Hallo zusammen,
ich möchte euch gerne einmal um Rat fragen, da ich bei der Reparatur eines Radios gerade an einem Punkt angekommen bin, bei dem ich nicht so recht weiterkomme.
Zunächst einmal, was ich bisher gemacht habe:
Alle Röhren überprüft. Dabei mussten die ECH81 und beide EL12 ersetzt werden.
Anschließend alle Kondensatoren und Elkos getauscht.
Eine neue Netzzuleitung angelötet.
Den defekten Sicherungshalter ausgebohrt und anschließend wieder fachgerecht angenietet.
Dann gab es noch ein weiteres Problem: Bei der 240-V-Stellung am Trafo hatte jemand bei der Zuleitung den Kupferdrahtlack nicht entfernt. Deshalb hatte ich mich zunächst gewundert, warum das Radio bei 240 V überhaupt keine Spannung bekam. Das habe ich inzwischen behoben.
Nun habe ich das Gerät langsam über einen Stelltrafo hochgefahren.Ab ca. 150–160 V tritt jedoch ein deutlich wahrnehmbares, hochfrequentes Pfeifen auf. Je weiter ich die Spannung erhöhen würde, desto stärker wird das Geräusch. Bloß habe bei 150/160 Volt aufgehört, wo dass Geräusch kam.
Das Interessante ist, dass das Pfeifen meiner Meinung nach nicht aus den Lautsprechern, sondern direkt vom Chassis kommt. Es tritt außerdem unabhängig davon auf, ob UKW, LW, MW oder der Ortssender eingestellt ist.
Im Gerät sind noch die beiden originalen Selen-Brückengleichrichter verbaut. Daher wäre meine Frage, ob diese möglicherweise für das Pfeifen verantwortlich sein könnten?
Oder habt ihr noch andere Ideen, wo ich bei der Fehlersuche ansetzen könnte?
Ich wäre für jeden Hinweis bzw. Erfahrungswert sehr dankbar.
Grundig 5010 hochfrequentes pfeifen
-
hamlet00
- Capella

- Beiträge: 22
- Registriert: Sa Apr 11, 2026 18:53
- Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
-
holger66
- Moderator
- Beiträge: 4455
- Registriert: Do Dez 18, 2008 6:27
- Kenntnisstand: Sehr gute Kenntnisse (Hobby)
- Wohnort: Nettetal
Re: Grundig 5010 hochfrequentes pfeifen
Ob das Pfeifgeräusch nun wirklich NICHT aus den Lautsprechern kommt, kannst Du prüfen, indem Du einen wirklich dicken Widerstand (ich nähme 10 Ohm 5 Watt) über den Lautsprecherausgang lötest und dann testest. Wenn das Geräusch dann immer noch auftritt, kommt es tatsächlich aus dem Chassis selber.
In dem Fall würde ich denn mal davon ausgehen, daß sich eine wilde Schwingung im Nf-Teil ergibt, sobald eine bestimmte Spannung erreicht ist - die wiederum auf ein "Verlöterli" (Lötfehler) beim Kondensatortausch hindeutet, und zwar entweder in der Nf-Vorstufe, in der Phasendrehstufe oder in der Endstufe selbst.
Oder zwei Drähtchen, die sich berühren, dies aber nicht sollten. Oder umgekehrt. Oder eine miese ECC40, diese Type ist recht anfällig.
Eventuell ändert sich das Geräusch je nach Stellung des LS-Reglers und der Klangpotis ? Dann wäre in deren Umfeld verschärft nach einem Fehler zu suchen.
Der Selengleichrichter ist unverdächtig, sind da nicht sowieso zwei drin mit je zwei Dioden ? Wenn die ausgegebene Gleichspannung den Planwert ungefähr erreicht und die Dinger nicht heiß werden, kann man sie auch im Gerät belassen.
H.
