Vorstellung Metz 202 K

Fragen, Berichte und Tipps zu Reparatur und Technik.

Für Einsteiger: Erste Inbetriebnahme eines Röhrenradios
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countryman
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Vorstellung Metz 202 K

Beitrag von countryman »

Hallo, ein Metz 202 K hat mich gefunden :D - nicht zu verwechseln mit dem Transistor-Koffer Babyfon 202!
Das etwas seltene Modell findet sich noch nicht im Forum darum stelle ich es mal vor und Fragen habe ich natürlich auch :mauge:

Das Gerätchen im original hell lackierten Pressstoffgehäuse stammt aus 1952 und bietet Empfang auf Mittel- Kurz- und Ultrakurzwelle. Letzteres allerdings nur mit Flankendemodulation, Hi-Fi darf man nicht erwarten. Dafür überschaubare Technik. Es gab auch eine Version 202 W mit Lang- statt Kurzwelle. Beide Schaltpläne finden sich im Radiomuseum. Das Gehäuse hat die typische Dampfradioform der 50er, ist allerdings nur charmante 30 cm schmal. Es gibt nur einen Spartransformator, und damit leider kein netzgetrenntes Chassis.

Das Radio kam aus einer Entrümpelung in recht gutem Zustand. Lediglich der Wellenschalter rechts wurde gegen einen modernen Knopf getauscht - optisch unpassend aber funktional. Ich werde den Knopf wohl lackieren und weiter verwenden.
Die Schallwand ist am Chassis leicht abnehmbar befestigt. Im Waschmittelbad löste sich der Kleber, sodass der Stoff die dringend nötige Zuwendung erhalten konnte. Ich habe ihn mit Prittstift wieder aufgespannt, was super geklappt hat. Die schöne Netzschnur ist leider bröselig und nicht mehr verwendbar und wurde provisorisch ersetzt.
Zur ersten Inbetriebnahme legte ich zunächst 3 dann 6 Volt ~ an die Heizwicklung des Spartrafos. In demselben entsteht dann automatisch eine ausreichende Anodenspannung. Nach Reinigen der Röhrenstifte und -fassungen gab das Radio Töne von sich. Die Kondensatorkur erfolgt natürlich noch - die Teerbomben sind sicher alle hin. Ich möchte sie neu befüllen.

Jetzt fängt der Teil mit den :?: :?: :?: an:

-Die AM Bereiche spielen wie erwartet. UKW ist beim Ortssender 87,8 MHz annehmbar, auf den höheren Frequenzen wird der Empfang immer schwächer und verzerrt. Tipps? Könnte es nach dem Teeri-Tausch schon besser sein?

-Das Antriebsrad des Drehkos verabschiedet sich. Die Welle wird auch nur noch teilweise mitgenommen, obwohl sie leichtgängig ist. Ich würde versuchen das Rad vorsichtig abzunehmen und mit einer aufgeklebten Plexiglasscheibe zu stabilisieren? Oder gibt es bessere Ideen?
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countryman
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Re: Vorstellung Metz 202 K

Beitrag von countryman »

Hier noch das erkrankte Antriebsrad:

Die schiefe Skalenscheibe findet man auch auf einigen Netzbildern - war wohl eine Serienkrankheit. Da nicht ganz ungefährlich zu korrigieren bleibt es erstmal so.

Die bräunlichen Scheiben müssten Keramik sein? Würde ich dann erstmal belassen.
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röhri
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Re: Vorstellung Metz 202 K

Beitrag von röhri »

Hallo, schönes Radio. Hast du schon mal Spannungen am UKW Teil gemessen? Das Antriebsrad könntest du evtl 3D drucken lassen wenn du jemanden kennst.
Gruß
Röhri
countryman
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Re: Vorstellung Metz 202 K

Beitrag von countryman »

