Graetz Melodia 818

Fragen, Berichte und Tipps zu Reparatur und Technik.

Für Einsteiger: Erste Inbetriebnahme eines Röhrenradios
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dubbie
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Graetz Melodia 818

Beitrag von dubbie »

Hallo das Radio spielt leider viel zu leise, Sender auf UKW kommen, aber zu leise.

Als ich das Radio bekommen habe wurde ich gebeten das DAB Modul von HSE Schmidt Elektronik ein zubauen, weil an der polnischen Grenze nur polnische Sender empfangbar waren.
Beim Öffnen der Rückwand zweimal EL 84 Schrott, eine mit defekten Glaskörper und die andere mit einer weissen Haube.
Beide gewechselt und die Spannungen gemessen, bei einer war der Kathoden-R abgebrannt, also erstmal mit 220Ohm ersetzt und nochmal gemessen, eigentlich im Rahmen.
Dann habe ich das DAB-Modul über die EABC mit Zwischensockel eingespeist und das klappte auch, nur das die vielen Sender nur zwischen 93 und 98Mhz empfangen wurden. Nach Rücksprache wird mir jetzt ein neues Modul geschickt.
Nach dem Rückbau nun die geringe Lautstärke. Ich habe mal die Spannungen gemessen, an der Kathode sind ca.7,2V, an der Anode 245V und an beiden Schirmgittern auch 244V, fast die Anodenspannung. Am Steuergitter liegt ca. 0V an.
Wo könnte ich noch suchen?

Bernd
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Binser
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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von Binser »

Hallo Bernd,

das Modul wird ja über einen Zwischensockel über die EABC80 betrieben. Wenn die NF vorher o.k. war, würde ich mal in diesem Bereich die Messungen starten. Einfach mal die Spannungen messen und posten.

Grüße,
Jörg
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Bernhard W
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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von Bernhard W »

dubbie hat geschrieben: Mi Nov 04, 2026 14:49 ... EABC ... an der Kathode sind ca.7,2V, an der Anode 245V und an beiden Schirmgittern auch 244V, fast die Anodenspannung. Am Steuergitter liegt ca. 0V an...
Da ist irgendwo die Verbindung zwischen Kathode und Masse verloren gegangen.
(Dann läuft das Potential an der Kathode hoch, die Spannung zwischen Gitter und Kathode wird stark negativ und die Röhre sperrt vollständig.)

Bernhard
Zuletzt geändert von Bernhard W am Mi Nov 04, 2026 18:37, insgesamt 1-mal geändert.
Bernhard W
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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von Bernhard W »

gelöscht weil doppelt
Zuletzt geändert von Bernhard W am Mi Nov 04, 2026 18:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von Bernhard W »

gelöscht, weil doppelt
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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von fritz52 »

Evtl. versäumte ich es, von Anfang an zu lesen.
Frage deshalb, wurden, fachmännisch eingeschätzt, zumindest die NF-Koppel C,s gewechselt ?
M. f. G.
fritz


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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von dubbie »

Hallo Berhard,
danke für deinen Hinweis, meintest du die EABC , wo die Kathode in der Luft hängt?
Ich meinte die beiden EL84; da sind die Kathodenspannungen mit ca 7V doch i.O.
Die EABC nehme ich mir morgen mal vor und poste die Spannungen, danke für den Tipp.
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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von dubbie »

Ja die Koppel-Cs von den EL84 sind gewechselt und auch OK.
Binser
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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von Binser »

Moin,
ich würde erstmal die Anodenspannung der Triode der EABC80 messen (PIN 9). Die Triode wird in dieser Schaltung mit extrem niedriger Spannung betrieben (15V). Soweit ich weiß, nimmt das DAB+ Modul seine Spannungsversorgung aus der Anodenspannung. Diese liegt in dieser Schaltung über einen ungewöhnlich hohen Widerstand von 2,7MOhm an. Nicht, dass da was beim Umbau passiert ist und die Anodenspannung zu niedrig ist...