In dem Fall würde ich denn mal davon ausgehen, daß sich eine wilde Schwingung im Nf-Teil ergibt, sobald eine bestimmte Spannung erreicht ist - die wiederum auf ein "Verlöterli" (Lötfehler) beim Kondensatortausch hindeutet, und zwar entweder in der Nf-Vorstufe, in der Phasendrehstufe oder in der Endstufe selbst.
Oder zwei Drähtchen, die sich berühren, dies aber nicht sollten. Oder umgekehrt. Oder eine miese ECC40, diese Type ist recht anfällig.
Eventuell ändert sich das Geräusch je nach Stellung des LS-Reglers und der Klangpotis ? Dann wäre in deren Umfeld verschärft nach einem Fehler zu suchen.
Der Selengleichrichter ist unverdächtig, sind da nicht sowieso zwei drin mit je zwei Dioden ? Wenn die ausgegebene Gleichspannung den Planwert ungefähr erreicht und die Dinger nicht heiß werden, kann man sie auch im Gerät belassen.
H.
UKW: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.....
-
hamlet00
- Capella

- Beiträge: 22
- Registriert: Sa Apr 11, 2026 18:53
- Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Re: Grundig 5010 hochfrequentes pfeifen
Hallo,
vielen Dank für den super Tipp, es waren 2 Widerstände die beim Kondensator/Elkotausch aneinander kamen.
So dass eine Problem ist nun beseitigt.
Nun folgt das andere kein UKW Empfang,
Kurzwelle habe ich Empfang. Empfange ich amerikanische/chinesische Sender usw. Aber bei UKW kein typisches Rauschen oder ähnliches.
Woran könnte dies liegen ? Vielleicht übersehe ich einfach etwas.
vielen Dank für den super Tipp, es waren 2 Widerstände die beim Kondensator/Elkotausch aneinander kamen.
So dass eine Problem ist nun beseitigt.
Nun folgt das andere kein UKW Empfang,
Kurzwelle habe ich Empfang. Empfange ich amerikanische/chinesische Sender usw. Aber bei UKW kein typisches Rauschen oder ähnliches.
Woran könnte dies liegen ? Vielleicht übersehe ich einfach etwas.
-
holger66
- Moderator
- Beiträge: 4455
- Registriert: Do Dez 18, 2008 6:27
- Kenntnisstand: Sehr gute Kenntnisse (Hobby)
- Wohnort: Nettetal
Re: Grundig 5010 hochfrequentes pfeifen
Im ersten Moment klingt das so, als würde der UKW-Lokaloszillator nicht anschwingen.
Das kannst Du leicht testen. Das Radio hat, wenn ich mich nicht absolut täusche, eine FM-Zf von 10,7 Mhz. Also nimmst Du ein möglichst leichtes Taschenradio dazu, stellst den Grundig mal auf ungefähr 90 Mhz und prüfst mit dem Taschenradio, ob etwa 10,7 Mhz höher, also etwa bei 100,7 Mhz ein Träger hörbar wird. Das klingt wie ein Sender, der zwar eingeschaltet ist, aber eben nichts sendet. Echte Radiosender, die an der Stelle dann zu hören wären, werden davon regelrecht weg gedrückt.
Ist das nicht der Fall, kannst Du getrost davon ausgehen, daß der Oszillator nicht will. Ich habe den Schaltplan nun nicht vorliegen, meine aber, daß der 5010 dafür eine EC92 verwendet.
Die muß sicher intakt sein und sie muß im Gerät auch Spannung kriegen, das kann man messen.
Solltest Du hingegen den Träger lokalisieren können, liegt der Fehler eher dahinter, also irgendwo in den der Zf-Abteilung.
Das kannst Du leicht testen. Das Radio hat, wenn ich mich nicht absolut täusche, eine FM-Zf von 10,7 Mhz. Also nimmst Du ein möglichst leichtes Taschenradio dazu, stellst den Grundig mal auf ungefähr 90 Mhz und prüfst mit dem Taschenradio, ob etwa 10,7 Mhz höher, also etwa bei 100,7 Mhz ein Träger hörbar wird. Das klingt wie ein Sender, der zwar eingeschaltet ist, aber eben nichts sendet. Echte Radiosender, die an der Stelle dann zu hören wären, werden davon regelrecht weg gedrückt.
