Nordmende Cabinet

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Alexander1962
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Nordmende Cabinet

Beitrag von Alexander1962 »

Hallo,
hier kommt ein kleiner Reparaturbericht. Letztes Jahr habe ich mir ein Radiochassis Nordmende Cabinet gegönnt. Es stammte wohl aus einer Truhe.
Dieses Chassis verschwand erstmal in der Box. Ab und an nahm ich es mal auf den Tisch es kam jedoch kein Ton und ich hatte keine grosse Zeit auf Fehlersuche zu gehen.
Da ich mir unlängst einen Trennstelltrafo RFT LTS 002 gekauft hatte, bin ich hier mal Schritt für Schritt vorgegangen und habe nicht erst alle Kondensatoren getauscht, also z.B. die Papierwickler etc. auch den Gleichrichter belassen und den Alukondensator.
Nach Anlegen der Spannung erstmal langsam hoch fahren und mal ein paar Minuten bei 50 V die Sieb- und Ladeelkos aufwecken. Bei 220 V heizten alle Röhren Heizspannung OK, Anodenspannung an der EL 84 OK aber immer noch kein Ton kein Rauschen nix. Ich habe die EL 84 gezogen und am Pin für das Gitter gemessen. Oha um die 50 V. Da hatte ich schon meinen ersten faulen Bruder in Form von einem Malzbonbon. Ich habe diesen duch einen Plastikwürfelkondensator mit 68 nF ersetzt. Es hätten 10nF sein sollen aber egal. Mit dem Messgerät arbeitet ich mich mal voran, ein zweites Malzbonbon war schnell gefunden der ebenfalls Strominkontinent war. Den habe ebenfalls ersetzt. Auch einen dritten Malzbruder konnte ich finden. Diesen habe ich ersmal nur entfernt, da er an einer Lausprecher - Ausgangsbuchse war.

Mit einem abgezogenen Messkabel vom Messgerät habe ich auf TA Stellung ein paar Punkte angetippt und hatte im Lautsprecher brummen. Also ging das NF Teil.

Jetzt zwei kurze Strippen in die UKW Antenne gesteckt und da war auch UKW Empfang da.
Zwar nicht so superlaut aber immerhin.

Natürlich müssen für Dauerbetrieb die Papierwickler, die weissen Kondensatoren und die restlichen
Malzbonbons getauscht werden. Das Poti für die Basseinstellung ist fest und der Drehkondensator für die AM Bereiche muss ebenfalls gangbar gemacht werden. Aber immerhin es spielt.

Neben der wirklichen Fehlererkennung und Beseitigung werde ich in Zukunft nicht mehr so
schnell die Lade und Siebelkos im Alubecher neu befüllen. Ich weiss nicht wie alt das Chassis
ist aber Netzbrummen war nicht zu vernehmen, der Alubecher blieb kalt und eine höheren
Stromaufnahme ( um die 200 mA ) ist mir nicht aufgefallen. Selbst der rote Selengleichrichter
war nach ca. 25 Minuten Radiobetrieb noch nicht auffällig.

Bevor ich das alles in Zukunft tausche werde ich erstmal Probeläufe machen.
Dank Trennstelltrafo kann ich das ja jetzt.

Schönen Abend !

Gruß Alexander
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Elko
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Re: Nordmende Cabinet

Beitrag von Elko »

Hallo Alexander!

Du hast leider nicht geschrieben, um welches Cabinet-Chassis es sich handelt.
Kann hier nur raten: Nachdem du schreibst, dass du die EL84 gezogen hast, vermute ich mal, dass es sich um das 58-3D Chassi handelt.
Weil sonst hättest du 2 EL84 und eine Gegentakt-Endstufe.
Das 58/3D Chassi hat "nur" eine sog. Standard-Röhrenbestückung. Die Anzahl der verbauten Folienwickler ist also überschaubar.
Ich hätte, bevor ich es in Betrieb genommen hätte, ALLE WIMA-Bonbons, Neokon`s und klein Elko (Kathode und Ratio) gewechselt, denn denen sagt man ja bekanntlich nichts gutes nach.
Weil: da reden wir von Pfennig-Beträgen und man ist auf der sicheren Seite.

