Grundig 4004W mit der El12

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Bernhard W
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Re: Grundig 4004W mit der El12

Beitrag von Bernhard W »

Dass der 0,5-µF-Kondensator kein Keramikkondensator ist, hatte ich ja schon vermutet, das ist im Schaltbild demnach falsch dargestellt.

Die Versorgung mit der Siebkette habe ich mal rausgezeichnet und simuliert. Im Schaltbild sind die Bauteile etwas verteilt und die Versorgungsleitungen nicht so leicht erkennbar.

Wie bei den meisten Röhrenradios werden drei Spannungen für die Anodenstromkreise erzeugt:
1. Leistungskreis: nur für die NF-Endstufe (hier: EL12)
2. Hauptstromkreis: für alle anderen Röhren, außer der NF-Vorstufe
3. NF-Vorstufe: erhält die Versorgung über ein zusätzliches RC-Glied aus der Hauptversorgung

Im Schaltbild habe ich die Mittelwerte der Spannungen (Um) eingetragen. Die kann man mit einem DC-Voltmeter messen oder mit dem Oszilloskop bei Eingangskopplung "DC".
Über den Mittelwerten habe ich die Spannungen zwischen den Scheitelwerten (Uss) eingetragen. Die misst man mit dem Oszilloskop bei Eingangskopplung "AC".
(Tastkopf stets auf 1:10 einstellen, damit keine hohe Spannung an den Eingangsverstärker des Oszilloskops gelangt.)

Wenn die Mittel- und Scheitelwerte an den drei Kondensatoren etwa stimmen, wird vermutlich ein Verdrahtungsfehler vorliegen. Das kann auch eine geänderte Lötstelle z. B. für einen Masseanschluss sein.

Wenn eine Diode im Gleichrichter defekt wäre oder ihre Eigenschaften stark von den anderen abweicht, entsteht eine zusätzliche Welligkeit mit der Frequenz 50 Hz, aber nicht mit 100 Hz.

Die Induktivität der Kompensationswicklung im Ausgangsübertrager ist gering. Sie trägt nicht wesentlich zur Brummreduzierung im Hauptstromkreis bei, sondern nur direkt bei der NF-Endstufenröhre.

Bernhard

4004W_Siebkette.png
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Binser
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Re: Grundig 4004W mit der El12

Beitrag von Binser »

Sorry wenn ich mich an diesem Punkt auch noch einmische...

Vielleicht wäre es zur Fehlersuche hilfreich, ein paar Fotos der bis dahin durchgeführten Arbeiten zu haben. Vor die Ersatzschaltung für Gleichrichter, sowie von Lade- und Siebelko. Vielleicht auch vom Zustand des Gerätes an sich.
Bitte nicht falsch verstehen... oftmals baut man unabsichtlich Fehler ein und es entsteht eine gewissen "Betriebsblindheit" bei solchen Fehlern. Ist mir auch schon passiert... :roll:

Grüße,
Jörg
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hf500
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Re: Grundig 4004W mit der El12

Beitrag von hf500 »

hamlet00 hat geschrieben: So Nov 01, 2026 12:14 Hallo,

Mit der 120-V-Begrenzung meinte ich, dass ich das Gerät zunächst über den Stelltransformator mit reduzierter Spannung betreibe.
Moin,
das ist bei Roehrengeraeten reichlich sinnlos, weil die Heizspannung stimmen _muss_. Sonst kann die Roehre nicht korrekt arbeiten. Mit reduzierter Anodenspannung ist noch viel moeglich, aber bei der Heizspannung gibt es keine nennenswerten zulaessigen Abweichungen (+-5%).

Die Gegenkopplungswicklung auf dem Ausgangsuebertager ist etwas ungewoehnlich. Sie liegt in der Anodenspannungsversorgung der NF-Triode.
Die Spannung wird zunaechst mit 50k und 0,5µ (*) gesiebt, um dann im Ausgangsuebertrager mit der NF "moduliert" zu werden. Mit einem zweiten Siebglied (5k, 10nF) entfernt man die Hoehen und fertig ist eine Gegenkopplung mit Frequenzgang.