Ist das nicht der Fall, kannst Du getrost davon ausgehen, daß der Oszillator nicht will. Ich habe den Schaltplan nun nicht vorliegen, meine aber, daß der 5010 dafür eine EC92 verwendet.
Die muß sicher intakt sein und sie muß im Gerät auch Spannung kriegen, das kann man messen.
Solltest Du hingegen den Träger lokalisieren können, liegt der Fehler eher dahinter, also irgendwo in den der Zf-Abteilung.
UKW: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.....
-
hf500
- Geographik

- Beiträge: 2180
- Registriert: Do Jul 08, 2010 21:17
Re: Grundig 5010 hochfrequentes pfeifen
Moin,
das typische Rauschen auf UKW kommt in erster Linie vom Mischteil des Empfaengers.
Ist seine Betriebsspannung vorhanden? Bekommt jedes System seine Anodenspannung?
Schwingt der Oszillator? (mit zweitem Radio 10,7MHz oberhalb der Empfangfrequenz abhoeren)
Hat der ZF-Verstaerker Verbindung zum Mischteil? Ueblicherweise gibt es eine AM-FM Umschaltung am Eingang des ZF-Verstaerkers, um Funktionsstoerungen durch "verschleppte HF" zu verhindern.
Bekommt man ueberhaupt 10,7MHz durch den ZF-Verstaerker?
73
Peter
ich sehe gerade, zu langsam getippt
das typische Rauschen auf UKW kommt in erster Linie vom Mischteil des Empfaengers.
Ist seine Betriebsspannung vorhanden? Bekommt jedes System seine Anodenspannung?
Schwingt der Oszillator? (mit zweitem Radio 10,7MHz oberhalb der Empfangfrequenz abhoeren)
Hat der ZF-Verstaerker Verbindung zum Mischteil? Ueblicherweise gibt es eine AM-FM Umschaltung am Eingang des ZF-Verstaerkers, um Funktionsstoerungen durch "verschleppte HF" zu verhindern.
Bekommt man ueberhaupt 10,7MHz durch den ZF-Verstaerker?
73
Peter
ich sehe gerade, zu langsam getippt
-
hamlet00
- Capella

- Beiträge: 22
- Registriert: Sa Apr 11, 2026 18:53
- Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Re: Grundig 5010 hochfrequentes pfeifen
Hallo,
vielen Dank. Habe jetzt erst einmal die UKW Box aufgemacht unter der EC92. Da war der 5000pF Kondensator der gegen Masse ist defekt.
Den habe ich ausgewechselt. Jetzt erhalte ich schoneinmal ein Rauschen. Schon einmal ein Fortschritt.
Aber das mit dem 10,7 mhz Ton probiere ich morgen aus.
Ich habe aber auch gleichzeitig komplett neue Röhren bestellt, einmal die ECC40,ECH81,EC92 und die EABC80. Zwar zeigt mein AVO Mark IV, die als in Ordnung an aber wer weiß, nicht das Sie doch eventuell einen defekt hat.
vielen Dank. Habe jetzt erst einmal die UKW Box aufgemacht unter der EC92. Da war der 5000pF Kondensator der gegen Masse ist defekt.
Den habe ich ausgewechselt. Jetzt erhalte ich schoneinmal ein Rauschen. Schon einmal ein Fortschritt.
Aber das mit dem 10,7 mhz Ton probiere ich morgen aus.
Ich habe aber auch gleichzeitig komplett neue Röhren bestellt, einmal die ECC40,ECH81,EC92 und die EABC80. Zwar zeigt mein AVO Mark IV, die als in Ordnung an aber wer weiß, nicht das Sie doch eventuell einen defekt hat.
-
hamlet00
- Capella

- Beiträge: 22
- Registriert: Sa Apr 11, 2026 18:53
- Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Re: Grundig 5010 hochfrequentes pfeifen
Hallo zusammen,
ich habe bei meinem Grundig 5010 einmal weiter nach dem Fehler im UKW-Bereich gesucht.