Aber: Das ist, wie so oft Ansichtssache.
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Martin
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Re: Nordmende Cabinet

Beitrag von röhrenradiofreak »

Alexander1962 hat geschrieben: Do Sep 17, 2026 17:32Ich habe diesen duch einen Plastikwürfelkondensator mit 68 nF ersetzt. Es hätten 10nF sein sollen aber egal.
Ganz egal ist das nicht. Durch die höhere Kapazität wird der Frequenzbereich des NF-Verstärkers nach unten erweitert. Auf den ersten Blick scheint das keine Probleme zu machen, aber der NF-Verstärker verarbeitet nun auch Frequenzen unter 10Hz. Das kann in bestimmten Situationen zu einem tieffrequenten Schwingen des NF-Verstärkers führen, das sich wie das Geräusch eines Schiffsmotors anhört, deshalb wird diese Erscheinung "Motorboating" genannt. Ich würde den Kondensator deshalb bei nächster Gelegenheit durch einen mit der richtigen Kapazität ersetzen.

Lutz
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Re: Nordmende Cabinet

Beitrag von Alexander1962 »

Hallo Martin, hallo Lutz,

ja sorry hätte ich angeben sollen, es ist ein 58 3D. Es müssten natürlich weitere Kondensatoren ersetzt werden, mit den richtigen Werten. Mir war es hier halt wichtig, herauszufinden welcher Kondensator welche Probleme macht und wie sich das messtechnisch darstellt. Der Oberübeltäter war wohl der Koppelkondensator vorm Gitter der EL 84. Der hatte das Gitter auf ca. 50 V gezogen. Wertemässig habe ich halt genommen was in der Richtung passte und schnell zur Hand war. Centartikel sind die Richtigen in axialer Ausführung, mit der Spannungsfestigkeit, auch nicht. Ausser man nimmt die roten Chinakracher in stehender Ausführung. Das wird halt so ein Prüf - und Bastelradio weil eh kein Gehäuse drumrum ist.
Grosser Vorteil hier, sehr wenig Staub, kein Fettschmutz und optisch sehr gut,nichts verbastelt.

Und wie schon gesagt werde ich in Zukunft, bei anderen Objekten, dem Becherelko und dem Selengleichrichter mal eine Chance geben.

Liebe Grüsse
Alexander :hello:
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Re: Nordmende Cabinet

Beitrag von Elko »

Hallo Alexander!
Du kannst nicht als Ersatz für den Koppelkondensator einfach irgend einen nehmen, den du zufällig in der Vorratsbox hast, denn der Wert dieses Kondensators wurde von den Konstrukteuren genau berechnet.
In SABA Geräten hat er gerne den Wert von 22 nF und hier in deinem Chassi eben 10 nF.
Dieser Kondensator legt die untere Grenzfrequenz fest (tiefer will ich hier nicht einsteigen). Er blockt also nicht nur die Gleichspannung, sondern hat auch diese genannte Funktion.
Und noch eine kleine Bitte...........keine Klötzchenkondensatoren. Das ist grausig.
Gute und preiswerte Kondensatoren kriegst du neben anderen Sachen hier: https://atr-shop.de/kondensatoren/axial ... anz-5/?p=1
:hello:
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Martin
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Re: Nordmende Cabinet

Beitrag von röhrenradiofreak »

Elko hat geschrieben: Sa Sep 19, 2026 6:56Und noch eine kleine Bitte...........keine Klötzchenkondensatoren. Das ist grausig.
Jeder muss selbst wissen, wie stilecht er sein Gerät überarbeitet. Bei einem Chassis wie diesem, das nicht besonders selten ist und zu dem das Original-Gehäuse fehlt, finde ich es in Ordnung, Klötzchenkondensatoren zu verwenden.

Lutz
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Re: Nordmende Cabinet

Beitrag von Demodulator »

Und noch eine kleine Bitte...........keine Klötzchenkondensatoren. Das ist grausig.
Ich nehm an, damit sind die Kondensatoren gemeint, die es von Wima etc. bei Reichelt und Co gibt.
Bevor ich den Hinweis zum ATR-shop bekam, habe ich nur diese Kondensatoren verwendet, es kommt mir in erster Linie auf
die Funktion an.
Sieht dann etwas bunter im Radio aus, aber wer schaut schon ständig in das Innere....