Ich habe heute die Kondensatoren getauscht und mich getraut volle 220V anzulegen. Da ich keinen Trenntrafo habe, 2x 12V Halogentrafos gekoppelt. Die Spannungen und Ströme am Netzteil stimmen. Mit den einzelnen Stufen muss ich mich nochmal beschäftigen. Wegen dem defekten Rad habe ich die Abstimmung nicht weiter probiert. Selengleichrichter und die Anoden-Elkos sind in Ordnung. Lediglich der Kathoden-Elko der EL41 war völlig trocken. Die Teerbomben habe ich leicht erwärmt und den Inhalt rausgeschoben. Die original Vergussmasse ließ sich prima wiederverwenden :idea: mit einem Mini-Brenner außen etwas verschmolzen, sieht genau so aus wie vorher.
Das Rad habe ich ausgebaut und vorsichtig per Fön erwärmt. Damit konnte ich die Originalform wieder herstellen. Die Risse habe ich geklebt. Ich werde die Idee mit der Plexiglas-Scheibe weiter verfolgen.
countryman
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Re: Vorstellung Metz 202 K

Beitrag von countryman »

Das reparierte Rad. Die 2mm Plexi-Scheibe wurde absichtlich etwas asymmetrisch zugeschnitten, damit der Rand im Bereich der Seileinhängung nicht zu schmal wird. Das Plexiglas wurde mit 4 Mini-Schräubchen durch vorhandene Bohrlöcher befestigt, nicht verklebt.
Der Defekt des Rades ist auf einen Konstruktionsfehler zurückzuführen: Am Skalenende stoppt der Drehkondensator die Bewegung, eine Rutschkupplung oder anderen Anschlag gibt es nicht. Wird beherzt weiter gekurbelt, ist eine Überlastung vorprogrammiert :(

Die Spannungen und Ströme der Stufen stimmen. Während des Probebetriebs hat allerdings der 400 Ohm 3 W Rosenthal Siebwiderstand an einer Stelle Schmorspuren gezeigt sodass ich die Empfangsversuche abbrechen musste. Der Widerstand ist nun unterbrochen. Ich vermute einen mechanischen Fehler bzw. Lagerungs- oder Vorschaden, da aktuell keine Überlastung vorlag. Ich werde den Widerstand ersetzen und berichte dann weiter...
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Re: Vorstellung Metz 202 K

Beitrag von countryman »

Der neue Siebwiderstand ist da und eingebaut. Auf KW spielt das Radio wunderbar, mit einer kurzen Behelfsantenne schon überraschend empfindlich. Der Ton ist sauber und laut. Auf UKW leider nicht :( zum oberen Bandende noch abfallend in Empfindlichkeit und Verzerrungen.
Ich habe noch einmal die Ströme im HF Teil überprüft und denke bei der EF42 gibt es eine Unstimmigkeit, siehe Schaltplanauszug:
An dem 1k Widerstand der zum g2 und zur Anode führt messe ich 15-16 V Spannungsabfall, entspr. ebenso vielen mA. Der Widerstand ist werthaltig bei 1 k. (Anders als im Schaltplan verzeichnet gibt es noch einen 500 Ohm in Serie, was mich erst sehr irritiert hat, aber auch dieser ist werthaltig und indiziert ebenjene 15-16 mA Strom).
Die Kathode der EF42 liegt über 200 Ohm an Masse und hier messe ich 1,7 V, entspr. 8,5 mA. Ich sehe nicht wo regulär die Differenz der beiden Ströme abbleiben sollte - kann es sein dass die EF42 an Gitteremission krankt?
Leider habe ich keine Röhre zum probieren, könnte es sich lohnen eine solche zu besorgen? Oder habe ich einen Denkfehler?
Die EF42 ist exklusiv als UKW-Eingangskreis zuständig, während der übrige Signalweg für alle Wellenbereiche (im Wesentlichen) gleich ist?
Der Oszillator schwingt auf UKW passend genau 10,7 MHz über den empfangenen Sendern, mit einem anderen Radio kontrolliert.
Vielen Dank schon mal für Tipps! :hello: :mauge:

Schaltplan Auszug EF42.jpg
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