Zuerst habe ich geprüft, ob an der EC92 überhaupt Anodenspannung anliegt. Das ist der Fall.
Anschließend habe ich mit meinem Nordmende RP 378 Signalgenerator geprüft, ob ich über UKW überhaupt einen Ton aus dem Radio bekomme. Ich habe verschiedene Einstellungen bzw. Frequenzen ausprobiert, aber UKW bleibt komplett tot – kein Ton und keine Reaktion.
Zum Vergleich habe ich anschließend auf KW geschaltet und dort den Signalgenerator verwendet. Hier bekomme ich einen Sender sauber rein.
Daher gehe ich momentan davon aus, dass der Fehler irgendwo im UKW-spezifischen Bereich liegen muss.
Hat jemand eine Idee, wo ich jetzt am sinnvollsten weitermessen sollte?
ich habe bei meinem Grundig 5010 einmal weiter nach dem Fehler im UKW-Bereich gesucht.
Zuerst habe ich geprüft, ob an der EC92 überhaupt Anodenspannung anliegt. Das ist der Fall.
Anschließend habe ich mit meinem Nordmende RP 378 Signalgenerator geprüft, ob ich über UKW überhaupt einen Ton aus dem Radio bekomme. Ich habe verschiedene Einstellungen bzw. Frequenzen ausprobiert, aber UKW bleibt komplett tot – kein Ton und keine Reaktion.
Zum Vergleich habe ich anschließend auf KW geschaltet und dort den Signalgenerator verwendet. Hier bekomme ich einen Sender sauber rein.
Daher gehe ich momentan davon aus, dass der Fehler irgendwo im UKW-spezifischen Bereich liegen muss.
Hat jemand eine Idee, wo ich jetzt am sinnvollsten weitermessen sollte?
-
paulchen
- Geographik

- Beiträge: 7549
- Registriert: Do Nov 13, 2008 7:16
Re: Grundig 5010 hochfrequentes pfeifen
RPS378
Schalte den auf 10,7Mhz und Modulation.
Klemme den nun an der Stelle, wo der Tuner in den Tastensatz geht (Gitter 1 - EF89) - die geschirmte Zuleitung vom Tuner dazu ab.
Nun sollte das modulierte Signal zum einem im Lautsprecher zu hören sein, zum anderen sollte das MA dabei zu gehen.
Das wird mit Sicherheit nicht perfekt passieren, so der ZF-Weg in Ordnung ist. Daher eventuell etwas am RPS die Frequenz variieren.
So es auch hier still bleibt, liegt ein Fehler im ZF-Zweig vor, vermutlich hier die Umschalter.
Aber erstmal dies so prüfen.
paulchen
Schalte den auf 10,7Mhz und Modulation.
Klemme den nun an der Stelle, wo der Tuner in den Tastensatz geht (Gitter 1 - EF89) - die geschirmte Zuleitung vom Tuner dazu ab.
Nun sollte das modulierte Signal zum einem im Lautsprecher zu hören sein, zum anderen sollte das MA dabei zu gehen.
Das wird mit Sicherheit nicht perfekt passieren, so der ZF-Weg in Ordnung ist. Daher eventuell etwas am RPS die Frequenz variieren.
So es auch hier still bleibt, liegt ein Fehler im ZF-Zweig vor, vermutlich hier die Umschalter.
Aber erstmal dies so prüfen.
paulchen
-
holger66
- Moderator
- Beiträge: 4455
- Registriert: Do Dez 18, 2008 6:27
- Kenntnisstand: Sehr gute Kenntnisse (Hobby)
- Wohnort: Nettetal
Re: Grundig 5010 hochfrequentes pfeifen
Vorher wäre aber der Taschenradio-Test (wie beschrieben) sinnvoll, um zu testen, ob der Oszillator anschwingt.
H.
H.
UKW: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.....