Spannungsverlust an einem Othello 2-632

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Elko
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Spannungsverlust an einem Othello 2-632

Beitrag von Elko »

Liebe Röhrenfreunde!
Hätte eine Frage an unsere Spezialisten, weil ich mir einen Spannungsverlust an meinem Othello nicht erklären kann:

Nach dem Ersatz des Selen-GL durch einen Silizium GL und nachgeschaltetem lastwiderstand habe ich an Punkt 1 eine Spannung von 256,3 Volt (Soll 260 Volt).
Bild

- Am Messpunkt 2 habe ich 230 Volt (Soll 240 V)
- Am Messpunkt 3 habe ich 193,2 Volt (Soll 220 V)

Der Stromfluss an Punkt ! IST (86 mA (Soll 100 mA und an Punkt 3 35,3 mA (Soll 41 mA)

Die Widerstände R 199 und R200 stimmen und sind ok. ( 1,043 K-Ohm und 309 Ohm.)

Meine FRage an Euch: Warum habe ich an Punkt 3 um 27 Volt zu wenig?
noli turbare circulos meos

Mit Röhrengruß
Martin
Munzel
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Re: Spannungsverlust an einem Othello 2-632

Beitrag von Munzel »

Hallo,

Meßpunkt 2 und 3 passen doch, die Eingangsspannung ist ja auch geringer.
Den Stromangaben nach, ausgehend von 260 V und 100 mA, ergeben sich an Punkt 2 230 V und an Punkt 3 189 V. Da hat man sich auf dem Plan vielleicht einfach verschrieben.


MfG
Munzel
Bernhard W
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Re: Spannungsverlust an einem Othello 2-632

Beitrag von Bernhard W »

Wenn ich die Angaben im Plan zu Spannungen, Strömen und Widerständen betrachte: Die passen nicht zusammen.
Wenn beispielsweise 41 mA durch R200 = 1 kΩ fließt, dann entsteht über R200 die Spannung 41 V. (U = I · R)
Entweder die Spannungs- oder die Stromangaben oder beide sind falsch.

Bernhard
fritz52
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Re: Spannungsverlust an einem Othello 2-632

Beitrag von fritz52 »

Hallo Martin,
verkleinere den neuen Lastwiderstand, dann steigen auch wieder alle Spannungen !
M. f. G.
fritz


- Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen :wink:
albert66
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Re: Spannungsverlust an einem Othello 2-632

Beitrag von albert66 »

Ich vermute einen Denkfehler. Die Ströme werden an R199 (Pkt 1<>Pkt2) mit 86mA errechnet, 86% vom "Soll". Dann an R200 (Pkt 2<>Pkt3) mit 35mA, ebenfalls 86% vom Soll. Das ist eine völlig normale Abweichung, an beiden R identisch (%) . Damit bleibt aus meiner Sicht eine Fehlmessung der Spannungen nach dem Gleichrichter wahrscheinlich. Am Lade-C ist eine Restwelligkeit um 6V (RMS bei 50µF und 86mA). Mit den nachfolgenden RC wird weiter geglättet (mag ich jetzt nicht nachrechnen, Siebfaktor 2*pi*100Hz*R*C).

Was immer an Spannungen gemessen und zurückgerechnet wurde in Ströme, das paßt jedenfalls. Im Schaltbild wurde 1kOhm/Volt bei 600V Bereich gemessen, damals mittlere Qualität, d.h. für Werkstattbetrieb üblich und 0,6MOhm Meßbelastung. Der Meßfehler dürfte bei 40% Vollausschlag leicht im Bereich von +/-5 bis 10% liegen. Die heutigen Digitalmeßgeräte haben i.d.R. 10MOhm und reagieren bei Restwelligkeit teilweise nicht so toll. D.h. - sorry -, aber auf einen Vergleich der Spannungen Messung Digital modern zu Schaltbild analog Dampfradiozeit ist gepfiffen. Das Verhältnis der Ströme bei "gleichem Meßfehler" zeigt jedenfalls, daß alles im grünen Bereich ist.