Hannes
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Re: Nordmende Cabinet

Beitrag von Elko »

Wie bereits gesagt: das ist Ansichtssache.
Man könnte auch auf eine Gitarre eine Angelschnur aufziehen.
Geht auch. Nur klingen tuts grausig 🥴
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Martin
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Re: Nordmende Cabinet

Beitrag von Demodulator »

Will das hier nicht unendlich weiter führen,
aber der Vergleich hinkt doch etwas:
Elektrisch funktionieren die Kondensatoren gleich, sehen nur unterschiedlich aus, bei
der Gitarrensaite macht ja wohl eher der Klang den Unterschied.
Hannes
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Re: Nordmende Cabinet

Beitrag von albert66 »

röhrenradiofreak hat geschrieben: Fr Sep 18, 2026 17:39
Alexander1962 hat geschrieben: Do Sep 17, 2026 17:32Ich habe diesen duch einen Plastikwürfelkondensator mit 68 nF ersetzt. Es hätten 10nF sein sollen aber egal.
Ganz egal ist das nicht. Durch die höhere Kapazität wird der Frequenzbereich des NF-Verstärkers nach unten erweitert. Auf den ersten Blick scheint das keine Probleme zu machen, aber der NF-Verstärker verarbeitet nun auch Frequenzen unter 10Hz. Das kann in bestimmten Situationen zu einem tieffrequenten Schwingen des NF-Verstärkers führen, das sich wie das Geräusch eines Schiffsmotors anhört, deshalb wird diese Erscheinung "Motorboating" genannt. Ich würde den Kondensator deshalb bei nächster Gelegenheit durch einen mit der richtigen Kapazität ersetzen.
Lutz
Ich möchte das gerne noch unterstreichen. Das Motorboating kommt durch den Zusammenbruch der Netzteilspannung bei den tiefen Frequenzen, weil die mehr Strom ziehen, bzw. den Lade-C (Becher) mehr entladen. Dieser wirklich "sehr viel zu hoch" Koppel-C zieht einen Rattenschwanz von Auswirkungen nach sich. Die tiefere Klangfarbe ist ja meistens gewünscht, aber ...... Man kann einen Provokationstest machen, indem man dem Baßregler voll auf Tief stellt. Wenn dann mit den Bässen rythmische Lauststarkeänderungen bemerkbar sind oder stärkere Schwankungen der + Spannung im Netzteil, wird es Zeit, den Wert Richtung normal zu ändern.

Grüße Peter
.... der den Fehler auch schon machte, weil nix anderes da war...... Es geht nicht gleich was kaputt, aber wegen kritischem Netzteil (knapp ausgelegter Trafo) wurde schnell wieder geändert. Die Spannungsfestigkeit darf ruhig 1kV sein, sieht man öfter wegen Spitzen, und hält evtl. dann auch länger (wenigstens gefühlt :-) ).
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Re: Nordmende Cabinet

Beitrag von Alexander1962 »

Hallo,
oh je da habe ich wieder was losgetreten. Nochmal ich wollte nur kurz die Funkton des Radios herstellen. Wenn das Chassis überholt wird, kommen natürlich die entsprechenden Kondensatoren rein. Zu Testen habe ich einen 68 nF Folien bzw. Kuststoffkondensator mit entsprechender Spannungsfestigkeit genommen. Das Radio hat es wohlwollend quittiert, es spielt ohne blubbern o.ä. Die Gleichspannung auf dem Gitter ist nunmal weg. Wie gesagt nur mal zum Testen. Ob da später rote oder grüne mit entsprechenden Werten eingebaut werden ist mir egal, das Chassis wäre ohnehin auf dem Müll gelandet da es kein Gehäuse hat. Zum Überholen ist es eh im Winter geplant. Mal sehen was ich mit mache. Im Übrigen hatte ich auch schon beim meinem Villingen 6-3 die Papierwickler neu mit denen vom atr befüllt. Eine heiden Arbeit, auch die zwei / drei Elkos hatte ich aufgemacht und mit neuen Elkos gefüllt, sofern das möglich war. Axiale Kondensatoren sind nicht so leicht zu bekommen. Ich kenne nur die vom Atr oder gelbe aus der Bucht. Aber ich will nicht wieder eine Kondensator - Diskussion lostreten. Ich habe Euch mal ein Foto angefügt. Vielleicht findet sich ja auch noch ein Gehäuse.

Gruss Alexander
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Re: Nordmende Cabinet

Beitrag von röhrenradiofreak »

Dann ist ja alles gut. Mein Beitrag war nicht als Kritik gemeint, sondern als Hinweis, was die zu hohe Kapazität bewirken kann, auch wenn das Radio damit zu funktionieren scheint.

Wenn der UKW-Empfang zu schwach ist, ist bei diesem Chassis oft ein Nachgleich der Kreise 2 und 3 nötig, das sind die beiden Spulen in dem halbhohen Bandfilter neben der ECH81.

Lutz
albert66
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Re: Nordmende Cabinet

Beitrag von albert66 »

Ditto bei mir. Hellsehen klappt noch nicht so gut :-) . Die Kopplungs-C sind ein üble Falle ...... Viel Spaß weiterhin, Peter