Netzkabel und Stecker
-
Yamanote
- Siemens D-Zug

- Beiträge: 847
- Registriert: Sa Jan 21, 2017 21:25
- Kenntnisstand: Grundkenntnisse (ohmische Gesetz etc.)
Re: Netzkabel und Stecker
Passende Netzkabel mit angegossenem Eurostecker gibts in verschiedenen Farben. Das ist eine technisch saubere Lösung, die man auch aus der Hand geben kann.
Viele Grüße,
Günter
Günter
-
Radiothomas
- Opus

- Beiträge: 65
- Registriert: So Mär 26, 2023 11:38
- Kenntnisstand: Spezialkentnnisse im Bereich Röhrenradios (Beruf)
- Wohnort: Giengen
Re: Netzkabel und Stecker
Hallo,
da angesprochen, die Trafos in unseren Geräten sind keine (und werden es auch nie) Trenntrafos (im Sinne der VDE 550), es sind eben Netztrafos mit galvanischer Trennung.
Eine Erdung von Chassis ist absolut unproblematisch da zu 99% eh durch den Hersteller vorgesehen, siehe Erdungsbuchse AM Antenne.
Und doch Schutzklasse 1 verbessert die Sicherheit der Geräte deutlich, da sehr viele Metallteile eben mit dem Schutzleiter verbunden sind und ein durchschlag des Natztrafos auf die Radiospannungen zum Sicherungsfall führen wird (Fakt).
Sie sind in den 50er bis 70er Jahren zwar nicht reihenweise am Stromtod dahingegangen (im Vergleich zum Straßenverkehr eh nicht) aber es waren so im Schnitt 5 bis 6 Hundert pro Jahr, natürlich nicht alle an Radios (Zahl nur Privatunfälle ohne Suizide). Das hat sich mit Einführung von Schutzart und Schutzklasse ab Mitte der 70er stetig verbessert. Bis etwa 1990 auf ca. 100 pro Jahr, dann stagniere die Zahl aber, bis es ab Mitte der 2000er nochmal eine Schub nach unten gab, das liegt wohl an der generellen Vorgabe FI-Schutzschalter bei Neuanlagen zu verbauen.
Rekordjahr war 2019 mit nur 33 Elektrototen im privaten Umfeld.
Also macht das schon Sinn was hier in den Vorschriften steht.
Das Thema Bestandschutz stammt aus der Maschinenrichtlinie und hat mit elektrischen Geräten nichts zu tun.
Bei einem entsprechenden Lehrgang gab es auch Beispiele die in Verhandlungen endeten, die Richter stellten wohl eine alles bedeutende Frage:
"Hatten Sie das Gerät geöffnet" wer diese Frag mit Ja beantworten muss, sollte sich darüber im klaren sein für alles was eine entsprechend ausgebildete und ausgerüstete Fachwerkstatt höchstwahrscheinlich bemerkt, geändert oder nicht wieder in Verkehr gebracht hätte, verantwortlich zu sein (das ist nicht weiter zu diskutieren).
Was mich allerdings am nachdenklichsten stimmt ist, dass das Thema Prüfung überhaupt nicht weiter diskutiert wurde, zeigt mir, gerade hier (dem wichtigsten Teil einer Reparatur) gibt es sehr große Lücken bei Ausrüstung und Wissen.
Viele glühende Grüße
Thomas
da angesprochen, die Trafos in unseren Geräten sind keine (und werden es auch nie) Trenntrafos (im Sinne der VDE 550), es sind eben Netztrafos mit galvanischer Trennung.
Eine Erdung von Chassis ist absolut unproblematisch da zu 99% eh durch den Hersteller vorgesehen, siehe Erdungsbuchse AM Antenne.
Und doch Schutzklasse 1 verbessert die Sicherheit der Geräte deutlich, da sehr viele Metallteile eben mit dem Schutzleiter verbunden sind und ein durchschlag des Natztrafos auf die Radiospannungen zum Sicherungsfall führen wird (Fakt).
Sie sind in den 50er bis 70er Jahren zwar nicht reihenweise am Stromtod dahingegangen (im Vergleich zum Straßenverkehr eh nicht) aber es waren so im Schnitt 5 bis 6 Hundert pro Jahr, natürlich nicht alle an Radios (Zahl nur Privatunfälle ohne Suizide). Das hat sich mit Einführung von Schutzart und Schutzklasse ab Mitte der 70er stetig verbessert. Bis etwa 1990 auf ca. 100 pro Jahr, dann stagniere die Zahl aber, bis es ab Mitte der 2000er nochmal eine Schub nach unten gab, das liegt wohl an der generellen Vorgabe FI-Schutzschalter bei Neuanlagen zu verbauen.
Rekordjahr war 2019 mit nur 33 Elektrototen im privaten Umfeld.
Also macht das schon Sinn was hier in den Vorschriften steht.
Das Thema Bestandschutz stammt aus der Maschinenrichtlinie und hat mit elektrischen Geräten nichts zu tun.
Bei einem entsprechenden Lehrgang gab es auch Beispiele die in Verhandlungen endeten, die Richter stellten wohl eine alles bedeutende Frage:
"Hatten Sie das Gerät geöffnet" wer diese Frag mit Ja beantworten muss, sollte sich darüber im klaren sein für alles was eine entsprechend ausgebildete und ausgerüstete Fachwerkstatt höchstwahrscheinlich bemerkt, geändert oder nicht wieder in Verkehr gebracht hätte, verantwortlich zu sein (das ist nicht weiter zu diskutieren).
Was mich allerdings am nachdenklichsten stimmt ist, dass das Thema Prüfung überhaupt nicht weiter diskutiert wurde, zeigt mir, gerade hier (dem wichtigsten Teil einer Reparatur) gibt es sehr große Lücken bei Ausrüstung und Wissen.
Viele glühende Grüße
Thomas
-
röhrenradiofreak
- Geographik