Weitermachen, Gruß Peter

PS einen Hinweis auf "Restwelligkeit" gibt es auch durch die Stromangaben 165/175mA eff, vermutlich per Wechselstrom-Bereich gemessen
Zuletzt geändert von albert66 am So Jan 18, 2026 19:40, insgesamt 1-mal geändert.
röhri
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Re: Spannungsverlust an einem Othello 2-632

Beitrag von röhri »

Ich hab auch was seltsames mit einem Othello was ich noch nicht abschließend klären konnte. Das Thema ist ähnlich.

viewtopic.php?t=34757
Gruß
Röhri
albert66
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Re: Spannungsverlust an einem Othello 2-632

Beitrag von albert66 »

Ich vermute eine Konsistenz per Meßfehler. Ein Meßgerät mit 1kOhm/V war damals schon arg weit untere Schublade. Ich hatte vom kargen Lehrlingsgeld Ende der 50er für 20kOhm/V gespart (Gerät als Andenken aufgehoben, tut noch). Also insofern nicht unbedingt ein Schaltbildfehler.
Auszug (unterer Rand)
tmp9999.gif
Bei eff - Messung ist es entweder ein Dreheisen-Instrument gewesen (noch ungenauer) oder Drehspul- mit Gleichrichterteil davor. Bei heutigen billigen Digital-Meßgeräten muß es oft sauberer Sinus sein für ~ oder echter = , ansonsten stimmen deren Meßergebnisse z.T. auch nicht. Mit RVM-Werten wurden die Schaltbilder eigentlich selten heraus gegeben, weil die eher im Laborbetrieb üblich waren, aber selten in Werkstätten und im Tagesbetrieb.
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makersting
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Re: Spannungsverlust an einem Othello 2-632

Beitrag von makersting »

Wenn man mit DigtalMM misst, müssten die Spannungen aber etwas höher sein als die vom Schaltplan. Also genau umgekehrt.

Ich würde auch auf fehlerhafte Angabe im Schaltplan tippen, oder evtl. hat C199 auf dem "letzten" der drei Kondensatoren keine Kapazität mehr oder ist nicht angeschlossen.
albert66
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Re: Spannungsverlust an einem Othello 2-632

Beitrag von albert66 »

makersting hat geschrieben: So Jan 18, 2026 20:28 Wenn man mit DigtalMM misst, müssten die Spannungen aber etwas höher sein als die vom Schaltplan. Also genau umgekehrt.

Ich würde auch auf fehlerhafte Angabe im Schaltplan tippen, oder evtl. hat C199 auf dem "letzten" der drei Kondensatoren keine Kapazität mehr oder ist nicht angeschlossen.
Im Prinzip richtig wegen höherem Innenwiderstand, vergleichbar RVM, nur daß die Digitalen oft nicht zurecht kommen, wenn AC/DC Mix vorliegt. Die Spannung am Lade-C sieht auf dem Scope nicht einmal nach überlagerter AC, d.h. die Brummspannung ist auch schon ein Ersatzbegriff. Ich habe es noch nie verglichen, außer - je niedriger, un so besser :-) .

C199 könnte faul sein, aber das sollte feststellbar sein. Wenn er durch wäre (höherer Leckstrom) , wäre der Strom durch R200 höher. Wenn "trocken", mehr Brumm - den man übrigens einfach per AC messen kann, stimmt dann zwar nicht 100pro, aber im Vergleich Pkt 3 mit Pkt2 am Pkt 3 niedriger).

Es ist auch noch offen oder von mir überlesen, ob der jetzt von 220V auf 240V primär geschaltet wurde und was als Ersatz-R für Si vs. Selen-Innenwiderstand eingebaut wurde. Wenn es genauer werden sollte, würde ich sekundär ablöten, den Ri (Gleichstrom) messen und Leerlaufspannung. Danach Trafospannung sekundär unter Last und mit den Werten weiter arbeiten/messen. Es müßte dann proportional weiter gearbeitet werden können. Die Schaltbildwerte können auch schlichtweg Meßfehler sein - bei dem Ri und Meßbereich traue ich denen nicht so recht.
albert66
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Re: Spannungsverlust an einem Othello 2-632

Beitrag von albert66 »

Ich hänge mal aus Nentwig, Nomogramme, 1944, die "Brummwerte" an. Für Freaks von Steinzeitmethoden, ohne KI und Handy-Affen :-) .
Aufpassen: beim Formelrechnen F und I in Farad und Ampere benutzen, nicht nach dem Nomogrammtext µF und mA - das gilt nur für die Nomogramme.
nentwig078-c0brumm.gif
Es steht nicht explizit im Text, aber Brumm u ist RMS (im Divisor 2*sqrt(2) )
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