen neuen 40nF getauscht.
C428 soll = 1mF, ist = 1,7mF und ESR o,15KOhm, wurde gegen einen neuen 1mF getauscht.
C102, 2nF, war mechanisch gebrochen und wurde erneuert.

Weiterhin wurden erneuert:
C428,1mF
C101, 0,15mF#C326
C337, soll = 2mF, ist = 2,7mF, ESR 12 Ohm
C324, 1mF gegen einen 1mF
C344, 5mF
C325, 50mF, gegen 47mF
C327, 1mF
C329, 50mf, gegen 47mF. Hier hatte der Vorgänger wohl keinen 50mF zur Hand und zwei 100mF in Reihe eingelötet.

Kurzum: Es wurden alle Elkos getauscht.

Abschließend wurde geprüft, respektive nach Abgleichanleitung eingestellt:
Batteriespannung = 6,15V,
Ruhestrom Endstufe = 6mA,
Gesamtstromaufnahme = 17,7mA.

Nachdem nunmehr alles gemessen, geprüft und getauscht wurde, ist der Patient immer noch heiser und ist nicht überschwänglich empfänglich für verfügbare Sender.
Er wurde gestern von der Intensivstation auf die "Normale" verlegt.

Es handelt sich hier um einen Privatpatient und es wäre super, wenn sich eine Koryphäe aus dem Forum des Patienten annehmen könnte.
Die Überweisung wird dann von hier ausgestellt und die Übernahme sämtlicher Kosten wird zugesichert.

Das erste Bild zeigt die Messdaten vom T304, das zweite die vom T305.
k-DSCN4565, T304.JPG
k-DSCN4566, T 305.JPG
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Viele Grüße aus dem Siebengebirge

Peter


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