Grüße,
Jörg
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dubbie
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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von dubbie »

Also ich habe mal die EABC untersucht, die Spannung an Pin 9 ist Malta.16V und dann plötzlich wieder 185V. Irgendwas spinnt da, mal geht die Lautstärke runter und verzerrt, dann wieder normal, aber die 185V sind trotzdem vorhanden. Der 2,7Mohm ist aber, gemessen Ok.
Die anderen Spannungen an EABC pin 1 -2V, Pin 2 -30V, pin3 -34V, Pin 6 und7 0V Pin 8 -30V.
Die Röhre ist ja mit einer Abschirmkappe versehen, die ich weggelassen habe, weil ich einen Mess-Sockel dazwischen hatte, ich hoffe, dass das keinen Einfluss hat. Den 220p hab ich mal ausgelötet, der ist i.o.
dubbie
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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von dubbie »

Sorry, mit Malta hat die EABC nichts am Hut, blöde Rechtschreibhilfe.Sollte nur ‚ mal‘ heißen.
Binser
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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von Binser »

Puhh... schwierig...
wenn die Spannung am PIN 9 zu hoch ist und am PIN 8, dem Gitter der Triode, -30V anliegen, wäre das ein kompletter "cut-off". Es würde kein - oder nur geringer - Anodenstrom fließen und somit quasi keine - oder nur geringer - Spannungsabfall am 2,7MOhm Widerstand stattfinden. Für mich stellt sich das irgendwie als Fehler im Demodulator dar. Das würde die Spannung an PIN 3 erklären.
Es könnte aber auch eine defekte Röhre selbst sein...

Also Test: Ist die Spannung an PIN 8 im AM oder TA Berieb niedriger? Ist der Ratioelko richtig gepolt (Plus an Masse) oder hat er einen Schluss?

Grüße,
Jörg
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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von Binser »

Noch ein Nachtrag:
Such' mal grundsätzlich nach Fehlern im Demodulator. Wenn der nicht ordnungsgemäß funktioniert, funktioniert vermutlich aus das DAB Modul nicht korrekt. Ich denke mal, das Signal wird vor dem Demodulator eingespeist, um die Funktion des MA zu ermöglichen...
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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von dubbie »

Also die EABC hab ich getauscht, daran sollte es nicht liegen. Den Ratioelko werde ich mal wechseln, obwohl der UKW Empfang ja funktioniert. AM werde ich mal ausprobieren und dann messen.
Bernhard W
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Re: Graetz Melodia 818

Beitrag von Bernhard W »

Die Triode in der EABC80 ist kein Teil des FM-Demodulators, sie dient zur Rauschreduzierung, wenn kein Sender empfangen wird.

Zwischenfrage: Funktioniert die Abstimmanzeige an der EM84?

Zurück zur EABC80:

Wird ein Sender empfangen, entsteht an C242 (5 µF) eine Spannung bis ca. -30 V.
Dann wird über R250 (1 MΩ) das Gitter der Triode in der EABC80 auch auf -30 V gezogen, die Triode sperrt vollständig und die Anodenspannung läuft hoch. Von der Funktion ist die Triode "wie weg".

Wird kein Sender empfangen, ist die Spannung an C242 und am Gitter der Triode in der EABC80 etwa 0 V. Dann leitet die Triode ziemlich gut.

Zurück zum FM-Demodulator: Das NF-Signal wird über R231 (100 Ω) ausgekoppelt, dann folgt das Deemphasis-Filter R235 (100 kΩ) mit C236 (330 pF). Hier greift dann über C251 (10 nF) die Triode der EABC80 ein, die das NF-Signal für hohe Frequenzen fast kurzschließt, wenn die Triode arbeitet.

Der "Fast-Kurzschluss" erfolgt über C247 (220 pF). Dessen Kapazität ist zwar sehr klein, ihre Wirkung wird jedoch multipliziert mit der Spannungsverstärkung der Triodenschaltung (Kapazitäts-Vervielfacher). Irgendwann wurde dafür auch der Begriff "Miller-Effekt" geprägt.

Fazit: Dass die Spannung an der Anode der Triode in der EABC80 stark schwanken kann, ist normal.

Bernhard