(*) das ist der Kondensator, den ich sonst so gerne zur Vergroesserung empfehle. Er siebt die Anodenspannung der NF-Triode und die kann nicht brummfrei genug sein. Ob das hier auch geht, muesste man nachrechnen, denn hier liegt der Kondensator auch in der beschriebenen Gegenkopplung. Das "kalte" Ende der GK-Wicklung stuetzt sich ueber diesen Kondensator auf Masse und es kann sein, dass sein kapazitiver Widerstand bei niedrigen Frequenzen zu beruecksichtigen ist. Soll heissen, er bestimmt auch etwas den Bassfrequenzgang.

73
Peter
Bernhard W
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Re: Grundig 4004W mit der El12

Beitrag von Bernhard W »

Die untere Grenzfrequenz der Wirkung des 0,5-µF-Kondensators liegt um 1,5 Hz und damit außerhalb des Übertragungsbereichs.
Die Kapazität kann daher ohne Klangänderungen vergrößert werden.

Bei ca. 5 µF, also Verzehnfachung, übersteigt die Impulsbelastung des 50-kΩ-Widerstands beim Einschalten 0,4 W. Darüber sollte man die Impulsbelastung näher untersuchen, damit der 50-kΩ-Widerstand nicht überlastet wird.

Bernhard
hamlet00
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Re: Grundig 4004W mit der El12

Beitrag von hamlet00 »

Hallo,

vielen Dank für die zahlreichen Tipps.
Fotos werde ich morgen nachreichen. Ich habe jetzt mal eine passende Antenne angeschlossen und bis 200 Volt hochgedreht.

Also UKW etc sind stumm, höre ich kein Rauschen oder ähnliches.


Ich weiß nicht ob die beiden Fehler irgendwie zusammen hängen.
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Re: Grundig 4004W mit der El12

Beitrag von fritz52 »

Gehe bitte mit der Normalität und betreibe das Gerät mit der AC-Höhe, die auch per Netzspannungswahl einstellbar ist.
Und wenn aus deiner Steckdose mehr als 230 V/AC kommen, dann prüfe ob der Netzsp. wähler auf 240V/AC umstellbar ist.

Den besten und günstigsten Schutz bei der rep. hast du beim Einsatz einer Vorschaltlampe, in die je nach geforderte Aufnahmeleistung des rep. Gerätes per Wattzahl der Faden Glühlampe einstellbar ist. Bei den Messungen eines über die VL betriebenen Gerätes, überwache dann bitte die Netz AC hinter der VL.
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Re: Grundig 4004W mit der El12

Beitrag von hamlet00 »

Hallo,

womit kann man die 2 Kondensatoren die umwickelt sind ersetzen ? Bei dem einen ist das Beinchen nicht mehr wirklich dran. Ist mir jetzt erst aufgefallen.
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Re: Grundig 4004W mit der El12

Beitrag von fritz52 »

Mit den heutig erhältlichen Folien oder Mehrschicht Typen. Wichtig nur, Kapazität möglichst mit 10 % Toleranz und immer, mit einer höheren als der aufgedruckten max. Betriebsspannung.
Hast du bitte meinen zuvor geschriebenen Beitrag verstanden ?....weil bislang keine Reaktion darauf kam, sondern eine weitere davon unabhängige Frage.
M. f. G.
fritz


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Re: Grundig 4004W mit der El12

Beitrag von countryman »

OK wenn die C's so aussehen wird nicht viel Funktion zu erwarten sein.
Bernhard W
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Re: Grundig 4004W mit der El12

Beitrag von Bernhard W »

Ich bin mir nicht sicher, aber das Bauteil sieht eher aus wie eine Spule.
Binser
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Re: Grundig 4004W mit der El12

Beitrag von Binser »

Sorry, Einwand von mir... Das Bauteil in der Bildmitte dürfte die Anodendrossel der ersten EF11 sein... Das ist keine Abschirmung, sondern der Spulendraht...
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