- Beiträge: 10515
- Registriert: Do Dez 27, 2007 23:19
- Kenntnisstand: Sehr gute Kenntnisse (Hobby)
- Wohnort: östliches Niedersachsen
Re: Netzkabel und Stecker
Natürlich gehört eine elektrische Prüfung zu jeder Reparatur bzw. Restauration dazu, und natürlich gibt es diesbezüglich bei vielen Bastlern erhebliche Defizite. Aber das hat mit der ursprünglichen Fragestellung nichts zu tun.
Lutz
Lutz
-
SJS
- Capella

- Beiträge: 21
- Registriert: Di Mai 06, 2025 19:09
- Kenntnisstand: Elektrotechnischer Beruf/ Studium
Re: Netzkabel und Stecker
Hallo Thomas,Radiothomas hat geschrieben: So Mai 31, 2026 17:29 Hallo,
da angesprochen, die Trafos in unseren Geräten sind keine (und werden es auch nie) Trenntrafos (im Sinne der VDE 550), es sind eben Netztrafos mit galvanischer Trennung.
Eine Erdung von Chassis ist absolut unproblematisch da zu 99% eh durch den Hersteller vorgesehen, siehe Erdungsbuchse AM Antenne.
Und doch Schutzklasse 1 verbessert die Sicherheit der Geräte deutlich, da sehr viele Metallteile eben mit dem Schutzleiter verbunden sind und ein durchschlag des Natztrafos auf die Radiospannungen zum Sicherungsfall führen wird (Fakt).
hattest Du da nachteilige Empfangseigenschaften o.ä. feststellen können, nachdem der PE an Chassis gelegt wurde? Sind heute ja doch einige Störfeuer am Hausnetz (Schaltnetzteile), die über die PFC oder Entstörmaßnahmen den PE "verseuchen".
Und wie muss man sich die Prüfung vorstellen, bei einem fast 70 Jahre alten Gerät für 220V Nennspannung sind heutige Standards (500V DC, >=1 MOhm) wohl kaum anzuwenden, ggf. schädigt man damit erst recht die Bauteile, die dafür noch gar nicht ausgelegt waren. Bei meinen Radios sind mitunter auch Entstörkondensatoren gegen Masse (Chassis) verbaut, die nach heutigem Standard Y2 sein müssten, aber damals vermutlich deutlich höhere Leckströme etc. zugelassen haben.
Hinsichtlich Antenne und Erdung wäre ein PE sicher vorteilhaft, da Ausgleichs(fehler)ströme ggf. schon beim Einstecken des Schukosteckers auftreten und die Sicherung werfen und nicht erst beim Anschluss der Antenne...
-
Radiothomas
- Opus

- Beiträge: 65
- Registriert: So Mär 26, 2023 11:38
- Kenntnisstand: Spezialkentnnisse im Bereich Röhrenradios (Beruf)
- Wohnort: Giengen
Re: Netzkabel und Stecker
Hallo,
Empfangsprobleme bei UKW gabs noch nie. AM Bereiche könnten betroffen sein, aber wer hört im Alltag LW/MW oder KW, das gehört glaub ich zu Punkt 1., Museum und Sammlung unter fachkundiger Aufsicht.
Bei der PE-Prüfung wird Strom über den selben zum Gehäuse und über die Messstrippe zurückgeleitet, also sind die Bauteile im Radio auch nicht bestromt.
Die 500V werden ja nicht an die Bauteile angelegt, bei der Prüfung werden die Außenleiter (L/N) vom Gerät kurzgeschlossen und gegen PE geprüft. Das hält der Trafo normal aus, kein Problem. Wenn nicht gilt er eh als schlecht.
Als letztes wird bei laufendem Gerät gemessen wieviel Strom tatsächlich über den PE aus dem Gerät fließt.
Ist alles in den vorgegebenen Grenzen so gilt das Gerät als gut.
Mein Gerätetester piept wenn ein Wert schlecht ist, ganz einfach.
Ein Gerät das beim Einschalten über den PE so viel Strom zieht dass eine Haussicherung auslöst gehört sofort aus dem Verkehr gezogen.
Viele Grüße
Thomas
Empfangsprobleme bei UKW gabs noch nie. AM Bereiche könnten betroffen sein, aber wer hört im Alltag LW/MW oder KW, das gehört glaub ich zu Punkt 1., Museum und Sammlung unter fachkundiger Aufsicht.
Bei der PE-Prüfung wird Strom über den selben zum Gehäuse und über die Messstrippe zurückgeleitet, also sind die Bauteile im Radio auch nicht bestromt.
Die 500V werden ja nicht an die Bauteile angelegt, bei der Prüfung werden die Außenleiter (L/N) vom Gerät kurzgeschlossen und gegen PE geprüft. Das hält der Trafo normal aus, kein Problem. Wenn nicht gilt er eh als schlecht.
Als letztes wird bei laufendem Gerät gemessen wieviel Strom tatsächlich über den PE aus dem Gerät fließt.
Ist alles in den vorgegebenen Grenzen so gilt das Gerät als gut.
Mein Gerätetester piept wenn ein Wert schlecht ist, ganz einfach.
Ein Gerät das beim Einschalten über den PE so viel Strom zieht dass eine Haussicherung auslöst gehört sofort aus dem Verkehr gezogen.
Viele Grüße
Thomas